Bilder aus Rautenkranz

Zu den Bildern besteht ein Begleittext für das Jahr 1959: Erlebnisreiche Tage im Kindererholungsheim „Kraushübel“.

Unser Blick schweift über einen großen Teil des Ortes.
- Der damalige Fotograf ist mir unbekannt geblieben, ich kann diesen leider nicht ehrend als Quelle nennen -.
Das sind die beschreibenden Worte zum vorstehenden Bild, damit ihr mehr wisst, als ihr sonst nur sehen könntet.
Das Kindererholungsheim (der Volksbildung), wird später zum Kinderkurheim (des Gesundheitswesens). Hier: in der Zeit des Sommers.
Zu jeder Jahreszeit ist es hier schön. Unteres Bild: Das Kindererholungsheim auf dem Rautenkranzer Kraushübel nach dem letzten Schneefall, den gerade die Sonne aufleckt.
Der appetitliche Speisesaal in seiner Mobiliar-Erstausstattung und großer Bühne für Veranstaltungen.
Für das Spielen, Basteln, Lesen, Geschichten hören, Erledigen der Post ... steht jeder der Kindergruppen ein eigener Gruppenraum mit einer Anzahl von Tischen, mehr als 20 Stühlen und den Schränken für Spielzeug und Bastelmaterial zur Verfügung. Die Wände aller Räume sind mit geschmackvoll-lebensfrohen Gemälden geschmückt. Dieses große Zimmer ist der Raum „meiner“ Gruppe II.
Ich durfte im Sommer hier sein. Andere Kinder erlebten Rautenkranz als ein wahres Wintermärchen. Der Winter kommt hier früher und geht später als im Flachland. Das führt auch zu einer anderen Vegetation. So zum Beispiel sind Kirschbäume in Gärten unbekannt.
Kinder, die im Dezember hier sein dürfen, erleben das zeitlich vorgezogene Weihnachtsfest. Sie leisten dazu auch ihren Beitrag. Wird für eines der Feste des Jahres ein Programm einstudiert, dann schreibt Fräulein Hennersdorf dem Kind dessen Text auf ein Blatt. So kann das Kind es gut lernen. In den anderen Gruppen wird es ebenso gehalten.
In den Zeiten der Beschäftigung basteln wir vielerlei Nützliches und Hübsches. Hier eine Scherenschnittarbeit, mit der wir zum Beispiel den Rand des Briefbogens für unsere Post an die Eltern zieren. Wir müssen dazu fleißig üben, aber Fräulein Hennersdorf, die uns viele Möglichkeiten zeigt, geht das recht flink von der Hand.
1959 war's: Aus dem Kindererholungsheim im schönen Rautenkranz grüßen wir alle Lieben Daheim!
Wir, das sind: Ursula Riemath (hintere Reihe, rechts außen) und Sigrid Eggert (neben Uschi, die 2. von rechts) ... aber alle anderen grüßen bestimmt ebenso gern, wie auch unsere freundlichen Erzieherinnen Gisela Lange und Inge Hennersdorf.
Für drei Sommer-Wochen des Jahres 1959 dürfen wir 21 Männer die Gruppe II von Fräulein Hennersdorf bilden. Auch dieses gute Erinnerungsbild wurde vom „Staatlicher Fotodienst, Auerbach im Vogtland“ gefertigt.
Die große Sonnenveranda des Hauses bietet viel Platz, Luft und Licht. Sie lädt ein zum „schmökern“ und zu frohem Spiel, zum Gesichts-Sonnenbaden, selbst wenn's draußen nicht sehr warm ist.
Unser Waschraum. Körperreinigung ist wichtig für die Gesundheit. Gemeinsam macht's Spaß. In einem gesunden Körper fühlt sich ein frischer Geist wohl. – Nebenan befindet sich das lange geflieste Becken für das Kaltwasser-Treten nach Sebastian Kneipp. Man geht darin am besten „wie der Storch im Salat“.

Fotos aus dem Jahr 2013

Der Bahnhof Rautenkranz.
Das Kinderkurheim Kraushübel mit der Friedenstaube im Giebeldreieck.
Das verlassene Kinderkurheim Kraushübel mit der Sonnenveranda.
Das Gebäude des ehemaligen Speisesaals mit der Wohnheimanlage „Kuckucksnest“.
Das Gebäude der früheren Rautenkranzer „Wirtschaft“, also des „Schankkrugs“, späteres Wirtschaftsgebäude des Heimes und das Haus „Kuckucksnest“.
Das Waldstück namens „Ufenhähle“.
Der Weg von den Weltkriegs-Behelfsheimen zur Industriewaren-Fabrik der Fa. Brunner.
Carlsfelder Straße 2 (früher das Armenhaus, später die Schule, heute ein Wohnhaus)
Das Freibad wird von Gebirgsbächen mit kaltem Wasser gespeist. Es ist daher ein sehr frisches Badevergnügen.
Die Zwickauer Mulde nahe der Schule. Harmlos sieht sie aus – kann aber auch gewaltig über ihre Uferbegrenzungen treten, was dann zu weiten Überschwemmungen führen kann.
Die Schule in Rautenkranz. Der Schwesternort Morgenröthe hat ebenfalls eine. Der Unterricht fand jahrelang in beiden Gebäuden statt. Wechselseitig, wegen der Gleichberechtigung und mit den gleichen Lehrern. So blieben Lehrer und Schüler stets „auf Achse“ oder viele auch „per Pedes, auf Schusters Rappen“. Oft wechselte der Unterrichtsort im Laufe des Vormittags, bei etwas verlängerter Pause.
Die Feilenhauerei an der Schönheider Straße. Eine laute Fabrik, in der Feilen für die Metallbearbeitung hergestellt werden. Der spanabhebende „Hieb“, die Zähne, werden in das Blatt des Feilenrohlings eingeschlagen.
Der gerüchteumwobene „Todesfelsen mit dr Hexenküch'“, einer gemütlichen Buchtung im „Erdgeschoss“ des Felsens, in der sich auf Herd und Anrichte gut gewisse Kräuter und manche Arten von Pilzen von der Frau Hausherrin zubereiten lassen.
Das hohe Felsenmassiv erinnert uns an den tragisch-tödlichen „Jungfernsprung“ im Dreißigjährigen Kriege, am Sandweg nahe dem Zinsbach geschehen.
Wir spazieren auf dem Höhenweg entlang und halten am Cotta-Gedenkfelsen mit der Erinnerungstafel inne.
Blick vom Höhenweg auf den Kraushübel mit dem Heim (ganz oben, mittig im Bild)
Blick vom Höhenweg auf die evangelische Kirche und den „Rat der Gemeinde“, die Kommunale Verwaltung des Ortes.
Was macht denn da der „Wiesbach“? Flink wie ein Wiesel fließt er durch die Wiesen.
Das Wappen des Ortes Morgenröthe-Rautenkranz. Es zeigt uns den grünen Rautenkranz, die Morgenröte der aufgehenden Sonne und im Zentrum „das Gezähe“. Es ist des Bergmanns Handwerkzeug, bestehend aus dem Schlägel, dem Keilhammer und der Schlackegabel

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