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Der Alte Markt in Potsdam - das Herz der Stadt

Ein Siedlungsflecken mit einem Alter von mindestens 5.000 Jahren

Eine Zusammenstellung der Heimatkunde


Zusammengestellt aus älteren Quellen von Chris Janecke aus Potsdam,

E-Mail-Anschrift: christoph@janecke.name


Anmerkung: Verschiedene Sätze wurden den Ausstellungstafeln entnommen, die die Ausgrabungen am Alten Markt zu Potsdam begleiteten.


Einige Notizen zur Bau- und Besiedlungsgeschichte

Im Jahre 993 werden „die Örter Potztupimi et Geliti“ (Potsdam und Geltow) erstmals (heute nachweisbar) urkundlich erwähnt, als der junge Kaiser Otto III., diese beiden Orte seiner Tante Mathilde, der Äbtissin von Quedlinburg, schenkt (also Land, Häuser, Einwohner, Vieh - eben alles), weil er die gute Tante so sehr lieb hat.


Mitte des 12. Jahrhunderts

Albrecht der Bär dehnt seine Herrschaft auch auf Potsdam im Havelland aus.

Eine slawische Siedlung gibt es gegenüber der Mündung des Flüsschens „Nuthe“, durch einen mit Palisaden verstärkten Burgringwall geschützt. An dieser Stelle legt später, im 17. Jahrhundert, der „Große Kurfürst“ seinen Weinkeller an. Im 18. Jahrhundert baut man auf diesem Standort die Heiligengeistkirche. Heute steht dort die "Seniorenresidenz“ mit einem so kunstvollen Ersatzturm. Eine weitere Siedlung gibt es zu jener Zeit an der heutigen Kiezstraße bei den Planitz-Inseln, sowie eine deutsche Ansiedlung an und auf dem Gebiet des späteren Marktes.


Das Potsdamer Stadtschloss auf dem Alten Markt und seine Vorgängerbauten

Anfang des 13. Jahrhunderts:

Errichtung einer einfachen kleinen Burg an der Furt als Havelübergang. Das wichtigste Bauwerk ist ein wuchtiger Turm quadratischen Grundrisses.


Nach der Mitte des 14. Jahrhunderts:

Erweiterung des Turms zu einer größeren Burganlage. Das Zentrum des „Stedekens“. Potsdam wird erstmals als „Oppidum“ (befestigte Siedlung mit Stadtcharakter) bezeichnet.


15. und 16. Jahrhundert:

Ausbau der Burg zu einer großen Anlage mit Eckrondellen und weiteren massiven Wohngebäuden, unter Einbeziehung des vorhandenen alten viereckigen Turmes.

Bau einer Brücke über den Fluss Havel (die Lange Brücke) mit Zollerhebung.


1536 und 1550:

Große Stadtbrände vernichten viele Häuser. Auch zahlreiche stadtgeschichtliche Archivalien werden ein unwiederbringlicher Raub der Flammen.


1598 – 1599:

Errichtung eines Burghauptgebäudes durch Kurfürstin Katharina (der Katharinenbau). Die von ihr angewiesenen Arbeiten zur Erneuerung an der gesamten Burganlage, wurden aber nicht zu Ende geführt, so dass bald neuer Verfall einsetzte.


1631:

Im Dreißigjährigen Krieg besetzen die Schweden, unter Ihnen König Gustav Adolf, Potsdam. Die Stadt hat noch etwa 1.000 Einwohner, die in diesem Jahr allein durch die Pest auf 2/3 verringert werden.


1662 – 1679:

Beginn des Baues eines Schlosses mit der Einbeziehung eines Teils der bestehenden Vorgängerbauten der Burg (die zu dieser Zeit ruinös sind) durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm („0.“).

Die Stadt hat etwa 200 Häuser, davon liegen über die Hälfte wüst. Mit dem Schlossneubau wird gleichzeitig „der Grundstein“ zur Entwicklung einer Residenzstadt gelegt. „Das gantze Eyland Potsdam soll ein Paradies werden“, sagt Prinz Moritz von Oranien-Nassau als Planer.


1679 – 1682:

Erhebliche Erweiterung des Schlosses nach Norden einschließlich des Abbruchs und der Überbauung verschiedener Hausstellen Potsdamer Bürger, deren Bauten unmittelbar am Schloss standen. Im Norden wird das Schloss von einer halbkreisförmigen Galerie mit einer Großpforte abgeschlossen.

Gemälde: Stadtseite des Stadtschlosses (Südseite), Radierung von Schenk, um 1702.


Um 1700 / 1701:

Abriss des inneren Verbindungsbaues im Schlosshof (kurfürstlicher Querbau), so dass nun ein großer, freier Innenhof entsteht. Veränderung der Dachkonstruktion des Schlosses. Errichtung des Fortunaportals als nördlicher Abschluss des Hofes durch Jan de Bodt im Auftrag von Kurfürst Friedrich III. anlässlich seiner Selbstkrönung am 18. Januar 1701 in Königsberg zum König Friedrich I. in Preußen.


1721 – 1724:

Neubau einer barocken Kirche an der Stelle der alten Stadtkirche. Weihe auf den Namen „Sankt Nikolai“.


1744 – 1752:

Umfassender und letzter Umbau des Schlosses für König Friedrich II. (Friedrich der Große) durch Wenzeslaus v. Knobelsdorff, unter intensiver Einflussnahme des Monarchen zum Rokoko-Schloss. Das Schloss behielt seitdem im Wesentlichen seine Gestalt, die es dann bis zur starken Beschädigung im April 1945 besaß.

Gemälde: Alter Markt, W. Barth 1830


1795:

Die Nikolaikirche brennt vollständig aus und muss abgerissen werden. Karl Friedrich Schinkel wird 1826 mit den Planungen für einen Neubau betraut und am 03. September 1830 wird der Grundstein zum neuen Kirchenbau gelegt, der vorerst aus Kostengründen ein schlichtes Satteldach erhalten wird.


Und was fiel den fleißigen Archäologen bei den Ausgrabungen unter dem Platz in den Jahren 2005 – 2007 denn so in deren Hände?


Gewonnen wurden sehr viele Erkenntnisse.

Hier aber eine beispielhafte Aufzählung wichtiger Funde:








Anmerkung: Spätere Archäologen werden in diesem Gebiet nichts Altes mehr finden, da der Platz für das Errichten eines neuen „Stadtschlosses“ völlig „ausgekoffert“ wurde.

Die gefundenen und nun gehobenen „Schätze“ sollen aber später im Heimatmuseum ausgestellt werden., das im „Alten Rathaus“ seine Heimstatt finden soll.