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Carl Wilhelm Keilbach (1811–1878)

Pantoffelmachermeister, Schuhmachermeister und

Hausverwalter/Verwalter der Säle im „Palast Barberini“ zu Potsdam

sowie seine Ehefrau

Caroline Anna Bürger (1814 – 1878)


Aus dem Leben einer Familie in der Stadt Potsdam


Chris Janecke, Bearbeitungsstand: August 2015 E-Mail: christoph@janecke.name



Die Großeltern, Generation 07






Vater: Generation 07 / Ahn 82


Mutter: Generation 07 / Ahnin 83


Name:


Keilbach


Großkopf



Vornamen:


Gottfried Joseph


Caroline Wilhelmine



Geboren:


Burg, den 01. Mai 1785



Potsdam, 06. April 1788


Berufe:


Pantoffelmacher

und Schuhmacher in Potsdam, nach 1849, mit etwa 65 Jahren, Bote, dann Orchesterdiener und Theaterlogenschließer im Schauspielhaus am Canal.



Hausfrau und Mutter


Getraut:


Potsdam, am 25. August 1808 in der Nikolaigemeinde. Die Trauung fand aber im Predigerhause in der Charlottenstraße statt, da die Nikolaikirche 1795 abgebrannt war und noch nicht wieder aufgebaut ist.

Registrier-Nr. Nikolai Nr. 34 / 1808 / S. 138.

Gottfried ist 23 Jahre alt und Caroline ist 20 Jahre jung.



Wohnanschrift


um 1809: Friedrichstraße No. -,

um 1813: Burgstraße No. -,

um 1827: Kriewitzgasse 5,

um 1836: Französische Straße 9

1842: Französische Straße 18

ab 1849: Friedrichstraße 2



ab 02. 07. 1862 wohnt Caroline, gleich um die Ecke, bei der Familie ihrer ältesten Tochter in der Tuchmacherstraße No. 25.


Gestorben

Potsdam, den 19. März 1857, fast 72 Jahre alt.

Potsdam, 08. November 1862,

74 Jahre alt.







Generation 06, das sind die Kinder

der Großeltern Gottfried Keilbach und Caroline, geb. Großkopf.

Die Probanden = die Hauptpersonen dieses Dokuments sind fett gedruckt.



Familienname: Keilbach


Geburts- und Sterbeorte, sowie weitere Lebensdaten


1.


06 / 41.1

Caroline Wilhelmine Charlotte

oo

06/40.2

Johann Friedrich Sommer


Siehe Lebenslauf:

Sommer oo Keilbach 1800–1896“


Geboren in Potsdam, Friedrichstraße, am 24. Februar 1809.

Taufe am 05. März 1809 in der Heiligengeistkirche, Taufregister

S. 404 (neu: 34), Nr. 14, Prediger Klötz. Paten: 1. Herr Wietz,

2. Herr Voigt, 3. Jungfrau Wutschetzky (des Pantoffelmacher-meisters Tochter).

Caroline wird am 19. Juli 1830, zur 20. Wiederkehr des Sterbetages der hochseligen Königin Luise, als 21jährige „Luisenbraut“, den Schuhmachermeister Johann Friedrich Sommer heiraten und ihm 11 Kinder gebären.

Ihr Leben wird im Jahre 1896 enden.











2.


06 /41.2

Carl Wilhelm

Keilbach


oo 17. April 1838


06/42

Caroline Anna Bürger


Geboren in Potsdam, in der Friedrichstraße, am 01. Juni 1811. Taufe: Heiligengeistkirche, Reg. S. 420 (neu: 42) Nr. 31, am

16. Juni 1811.

Paten: 1. Herr Schröder, 2. Herr Lehmann, 3. Frau Großkopf.

Ab 03. Juli 1826, nach Probezeit Lehraufnahme.

Ab 06. Juli 1829 ist Carl Geselle des ehrbaren Pantoffelmacherhandwerks. Quelle Stadtarchiv 1-3 / 323 a, „Verzeichnis der Pantoffelmacher.“

1838: Pantoffelmachermeister. Zu jener Zeit, am 17. April 1838, heiratet er Caroline Anna Bürger (* 24. Dez. 1814). Pastor Stöner traut das Paar. Carl ist 27 Jahre alt, die Braut ist 23 Jahre jung.

1849 wird er außerdem als Schuhmachermeister geführt.

  • um 1842: Französische Straße 3

  • um 1856: Wohnung in der Saarmunder Straße 6

  • 14. Juni 1869: Potsdam, Am Schloß 5–6 = die spätere Humboldtstraße 5–6. Das ist der „Palast Barberini“.(Melderegister MR 19-9, Film 59 / 1045)

Carl Keilbach stirbt am 24. Juni 1878 mit 67 Jahren. Sein Verwandter: Rudolph Mahnkopf übernimmt nach Carls Ableben dessen bisherige Stelle als Verwalter der Säle des „Palast Barberini“.

Carl Keilbachs Frau Caroline stirbt am 25. August 1878 mit 63 Jahren, 8 Monaten.




3.

06 / 41.3

Charlotte Wilhelmine

Keilbach (genannt: Friederike)

Geboren in Potsdam, Burgstraße No. -, am 03. Juni 1813, abends ½ 7 Uhr, Taufe am 11. Juli 1813.

Paten: 1. Herr Dube, 2. Frau Fleischer, 3. Demoiselle Döring.

Quelle: Taufregister d. Heiligengeistkirche 1813, Seite 50, Nr. 35.

Wilhelmine wird unverheiratet bleiben. 1878 wohnt sie als Wirt-schafterin im Hause Blücherplatz 7, wo bereits 35 Jahre früher Sommer oo Keilbach gewohnt hatten.




Nun als Eltern: Carl Keilbach und Caroline Bürger



Vater: Generation 06

Mutter: Generation 06

Name:


Keilbach

Bürger

Vornamen:

Carl Wilhelm


Caroline Anna

Die Eltern:

Vater:

Gottfried Joseph Keilbach,

Schuhmachermeister, Theaterdiener

Vater: Johann Bürger,

Gärtner in Potsdam, Eigenthum: Kiewitt No. 3

Mutter: Caroline Wilhelmine Großkopf

Mutter: Dorothee Bürger, geb. Schirstet (wohl nicht aus Potsdam stammend).

Geburt:


in Potsdam, in der Friedrichstraße - ,

am 01. Juni 1811.

in Potsdam,

am 24. Dezember 1814

Taufe:

Taufe: Heiligengeistkirche, Reg. S. 420 (neu: 42) Nr. 31, am 16. Juni 1811. Paten: 1. Herr Schröder,

2. Herr Lehmann, 3. Frau Großkopf.


Beruf / Stand:

Ab 03. Juli 1826, nach Probezeit Lehraufnahme.

Ab 06. Juli 1829 ist er Geselle des ehrbaren Pantoffelmacherhandwerks. Quelle Stadtarchiv :

1-3 / 323 a „Verzeichnis der Pantoffelmacher.“

Vor 1838: Pantoffelmachermeister. Anschließend, vor/um 1848: Schuhmachermeister.

1869 bis 1878, Verwalter im „Palast Barberini“, Am Schloss 5–6 = Humboldtstr. 5–6 (als Vorgänger des Schwiegersohnes seiner Schwester: Rudolph Wilhelm Carl Mahnkopf oo Bertha Sommer).

Hausfrau und Mutter

Wohnanschriften vor der Ehe:

um 1809: Friedrichstraße No. -,

um 1813: Burgstraße No. -,

um 1827: Kriewitzgasse 5,

um 1836: Französische Straße 9,


Eheschließung/

Trauung:

In Potsdam, St. Nikolai-Kirche am 17. April 1838. Carl ist 27 Jahre alt, Die jungfräuliche Braut Caroline ist 23 Jahre jung. Pastor Stöner traut das Paar. Reg.-Nr. 27/1838.

Wohnanschriften gemeinsame:

- Um 1842: Französische Straße 3.

- Um 1849: Charlottenstraße 54 a, gegen-über dem Bassin.

- Um 1850–1869: Wohnung in der Saarmunder Straße 6 (im Hause vermutlich des Großonkels namens Großkopf, Schankwirtschaft. In jener Zeit (nach dem Ableben des Großkopf?), ist er der Hauseigentümer.

- Ab 14. Juni 1869 bis August 1878: Potsdam, Am Schloß 5–6 = die spätere - - Humboldtstraße 5–6, das ist der „Palast Barberini“. Hier ist Carl Hausverwalter und regelt u.a. die Vergabe der Säle für Veranstaltungen.

Quelle: Stadtarchiv, Melderegister MR 19-9, Film 59 / 1045.

Tod / Gestorben:

In der Wohnung Humboldtstraße 5–6,

am 24. Juni 1878, morgens 8 Uhr, mit 67 Jahren.

Standesamt: Reg.-Nr. 496 / 1878,

Stadtarchiv Potsdam, Film P 98, Bild 257

25. August 1878, nachm.

3¼ Uhr, mit 63 Jahren, 8 Monate. Standesamt: Reg.-Nr. 731/1878,

Stadtarchiv, Film P 98.




Die Kinder von Carl Keilbach und Caroline Bürger

Generation 05


Nr.

Familienname:

Keilbach

Lebensdaten der Kinder


1

    Wilhelm Emil


* Potsdam, xx.xx.1838

im Alter von 2 Monaten/21 Tagen.

Quelle: Sterberegister Heiligengeist 1838, Blatt 229, Nr. 65



2

    Albert


* Potsdam, 11. Februar 1840.

Er wird den Beruf eines Lackierers erlernen und längere Zeit auf Wanderschaft gehen.

Sein Auftreten ist der Meldebehörde „suspect“, was sie auch im Einwohner-Melderegister geflissentlich amtlich notiert.

Später (vermerkt um 1878) ist er Wagenfabrikant in Cottbus.



3

    Anna

    oo

    O. Liebherr


* Potsdam, Französische Straße 3, am 30. Nov. 1842.

1865 heiratet Anna den Uhrmacher O. Liebherr und lebt vorerst in der Nauener Straße 50. Das nächste noch vorhandene Adressbuch (1869) weist als ihre Anschrift die Nauener Straße 4 aus.



4

    Paul


* Potsdam, xx.xx.1845 (oder 1848?)

im Alter von 4 Monaten.

Quelle: Sterberegister Nikolaikirche, 1845, Blatt 122, Nr. 168



5


Carl Hugo

Keilbach


oo


Pauline

Rubert

    * Potsdam, 27. 09. 1850.

    Hugo wird später ein Gürtlermeister (Blechtreib- und Formarbeiten – nicht etwa ein Bearbeiter von Gürteln). Er lebt bereits als junger Erwachsener im niederschlesischen Striegau.

    Am 14. Oktober 1876 heiratet Hugo die Potsdamerin Pauline Rubert (* 19. Febr. 1856).

    Nach der Heirat verlassen sie offenbar Potsdam (um in Berlin?) zu leben, denn ihre Kinder wurden nicht in Potsdam geboren.

    Hugo wird 1929 mit 79 Jahren in Berlin-Wilmersdorf sterben. Pauline wird im Jahre 1937 mit 81 Jahren ebenfalls in Berlin-Wilmersdorf sterben.


6

    Minna Marie


* Potsdam, 21.8.1858,

Potsdam, am 7.10.1858







Eventuelle weitere Kinder sind noch nicht erfasst.





Ordnung

zur

Leichenfolge bei Beerdigungen

der Schuhmachergesellen in Potsdam



Zur Verhütung aller Unordnungen bei Begleitung der Leichen verstorbener Schuhmachergesellen und deren Beerdigung wird hiermit Folgendes bestimmt.


§ 1.

Die jedes einheimischen, so wie jedes fremden hier in Arbeit stehenden Schuhmachergesellen wird durch die sämmtlichen Mitglieder der Gesellschaft zur Grabstätte begleitet.


§ 2.

Zu jeder Beerdigung werden 30 Mann zum abwechselnden Tragen des Sarges bestimmt, und wird hierbei die Reihenfolge möglichst beobachtet.


§ 3.

Zur Leichenfolge ist jeder Geselle pünktlich zur festgelegten Zeit auf der Herberge zu erscheinen verpflichtet. Wer eine halbe Stunde später, als er bestellt worden, auf der Herberge erscheint, verfällt in eine Geldbuße von

2½ Sgr. *)


§ 4.

Von der Herberge begeben sich die versammelten Gesellen in stiller Ordnung nach dem Sterbehause. Wer sich so verspätet, daß er sich dem Zuge nach dem Sterbehause nicht mehr anschließen kann, muß eine Geldbuße von

5 Sgr. zahlen.


§ 5.

Wer von der Leichenfolge ohne Entschuldigung, welche dem Altgesellen zeitig gemacht werden muß, ausbleibt, muß eine Geldbuße von 7½ SGr. erlegen.

Als gegründete Entschuldigung können nur Krankheiten, Hochzeiten und Kindtaufen in der Familie, Abwesenheit von Potsdam in Familien- oder Handwerks-Angelegenheiten und der Militairdienst erachtet werden.


§ 6.

Vom Sterbehause bewegt sich der Leichenzug in der vom Altgesellen angegebenen Ordnung, still und langsam nach dem Kirchhofe.


§ 7.

Wer ohne sich beim Altgesellen zu melden und sich zu entschuldigen aus dem Zuge tritt, Störungen veranlaßt oder sich widerspänstig zeigt, verfällt, wenn dies beim Ordnen des Zuges oder auf dem Gange nach dem Kirchhofe geschieht, in eine Geldbuße von 2½ Sgr., und in eine Geldbuße von 5 Sgr., wenn dies auf dem Kirchhofe vorfällt.


§ 8.

Trunkenheit und unanständiges Betragen beim Leichenzuge wird mit einer Geldbuße von 15 Sgr. geahndet.


§ 9.

Sobald der Leichenzug beim Grabe angelangt ist, stellen sich alle Gesellen nach Anordnung des Altgesellen in einem Kreise um die Gruft, werfen nach erfolgter Einsenkung des Sarges drei Hände voll Erde auf dieses und verrichten mit entblößtem Haupte ihr Gebet.


§ 10.

Nach beendeter Feierlichkeit begiebt sich ein Jeder auf beliebigem Wege, jedoch anständig, nach Hause.


§ 11.

Die vorstehend in den §§ 3 bis 8 festgelegten Strafen fließen zur Gesellen-Kranken-Kasse und werden nöthigen Falls durch die vom Magistrat anzuordnende Beschlagnahme des Arbeitslohns eingezogen.


§ 12.

Zur Bestreitung der Beerdigungskosten, incl. des Ankaufs des Sarges, hat jeder Geselle für jeden Beerdigungsfall eine Leichensteuer von 2½ Sgr. unweigerlich zugleich mit der nächsten Auflage zu zahlen.


§ 13.

Dem Altgesellen werden für seine Bemühungen bei Besorgung des Begräbnisses für jeden Beerdigungsfall 3 Thlr. **) aus der Leichensteuer gezahlt, derselbe ist aber verpflichtet, specielle Rechnung über die Begräbnißkosten der Gesellschaft zu legen.



Potsdam, den 26. März 1850.

Magistrat.

Gobbin. Dams. Klinke.





*) Sgr. = Silbergroschen

**) Thlr. = Thaler




Auszug aus dem Königlich-Polizeilichen Melderegister der Residenzstadt Potsdam

Potsdam, Saarmunder Straße No. 6

Hauswirth ist bis 1869 Schuhmachermeister Keilbach

Quelle: Stadtarchiv Potsdam, MR 19 / 9, Film 59 / 1045, Bild 433



Tag des Anzu-ges

Vor- und Zunamen,

Stand

oder Gewerbe


Tag der Geburt

Geburtsort und Provinz

Con-fession

frühere Wohnung

Tag des Abzuges

(Todes)

Anzeige der neuen Wohnung

---

Schuhmacher-meister


Keilbach, Carl

1. 6. 1811

Potsdam

ev.

––

14. 6. 1869

nach Am Schloss 5-6


desgl. Ehefrau,

*)

geb. Bürger

24. 12. 1814


desgl.

ev.


desgl.


Lackierergeselle Albert


/ suspect /

11. 2. 1840

desgl.

ev.

20. 4. 61 mit Wanderpaß von Berlin. – 25. 9. 1861 nach Landsberg in Oberschlesien. – 29. 4.1861 mit Wander-Paß von Berlin. – 4. 4. 1864 nach Paris, – 27. 9. 1865 mit Wanderpaß von Hamburg.


Anna

30. 11. 1842

desgl.

ev.


3. 10.

1865

nach Nauener Straße 50, mit

O. Liebherr (Uhrmacher) verheiratet


Gürtlerlehrling Hugo

27. 09. 1850

desgl.

ev.


14. 6. 1869, Am Schloß No. 5-6 (Anmerkung siehe oben)


Minna Marie

21. 8. 1858

desgl.

ev.


7. 10. 1858

verstorben



Anmerkungen:

Zu „Am Schloss 5–6“: Das ist die spätere Humboldtstraße 5-6, genannt „Palast Barberini“, nach dem architektonischen Vorbild des Baumeisters C. Maderno in Rom.

Zu Pos. 2: *) (Dass meine liebe Frau Caroline Anna heißt, vergaß der gewissenhafte Beamte der Königlichen Polizei einzutragen. Deshalb hole ich es hier nach. Vielleicht irre ich aber auch, denn er vermerkte ja bei ihr „desgleichen“ – ich also der männliche Carl und sie, fast desgleichen, der weibliche Carl oder auch die Caroline – was macht das schon.

Zu Pos. 3: Ja, ja, der Albert mit seinen Ecken und Kanten – ein auch gegenüber der Obrigkeit, der Königlichen Polizei, selbstbewusst auftretender Arbeiter. Er ist in seinen Gesellen-Weiter-Lernjahren viel unterwegs auf Wanderschaft. Das viele Reisen (dorthin, wo der Gendarm sein Lebtag nicht hingekommen sein mag) und sein forsches Auftreten tragen wohl dazu bei, daß ihn die Obrigkeit vielleicht schon etwas „auf dem Kieker“ hat, er ihnen als „suspect“ erscheint. Es fehlt ihm das Devote, der Untertanenbuckel.



Anmerkung für die Familien Carl Keilbach und Rudolph Mahnkopf

und ihren Wohnsitz sowie Arbeitsort im

Palast Barberini“

in der Straße: Am Schloß 5–6, der späteren Humboldtstraße 5–6



In der Zeit um 1745 erhielt das Stadtschloss nach den Wünschen des Königs Friedrich II (der Große, der „Alte Fritz“) seine „heutige“ Gestalt. Die Gedanken des Königs wurden von dem genialen Baumeister und zeitweiligem Freund des Königs, Wenzeslaus v. Knobelsdorff umgesetzt.


Im Jahre 1771 wurde der Alte Markt in Potsdam umgestaltet. Carl von Gontard als beauftragter Baumeister setzte zwei dreigeschossigen Bürgerhäusern eine Prachtfassade vor. Der vorgezogene fünfachsige Mittelrisalit mit den vier hohen Bogenöffnungen und der Superposition dreier Säulenordnungen, gab nun wesentliche Bauwerksmerkmale des Palazzo Barberini wieder (den der Architekt C. Maderno ab 1625 in Rom gestaltet hatte).

Die einfacher gegliederten Fassaden der Seitenflügel kombinieren die Elemente des originalen Palastes Barberini mit den schlichteren des Palazzos Borghese.


1845–1849 wurden die Häuser „zusammengelegt“ und dabei zu einem Gesellschaftshaus mit Wohnungen, Büros der Stadtverwaltung, Theater- und Konzertsälen umgebaut. Zu dieser Zeit wirkten dann die Baumeister Ludwig Persius, F. Stüler und F. L. Hesse an diesem Gebäudekomplex. Dabei wurde die rückwärtige, der Freundschaftsinsel zugewandte Fassade ergänzt und so auch die rückwärtigen Teile der Seitenflügel, die fast bis zum Wasser des kleineren Havelarms, der so genannten „Alten Fahrt“, reichen.


Hausverwalter und Sachwalter der Vergabe der Säle im Palast Barberini für die Veranstaltungen war


Auch dieses Ensemble „Alter Markt und Umgebung“ wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges, am späten Abend des 14. April 1945 zerstört und später auch diese Ruine, wie die meisten Häuser der Umgebung und auch das Schloss, abgerissen.


Das Schloss“ in seiner äußeren historischen Gestalt von 1747, wurde als Tagungsort für das Brandenburgische Landesparlament in den Jahren 2011 bis 2013 wieder errichtet, konnte im Januar 2014 in Betrieb genommen werden.


In der Zeit von 2014 bis 2016 wird auch der Palast Barberini in alter Schönheit wiedererstehen und „das Gesicht“ des vor fast 70 Jahren zerbombten, später leeren Alten Marktes als „Leitbau“ neu beleben. Die gesamte Straße „Am Schloss“, die spätere Humboldtstraße entsteht neu.

Prof. Hasso Plattner, der die Baukosten für den „Palast Barberini“ trägt, möchte darin seine Kunstsammlung mit wechselnden Gemäldeausstellungen (Leihgaben weltweiten Austausches) unterbringen.

Die Fassade wird also wie beim Stadtschloss etwa dem historischen Vorbild entsprechen, die Raumaufteilung und Innengestaltung aber nach modernen Ansprüchen ausgerichtet sein.

Das neue Gebäude besteht dann durchweg aus einem stabilen Stahl-Beton-Guss – das frühere Ensemble war dagegen auf unterschiedlich alten Fundamenten von drei Einzelhäusern gegründet.