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Zur Ahnenliste "Sommer" gehörend:

Einige Notizen zum Lebenslauf von

Rudolph Mahnkopf oo Bertha Sommer

in der Zeit von 1847 bis 1938 in Potsdam,

mit der Erwähnung der Familiennamen der Großmütter:

Kähne//Kaehne und Keilbach

sowie der Familiennamen von späteren Ehepartnern der Kinder

von Rudolph und Bertha:

Beltz, Brüning, Ebert, Kast, König, Sommer und Stengel.



Zusammengestellt: Chris Janecke, März 2017

Für Ergänzungen anderer Wissender: E-Mail christoph@janecke.name




Bei den oben Genannten handelt es sich um Vorfahren des Autors (Urgroßtante Bertha Sommer). Wenn du Interesse hast, mehr darüber zu lesen, was sich in dieser Zeit im Leben der Menschen abspielte, so sieh’ bitte auch in die Dokumentationen „Zeitgeschichte“ und „Zeitgenossen“ auf dieser Internetseite.





Je weniger jemand benötigt, um zufrieden zu sein,

desto mehr nähert er sich den Göttern,

die gar nichts brauchen.


nach Sokrates






Schmalspurwegweiser von den Hauptpersonen (Probanden) dieser Niederschrift, zu den heute lebenden Personen:


Im Zeitraum 1800 bis 1896: Joh. Friedrich Sommer oo Caroline Wilhelmine Charlotte Keilbach

Zu deren Kindern gehörte u.a.:

Im Zeitraum 1831 bis 1909: Karl Johann Friedrich Sommer oo Marie Elisabeth Weltzer


Nebenlinie: (Dieser K. J. F. Sommer hatte 10 weitere Geschwisterkinder,

darunter Bertha Sommer oo Mahnkopf, also die Haupt-Personen

dieses nun folgenden Dokuments).


Zu den Kindern von K. J. F. Sommer und Marie Elisabeth Weltzer (1831–1909) gehörte u.a.:

im Zeitraum 1875 bis 1949: Rudolf Max Sommer oo Anna Margarethe Runge

zu deren Kindern zählte die Tochter:

im Zeitraum 1900 bis 2003: Anne-Marie Sommer oo Alfred Richard Janecke

zu deren Kindern gehört u. a.:

im Zeitraum 1945 bis ...: Der Autor dieser Niederschrift - Chris Janecke




Anmerkung: Der Vater des nachstehend aufgeführten Carl Friedrich Mahnkopf ist (in der Generation 7) Johann Friedrich Wilhelm Mahnkopf, Zimmergeselle,

* in Ketzin, am 09. Novembris 1784, † Potsdam, am 21. März 1863.



Generation 6



Generation 6

Die Großeltern


Gen. 06 / Ahn 40


Gen. 06 Ahnin 41


Mahnkopf



Kähne


Name


Sommer


Keilbach


Carl Friedrich


Marie Sophie


Vornamen


Johann Friedrich


Caroline Wilhelmine Charlotte


in Potsdam, am 16. August 1816


in Deetz bei Groß Kreutz, am 24. März 1806


geboren


Buckow, (Oberbarnim), 30. Dezember 1800


Potsdam, Mark Brandenburg, am 24. Februar 1809



Bürger und Zimmerpolier


Hausfrau und Mutter


Beruf


Schuhmacher-Meister


Hausfrau und Mutter


vermutlich in Ketzin um 1843


Heirat


Potsdam, als Luisenbrautpaar, in der Garnisonkirche am 19. Juli 1830

  • um 1843 in Ketzin

  • 1847 Potsdam, Spandauer Straße 14,

  • bis Okt. 62: Jägerallee 4

  • ab 02. 10 62: Potsdam, Priesterstraße 20

  • ab 15. Dezember 1866, Potsdam, Am Canal 48

  • ab 02. April 1869, Potsdam, Kaiserstraße 3

  • ab 02. Juli 1871, Schockstraße 37

  • ab 1878: Potsdam Waisenstraße 71


Wohnungen


unter anderen Wohnanschriften auch:

  • 1849: Kirchstraße 3

  • 1850: Nowawes, Priesterstraße 69

  • ab 02. April 1857: Potsdam, Französische Straße 21

  • ab 03. Okt. 1859: Kriewitzgasse 3

  • ab 19. Aug. 1867: Schwertfegerstr.13

  • ab 02. April 1869: Kriewitzstraße 3

  • 1870: Potsdam, Scharrnstraße 5

  • ab 01. April 1879: Burgstraße 52

  • ab 02. Okt. 1879: Kreuzstraße 15

  • ab 01. April 1881: Kriewitzstraße 3


Potsdam, am 27. November 1892


Deetz, am

16. Oktober 1882



gestorben


Nowawes,

17. Dezember 1882



Nowawes,

10. September 1896







Das Ehepaar / Die Eltern (Generation 5) / Die Probanden

Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf und Bertha Charlotte Wilhelmine Sommer



Die Bedeutung der Familien-Namen



von Mann + Kopf, ein geistig reger Mensch, ein tüchtiger Kopf. Wohl eher nicht als „der zur Vorsicht Mahnende“ verwendet.


Die Jahreszeit betreffend: Sonne, Wärme, Reife. NT eventuell imm Sommerhalbjahr geboren.


Name:



Mahnkopf


Sommer


Vornamen:


Rudolph (auch Rudolf) Wilhelm Carl


Charlotte Wilhelmine Bertha



Geburt:

Taufe:




Potsdam, Spandauer Straße 14, am

10. September 1847, abends ½12 Uhr. Taufe am 26. September 1847 durch Prediger Stöner, (dieser wohnt: Markt 4, Pfarrhaus). Die Taufpaten sind:

1. Der Kaufmann und Mühlenmeister Karl Friedrich Kuhlmey aus Paretz,

2. Zimmerpolier F. Hintze (Louisenstraße 32, E.), 3. Bäckermeister Janeke, 4. Frau Märtens, 5. Jungfrau Auguste Sommer (!). Quelle: KB Nikolai, Taufen, Blatt 77, Nr. 375 / 1847.



Potsdam, am 12. September 1850, früh 4 Uhr. Taufe am 04. Oktober 1850 in der Nikolaikirche zu Potsdam.

Die Taufpaten sind:

1. Schuhmacher-Meister Keilbach (Großvater), 2. Fink (ist beruflich Nuntius = Bote, Verkünder),

3. Schirmer, junior. Quelle: KiBuch Nikolai, Taufreg. 1850, Blatt 1986 (199), Nr. 333.

Beruf / Stand:

Schneiderlehre 1861–1864.

Ab 1871 Schneider-Meister.

Zwischendurch Erwerb von Kenntnissen in der Gastronomie (Kellnerei). Dann ab 01. Sept. 1878 (mit 31 Jahren bis ins 89. Lebensjahr) Hausverwalter, speziell Verwalter der Säle im Palast Barberini, Potsdam, Humboldtstraße 5-6. Er ist in dieser Position der Nachfolger vom jüngeren Bruder seiner Schwiegermutter: Carl Wilhelm Keilbach oo Bürger.


Hausfrau und Mutter der zehn Kinder.


Wohnanschriften vor der Ehe:


Potsdam, Packhofstraße 4


Potsdam, Kriewitzstraße 3


Trauung / Eheschließung:



In Potsdam, Heiligengeistkirche. Trauung am 09. Juli 1871. Bertha ist 20 Jahre und 10 Monate jung, Rudolph ist 23 Jahre und 10 Monate alt.



Wohnanschriften, gemeinsame:

  • ab 09. Juli 1871: Potsdam, Burgstraße 45 (hier lebt auch ihre Verwandte Amalie Weltzer).

  • 1873: Potsdam, Lindenstraße 26

  • 1876: Packhofstraße 4 = Friedrichstraße 4

  • um 1876: Waisenstraße 70

  • ab 9. September 1878: R. Mahnkopf ist Verwalter der Säle im Palast Barberini, Am Schloß 5–6 = spätere Humboldtstraße 5–6 und wohnt vom 09. September 1878 an auch dort bis zum Lebensende (1938).

    (Quelle: Stadtarchiv, Melderegister 68/7, Film 61/1108, Bild 125).


Tod / Gestorben:


Potsdam, Humboldtstraße 6, am

27. Februar 1938, vormittags um 9.00 Uhr, 90 Jahre alt.

Standesamt-Reg.-Nr. 253/1938,

Stadtarchiv Film P 168



Potsdam, Humboldtstraße 6, am

14. September 1933, nachmittags um 9.00 Uhr, 83 Jahre alt.

Standesamt-Reg.-Nr. 805/1933,

Stadtarchiv, Film P 156, Bild 416



Die Kinder (Generation 4) des

Schneiders / Hausverwalters (im Palast Barberini)

Rudolph Wilhelm Mahnkopf und Charlotte Wilhelmine Bertha Sommer


Nr.

Familienname:

Mahnkopf


Lebensdaten der Kinder


1


Elise Caroline Wilhelmine Berta Mahnkopf


oo 24. 12. 1908


Wilhelm August Brüning,

Stellmacher-Meister




Geboren in Potsdam, Burgstraße 45, am 11. Dezember 1871.

Taufe sehr wahrscheinlich in der Nikolaikirche, da in der Heiligengeist-Kirche kein Eintrag vorhanden.

Das Kirchenbuch der Taufen der Nikolaikirche 1858 bis 1945 verbrannte bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Ein Duplikat bestand nicht. Die darin enthaltenen Angaben und damit über das Wissen um die Taufe sind unwiederbringlich verloren.


Elise heiratet gemäß Standesamt-Eintrag 481/1908, Film P 075, am 24. Dezember 1908, den Stellmacher-Meister Wilhelm August Brüning. Er hatte bereits um 1903 eine Werkstatt Canal 10 und die Wohnung Berliner Straße 7. Dieser wohnt jetzt (1908) in Potsdam, Berliner Straße 8. Zeugen der Eheschließung: Rudolf Mahnkopf (Brautvater), Humboldtstraße 6 und der Glasermeister Robert König (Schwager der Braut), 35 Jahre alt, in der Grünstraße 7 wohnend. Wilhelm wurde am 08. Juli 1853 in Fahrland, Kreis Havelland, geboren. Seine Eltern: Der Fischer-Meister Karl Friedrich Brüning und seine Ehefrau Pauline geb. Bogenschneider (beide verstorben, zuletzt in Nedlitz wohnend.


Trauung: sehr wahrscheinlich in der Nikolaikirche. Die Kirchenbücher der Trauungen von Nikolai- und Heiligengeist-Kirche dieses Zeitraumes bis 1945 verbrannten bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Duplikate bestanden nicht. Die darin enthaltenen Angaben sind unwiederbringlich verloren.

Elise und Wilhelm wohnen bis nach 1925 in der Berliner Straße 8; später gibt es keinen Adressbuch-Eintrag mehr in Potsdam.



2


Gertrud

Mahnkopf



Geboren in Potsdam am 29. Oktober 1873.

Taufe sehr wahrscheinlich in der Nikolaikirche.


Das Kirchenbuch der Taufen 1858 bis 1945 verbrannte bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Ein Duplikat bestand nicht. Die darin enthaltenen Angaben und damit über das Wissen um die Taufe sind unwiederbringlich verloren.


Zu einer Heirat der Gertrud fand ich nichts in Potsdam.

Adressbuch von 1903: Fräulein Gertrud Mahnkopf, Vertreterin Chokoladen- und Honigkuchenfabrikate, Brandenburger Straße 25 und 1925: Konfitürengeschäft, Charlottenstraße 69

Das letzte Potsdamer Adressbuch, von 1949, weist aus: Gertrud Mahnkopf, Sekretärin, Potsdam Lennéstraße 3. Es ist nicht belegt, dass es sich um eine Personenidentität handelt. Als Sekretärin wird sie in diesem Alter (76 Jahre) nicht mehr tätig gewesen sein aber gelebt haben mag sie zu dieser Zeit noch.



3


Agnes Johanne Friederike

Mahnkopf,

Schneiderin


oo 29. April 1904


Kast,

Ferdinand Albert Julius

Dachdecker-Meister


Geboren in Potsdam, Packhofstraße 4, am 30. November 1876, vormittags 6 Uhr.

Taufe in der Heiligengeistkirche am 25. Dezember 1876. Taufpaten: 1. Herr Kaufmann A. Scholz, Berlin, 2. Herr Emil Sommer, 3. Herr Paul Sommer (beide ältere Brüder der Kindesmutter, Emil: Zigarrenproduzent, Paul: Schuhmachermeister), 4. Herr Wilhelm Mahnkopf, Schuhmachermeister, Waisenstraße 70. (älterer Bruder des Kindsvaters). Quelle: KB Heiligengeist, Taufen, Blatt 143,

Nr. 182, 1876.

Standesamt Geburt: Nr. 1221 /1876, Stadtarchiv Film P 19.

Agnes absolviert die Ausbildung zur Schneiderin.


Agnes heiratet, 27-jährig, den Dachdeckermeister Julius Kast am 29. April 1904. St. Reg. Nr. 124/1904, Film P 071, Bild 131.

Julius wurde in Potsdam geboren, am 30. März 1877. Seine Eltern: Der Vater ist der Dachdecker-Meister Carl Friedrich Wilhelm Julius Kast, die Mutter ist Henriette Amalie Marie Jahn. Vor der Ehe wohnt Julius in der Saarmunder Straße 21. Dieses Grundstück ist Eigentum der Eltern. Zeugen der Eheschließung sind die beiden Väter des Paares. Ihre letzte gemeinsame Wohnung ist (nebenan) in Potsdam, Heinrich-Mann-Allee 22 (vor 1945 ist das die Saarmunder Straße).

Für das junge Ehepaar weist das Adressbuch auch bis 1910 die Saarmunder Straße als Wohnanschrift aus.

1925 ist Agnes bereits Witwe aber lebt bis (weit) nach 1949 (letztes Potsdamer Adressbuch) immer noch in der Saarmunder 21. Julius starb am ...

Vermutlich ein Sohn des Paares, Georg Kast, Stellmacher-Meister, wohnt um 1936 in der Schockstraße 4. Das ist nach 1945 die H.-Elflein-Str. 4.

Agnes' Lebenskreis wird sich am 19. August 1960 im Pflegeheim der Evangelischen Frauenhilfe Potsdam, Weinbergstraße 18/19 schließen. Sie stirbt um 7.45 Uhr, im Alter von 83 Jahren.

Sterbeanzeige 936/1960, Standesamt Potsdam. Film P 209, Bild 477.


4












Frieda Emilie Bertha Mahnkopf



oo 08. Juli 1907



Max Adolph Albert

Sommer,

Tischler





Geboren in Potsdam, Humboldtstraße 6 am

19. Dezember 1878, vormittags 1¾ Uhr. (Das Gebäude Humboldtstraße 5–6 ist der „Palast Barberini“, Am Alten Markt),

Standesamt: Nr. 1322/1878.

Taufe am 16. Februar 1879 (in der Nikolaikirche, nach einer Notiz im KB der Heiligengeist-Kirche. Hier aber waren bereits die Paten erfasst). Die Paten sind:

1. Herr Bäckermeister Hohmann, Potsdam, Packhofstraße.

2. Schneidermeister Reinke, Brandenburger Straße 55.

3. Schuhmacher-Meister Krügener, Garde du Corps Straße 19.

Quelle: KB Heiligengeist Taufen 1879, Blatt 184, Nr. 22.

Frieda erlernt den Beruf einer Verkäuferin.


Frieda heiratet mit 28 Jahren, am 08. Juli 1907 ihren Cousin, den 28-jährigen Tischler Max Sommer (geboren am 23. Februar 1879). Eintrag Standesamt: 231 / 1907, Film P074, Bild 241.

Max wohnt um 1907 in der Junkerstraße 2. Er ist der Sohn des Schuhmacher-Meisters Paul Sommer und dessen Ehefrau Bertha genannt „Pauline“ geb. Thron. Zeugen der Eheschließung sind der Brautvater Rudolph Mahnkopf und der Barbier Ewald Behrens.

Das Potsdamer Adressbuch von 1910 weist aus, dass das Paar in der Waisenstraße 69 wohnt, 1925 in der Waisenstraße 41 und sie dort auch wohnen bleiben. um 1936 wird er dort als Pensionär geführt.

Friedas Leben wird aber bereits mit 48 Jahren, am 12. April 1927, vormittags 11 Uhr enden. Eintrag Stand. 347/1927, Film 150, Bild 182. Das Ableben wird angezeigt von Tischlermeister Hermann Wünsche (Bestatter), wohnhaft in Potsdam, am Alten Markt 5.

Max wird als Witwer mit knapp 67 Jahren, am 24. Januar 1946 in seiner Wohnung Feuerbachstraße 15 sterben. Standesamt Nr. 358/1946. Diese Todesanzeige auf dem Standesamt kommt von Frau Lotte Wannick, geborene Sommer. Sie wohnt in der Weinbergstraße 34. (Ihre Zuordnung zur Sommer-Familie ist noch nicht geklärt).


Anmerkung:

Es wird im letzten Potsdamer Adressbuch von 1949 auch noch ein Helmut Mahnkopf, Tischler, erwähnt, der in Babelsberg, Mühlenstraße 16 wohnt. Diesen kann ich aber noch zu keinen Eltern sicher zuordnen.Vielleicht ist er ein Sohn von Frieda oo Max.



5


Sophie Caroline Bertha

Mahnkopf,

Weißnäherin


oo 17. Okt. 1902


Robert August Ferdinand

König,

Glasermeister


Geboren in Potsdam, Palast Barberini, Humboldtstraße 6, am 23. Januar 1880, vormittags 10 Uhr. Nr. Standesamt: 104 /1880, Film P 23. Taufe am 13. Februar. bei Heiligengeist. Prediger Persius.

Paten: 1. Herr Albert Sommer, Schuhmachermeister (Bruder der Kindsmutter), 2. Frau Mahnkopf, 3. Frau Sommer.

Sophie erlernt den Beruf einer Weißnäherin.

Sie wird am 17. Oktober 1902 den Glasermeister Robert August Ferdinand König heiraten. Stand. Nr. 359/1902 Film P 069, Bild 371. Der Bräutigam war geboren in Potsdam, am 22. März 1873. Robert wohnte bisher in der Grünstraße 8. Seine Eltern sind der Glasermeister Ferdinand Karl König und Marie Ida, geborene Wietz, die auch in Potsdam leben.

Zeugen der Eheschließung sind die Väter von Braut und Bräutigam.

Die junge Familie ist mit der Wohnanschrift Grünstraße 7, Telefon 3699, bis nach 1937 im Adressbuch enthalten.

Robert stirbt bereits am 15. Februar 1939. Stand. Nr. 224/1939.

1949 wohnt Sophie in Pdm., Saarmunder Straße 21a. Sophies letzter Lebensraum befindet sich in der Großen Weinmeisterstraße 43. Das ist das Altenpflegeheim am Fuße des Pfingstberges. Sophies Leben wird mit 90 Jahren am

02. Dezember 1970 um 04.15 Uhr zu Ende gehen.

Sterbeanzeige beim Standesamt: Nr. 2012/1970. Film P 226, Bild 268.



6


Antonie Bertha Johanna

Mahnkopf



oo



–––––––––

(als Säugling gestorben)


Das Kind wird am 04. März 1881, vormittags um 2 Uhr in der Wohnung Humboldtstraße 5–6 geboren.

Mutter Bertha Mahnkopf sagt: „Meine Schwägerin, die Hebamme Auguste Sommer, geborene Schwaiger, Ehefrau meines Bruders Franz Sommer, ist auch diesmal meine Hebamme und ihre Mutter die „verwitwete Sattlermeister“ Friederike Schwaiger, geb. Rübe, hilft ihr dabei und übernimmt auch das Anzeigen beim Standesamt. Beide: Hebamme und ihre mütterliche Helferin leben in der Kriewitzstraße 1.

Geburtsanzeige Standesamt: Nr. 252 / 1881, Film P 24.

Leider ist unserer kleinen Antonie nur eine kurze Lebenszeit gegönnt. Sie verlässt uns für immer schon am 03. April 1881, nachmittags um 7½ Uhr, gerade vier Wochen alt..

Standesamt Nr. 300 /1881. Stadtarchiv Potsdam, Film P 101, Bild 179..



7


Johanna Sophie Emilie Bertha Mahnkopf


oo 27. April 1907


Max Paul Friedrich Stengel, Tischler-Meister















Geboren in Potsdam, Humboldtstraße 5. am 13. März 1883, früh 9 Uhr. Taufe am 29. April 1883, Prediger Persius. Die Taufpaten:

1. Herr Friedrich Sommer, Schuhmachermeister (Bruder der Kindsmutter), 2. Herr Wilhelm Mahnkopf, Schuhmacher-Meister,(Bruder des Kindsvaters), 3. Frau Luise Sommer. Quelle: KB Heiligengeist evangelisch-lutherisch, 1883, Blatt 277, Nr. 59.

Geburtsanzeige beim Standesamt: Nr. 310 / 1883, P 027. (* 30. März 1883).

Stadtarchiv Potsdam, Film P 27, Bild 166.

Johanna erlernt den Beruf einer Verkäuferin.

Johanna heiratet am 27. April 1907 mit 24 Jahren den Tischlermeister Max Paul Friedrich Stengel. Er war geboren am 26. April 1882 und er wohnt bei den Eltern (Tischler-Meister A. Stengel) in der Holzmarktstraße 20. Eintrag des Standesamtes 152 / 1907, Film P 074, Bild 158.

Zeugen der Eheschließung sind die Väter von Braut und Bräutigam. Der Vater des Bräutigams ist der Tischlermeister Ferdinand August Stengel und dessen Ehefrau: Pauline Ernestine Wilhelmine geborene Maurer.

Das Adressbuch von 1910 findet das Paar in der Breite Straße 23 aber 1925 in der Französische Straße 9, Tel. 1155. 1930 trägt ihr Telefonanschluss bei gleicher Anschrift die Nr. 2204. Ein weiterer/späterer Eintrag findet sich nicht mehr.



8


Oskar Emil Carl Rudolf

Mahnkopf,

Schlosser


oo 23. April 1914


Friederike Anna Olga Ebert,

Näherin





Geboren in Potsdam, Humboldtstraße 5, am 25. Februar 1885, nachmittags 11¾ Uhr. Nr. Standesamt: 222 / 1885.


Er hatte am 23. April 1914 die Näherin Friederike Anna Olga Ebert geheiratet, die vor der Eheschließung in der Potsdamer Kurfürstenstraße 2 wohnte. Reg-Nr. des Standesamtes: 113/1914. Film P 081, Seite 122. Sie war geboren in Nowawes, am 04. Januar 1893. Ihr Vater ist der Eisenbahnarbeiter Karl Ernst Ebert, die Mutter Anna Auguste Wilhelmine Charlotte Liewerenz, beide Eltern in Nowawes gestorben.

Als Zeugen der Eheschließung wurden Rudolf Mahnkopf (Vater des Bräutigams), 66 Jahre alt, in der Humboldtstraße 6 wohnend und der Rentier Paul Beltz, 62 Jahre alt, Kiezstraße 27 wohnend. gebeten (aus der Familie der Verlobten von Oskars jüngerem Bruder (9) Heinrich.

Die Wohnung des jungen Paares ist bis zum Lebensende: Saarmunder Straße 21a. (Nach 1945 ist die Straße in Heinrich-Mann-Allee umbenannt worden.).


Olga gebar am 26. Oktober 1915 ein Kind (Standesamt Potsdam, Nr. A 645 / 1915). Weitere Kinder möglich aber noch nicht nachgewiesen). Dieses hat am 12. Dez. 1942 in Babelsberg geheiratet. (Stand. Babelsberg B 271 / 1942).


Im Adressbuch 1936/1937 wird Oskar Mahnkopf als Reichsbahn-Schlosser geführt.

Oskar stirbt am 12. Mai 1949 um 7.25 Uhr. Er wurde 64 Jahre alt. Standesamts-Reg.-Nr. C 681/1949, Stadtarchiv, Film P 190, Bild 350.

Olga stirbt am 03. Januar 1955. Standesamt C 16 / 1955.




Im gleichen Hause, Saarmunder Straße 21a, wohnt um 1925 die Witwe Anna Sommer. (Ihre Zuordnung zur Sommer-Familie ist noch nicht geklärt).


9


Heinrich Robert Adolf

Mahnkopf

Buchbinder


oo 11. November 1922


Berta Else Erna Beltz


Geboren in Potsdam, Humboldtstraße 5, am 08. September 1887, nachmittags 11 Uhr.

Eintrag des Standesamtes: 929 / 1887, auf Film P 033.

Taufe in der Nikolaikirche.

Das Kirchenbuch der Taufen 1858 bis 1945 verbrannte bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Ein Duplikat bestand nicht. Die darin enthaltenen Angaben und damit über das Wissen um die Taufe sind unwiederbringlich verloren.


Am 11. November 1922 heiraten der Buchbinder Heinrich und die Berta Else Erna Beltz (Stand. 545/1922). Bis zur Heirat wohnte er im Elternhaus "Palast Barberini", Humboldtstraße 5/6.

Berta wurde in Neuendorf geboren am 23. Juni 1899 (Standesamt: A 94 /1899. Vor der Hochzeit wohnte sie "im Kiez-Palast", Kiezstraße 27.


Zeuge der bürgerlichen Eheschließung sind der Verwalter Rudolf Mahnkopf (Brautvater) 75 Jahre alt Potsdam, Humboldtstraße 6 und der Dentist (Zahntechniker) Hans Beltz, 34 Jahre alt, in Stralsund wohnend.

Quelle: Standesamt Potsdam, 545 / 1922 auf Film P 089, S. 333.

In diesem Haus Kiezstraße 27 leben sie auch künftig gemeinsam, bis sie etwa um 1929 in die Alexandrinenstraße 4 ziehen (nach 1945 umbenannt in Helene-Lange-Straße).

Das letzte Potsdamer Adressbuch, von 1949, weist aus: Mahnkopf, Heinrich, Buchbinder, Potsdam, Hebbelstraße 26.

Heinrichs Leben endet am 15. April 1969, um 5.05 Uhr. Er stirbt im Bezirkskrankenhaus, Berliner Straße 155. Standesamt 655 /1969.



10


Margarethe Antonie Bertha


oo 04. April 1936



Geboren in Potsdam, am 30. Januar 1890, nachmittag 9½ Uhr,

Stand. Nr. 150 /1890, Film P 036.

Margarethe heiratet am 4. April 1936. Standesamt: 143/36 – aber wen? (Einträge und auch Register beim Standesamt wegen des zeitlichen Datenschutzes noch nicht freigegeben und im Kirchenbucharchiv: Kriegsbedingter Totalverlust. Es besteht also die Aussicht, dass später ein eventueller Nachfolge-Forscher im Stadtarchiv Potsdam fündig wird.).

Sie stirbt, offenbar unverheiratet(?), am 20. Februar 1973 in Berlin-Zehlendorf. Stand 570/1973.


Bei verschiedenen Kinder-Entbindungen ist hier Auguste Sommer, geb. Schwaiger die Hebamme. Hebamme Schwaiger ist die Ehefrau unseres Franz Sommer. Gebärende und Hebamme sind Schwägerinnen. Ihre oben genannte Mutter, die Witwe Friederike Schwaiger geborene Rübe, lebt mit ihr zusammen im Hause Kriewitzstraße 1. Sie macht sich offenbar nicht nur im Schuhmacher- und Hebammen-Haushalt der Kinder nützlich, sondern assistiert wahrscheinlich ihrer Tochter auch bei den Entbindungen und besorgt das Melden der jüngsten Erdenbürger an das Standesamt.


Der Standesbeamte Eduard Valentin Dziedzioch, der so fleißig unsere Geburten in das Register einträgt (er katholisch, seine Ehefrau evangelisch), wird im Jahr 1880 ebenfalls Vater. Er weiß es auch schon.




Eine Gegenüberstellung der Kinder der Potsdamer Mahnkopf-Brüder:


Die Kinder vom

Schneider und

Hausverwalter im Palast Barberini


Rudolph Wilhelm Mahnkopf

und

Charlotte Wilhelmine Bertha Sommer







Jahr der Geburt

Die Kinder des

Schuhmacher-Meisters und Schuldieners (Pedell)


Wilhelm Julius August Mahnkopf

und

Marie Wilhelmine Anna Winkelmann

-

-

1870

01

Anna Bertha Emilie

01

Elise Caroline Wilhelmine Bertha

1871

02

Bertha Johanne Helene

-

-

1872

03

Emilie Sophie Luise

02

Gertrud

1873

-

-

-

-

1874

04

Carl Ad. Gust. // Carl Gustav Emil

03

Agnes Johanne Friederike

1876

05

Marie Luise Wilhelmine

04

Frieda Emilie Bertha

1878

06

Ida Emma Amalie

05

Sophie Caroline Bertha

1880

07

Wilhelm Otto Hermann

06

Antonie Bertha Johanna

1881

-

-

07

Johanna Sophie Emilie Bertha

1883

-

-

08

Oskar Emil Carl Rudolf

1885

-

-

09

Heinrich Robert Adolf

1887

08

Friedrich Heinrich Alfred

10

Margarethe Antonie Bertha

1890

-

-








Auszug aus dem Königlich - Polizeilichen Melderegister der Residenzstadt Potsdam, Potsdam Priesterstraße 20

Quelle: Stadtarchiv Potsdam, MR 20 / 5, Film 64 / 1047, Blatt 27



Tag des Anzu-ges

Vor- und Zunamen,

Stand

oder Gewerbe


Tag der Geburt

Geburtsort und Provinz

Con-fession

frühere Wohnung

Tag des Abzuges

(Todes)

Anzeige der neuen Wohnung

2. 10. 1862

Mahnkopf Carl, Zimmergesell


16. 08. 1816

Potsdam

Ev.

Jägerallee No. 4

15. 12. 1866

nach Canal No. 48

Ehefrau Sophie geb. Kaehne


24. 03. 1806

Deetz

Wilhelm Julius August

Schuhmacher-gesell



13. 10. 1843




Ketzin


Rudolph

Schneidergesell


10. 09. 1847

Potsdam

Zimmergeselle Johann Friedrich Wilhelm Mahnkopf

(Vater ad 1.)


09. 11. 1784

Ketzin

21. 03. 1863

gestorben



Doch nun zu meinem, also Rudolph Mahnkopfs, Lebenslauf:

1847

Geboren wurde ich im Hause unserer Eltern, in Potsdam Spandauer Straße 24, etwa auf halben Wege zwischen dem Nauener Tor und der Kolonie Alexandrowka. Es war das Eigentum meiner Eltern. Auf dem Nachbargrundstück befand sich das Lokal: Voigts Blumengarten. Der Wirt war Herr Werner. Wir nannten ihn insgeheim „Den grauen Zwerg“. Mein älterer Bruder Wilhelm war dort oft auf der Kegelbahn zum Aufstellen der Kegel. (Anmerkung von Chris J.: Nach dem zeitgenössischen Potsdamer Adressbuch befand sich das „Voigtsche Kaffeehaus“ auf dem Grundstück Spandauer Straße 28. Voigts „Blumengarten“ wird ein Jahrzehnt später erwähnt.


1854

Meine Eltern verkauften ihr Haus in der Spandauer Straße und wir zogen in die Parallelstraße, in die Jägerallee 4, nahe der Kolonie Alexandrowka, nicht weit von der Orts-Grenze zu Bornstedt.

Zur Schule ging ich in die „Hofschule“ in der Behlertstraße.


1861

Ich beginne meine Schneider-Lehre.


1864

Ich beende meine Lehrzeit und bin nun ein Schneidergeselle. Bei verschiedenen Meistern lerne ich weiter, selbst auch in Berlin.


1871

Seit diesem Jahr bin ich nun selbständiger Schneidermeister und beschäftige einige Gesellen. Mein Wohnung und Wirkungsort ist im Haus Packhofstraße 4.

Am 09. Juli 1871 heiraten Bertha Sommer und ich in der Heiligengeistkirche.

Bertha Sommer ist das zehnte Kind von 11 Kindern in ihrer Familie Sommer. Ihr ältester Bruder Friedrich Sommer trägt die Nr. 05 / 20.1 in der Ahnenliste.

Einige Jahre bin ich total überarbeitet und des Öfteren ernsthaft krank. Zu jener Zeit musste ich täglich zur Neuen Königsstraße No. 100 laufen, um dort Milch zur Stärkung zu trinken. (Anmerkung von Chris. J. Was für eine Einrichtung mag das gewesen sein? – Molkerei mit Verkaufsladen? Sozialküche? – Das zeitgenössische Adressbuch von 1875 weist aus, dass die Neue Königsstraße zu jener Zeit bis zur Nr. 68 geht).

Zwischendurch habe ich im Hotel „Zum Einsiedler“, Schloss-Straße 8, viele Kniffe des Servierens gelernt und auch in der Schloss-Straße 6, im „Deutschen Haus“ die Leute, darunter viele Militärs als Kellner bedient.


1878

Es fügt sich so, dass mir im Zuge des Ablebens meines Verwandten Carl Keilbach die dadurch frei werdende Stelle des Saalverwalters im Palast Barberini, Humboldtstraße 5–6 angeboten wird. Das ist ein Glücksumstand für meine Verhältnisse.

Mein Arbeitsverhältnis dort beginnt am 01. September 1878 und wir haben im Hause eine Dienstwohnung.






Auszug aus dem Polizeilichen Melderegister der Residenzstadt Potsdam

Humboldtstraße 5–6 (Palast Barberini, Am Alten Markt)

Quelle: Stadtarchiv Potsdam, MR 65 / 1, Film 61 / 110, Blatt 125



Tag des Anzu-ges

Vor- und Zunamen,

Stand

oder Gewerbe


Tag der Geburt

Geburtsort und Provinz

Con-fession

frühere Wohnung

Tag des Abzuges

(Todes)

Anzeige der neuen Wohnung

9. 9. 1878

Schneidermeister Wilhelm Carl Rudolph Mahnkopf

10. 9. 1847

Potsdam

ev.

Packhof-straße 4



Ehefrau desgl. Bertha, geb. Sommer

12. 9. 1850

Potsdam

ev.



desgl. Elise

11. 12. 1871

ev.



desgl. Gertrud

29. 10. 1873

ev.



desgl. Agnes

30. 11. 1876

ev.



19. 12. 1878

desgl. Frieda Bertha Emilie

19. 12. 1878

Potsdam

ev.

hier geboren



23. 1. 1880

desgl. Sophie Caroline Bertha

23. 1. 1880

desgleichen



4. 3. 1881

Tochter d. ad I

Mahnkopf Antonie

4. 3.

1881

Potsdam

ev.

geboren

3. 4. 1881

gestorben

13. 3. 1883

Tochter ad I Mahnkopf, Johanna

13. 3. 1883

Potsdam

ev.

geboren






Ich gehöre dem Potsdamer Männergesangsverein an (Gründungsmitglied). Auch in anderen Vereinen bin ich aktiv tätig. Das bietet sich so an, weil das Vereinsleben ja hier eine günstige Heimstatt fand. Aber auch die Konzert- und Theaterveranstaltungen im Hause führen mich mit vielen interessanten Leuten, auch mit Künstlern, zusammen. Ebenso hat die Philharmonische Gesellschaft hier ihr Zuhause. Ich verwalte deren große Instrumente wie Kesselpauken und Bässe, die sie nicht in jedem Falle mitnehmen. Durch eine Neben-Tür meiner Wohnung gelange ich direkt auf die Empore des Großen Saales. Direkt unter unserer Wohnung befindet sich das Atelier für den Malunterricht der Hofdamen. Da „musste“ ich häufig langzeitig und langmütig als ein Modell sitzen. Aus dieser Zeit habe ich noch ein Ölgemälde, das meine Frau Bertha zeigt und eine Kreidezeichnung meiner Person, die die Gräfin Finckenstein gearbeitet hatte.


Medizinisch betreut hat uns während der Zeit, in der er hier im Hause lebte, der praktische Arzt Herr Dr. Körbin. Er war sehr freundlich, umgänglich, hilfsbereit und führte aber ein unstetes Junggesellenleben. Meine Frau Bertha bereitete ihm zumindest immer mal einen Kaffee zwischendurch. Um 1903 wohnte er in der Brauerstraße 5.


1921

Am 09. Juli begingen Bertha und ich, unsere Goldene Hochzeit.


1931

Am 09. Juli begingen Bertha und ich, unsere Diamantene Hochzeit.


1933

Am 14. September 1933 um 9 Uhr am Abend hört das Herz meiner Bertha auf zu schlagen. Es ist wohl die stärkste Zäsur in meinem Leben.


1936

Zum 10. September. Zu meinem 89. Geburtstag führt ein Herr der Zeitungsredaktion „Völkischer Beobachter“ ein Gespräch mit mir über mein zurückgelegtes Leben. Sogar ein Bild erscheint von mir in der Zeitung, auf dem etwas undeutlich zu sehen ist, wie ich aus meinem Stubenfenster über den Alten Markt blicke. Allerdings leider nun schon ohne das volle Haupthaar und ohne meinen Vollbart.


1938

Am 27. Februar endet nun auch mein Leben. Es ist um 9 Uhr am Vormittag.

Aus diesem Grunde muss der Bericht auch an dieser Stelle enden.

Nur noch schnell meine Grüße:

Auf Wiedersehen Bertha, Ihr Kinder und Enkelkinder.

Auf Wiedersehen ihr Freunde und Bekannte.

Auf Wiedersehen Potsdamer Marktplatz.

Auf Wiedersehen Palast Barberini.




Ein Nachtrag:



Brief von Chris Janecke, Potsdam, an zwei Ehepaare seiner Vorfahren – Potsdam, 2. Advent, den 04. Dezember 2016


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Meine lieben Vorfahren,


Carl Wilhelm Keilbach (1811 bis 1878) oo Caroline Anna Bürger (1814 bis 1878),

Pantoffelmacher-Meister, Schuhmacher-Meister und

Hausverwalter im Palast Barberini, Am Schloß 5–6 zu Potsdam,

dort tätig vom 24. Juni 1869 bis zum Lebensende 24. Juni 1878 (67. Lebensjahr),


und als Nachfolger in der Hausverwalter-Stelle:


Rudolph Wilhelm Mahnkopf (1847 bis 1938) oo Charlotte Wilh. Bertha Sommer (1850 bis 1933).

Rudolph ab 1871 Schneider-Meister.

Hausverwalter im Palast Barberini, Humboldtstraße 5–6 zu Potsdam, für

sechs Jahrzehnte, vom 09. Sept. 1878, fast bis Ende des Jahres 1937, (90. Lebensjahr).



Viel länger und weitaus besser als ich, wisst Ihr, lieber Carl und lieber Rudolph um die Nutzung des Hauses zu Euren Lebzeiten, mit dessen Wohnungen, Büros der Stadtverwaltung einschließlich des Standesamtes, der Bibliothek, Theater-, Kino- und Konzertsälen, der Tanzschule und mit der Verkaufsstelle.

Viel Unterschiedliches haben dieses Gebäude, der Alte Markt, die Stadt Potsdam und auch die Region seither gesehen. Zu den schlimmsten Stunden gehörte der 14. April 1945, als am Ende des Zweiten Weltkrieges, der grausam in viele Länder getragen wurde, dieser plötzlich am späten Abend nach Potsdam zurückkehrte und mit einem Luftangriff das Potsdamer Zentrum mit Brand-Bomben in Schutt und Asche legte.

Das war der letzte Tag auch des alten Palastes Barberini und im Nachbarhaus, im Hotel "Königsberg" wurde an jenem Abend zum letzten mal gespeist. Genauso wurde das gegenüberliegende Kaiserlich-Königliche Stadtschloss, zerstört und ebenfalls viele Bürgerhäuser. Was die Bomben nicht trafen, erledigte in den folgenden Tagen die Artillerie, so dass auch das Alte Rathaus und die Nikolaikirche am Alten Markt erhebliche Schäden aufwiesen.


Doch das Leben ging weiter. Mühsam. Trümmer wurden in der Folgezeit beseitigt. Anderes, auch Erhaltenswertes, abgerissen. Schäden nach und nach repariert. Vieles wurde nicht wieder aufgebaut, die Humboldtstraße verschwand etwa 1962. Manches wurde völlig verändert neu gestaltet und trotzdem blieb eine große Brachfläche im Herzen der Stadt.


Im Jahre 2013 wurde mit der "Wiedererrichtung des Gebäudes Barberini", Humboldtstraße 5-6 begonnen und das Haus zum November des Jahres 2016 fertiggestellt. Es ist das künftige Museum-Barberini welches durch die großzügige Allein-Spende, die Initiative und den Ideenreichtum von Prof. Hasso Plattner (Institut für Softwareentwicklung und der Denk-Fabrik: "School of Design Thinking im Hightech-Park") ermöglicht wurde. Im Museums-Gebäude werden ab Januar 2017 ständige, wechselnde Gemäldeausstellungen zu sehen sein.

Der Neubau holt ein Stück des Geschichtsbildes zurück. Das Gebäude nimmt äußerlich die Architekturmerkmale des zerstörten Vorgängerhauses auf, in dem Ihr gelebt und gearbeitet hattet. Innen ist das Gebäude den neuen Bedürfnissen und Notwendigkeiten entsprechend neu gestaltet. Unter sehr vielen veränderten Punkten gehört auch dazu, dass dieser Nachfolgebau nicht mehr über fünf überirdische Etagen verfügt, sondern nur noch über drei entsprechend höhere, deren Erscheinungsbild im Wesentlichen von den Ausstellungshallen geprägt ist. Die beiden früheren besonders niedrigen Wohnetagen sind (nun aber ohne Fußböden) als oberer Teil in die neuen Säle einbezogen worden.


Gestern, am Samstag, den 03. Dezember 2016 waren wir Besucher des neuen Hauses .


Die Neugestaltung erscheint rundum als ansprechend: Sehr fein. In zurückhaltend-schlichter Eleganz. Gediegen. Sehr gelungen. Innen allein schon bautechnisch schön wie nie zuvor.

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Anmerkung: Der Verwalter Carl Keilbach ist ein Altonkel dieses Briefeschreibers, Die Ehefrau Bertha Sommer des Verwalters Rudolph Mahnkopf ist, eine Generation jünger als der Erstgenannte, eine Urgroßtante des Chris Janecke, also eine der Schwestern seiner Urgroßmutter.

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Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Alten Marktes und auf einige seiner Bauten


In der Zeit um 1745 bis 1747 erhielt das Stadtschloss am Marktplatz nach den Wünschen des Königs Friedrich II (der Große, der „Alte Fritz“) seine letzte, seine „heutige“ Gestalt. Die Gedanken des Königs wurden von dem genialen Baumeister und zeitweiligen Freund des Königs, Wenzeslaus v. Knobelsdorff umgesetzt.


Im Jahre 1771 wurde der Alte Markt in Potsdam umgestaltet. Carl von Gontard als beauftragter Baumeister setzte zwei dreigeschossigen Bürgerhäusern eine Prachtfassade vor. Der vorgezogene fünfachsige Mittelrisalit mit den vier hohen Bogenöffnungen und der Superposition dreier Säulenordnungen, gab wesentliche Bauwerksmerkmale des Palazzo Barberini wieder, den der Architekt C. Maderno ab 1625 in Rom gestaltet hatte.

Die einfacher gegliederten Fassaden der Seitenflügel kombinieren die Elemente des originalen Palastes Barberini mit dem Aussehen der schlichteren des Palazzos Borghese in Rom.


Unter König Friedrich Wilhelm IV. wurden 1845 bis 1849 die Häuser mit dieser bereits gemeinsamen Fassade, auch funktionell „zusammengelegt“ und dabei zu einem großen Gesellschaftshaus mit Wohnungen, Büros der Stadtverwaltung, Theater- und Konzertsälen umgebaut. Zu dieser Zeit wirkten dann die Baumeister Ludwig Persius, Friedrich Stüler und Friedrich Ludwig Hesse an den Veränderungen dieses Gebäudekomplexes. Dabei wurden die rückwärtigen Teile der Seitenflügel, die fast bis zum Wasser des kleineren Havelarms, der so genannten „Alten Fahrt“ reichen, ergänzt.


Hausverwalter und Sachwalter im Palast Barberini für die Veranstaltungen war


Auch dieses Ensemble „Alter Markt und Umgebung“ wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges, am späten Abend des 14. April 1945 zerstört und später auch diese Ruine, wie die meisten Häuser der Umgebung, und so auch das Stadt-Schloss, abgerissen.


Das Schloss“ in seiner äußeren historischen Gestalt von 1747, wurde als Tagungsort für das Brandenburgische Landesparlament, als "Landtag" in den Jahren 2011 bis 2013 wieder errichtet, konnte im Januar 2014 in Betrieb genommen werden.


In der Zeit von 2014 bis 2016 entstand auch der Palast Barberini in alter Schönheit wieder und belebt als "Leitbau" neu „das Gesicht“ des vor rund 70 Jahren zerbombten und daraufhin leeren Alten Marktes. Die gesamte Straße „Am Schloss“, die spätere Humboldtstraße, die 1962 eingeebnet wurde entstand in diesem Zeitabschnitt neu, so wie alle die Straße begleitenden Gebäude.

Professor Hasso Plattner, der die Baukosten für den „Palast Barberini“, wie auch vorher bereits unter anderem für das Dach des "Schlosses" trug, wird in seinem Barberini-Museum eine ständige Kunstsammlung wechselnder Gemäldeausstellungen (Leihgaben weltweiten Austausches) zeigen.


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