Bilder zum Lebenslauf von Käthe Janecke

Geboren hat mich Mamá am 13. Oktober 1897 im Miet-Haus meiner Großeltern, im Dittwaldtschen Haus, Berlin-Südost, Kottbuser Damm 34.
Meine Taufkirche – die Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin, Zossener Straße. Taufe am 03. November 1897.
Das sind meine Berliner Verwandten der mütterlichen, der Dittwaldt-Seite: von links nach rechts: Tante Hedwig (oo Borries), dann meine spätere Mamá: Klara (oo Janecke), Baby Alma (oo Zocher), Groß-Mamá Pauline Dittwaldt, geborene Zinnow, Onkel Max und Tante Marie (oo Weiland).
Im Jahre 1899 zieht unsere Familie für kürzere Zeit in die Rixdorfer Steinmetzstraße 61 (spätere Kienitz-Straße 120).
Im Sommer 1901 in Rixdorf. Von links nach rechts: Mein kleiner Bruder Richard + Mamá Klara Janecke, geborene Dittwaldt + ich, das Käthchen.
So verkehrte man richtig in Berlin. Ein Pferde-Omnibus.
Brandneu: Der Elektrische! Dieser wiehert nicht – er summt – was aber verstummt unter dem Holperlärm beim Fahren über das Kopfsteinpflaster.
Für Individualisten – etwas teurer, als oben in der „Sardinenbüchse“. Der Kutscher kennt den Weg.
1903 ziehen wir in das großelterliche Zweitgrundstück, Werderstraße 53. Hier haben Pferde und Wagen meines Vaters ausreichend Platz.
Wir ziehen um: Von Berlin nach Nowawes-Neuendorf. Zwar ist der Name länger aber dafür der Ort kürzer. (Zeichnung: Otto Thomasczeck)
Es ist ungewöhnlich warm im März. Fröhlicher Umtrunk auf dem Grundstück der „Neuendorfer Kalk- und Mörtelwerke“, Wiesenstraße 20–22. Mein Vater, August Janecke, ist der 2. von rechts.
Neuendorf bei Potsdam im Jahre 1905: Unser Hund, der „Drewitzer“ - Richard - und ich, die Käthe. Man sollte es bitte eher von rechts nach links in geordneter Reihenfolge lesen.
Auf dem Wasser-Grundstück Wiesenstraße 20-22. Ich schaue den Unternehmungen meines kleinen Bruders zu – manchmal mache ich dabei auch mit.
Winterszeit! Diese Karte kann auch hinterleuchtet aufgestellt werden. Die Laterne lässt dann den schneebedeckten Boden leuchten und bringt einen sanften Lichtschein zu Händen und Gesicht des Kindes.
1911. Ein Festtag für uns. Die Potsdamer Charlottenschule für Mädchen besteht 50 Jahre. (Fotograf unbekannt).
Seither ist rund ein Jahrhundert vergangen. Das Haus steht immer noch, doch lehrt hier nun ein anderer Geist, weht ein völlig anderer Wind.
Wieder ein Wohnungswechsel, denn Vater wurde vom Betrieb versetzt. Am Neujahrsfeiertag 1912 findet unser Umzug nach Britz, Hannemannstraße 32 a statt. Nicht so feierlich. Die Pferde hatten weit zu laufen.
Gern weile ich bei meinen Berliner Vettern und Basen. Hier bei Weilands, Wrangelstraße 100, nicht weit entfernt vom Mariannenplatz mit Thomaskirche und Bethanien-Krankenhaus, in dessen Apotheke schon Theodor Fontane – ihr wisst ....
Das Bild zeigt meine Tante Marie (geb. Dittwaldt), Onkel Gustav Weiland und meinen Cousin Georg, zwei Jahre älter, als ich es bin, im Jahre 1907.
1911. Der Mensch kann mit dem Aeroplan fliegen. (Später wird man dazu Flug-Zeug sagen – auch solch eine komische Bezeichnung – ich mühe mich indessen mit dem Strick-Zeug ab.)
Oh, Post von meinem 12-jährigen Brüderchen Richard. Er schreibt von einem Besuch des Botanischen Gartens.
1914: Das bin ich, Käthe, also moderner: Käte, 17 Jahre jung und voller Schwung – mit Energie geladen.
1916: Jungfrauen-Gruppe des Turnvereins „Nowawes 1862“. Ich bin die 3. von rechts, gehöre mit meinen Leistungen aber zu den Ersten. Bitte!
Mein kleiner Bruder Richard in der Lehre. 1916 in Neuendorf bei Potsdam, im Konstruktionsbüro des Lokomotivbaubetriebes „Orenstein & Koppel“. Gibt es denn nicht schon genug Lokomotiven, dass man immer wieder neue erfinden / konstruieren muss?
1917: Wir wohnen seit kurzer Zeit in der Nowaweser Mittelstraße 22 – im Parterre, rechts vom Hausflur.
So haben wir unsere Wohnung eingerichtet.
Auf Kurzurlaub. Mein Vater dient im 1. Dragoner-Garde-Regiment. Hier zu Weihnachten 1917, auf dem Hof bei unserer neuen Wohnung in Nowawes, Mittelstraße 22.
Kultivierte Kräuter und wildes Kraut aus der Gesundheitsbibliothek der Natur – diesen gilt mein besonderes Interesse.
Auch mit der Hutmode und deren Putz befasse ich mich – genauso wie mit dem Fertigen so mancher Kleidungsstücke. Natürlich nur besondere, von mir erdachte. Es muss 'was Extras sein!
Nun stelle ich euch meine Eltern, also die Älter'n zur Zeit ihrer Silberhochzeit im Jahre 1921 vor.
Wir trauen uns – uns trauen zu lassen und schließen diesen Bund in der Nowaweser Friedrichskirche.
Unsere eigene Wohnung. Nowawes, Mittelstraße 6, eine Treppe rechts, über der Gaststätte „Billardheim“. (In vier Jahren, um 1930, wird man die bisherige Mittelstraße ehrend in Wichgrafstraße umbenennen).
1936. Eigener Herd ist goldes Wert. Ich bereite an der „Kochmaschine“ unsere Mahlzeit.
1936. Das Jahr der Olympiade. Die Luftschiffe LZ 127 und LZ 129 über Berlin.
1940. Ich bin nach Schnell-Ausbildung im Lazarett als „Rote-Kreuz-Schwester“ im Einsatz.
Kalenderblatt. Woanders ist in dieser Zeit unser Krieg.
Das ist unsere liebe Hündin „Lumpi“. Oft habe ich überlegt, ob sie diesen Namen verdient hat.
Hochzeit meines Bruders Richard mit seiner Verlobten Anne-Marie Sommer, im Frühjahr 1941. Beide sind hier momentan nicht zu sehen, dafür aber von li. nach re.: Betty + Ferdinand Pehlke (Stadtbauamt Nowawes) – Elisabeth (geb. Reichmuth) + Viktor Hasse (Pfarrer in der Friedrichskirche) – ich, Käthe, die Schwester des Bräutigams – Paul Muster (Architekt in Potsdam) – unser Vater August Janecke – Luise Hasait (geborene Surau, Tante der Braut) – die Brauteltern Margarethe (geborene Runge) + Max Sommer (Schlosser, Elektrotechniker) ... im Garten des Hauses Nowawes, Priesterstr. 68 (nach 1945 dann: Potsdam-Babelsberg, Karl-Liebknecht-Str. 121).
Das also ist meine Schwägerin Anne-Marie Janecke geborene Sommer.
Schriftprobe der Luftschnapperin. Oh, Täler weit, oh Höhen.
Nach dem 14. April 1945. Das Potsdamer Stadtzentrum am Ende dieses sinnlosen, verbrecherischen Krieges. (Luftbild der Alliierten zum Erfolg des Bombardements.)
Familie Janecke am 1. Mai 1951. Ich, Käthi, 53 Lenze jung, ganz links. An den Kindern erkennt ihr meine neuesten Kleidungsschöpfungen.
Zum ersten Mal in meinem Leben fahre ich, 66-jährig, mit auf einem Motorrad (der hintere Sitz wurde mir zugewiesen). Einen Moment noch – ich muss mich erst „zurechtmachen“. Und der Fahrer, mein Enkel, ist zu meinem Glück nicht so sehschwach wie der Fotograf – da kann man nachträglich nur wenig machen.

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