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Zur Ahnenliste „Janecke“, Familienverband „Sommer“ gehörend:

Einige Notizen zum Lebenslauf von

Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf oo Bertha Charlotte Wilhelmine Sommer

in der Zeit von 1847 bis 1938 in Potsdam,

mit der Erwähnung der Familiennamen der Großmütter:

Kähne // Kaehne und Keilbach

sowie der Familiennamen von späteren Ehepartnern der Kinder:

Beltz, Brüning, Ebert, Kast, König, Schöngrèn, Sommer und Stengel,

Bogenschneider, Jahn, Wietz, Maurer und Liewerenz, als deren Eltern.



Zusammengestellt: Chris Janecke, Bearbeitung: Mai 2020

Für Ergänzungen anderer Wissender: E-Mail christoph@janecke.name


Zu diesem Text bestehen einige Bilder – bitte hier klicken.


Bei den oben Genannten handelt es sich um Vorfahren des Autors (Urgroßtante Bertha Sommer). Wenn du Interesse hast, mehr darüber zu lesen, was sich in dieser Zeit im Leben der Menschen abspielte, so sieh’ bitte auch in die Dokumentationen „Zeitgeschichte“ und „Zeitgenossen“ auf der Internetseite www.janecke.name.



Je weniger jemand benötigt, um zufrieden zu sein,

desto mehr nähert er sich den Göttern, die gar nichts brauchen.


nach Sokrates



Schmalspurwegweiser von den Hauptpersonen (Probanden) dieser Niederschrift, zu den heute lebenden Personen:


Im Zeitraum 1800 bis 1896: Joh. Friedrich Sommer oo Caroline Wilhelmine Charlotte Keilbach

Zu deren Kindern gehörte u.a.:

Im Zeitraum 1831 bis 1909: Karl Johann Friedrich Sommer oo Marie Elisabeth Weltzer


Nebenlinie: (Dieser K. J. F. Sommer hatte 10 weitere Geschwisterkinder, darunter

Bertha Sommer oo Mahnkopf,

also die Haupt-Personen dieses nun folgenden Dokuments).


Zu den Kindern von K. J. F. Sommer und Marie Elisabeth Weltzer (1831–1909) gehörte u.a.:

im Zeitraum 1875 bis 1949: Rudolf Max Sommer oo Anna Margarethe Runge

zu deren Kindern zählte die Tochter:

im Zeitraum 1900 bis 2003: Anne-Marie Sommer oo Alfred Richard Janecke

zu deren Kindern gehört u. a.:

im Zeitraum 1945 bis ...: Der Autor dieser Niederschrift - Chris Janecke



Anmerkung:

Der Vater des nachstehend aufgeführten Carl Friedrich Mahnkopf ist (in der Generation 7), Johann Friedrich Wilhelm Mahnkopf, Zimmergeselle,

* in Ketzin im Havelland, am 09. Novembris 1784, † Potsdam, am 21. März 1863.



Generation 6



Generation 6

Die Großeltern


Gen. 06 / Ahn 40


Gen. 06 Ahnin 41


Mahnkopf



Kähne


Name


Sommer


Keilbach

Carl Friedrich

Marie Sophie

Vornamen

Johann Friedrich

Caroline Wilhelmine Charlotte

in Potsdam, am 16. August 1816

in Deetz bei Groß Kreutz, am 24. März 1806

geboren

Buckow, (Oberbarnim), 30. Dezember 1800

Potsdam, Mark Brandenburg, am 24. Februar 1809


Bürger und Zimmer-Polier

Hausfrau und Mutter

Beruf

Schuhmacher-Meister

Hausfrau und Mutter

vermutlich in Ketzin um 1843

Heirat

Potsdam, als Luisenbrautpaar, in der Garnisonkirche am 19. Juli 1830

  • um 1843 in Ketzin

  • 1847 Potsdam, Spandauer Straße 14,

  • bis Okt. 62: Jägerallee 4

  • ab 02. 10 62: Potsdam, Priesterstraße 20

  • ab 15. Dezember 1866, Potsdam, Am Canal 48

  • ab 02. April 1869, Potsdam, Kaiserstraße 3

  • ab 02. Juli 1871, Schockstraße 37

  • ab 1878: Potsdam, Waisenstraße 71


Wohnungen


unter anderen Wohnanschriften auch:

  • 1849: Kirchstraße 3

  • 1850: Nowawes, Priesterstraße 69

  • ab 02. April 1857: Potsdam, Französische Straße 21

  • ab 03. Okt. 1859: Kriewitzgasse 3

  • ab 19. Aug. 1867: Schwertfegerstr.13

  • ab 02. April 1869: Kriewitzstraße 3

  • 1870: Potsdam, Scharrnstraße 5

  • ab 01. April 1879: Burgstraße 52

  • ab 02. Okt. 1879: Kreuzstraße 15

  • ab 01. April 1881: Kriewitzstraße 3

Potsdam, am 27. November 1892

Deetz, am

16. Oktober 1882


gestorben

Nowawes bei Potsdam,

17. Dezember 1882


Nowawes, Kreis Teltow,

10. September 1896








Das Ehepaar = Die Eltern (Generation 5) = Die Probanden

Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf oo Bertha Charlotte Wilhelmine Sommer



Die Bedeutung der Familien-Namen



von Mann + Kopf, ein geistig reger Mensch, ein tüchtiger Kopf. Wohl eher nicht als „der zur Vorsicht Mahnende“ verwendet.



Die Jahreszeit betreffend: Sonne, Wärme, Reife. Der erste Namensträger wurde eventuell im Sommerhalbjahr geboren.

Name:


Mahnkopf

Sommer

Vornamen:

Rudolph (auch Rudolf) Wilhelm Carl

Charlotte Wilhelmine Bertha


Geburt:

Taufe:



Potsdam, Spandauer Straße 14, am

10. September 1847, abends ½12 Uhr. Taufe am 26. September 1847 durch Prediger Stöner, (dieser wohnt: Markt 4, Pfarrhaus). Die Taufpaten sind:

1. Der Kaufmann und Mühlenmeister Karl Friedrich Kuhlmey aus Paretz,

2. Zimmerpolier F. Hintze (Louisenstraße 32, E.), 3. Bäckermeister Janeke, 4. Frau Märtens, 5. Jungfrau Auguste Sommer (!). Quelle: KB Nikolai, Taufen, Blatt 77, Nr. 375 / 1847.


Potsdam, am 12. September 1850, früh 4 Uhr. Taufe am 04. Oktober 1850 in der Nikolaikirche zu Potsdam.

Die Taufpaten sind:

1. Schuhmacher-Meister Keilbach (Großvater), 2. Fink (ist beruflich Nuntius = Bote, Verkünder),

3. Schirmer, junior. Quelle: KiBuch Nikolai, Taufreg. 1850, Blatt 1986 (199), Nr. 333.

Beruf / Stand:

Schneiderlehre 1861–1864.

Ab 1871 Schneider-Meister.

Zwischendurch Erwerb von Kenntnissen in der Gastronomie (Kellnerei). Dann ab 01. Sept. 1878 (mit 31 Jahren bis ins 89. Lebensjahr) Hausverwalter, speziell Verwalter der Säle im Palais Barberini, Potsdam, Humboldtstraße 5-6. Er ist in dieser Position der Nachfolger vom jüngeren Bruder seiner Schwiegermutter: Carl Wilhelm Keilbach oo Bürger.


Hausfrau und Mutter der zehn Kinder.

Wohnanschriften vor der Ehe:


Potsdam, Packhofstraße 4

Potsdam, Kriewitzstraße 3

Trauung / Eheschließung:



In Potsdam, Heiligengeistkirche. Trauung am 09. Juli 1871. Bertha ist 20 Jahre und 10 Monate jung, Rudolph ist 23 Jahre und 10 Monate alt.


Wohnanschriften, gemeinsame:


  • ab 09. Juli 1871: Potsdam, Burgstraße 45 (hier lebt auch ihre Verwandte Amalie Weltzer).

  • 1873: Potsdam, Lindenstraße 26

  • 1876: Packhofstraße 4

  • um 1876: Waisenstraße 70

  • ab 9. September 1878: R. Mahnkopf ist Verwalter der Säle im Palais Barberini, Am Schloß 5–6 = spätere Humboldtstraße 5–6 und wohnt vom 09. September 1878 an auch dort bis zum Lebensende (1938).

    (Quelle: Stadtarchiv, Melderegister 68 / 7, Film 61 / 1108, Bild 125).

Tod / Gestorben:

Potsdam, Humboldtstraße 6, am

27. Februar 1938, vormittags um 9.00 Uhr, 90 Jahre alt.

Standesamt-Reg.-Nr. 253 / 1938,

Stadtarchiv Film P 168


Potsdam, Humboldtstraße 6, am

14. September 1933, nachmittags um 9.00 Uhr, 83 Jahre alt.

Standesamt-Reg.-Nr. 805 / 1933,

Stadtarchiv, Film P 156, Bild 416



Die Kinder (Generation 4) des

Schneider-Meisters / Hausverwalters (im Palast Barberini)

Rudolph Wilhelm Mahnkopf und Charlotte Wilhelmine Bertha Sommer


Nr.

Familienname:

Mahnkopf


Lebensdaten der Kinder

1

Elise Caroline Wilhelmine Berta Mahnkopf


oo Potsdam,

24. 12. 1908


Wilhelm August Brüning,

Stellmacher-Meister



Geboren in Potsdam, Burgstraße 45, am 11. Dezember 1871.

Taufe sehr wahrscheinlich in der Nikolaikirche, da in der Heiligengeist-Kirche kein Eintrag vorhanden.

Das Kirchenbuch der Taufen der Nikolaikirche 1858 bis 1945 verbrannte bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Ein Duplikat bestand nicht. Die darin enthaltenen Angaben und damit über das Wissen um die Taufe sind unwiederbringlich verloren, sofern es nicht einen Familienforscher gibt, der die Daten vor der KB-Vernichtung erfasst hat.


Elise heiratet gemäß Standesamt-Eintrag 481/1908, Film P 075, am 24. Dezember 1908, den Stellmacher-Meister Wilhelm August Brüning. Er hatte bereits um 1903 eine Werkstatt, Am Canal 10 und die Wohnung Berliner Straße 7. Dieser wohnt jetzt (1908) in Potsdam, Berliner Straße 8. Zeugen der Eheschließung: Rudolf Mahnkopf (Brautvater), Humboldtstraße 6 und der Glasermeister Robert König (Schwager der Braut), 35 Jahre alt, in der Grünstraße 7 wohnend. Wilhelm der Bräutigam, wurde am 08. Juli 1853 in Fahrland, Kreis Havelland, geboren. Seine Eltern: Der Fischer-Meister Karl Friedrich Brüning und seine Ehefrau Pauline geb. Bogenschneider (beide verstorben), zuletzt in Nedlitz wohnend.


Trauung: sehr wahrscheinlich in der Nikolaikirche. Die Kirchenbücher der Trauungen von Nikolai- und Heiligengeist-Kirche dieses Zeitraumes bis 1945 verbrannten bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Duplikate bestanden nicht. Die darin enthaltenen Angaben sind unwiederbringlich verloren.

Elise und Wilhelm wohnen bis nach 1925 in der Berliner Straße 8; später gibt es keinen Adressbuch-Eintrag mehr in Potsdam; möglicher Weise haben sie den Wohnort gewechselt.


2

Gertrud

Mahnkopf


Geboren in Potsdam am 29. Oktober 1873.

Taufe sehr wahrscheinlich in der Nikolaikirche.


Das Kirchenbuch der Taufen 1858 bis 1945 verbrannte bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Ein Duplikat bestand nicht. Die darin enthaltenen Angaben und damit über das Wissen um die Taufe sind unwiederbringlich verloren.


Zu einer Heirat der Gertrud fand ich nichts in Potsdam.

Adressbuch von 1903: Fräulein Gertrud Mahnkopf, Vertreterin für Chokoladen- und Honigkuchenfabrikate, Brandenburger Straße 25 und im Jahr 1925: Konfitürengeschäft, Charlottenstraße 69

Das letzte Potsdamer Adressbuch, von 1949, weist aus: Gertrud Mahnkopf, Sekretärin, Potsdam Lennéstraße 3. Es ist nicht belegt, dass es sich um eine Personenidentität handelt. Als Sekretärin wird sie in diesem Alter (76 Jahre) nicht mehr tätig gewesen sein aber gelebt haben mag sie zu dieser Zeit noch.


3

Agnes Johanne Friederike

Mahnkopf,

Schneiderin


oo Potsdam,

29. April 1904


Kast,

Ferdinand Albert Julius

Dachdecker-Meister

Geboren in Potsdam, Packhofstraße 4, am 30. November 1876, vormittags 6 Uhr.

Taufe in der Heiligengeistkirche am 25. Dezember 1876. Taufpaten: 1. Herr Kaufmann A. Scholz, Berlin, 2. Herr Emil Sommer, 3. Herr Paul Sommer (beide ältere Brüder der Kindesmutter, Emil: Zigarrenproduzent, Paul: Schuhmachermeister), 4. Herr Wilhelm Mahnkopf, Schuhmachermeister, Waisenstraße 70. (älterer Bruder des Kindsvaters). Quelle: KB Heiligengeist, Taufen, Blatt 143,

Nr. 182 / 1876.

Standesamt Geburt: Nr. 1221 / 1876, Stadtarchiv Film P 19.

Agnes absolviert eine Ausbildung zur Schneiderin.


Agnes heiratet, 27-jährig, den Dachdeckermeister Julius Kast am 29. April 1904. St. Reg. Nr. 124 / 1904, Film P 071, Bild 131.

Julius wurde in Potsdam geboren, am 30. März 1877. Seine Eltern: Der Vater ist der Dachdecker-Meister Carl Friedrich Wilhelm Julius Kast, die Mutter ist Henriette Amalie Marie Jahn. Vor der Ehe wohnt Julius in der Saarmunder Straße 21. Dieses Grundstück ist Eigentum der Eltern. Zeugen der Eheschließung sind die beiden Väter des Paares. Ihre letzte gemeinsame Wohnung ist (nebenan) in Potsdam, Heinrich-Mann-Allee 22 (vor 1945 ist das die Saarmunder Straße).

Für das junge Ehepaar weist das Adressbuch auch bis 1914 die Saarmunder Straße als Wohnanschrift aus.

Julius hat ab 1914 im Krieg zu dienen. Agnes erhält im Januar 1916 vom Landwehr-Infanterie-Regiment 24 über das Königlich- Preussische Ministerium des Innern die Nachricht, dass der Unteroffizier Kast, ihr Ehemann, 38 Jahre alt, bei Wojstom, im Bezirk Vilnius, am 03. Oktober 1915 gefallen sei.

So ist Agnes bereits nach 10-jähriger Ehe Witwe aber lebt bis (weit) nach 1949 (letztes Potsdamer Adressbuch) immer noch in der Saarmunder 21.


Agnes' Lebenskreis wird sich am 19. August 1960 im Pflegeheim der Evangelischen Frauenhilfe Potsdam, Weinbergstraße 18/19 schließen. Sie stirbt um 7.45 Uhr, im Alter von 83 Jahren.

Sterbeanzeige 936 / 1960, Standesamt Potsdam. Film P 209, Bild 477.


4











Frieda Bertha Emilie Mahnkopf



oo Potsdam,

am 08. Juli 1907



Max Adolph Albert

Sommer,

Tischler




Geboren in Potsdam, Humboldtstraße 6 am

19. Dezember 1878, vormittags 1¾ Uhr. (Das Gebäude Humboldtstraße 5–6 ist das „Palais Barberini“, Am Alten Markt),

Standesamt: Nr. 1322 / 1878, auf Film P 021, Seite 680.

Taufe am 16. Februar 1879 (in der Nikolaikirche, nach einer Notiz im KB der Heiligengeist-Kirche). Die Paten sind:

1. Herr Bäckermeister Hohmann, Potsdam, Packhofstraße.

2. Schneidermeister Reinke, Brandenburger Straße 55.

3. Schuhmacher-Meister Krügener, Garde du Corps Straße 19.

Quelle: KB Heiligengeist Taufen 1879, Blatt 184, Nr. 22.

Frieda erlernt den Beruf einer Verkäuferin.


Frieda heiratet mit 28 Jahren, am 08. Juli 1907 ihren Cousin, den 28-jährigen Tischler Max Sommer (geboren am 23. Februar 1879). Eintrag Standesamt: 231 / 1907, Film P 074, Bild 241.

Max wohnt um 1907 in der Junkerstraße 2. Er ist der Sohn des Schuhmacher-Meisters Paul Sommer und dessen Ehefrau Bertha genannt „Pauline“ geb. Thron. Zeugen der Eheschließung sind der Brautvater Rudolph Mahnkopf und der Barbier Ewald Behrens.

Das Potsdamer Adressbuch von 1910 weist aus, dass das Paar in der Waisenstraße 69 wohnt, 1925 in der Waisenstraße 41 und sie dort auch wohnen bleiben. Um 1936 wird er dort als Pensionär geführt.

Friedas Leben wird aber bereits mit 48 Jahren, am 12. April 1927, vormittags 11 Uhr enden. Eintrag Standes. 347 / 1927, Film 150, Bild 182. Das Ableben wird angezeigt von Tischlermeister Hermann Wünsche (Bestatter), wohnhaft in Potsdam, Am Alten Markt 5.

Max wird als Witwer mit knapp 67 Jahren, am 24. Januar 1946 in seiner Wohnung Feuerbachstraße 15 sterben. Standesamt Nr. 358 / 1946. Diese Todesanzeige auf dem Standesamt kommt von Frau Lotte Wannick, geborene Sommer. Sie wohnt in der Weinbergstraße 34. (Ihre Zuordnung zur Sommer-Familie ist noch nicht geklärt – es könnte eine Tochter sein.)


Anmerkung:

Es wird im letzten Potsdamer Adressbuch von 1949 auch noch ein Helmut Mahnkopf, Tischler, erwähnt, der in Babelsberg, Mühlenstraße 16 wohnt. Diesen kann ich aber noch zu keinen Eltern sicher zuordnen.


5

Sophie Caroline Bertha

Mahnkopf,

Weißnäherin


oo Potsdam,

17. Okt. 1902


Robert August Ferdinand

König,

Glaser-Meister

Geboren in Potsdam, Palais Barberini, Humboldtstraße 6, am 23. Januar 1880, vormittags 10 Uhr. Nr. Standesamt: 104 /1880, Film P 23.

Taufe am 13. Februar, Heiligengeistkirche. Prediger Persius.

Paten: 1. Herr Albert Sommer, Schuhmachermeister (Bruder der Kindsmutter), 2. Frau Mahnkopf, 3. Frau Sommer.

Sophie erlernt den Beruf einer Weißnäherin.


Sie wird am 17. Oktober 1902 den Glasermeister Robert August Ferdinand König heiraten. Stand. Nr. 359 / 1902, Film P 069, Bild 371. Der Bräutigam war geboren in Potsdam, am 22. März 1873. Robert wohnte bisher in der Grünstraße 8. Seine Eltern sind der Glasermeister Ferdinand Karl König und Marie Ida, geborene Wietz, die auch in Potsdam leben.

Zeugen der Eheschließung sind die Väter von Braut und Bräutigam.

Die Familie ist mit der Wohnanschrift Grünstraße 7, Telefon 3699, bis nach 1939 im Adressbuch enthalten.

Robert stirbt bereits am 15. Februar 1939 um 18 Uhr, an Asthma bronchiale und Kreislaufschwäche. Stand. Nr. 224 / 1939 auf Film P 169, Seite 438. Die Anzeige beim Standesamt nimmt Rudolf König, Steuerinspektor, Saarmunder Straße 21, wahr.

1949 wohnt Sophie in Potsdam, Saarmunder Straße 21a. Sophies letzter Lebensraum befindet sich in der Großen Weinmeisterstraße 43. Das ist das Altenpflegeheim am Fuße des Pfingstberges. Sophies Leben wird mit 90 Jahren am

02. Dezember 1970 um 04.15 Uhr zu Ende gehen.

Sterbeanzeige beim Standesamt: Nr. 2012 / 1970. Film P 226, Bild 268.


6

Antonie Bertha Johanna

Mahnkopf


(als Säugling gestorben)

Das Kind wird am 04. März 1881, vormittags um 2 Uhr in der Wohnung Humboldtstraße 5–6 geboren.

Mutter Bertha Mahnkopf sagt: „Meine Schwägerin, die Hebamme Auguste Sommer, geborene Schwaiger, Ehefrau meines Bruders Franz Sommer, ist auch diesmal meine Hebamme und ihre Mutter die „verwitwete Sattlermeister“ Friederike Schwaiger, geb. Rübe / Riebe, hilft ihr dabei und übernimmt auch das Anzeigen beim Standesamt.“ Beide: Hebamme und ihre mütterliche Helferin leben in der Kriewitzstraße 1.

Geburtseintrag Standesamt: Nr. 252 / 1881, Film P 24.

Leider ist unserer kleinen Antonie nur eine kurze Lebenszeit gegönnt. Sie verlässt uns schon für immer am 03. April 1881, nachmittags um 7½ Uhr, gerade vier Wochen alt.

Standesamt Nr. C 300 / 1881. Stadtarchiv Potsdam, Film P 101, Bild 179.


7

Johanna Sophie Emilie Bertha Mahnkopf


oo Potsdam,

27. April 1907


Max Paul Friedrich Stengel,

Tischler-Meister














Geboren in Potsdam, Humboldtstraße 5. am 13. März 1883, früh 9 Uhr. Taufe am 29. April 1883, Prediger Persius. Die Taufpaten:

1. Herr Friedrich Sommer, Schuhmacher-Meister (Bruder der Kindsmutter), 2. Herr Wilhelm Mahnkopf, Schuhmacher-Meister,(Bruder des Kindsvaters), 3. Frau Luise Sommer. Quelle: KB Heiligengeist evangelisch-lutherisch, 1883, Blatt 277, Nr. 59.

Geburtsanzeige beim Standesamt: Nr. 310 / 1883, P 027. (* 30. März 1883).

Stadtarchiv Potsdam, Film P 27, Bild 166.

Johanna erlernt den Beruf einer Verkäuferin.


Johanna heiratet am 27. April 1907 mit 24 Jahren den Tischler-Meister Max Paul Friedrich Stengel. Er war geboren am 26. April 1882 und er wohnt bei den Eltern (Tischler-Meister A. Stengel) in der Holzmarktstraße 20. Eintrag des Standesamtes 152 / 1907, Film P 074, Bild 158.

Zeugen der Eheschließung sind die Väter von Braut und Bräutigam. Der Vater des Bräutigams ist der Tischlermeister Ferdinand August Stengel und dessen Ehefrau: Pauline Ernestine Wilhelmine geborene Maurer.

Das Adressbuch von 1910 findet das Paar in der Breite Straße 23 wohnend aber 1925 in der Französische Straße 9, Tel. 1155. 1930 trägt ihr Telefonanschluss bei gleicher Anschrift die Nr. 2204. Ein späterer Eintrag findet sich nicht mehr.


8

Oskar Emil Carl Rudolf

Mahnkopf,

Schlosser


oo Potsdam,

23. April 1914


Friederike Anna Olga Ebert,

Näherin



Geboren in Potsdam, Humboldtstraße 5, am 25. Februar 1885, nachmittags 11¾ Uhr. Nr. Standesamt: 222 / 1885.

Als junger Mann lernte er den Beruf eines Schlossers.


Er hatte am 23. April 1914 die Näherin Friederike Anna Olga Ebert geheiratet, die vor der Eheschließung in der Potsdamer Kurfürstenstraße 2 wohnte. Reg-Nr. des Standesamtes:

B 113 / 1914. Film P 081, Seite 122. Sie war geboren in Nowawes, am 04. Januar 1893. (Stand. Nowawes A 4 / 1893). Ihr Vater ist der Eisenbahnarbeiter Karl Ernst Ebert, die Mutter Anna Auguste Wilhelmine Charlotte Liewerenz, beide Eltern in Nowawes gestorben.

Als Zeugen der Eheschließung wurden Rudolf Mahnkopf (Vater des Bräutigams), 66 Jahre alt, in der Humboldtstraße 6 wohnend und der Rentier Paul Beltz, 62 Jahre alt, Kiezstraße 27 wohnend, gebeten (aus der Familie der Verlobten von Oskars jüngerem Bruder Heinrich (siehe unten: Kind 9).

Die Wohnung des jungen Paares ist bis zum Lebensende: Saarmunder Straße 21a. (Nach 1945 ist die Straße in Heinrich-Mann-Allee umbenannt worden.).


Im (gleichen?) Hause, Saarmunder Straße 21a, wohnt um 1925 die Witwe Anna Sommer. (Ihre Zuordnung zur Sommer-Familie ist noch nicht geklärt).


Olga gebar am 26. Oktober 1915 ein Kind (Standesamt Potsdam, Nr. A 645 / 1915). Weitere Kinder möglich aber noch nicht nachgewiesen. Sperrfrist). Dieses „Kind“ hat am 12. Dez. 1942 in Babelsberg geheiratet. (Stand. Babelsberg B 271 / 1942).


Im Adressbuch 1936 / 1937 wird Oskar Mahnkopf als Reichsbahn-Schlosser geführt.

Oskar stirbt am 12. Mai 1949 um 7.25 Uhr. Er wurde 64 Jahre alt. Standesamts-Reg.-Nr. C 681 / 1949, Stadtarchiv, Film P 190, Seite 350.

Olga wohnt bis 1955 im Hause H.-Mann-Allee 23. Sie stirbt im Städt. Krankenhaus am 03. Januar 1955 um 11.00 Uhr an einer massiven Lungenembolie. Standesamt C 16 / 1955 auf Film P 202, Seite 221.


9

Heinrich Robert Adolf

Mahnkopf

Buchbinder


oo Potsdam,

11. November 1922


Berta Else Erna Beltz

Geboren in Potsdam, Humboldtstraße 5, am 08. September 1887, nachmittags 11 Uhr.

Eintrag des Standesamtes: 929 / 1887, auf Film P 033, S. 175.

Taufe in der Nikolaikirche.

Das Kirchenbuch der Taufen 1858 bis 1945 verbrannte bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Ein Duplikat bestand nicht. Die darin enthaltenen Angaben und damit über das Wissen um die Taufe sind unwiederbringlich verloren, sofern die Daten nicht vorher ein anderer Familienforscher erfasst hat..


Am 11. November 1922 heiraten der Buchbinder Heinrich und die Berta Else Erna Beltz (Stand. 545 / 1922). Bis zur Heirat wohnte er im Elternhaus „Palais Barberini“, Potsdam, Humboldtstraße 5/6.

Berta wurde in Neuendorf bei Potsdam, am 23. Juni 1899 geboren. (Standesamt: A 94 /1899. Vor der Hochzeit wohnte sie „im Kiez-Palast“, Kiezstraße 27.


Zeuge der bürgerlichen Eheschließung sind der Verwalter Rudolph Mahnkopf (Brautvater) 75 Jahre alt Potsdam, Humboldtstraße 6 und der Dentist (Zahntechniker) Hans Beltz, 34 Jahre alt, in Stralsund wohnend.

Quelle: Standesamt Potsdam, 545 / 1922 auf Film P 089, S. 333.

In diesem Haus Kiezstraße 27 leben sie auch künftig gemeinsam, bis sie etwa um 1929 in die Alexandrinenstraße 4 ziehen (nach 1945 umbenannt in Helene-Lange-Straße).

Das letzte Potsdamer Adressbuch, von 1949, weist aus: Mahnkopf, Heinrich, Buchbinder, Potsdam, Hebbelstraße 26.

Heinrichs Leben endet am 15. April 1969, um 5.05 Uhr. Er stirbt im Bezirkskrankenhaus, Berliner Straße 155. Standesamt Pdm. Nr. C 655 /1969.


10

Margarethe Antonie Bertha


oo Potsdam, am

04. April 1936



Willy Alwin Gottfried

Schöngrèn


Geboren in Potsdam, am 30. Januar 1890, nachmittag 9½ Uhr,

Stand. Nr. 150 / 1890, Film P 036.


Margarethe wohnt bis zur Eheschließung bei den Eltern in Potsdam, Humboldtstraße 6. Sie heiratet in Potsdam, am 4. April 1936 den Amtsmeister Willy Alwin Gottfried Schöngrèn. Was er in dieser Funktion tut und wo / bei wem? – ist nicht bekannt. Sein Familienname begegnet uns auch in den Schreibungen: Schöngrèen, Schöngreen und Schöngren. Der Bräutigam wurde in Berlin, am 31. Juli 1896 geboren: Geb.-Reg. Berlin Stand. 6, Nr. 1320 / 1896. Er wohnte bisher in Berlin-Neukölln, Berliner Straße 105. Margarethe Mahnkopf ist vor der Zeit der Eheschließung als Büroleiterin tätig (wo – ist uns unbekannt).

Zeugen der Eheschließung sind Margarethes Vater - Rudolf Mahnkopf, 88 Jahre alt und ihr älterer Bruder, der Schlosser Oskar Mahnkopf, 51 Jahre alt. Letztgenannter wohnt in der Saarmunder Straße 21a.


Willy Schögrèn stirbt am 01. Juni 1969 in Dierba (Tunesien). Reg.-Nr 74 / 1969 im Alter von fast 73 Jahren.


Margarethe stirbt am 20. Februar 1973 in Berlin-Zehlendorf.im Alter von 83 Lebensjahren. Standesamt Berlin: C 570 / 1973.

Quelle: Standesamt Potsdam: 143 / 1936, Film P 583, Seite 532.


Bei verschiedenen Kinder-Entbindungen ist hier Auguste Sommer, geb. Schwaiger die Hebamme. Hebamme Schwaiger ist die Ehefrau unseres Franz Sommer. Gebärende und Hebamme sind Schwägerinnen. Die oben genannte Mutter der Hebamme Sommer, die Witwe Friederike Schwaiger geborene Rübe, lebt mit ihr zusammen im Hause Kriewitzstraße 1. Sie macht sich offenbar nicht nur im Schuhmacher- und Hebammen-Haushalt der Kinder nützlich, sondern assistiert wahrscheinlich ihrer Tochter auch bei den Entbindungen und besorgt das Melden der jüngsten Erdenbürger an das Standesamt.


Der Standesbeamte Eduard Valentin Dziedzioch, der so fleißig unsere Geburten in das Register einträgt (er katholisch, seine Ehefrau evangelisch), wird im Jahr 1880 ebenfalls Vater. Er weiß es auch schon.




Eine Gegenüberstellung der Kinder der Potsdamer Mahnkopf-Brüder:


Die Kinder vom

Schneider und

Hausverwalter im Palast Barberini


Rudolph Wilhelm Mahnkopf

und

Charlotte Wilhelmine Bertha Sommer







Jahr der Geburt

Die Kinder des

Schuhmacher-Meisters und Schuldieners (Pedell)


Wilhelm Julius August Mahnkopf

und

Marie Wilhelmine Anna Winkelmann

-

-

1870

01

Anna Bertha Emilie

01

Elise Caroline Wilhelmine Bertha

1871

02

Bertha Johanne Helene

-

-

1872

03

Emilie Sophie Luise

02

Gertrud

1873

-

-

-

-

1874

04

Carl Ad. Gust. // Carl Gustav Emil

03

Agnes Johanne Friederike

1876

05

Marie Luise Wilhelmine

04

Frieda Emilie Bertha

1878

06

Ida Emma Amalie

05

Sophie Caroline Bertha

1880

07

Wilhelm Otto Hermann

06

Antonie Bertha Johanna

1881

-

-

07

Johanna Sophie Emilie Bertha

1883

-

-

08

Oskar Emil Carl Rudolf

1885

-

-

09

Heinrich Robert Adolf

1887

08

Friedrich Heinrich Alfred

10

Margarethe Antonie Bertha

1890

-

-








Auszug aus dem Königlich-Polizeilichen Melderegister der Residenzstadt Potsdam, Potsdam Priesterstraße 20

Quelle: Stadtarchiv Potsdam, MR 20 / 5, Film 64 / 1047, Blatt 27



Tag des Anzu-ges

Vor- und Zunamen,

Stand

oder Gewerbe


Tag der Geburt

Geburtsort und Provinz

Con-fession

frühere Wohnung

Tag des Abzuges

(oder des Todes)

Anzeige der neuen Wohnung

2. 10. 1862

Mahnkopf Carl, Zimmergesell


16. 08. 1816

Potsdam

Ev.

Jägerallee No. 4

15. 12. 1866

nach Canal No. 48

Ehefrau Sophie geb. Kaehne


24. 03. 1806

Deetz

Wilhelm Julius August

Schuhmacher-gesell



13. 10. 1843




Ketzin


Rudolph

Schneidergesell


10. 09. 1847

Potsdam

Zimmergeselle Johann Friedrich Wilhelm Mahnkopf

(Vater ad 1.)


09. 11. 1784

Ketzin

21. 03. 1863

gestorben

Doch nun einige Worte zu meinem, also Rudolph Mahnkopfs, Lebenslauf:

1847

Geboren wurde ich im Hause unserer Eltern, in Potsdam Spandauer Straße 24, etwa auf halben Wege zwischen dem Nauener Tor und der Kolonie Alexandrowka. Es war das Eigentum meiner Eltern. Auf dem Nachbargrundstück befand sich das Lokal: Voigts Blumengarten. Der Wirt war Herr Werner. Wir nannten ihn insgeheim „den grauen Zwerg“. Mein älterer Bruder Wilhelm war dort oft auf der Kegelbahn zum Aufstellen der Kegel. (Anmerkung von Chris J.: Nach dem zeitgenössischen Potsdamer Adressbuch befand sich das „Voigtsche Kaffeehaus“ auf dem Grundstück Spandauer Straße 28. Voigts „Blumengarten“ wird ein Jahrzehnt später erwähnt.


1854

Meine Eltern verkauften ihr Haus in der Spandauer Straße und wir zogen in die Parallelstraße, in die Jägerallee 4, nahe der Kolonie Alexandrowka, nicht weit von der Orts-Grenze zu Bornstedt.

Zur Schule ging ich in die „Hofschule“ in der Behlertstraße.


1861

Ich beginne meine Schneider-Lehre.


1864

Ich beende meine Lehrzeit und bin nun ein Schneidergeselle. Bei verschiedenen Meistern lerne ich weiter, selbst auch in Berlin.

Einige Jahre war ich total überarbeitet und des Öfteren ernsthaft krank. Zu jener Zeit musste ich täglich zur Neuen Königstraße No.100 laufen, um dort Milch zur Stärkung zu trinken. Das war die Milchtrinkstelle, die der Landwirt Tampson bewirtschaftete. (Anmerkung von Chris. J.: das zeitgenössische Adressbuch von 1875 weist aus, dass die Neue Königsstraße zu jener Zeit bis zur Nr. 68 geht. Die „Neue Königstraße“ ist heute die „Berliner Straße“).


Zwischendurch habe ich im Hotel „Zum Einsiedler“, Schloss-Straße 8, etliche Kniffe des Servierens gelernt und auch in der Schloss-Straße 6, im „Deutschen Haus“ die Leute, darunter viele Militärs als Kellner bedient.


1871

Seit diesem Jahr bin ich nun selbständiger Schneidermeister und beschäftige Gesellen. Meine Wohnung und meinWirkungsort ist im Haus Packhofstraße 4.


Am 09. Juli 1871 heiraten Bertha Sommer und ich in der Heiligengeistkirche. Bertha ist das zehnte von elf Kindern in ihrer Familie Sommer.

Ihr ältester Bruder Friedrich Sommer trägt die Nr. 05 / 20.1 in der familiären Ahnenliste.

Wir sind durchaus nicht böse darüber wenn jemand anmerkt, dass es hohe Zeit für unsere Hochzeit wurde.


1878

Es fügt sich so, dass mir im Zuge des Ablebens meines Verwandten Carl Keilbach, die dadurch frei frei gewordene Stelle des Saalverwalters im Palais Barberini, Humboldtstraße 5–6 angeboten wird. Das ist ein Glücksumstand für meine Verhältnisse und ein völlig anderes Aufgabengebiet als die Gewandschneiderei. Mein Arbeitsverhältnis dort beginnt am 01. September 1878 und wir haben im Hause eine Dienstwohnung als Magistratsangestellte.


Damit wollen wir es gut sein lassen. Bertha blickt auf 39 Lenze zurück und bei mir jährt sich das Wiegenfest zum 42. Male.




Auszug aus dem Polizeilichen Melderegister der Residenzstadt Potsdam

Humboldtstraße 5–6 (Palais Barberini, Am Alten Markt)

Quelle: Stadtarchiv Potsdam, MR 65 / 1, Film 61 / 110, Blatt 125



Tag des Anzu-ges

Vor- und Zunamen,

Stand

oder Gewerbe


Tag der Geburt

Geburtsort und Provinz

Con-fession

frühere Wohnung

Tag des Abzuges

(oder des Todes)

Anzeige der neuen Wohnung

9. 9. 1878

Schneidermeister Wilhelm Carl Rudolph Mahnkopf

10. 9. 1847

Potsdam

ev.

Packhof-straße 4



Ehefrau desgl. Bertha, geb. Sommer

12. 9. 1850

Potsdam

ev.



desgl. Elise

11. 12. 1871

ev.



desgl. Gertrud

29. 10. 1873

ev.



desgl. Agnes

30. 11. 1876

ev.



19. 12. 1878

desgl. Frieda Bertha Emilie

19. 12. 1878

Potsdam

ev.

hier geboren



23. 1. 1880

desgl. Sophie Caroline Bertha

23. 1. 1880

desgleichen



4. 3. 1881

Tochter d. ad I

Mahnkopf Antonie

4. 3.

1881

Potsdam

ev.

geboren

3. 4. 1881

gestorben

13. 3. 1883

Tochter ad I Mahnkopf, Johanna

13. 3. 1883

Potsdam

ev.

geboren











(Sinngemäße Abschrift) A


Geburts-Anzeige und -Eintrag Nr. 1221 / 1876


des Standesamtes in Potsdam

____________________________________________________________


Potsdam, am 6ten December 1876



Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,


der Persönlichkeit nach bekannt, der


Schneidermeister Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf


wohnhaft zu Potsdam in der Packhofstraße No. 4,


evangelischer Religion, und zeigte an, dass von der


Charlotte Wilhelmine Bertha Mahnkopf, geborenen Sommer,


seiner Ehefrau, evangelischer Religion,


wohnhaft bei ihm, zu Potsdam in seiner Wohnung


am 30. November 1876 des Jahres vormittags um sechs Uhr


ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei,


welches die Vornamen Agnes Johanne Friederike erhalten habe.




vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. Rudolph Mahnkopf



Der Standesbeamte


In Vertretung gez. Dziedzioch





Randbemerkung:

Agnes wird am 19. August des Jahres 1960 in Potsdam sterben. Urkunde 936 / 60 des Standesamtes Potsdam, Film P 19. Abschrift: Chris Janecke





(Sinngemäße Abschrift) A


Geburts-Anzeige und -Eintrag Nr. 1322 / 1878


des Standesamtes in Potsdam

____________________________________________________________


Potsdam, am 19. December 1878


Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,


der Persönlichkeit nach bekannt, der


Schneidermeister Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf


wohnhaft zu Potsdam, in der Humboldtstraße 6,


evangelischer Religion, und zeigte an, dass von der


Charlotte Wilhelmine Bertha Mahnkopf, geborene Sommer,


seiner Ehefrau, evangelischer Religion,


wohnhaft bei ihm, zu in seiner Wohnung,


am 19. December des Jahres 1878, vormittags um 1¾ Uhr


ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei,


welches die Vornamen Frieda Bertha Emilie erhalten habe.



Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben



gez. Rudolph Mahnkopf


Der Standesbeamte


In Vertretung gez. Dziedzioch





Quelle: Stadtarchiv Potsdam, Film P 021 Abschrift: Chris Janecke












(Sinngemäße Abschrift) A


Geburts-Anzeige und -Eintrag Nr. 104 / 1880


des Standesamtes in Potsdam


_____________________________________________________________


Potsdam, am 29. Januar 1880



    Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,


    der Persönlichkeit nach bekannt,

der Verwalter Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf


wohnhaft zu Potsdam in der Humboldtstraße No. 6,


evangelischer Religion, und zeigte an, daß von der,


Charlotte Wilhelmine Bertha Mahnkopf, geborenen Sommer,


seiner Ehefrau, evangelischer Religion,


wohnhaft bei ihm, zu Potsdam, in seiner Wohnung,


am 23. Januar des Jahres 1880, vormittags um 10 Uhr


ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei,


welches die Vornamen Sophie Caroline Bertha erhalten habe.



vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. Rudolf Mahnkopf


Der Standesbeamte


In Vertretung gez. Dziedzioch



Randbemerkungen: Sophie wird am 02. 12. 1970 in Potsdam sterben. Urkunde Standesamt Potsdam Nr. 2012/1970. Quelle: Stadtarchiv Potsdam, Film P 23, A 104/1880.


Auch der Standesbeamte Eduard Valentin Dziedzioch (er katholisch, seine Ehefrau evangelisch) wird in diesem Jahr 1880 Vater. Er weiß es auch schon.


Abschrift: Chris Janecke



(Sinngemäße Abschrift) A


Geburts-Anzeige und -Eintrag Nr. 252 / 1881


des Standesamtes in Potsdam


–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––


Potsdam, am 4ten März 1881


Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,

der Persönlichkeit nach bekannt,

die verwitwete Sattlermeister Schwaiger, Friederike, geborene Rübe,

wohnhaft zu Potsdam in der Kriewitzstraße No. 1,

und zeigte an, daß von der


Charlotte Wilhelmine Bertha Mahnkopf, geborenen Sommer,


Ehefrau des Verwalters Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf,


beide evangelischer Religion,


wohnhaft bei ihrem Ehemann zu Potsdam in der Humboldtstraße No. 6,


zu Potsdam in seiner Wohnung ihres Ehemannes,


am 4. März des Jahres 1881 vormittags um zwei Uhr,


ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei,


welches die Vornamen Antonie Bertha Johanna erhalten habe.


Die Wittwe Schwaiger erklärte, von der erfolgten Niederkunft der Ehefrau

Mahnkopf aus eigener Wissenschaft unterrichtet zu sein.


vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. Friederike Schwaiger


Der Standesbeamte


In Vertretung gez. Dziedzioch



Randbemerkungen: Antonie stirbt am 03. 04.1881. Standesamt Potsdam, Reg. 314 /1881. Quelle: Stadtarchiv Potsdam, Film P 024.


Auguste Sommer, geb. Schwaiger ist hier die Hebamme, Ehefrau unseres Franz Sommer. Ihre oben genannte Mutter, die Witwe Friederike Schwaiger, lebt mit ihr zusammen im Hause Kriewitzstraße 1. Sie macht sich offenbar nicht nur im Haushalt der Kinder nützlich, sondern assistiert wahrscheinlich ihrer Tochter auch bei den Entbindungen und besorgt das Melden der neuen Erdenbürger an das Standesamt. Es handelt sich hier wieder Hebammen-Tätigkeit in der Verwandtschaft, denn die junge Mutter Bertha Mahnkopf, geb. Sommer, ist ja eine jüngere Schwester des Ehemanns der Hebamme. Sie sind Schwägerinnen.




(Sinngemäße Abschrift) A


Geburts-Anzeige und -Eintrag Nr. 310 / 1883


des Standesamtes in Potsdam

__________________________________________________________


Potsdam, am 19. März 1883


Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,


der Persönlichkeit nach bekannt,


der Verwalter Rudolf Wilhelm Carl Mahnkopf,


wohnhaft zu Potsdam, in der Humboldtstraße No. 5,


evangelischer Religion, und zeigte an, dass von der


Charlotte Wilhelmine Bertha Mahnkopf, geborene Sommer,


seiner Ehefrau, evangelischer Religion,


wohnhaft bei ihm,


zu Potsdam in seiner Wohnung,


am 13. März des Jahres 1883, vormittags um 9 Uhr


ein Kind weiblichen Geschlechts geboren worden sei,


welches die Vornamen


Johanne Sophie Emilie Bertha erhalten habe.



vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. Rudolf Mahnkopf



Der Standesbeamte


In Vertretung: gez. Dziedzioch




Quelle: Stadtarchiv Potsdam, Film P 027 Abschrift: Chris Janecke





(Sinngemäße Abschrift) A


Geburts-Anzeige und -Eintrag Nr. 929 / 1887


des Standesamtes in Potsdam


_____________________________________________________________


Potsdam, am 12ten September 1887



Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,


der Persönlichkeit nach bekannt, der


Verwalter Rudolf Wilhelm Carl Mahnkopf


wohnhaft zu Potsdam, in der Humboldtstraße 5


evangelischer Religion, und zeigte an, daß von der


Charlotte Wilhelmine Bertha, geborene Sommer


seiner Ehefrau, evangelischer Religion,


wohnhaft bei ihm, zu Potsdam in seiner Wohnung,


am 08. September des Jahres 1887, nachmittags um 11 Uhr


ein Kind männlichen Geschlechts geboren worden sei,


welches die Vornamen Heinrich Robert Adolf erhalten habe.



Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben




gez. Rudolf Mahnkopf


Der Standesbeamte


In Vertretung gez. Dziedzioch




Quelle: Stadtarchiv Potsdam Abschrift: Chris Janecke




Chris Janecke erzählt: Meine Vorfahren-Verwandten Carl Keilbach und Rudolf Mahnkopf waren nacheinander 70 Jahre lang die Verwalter des „Palais Barberini“ am Alten Markt in Potsdam, Humboldtstraße 5-6, grad' gegenüber dem Stadtschloss von W. Knobelsdorff und der Nikolaikirche von K. F. Schinkel / Persius. Dieses „Palais“ war, wie das gesamte Zentrum der Stadt Potsdam, kurz vor Kriegsende, am 14. April 1945 zerbombt worden. Ein gleichartiges Gebäude steht nun (seit 2017) dort wieder nach sieben Jahrzehnten, in neuem Glanz, so schön wie noch nie – unter der Initiative des Prof. Dr. mult. Hasso Plattner als Gemälde-Museum neu aufgebaut.

Und was hatten die Verwalter damals im Vorgänger-Gebäude technisch-organisatorisch alles zu richten!

Eine größere Anzahl von Vereinen und Organisationen hatten dort ihre Heimstatt:


Viele dieser Leute brauchten ständig irgendetwas recht unterschiedliches an Material oder Organisation vom Verwalter, abgesehen von den wechselnden Bestuhlungen, der Verwahrung von Groß-Instrumenten für die Musiker, tägliche Terminabstimmungen, kleinere handwerklichen Leistungen, Koordinieren der Reinigungsarbeiten ebenso ... dabei der Umgang mit verschiedensten Leuten wie Lehrern, Schauspielern, Kunst-Malern, Musikern und deren unterschiedlichsten Ansprüchen und das möglichst zur Zufriedenheit dieser Menschen. Rudolf Mahnkopf war auch Mitbegründer und aktiver Mit-Sänger des Männergesangsvereins sowie Beitragsgeldkassierer für einige der Vereine.


Ferner waren im Palais auch


Nun ergänzt Rudolf Mahnkopf:

Auch in anderen Vereinen bin ich aktiv tätig. Das bietet sich so an, weil das Vereinsleben ja hier eine günstige Heimstatt fand. Aber auch die Konzert- und Theaterveranstaltungen im Hause führen mich mit vielen interessanten Leuten, auch mit Künstlern, zusammen. Ebenso hat die Philharmonische Gesellschaft hier ihr Zuhause. Ich verwalte deren große Instrumente wie Kesselpauken und Bässe, die die Musiker nicht in jedem Falle mitnehmen. Durch eine Neben-Tür meiner Wohnung gelange ich direkt auf die Empore des Großen Saales. Direkt unter unserer Wohnung befindet sich das Atelier für den Malunterricht der Hofdamen. Da „mussten“ wir häufig langzeitig und langmütig als Modell sitzen. Aus dieser Zeit habe ich noch ein Ölgemälde, das meine Frau Bertha zeigt und eine Kreidezeichnung meiner Person, die die Gräfin Finckenstein gearbeitet hatte.

Medizinisch betreut hat uns während der Zeit, in der er hier im Hause lebte, der praktische Arzt Herr Dr. Körbin. Er war sehr freundlich, umgänglich, hilfsbereit aber er führte ein unstetes Junggesellenleben. Meine Frau Bertha bereitete ihm zumindest immer mal einen Kaffee zwischendurch. Um 1903 wohnte er dann einige Häuser weiter in der Brauerstraße 5.

Ja, Die Zeiten waren und sind turbulent und voller Abwechselungen – die Arbeitstage lang aber kurzweilig. Vergessen wir über all den beruflichen Tätigkeiten nicht die hauptsächlichen Arbeiten von Bertha mit unserer reichen Kinderschar und würdigen diese hier einmal extra.



Am 14. September 1933 um 9 Uhr am Abend hört das Herz meiner Bertha auf zu schlagen. 83 Jahre lang war es unermüdlich tätig; die längste Zeit für unsere Kinder und für mich.

Es ist wohl die stärkste Zäsur in meinem Leben.



1936

Zum 10. September. Zu meinem 89. Geburtstag führt ein Herr der Zeitungsredaktion „Völkischer Beobachter“ ein Gespräch mit mir über mein zurückgelegtes Leben. Sogar ein Bild erscheint von mir in der Zeitung, auf dem etwas undeutlich, schemenhaft, zu sehen ist, wie ich aus meinem Stubenfenster über den Alten Markt blicke. Allerdings leider nun schon ohne das volle Haupthaar und ohne meinen Vollbart.


1938

Am 27. Februar endet nun auch mein Leben. Es ist um 9 Uhr am Vormittag. 90 Jahre bin ich alt.

Aus diesem Grunde soll der Bericht auch an dieser Stelle enden. Es ist niemand mehr im Hause, der ihn weiterführt.


Nur noch schnell meine Grüße:

Auf Wiedersehen Bertha, ihr Kinder und Enkelkinder.

Auf Wiedersehen ihr Freunde und Bekannte.

Auf Wiedersehen Potsdamer Marktplatz.

Auf Wiedersehen Palais Barberini, Stadtschloss und Nikolaikirche.


Ich wünsche allen eine arbeitssame, frohe und gesunde Zukunft!

Euer Rudolph Mahnkopf







(sinngemäße Abschrift) C


Sterbe-Anzeige und -Eintrag Nr. 805 / 1933


des Standesamtes in Potsdam

_____________________________________________________________________________


Potsdam, am 15. September 1933



Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,



der Persönlichkeit nach bekannt, die

ledige Margarete Hellrung, ohne Beruf,

wohnhaft in Potsdam, Junkerstraße 65 und zeigte an, daß


Charlotte Wilhelmine Bertha Mahnkopf,

geborene Sommer, 83 Jahre alt,


wohnhaft in Potsdam, Humboldtstraße 6,

geboren zu Potsdam, verheiratet mit dem hier wohnhaften Verwalter Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf



zu Potsdam, Humboldtstraße 6,

am 14. September 1933 nachmittags um neun Uhr

verstorben sei, wovon sie aus eigener Wissenschaft unterrichtet sei.




Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. Margarete Hellrung



Der Standesbeamte


In Vertretung gez. Kürschner





Randbemerkung: Geboren am 12. September 1850



Quelle: Stadtarchiv Potsdam, Film P 156, Bild 416 Abschrift: Chris Janecke





(sinngemäße Abschrift) C


Sterbe-Anzeige und -Eintrag Nr. 253 / 1938


des Standesamtes in Potsdam

_____________________________________________________________________________


Potsdam, am 28. Februar 1938



Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,

der Persönlichkeit nach bekannt, die ledige

Margarete Hellrung, ohne Beruf, wohnhaft in Potsdam, Junkerstraße 65

und zeigte an, daß


der Saalverwalter Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf,

90 Jahre alt,


wohnhaft in Potsdam, Humboldtstraße 6,

geboren zu Potsdam, verheiratet gewesen mit der

am 14. September 1933 hier verstorbenen

Charlotte Wilhelmine Bertha geborenen Sommer,


zu Potsdam, in dieser Wohnung, am 27. Februar 1938 vormittags um 9 Uhr verstorben sei, wovon sie aus eigener Wissenschaft unterrichtet sei.


Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben



gez. Margarete Hellrung



Der Standesbeamte


In Vertretung gez. Kraemer




Randbemerkung:

Geboren am 10. September 1847



Quelle: Stadtarchiv, Film P 168 Abschrift: Chris Janecke





Ein Nachtrag:


Brief von Chris Janecke, Potsdam, an zwei Ehepaare seiner Vorfahren – Potsdam, 2. Advent, den 04. Dezember 2016


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Meine lieben Vorfahren,


Carl Wilhelm Keilbach (1811 bis 1878) oo Caroline Anna Bürger (1814 bis 1878),

Pantoffelmacher-Meister, Schuhmacher-Meister und

Hausverwalter im Palast Barberini, Am Schloß 5–6 zu Potsdam,

dort tätig vom 24. Juni 1869 bis zum Lebensende 24. Juni 1878 (67. Lebensjahr),


und als Nachfolger in der Hausverwalter-Stelle:


Rudolph Wilhelm Mahnkopf (1847 bis 1938) oo Charlotte Wilh. Bertha Sommer (1850 bis 1933).

Rudolph ab 1871 Schneider-Meister.

Hausverwalter im Palast Barberini, Humboldtstraße 5–6 zu Potsdam, für

sechs Jahrzehnte, vom 09. Sept. 1878, fast bis Ende des Jahres 1937, (90. Lebensjahr).


Viel länger und weitaus besser als ich, wisst Ihr, lieber Carl und lieber Rudolph um die Nutzung des Hauses zu Euren Lebzeiten, mit dessen Wohnungen, Büros der Stadtverwaltung einschließlich des Standesamtes, der Bibliothek, Theater-, Kino- und Konzertsälen, der Tanzschule und mit den Verkaufsstellen.

Viel Unterschiedliches haben dieses Gebäude, der Alte Markt, die Stadt Potsdam und auch die Region seither gesehen. Zu den schlimmsten Stunden gehörte der 14. April 1945, als am Ende des Zweiten Weltkrieges, der grausam in viele Länder getragen wurde, dieser plötzlich am späten Abend nach Potsdam zurückkehrte und mit einem Luftangriff das Potsdamer Zentrum mit Brand-Bomben in Schutt und Asche legte.

Das war der letzte Tag auch des alten Palais Barberini in der Humboldtstraße 5-6. Auch im Nachbarhaus, im Hotel „Königsberg“, in der kurzen Brauerstraße, wurde an jenem Abend zum letzten mal gespeist. Genauso wurde das gegenüberliegende Kaiserlich-Königliche Stadtschloss zerstört und ebenfalls viele Bürgerhäuser in der Umgebung. Was die Bomben nicht trafen, erledigte in den folgenden Tagen die Artillerie, so dass auch das Alte Rathaus und die Nikolaikirche am Alten Markt erhebliche Schäden aufwiesen. Das zu erleben, blieb Euch erspart.


Doch das Leben ging weiter. Mühsam. Gebäude-Trümmer wurden in der Folgezeit beseitigt, Straßen wieder passierbar gemacht. Anderes, auch Erhaltenswertes, fiel dem Abriss zum Opfer. Schäden reparierte man nach und nach. Vieles wurde nicht wieder aufgebaut, die Humboldtstraße verschwand etwa im Jahr 1962. Manches wurde völlig verändert neu gestaltet und trotzdem blieb eine große Brachfläche im Herzen der Stadt.


Im Jahre 2013 wurde mit der „Wiedererrichtung des Gebäudes Barberini“, Humboldtstraße 5-6 begonnen und das Haus zum November des Jahres 2016 fertiggestellt. Es ist das künftige Museum-Barberini welches durch die großzügige Allein-Spende, die Initiative und den Ideenreichtum von Prof. Hasso Plattner (Institut für Softwareentwicklung und der Denk-Fabrik: „School of Design Thinking im Hightech-Park“) ermöglicht wurde. Im Museums-Gebäude werden ab Januar 2017 ständig wechselnde Gemäldeausstellungen zu sehen sein.

Für das alles können wir Herrn Prof. Dr. Plattner nicht genug danken.

Der Neubau holt ein Stück des Geschichtsbildes des Stadtzentrums zurück. Das Gebäude nimmt äußerlich die Architekturmerkmale des zerstörten Vorgängerhauses auf, in dem Ihr gelebt und gearbeitet hattet. Innen ist das Gebäude den neuen Bedürfnissen und Notwendigkeiten eines Gemälde-Museums entsprechend neu und großzügig gestaltet. Unter sehr vielen veränderten Punkten gehört auch dazu, dass dieser Nachfolgebau nicht mehr über fünf oberirdische Etagen verfügt, sondern nur noch über drei entsprechend höhere, deren Erscheinungsbild im Wesentlichen von den Ausstellungshallen geprägt ist. Die beiden früheren besonders niedrigen Wohnetagen sind auch mit der früheren Fenster-Anordnung (nun aber ohne Fußböden) als oberer Teil in die neuen Säle einbezogen worden.


Gestern, am Samstag, den 03. Dezember 2016 waren wir Besucher des neuen Hauses.


Die Neugestaltung erscheint rundum als ansprechend: Sehr fein. In zurückhaltend-schlichter Eleganz. Gediegen. Sehr gelungen. Innen allein schon bautechnisch schön wie nie zuvor.

Lieber Carl und liebe Caroline, lieber Rudolph und liebe Tante Bertha – ich wünschte, dass Ihr das alles nochmals sehen könntet – weil's aber nicht sein kann, habe ich Euch das Neue beschrieben.
Herzliche Grüße, 
Euer Nachkomme, Chris Janecke

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Anmerkung: Der Verwalter Carl Keilbach ist ein Altonkel dieses Briefeschreibers, Die Ehefrau Bertha Sommer des Verwalters Rudolph Mahnkopf ist, eine Generation jünger als der Erstgenannte, eine Urgroßtante des Chris Janecke, also eine der Schwestern seiner Urgroßmutter.

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Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Alten Marktes und auf einige seiner Bauten


In der Zeit um 1745 bis 1747 erhielt das Stadtschloss am Marktplatz nach den Wünschen des Königs Friedrich II (der Große, der „Alte Fritz“) seine letzte, seine „heutige“ Gestalt. Die Gedanken des Königs wurden von dem genialen Baumeister und zeitweiligen Freund des Königs, Wenzeslaus v. Knobelsdorff umgesetzt.


Im Jahre 1771 wurde der Alte Markt in Potsdam umgestaltet. Carl von Gontard als beauftragter Baumeister setzte zwei dreigeschossigen Bürgerhäusern eine Prachtfassade vor. Der vorgezogene fünfachsige Mittelrisalit mit den vier hohen Bogenöffnungen und der Superposition dreier Säulenordnungen, gab wesentliche Bauwerksmerkmale des Palazzo Barberini wieder, den der Architekt C. Maderno ab 1625 in Rom gestaltet hatte.

Die einfacher gegliederten Fassaden der Seitenflügel kombinieren die Elemente des originalen Palais Barberini mit dem Aussehen der schlichteren des Palazzos Borghese in Rom.


Unter König Friedrich Wilhelm IV. wurden 1845 bis 1849 die Häuser mit dieser bereits gemeinsamen Fassade, auch funktionell „zusammengelegt“ und dabei zu einem großen Gesellschaftshaus mit Wohnungen, Büros der Stadtverwaltung, Theater- und Konzertsälen umgebaut. Zu dieser Zeit wirkten dann die Baumeister Ludwig Persius, Friedrich Stüler und Friedrich Ludwig Hesse an den Veränderungen dieses Gebäudekomplexes. Dabei wurden die rückwärtigen Teile der Seitenflügel, die fast bis zum Wasser des kleineren Havelarms, der so genannten „Alten Fahrt“ reichen, ergänzt.


Hausverwalter und Sachwalter im Palais Barberini für die Veranstaltungen war

Dieses Ensemble: „Alter Markt und Umgebung“ wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges, am späten Abend des 14. April 1945 zerstört und später abgerissen.


Das Schloss“ in seiner äußeren historischen Gestalt von 1747, wurde als Tagungsort für das Brandenburgische Landesparlament, zur Nutzung als „Landtag“ in den Jahren 2011 bis 2013 wieder errichtet, konnte im Januar 2014 in Betrieb genommen werden.


In der Zeit von 2014 bis 2016 entstand auch der Palast Barberini in alter Schönheit wieder und belebt als „Leitbau“ neu „das Gesicht“ des vor rund 70 Jahren zerbombten und daraufhin leeren Alten Marktes. Die gesamte Straße „Am Schloss“, die spätere Humboldtstraße, die 1962 eingeebnet wurde, entstand in diesem Zeitabschnitt neu, so wie alle die Straße begleitenden Gebäude.

Professor Hasso Plattner, der die Baukosten für das „Palais Barberini“, wie auch vorher bereits unter anderem für das Dach des „Schlosses“ trug, wird in seinem Barberini-Museum eine ständige Kunstsammlung wechselnder Gemäldeausstellungen (Leihgaben weltweiten Austausches) zeigen.


- Ende des Dokuments -