Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Der Autor


Meine Eltern entschieden sich mir das Leben zu geben. Das war im Frühjahr des letzten Kriegshalbjahres in Deutschland und geboren wurde ich am Ende des ersten Friedenshalbjahres. Sie gaben mir den Namen Christoph Janecke. Dieser wurde mir (auch bei Vorhandensein richtiger Vorlagen zum Abgucken) von anderen Leuten in vielen unterschiedlichen Schreibvarianten angeboten, mir aufgedrängt. Daher entschied ich mich zumindest zum vereinfachenden „Chris“, wie es in den folgenden Texten hin und wieder zu lesen ist. Auf solch schlichte Weise konnten über 50% der Falschschreibungen ausgemerzt werden. –


Wie verlief mein bisheriger Lebensweg?


Die Teile dieses vorgenannten Bildungs- und Arbeits-Spektrums bauten sinnvoll aufeinander auf. Sie stellten die jeweils benötigte Erweiterung des Wissens dar. Alle die staatlich und/oder betrieblich gewünschten und gestützten Bildungsmaßnahmen konnten letztendlich zeitgleich genutzt werden.

Kurz zusammengefasst kann man sagen: Ein Berufsleben im Dienste der Gesundheit, bei arbeitslebenslanger Weiterbildung.


Während dieser Zeiten gab es das ansonsten Übliche: Tätigkeit in verschiedenen Arbeitsstellen. Daneben ehrenamtliches Wirken. Wohnen in mehreren Ortschaften (nacheinander). Beteiligung am Aufziehen von drei Kindern. Und so weiter und so fort.



Mein kurzer Weg zur langen Ahnenforschung in unserer Familie


E-Mail: christoph@janecke.name



Wenn uns der Gegenstand für eine Erinnerung verloren geht,

so wird auch früher oder später das Vermögen zum Erinnern verloren sein.

Holen wir den Gegenstand zurück.

Bewahren wir Wissen über das Leben unserer Vorfahren.“



Im Laufe der Zeiten sagte man in vielen Familien: „Es wurde früher so viel über die Familiengeschichte geredet. Man könnte noch so vieles aufschreiben und erhalten!“


Tatsächlich aber wurde wohl aus solcher Erkenntnis und jenen guten Vorsätzen seltener etwas verwirklicht. So müssen auch wir uns bei diesen Lebensgeschichten vorerst mit dem vorliegenden, etwas mageren Stückwerk begnügen. Diese Schriften zu verschiedenen Lebensläufen gelten somit als grobe Entwürfe, zu denen gewiss hier und dort Korrekturen erforderlich sind.

Mein Wunsch sind viele, viele Ergänzungen seitens wissender Leser.


Die Notizen zu den Lebensläufen, sofern es sich nicht nur um tabellarische Aufstellungen handelt, lesen sich leider nicht so flüssig, wie es in der Literatur angenehm ist. Aber wir haben hier keinen Roman vor uns. Es handelt sich ja um eine Aufzählung von Familienereignissen (darunter oftmals Geburten, Hochzeiten und Sterbefälle), die in der Häufung des Erwähnens zwar ermüdend wirken können, jedoch trotzdem im Interesse des Bewahrens aufgenommen wurden.

Also nur Mut beim Lesen.


Mein Onkel Hellmut I

Es war neulich. Im Herbst 1978 erzählte mir der 1903 geborene Hellmut Runge, Cousin meiner Mutter, bei einem seiner Besuche, dass er sich seit geraumer Zeit mit der Ahnenforschung beschäftige und dass ich doch einmal durchdenken solle, ob das nicht auch für mich ein interessantes Hobby wäre. „Dankbar“ sei diese Liebhaberei ohnehin in vielfältiger Beziehung. „Onkel“ Hellmuts Besuche bei uns waren trotz örtlicher Nähe selten, waren doch unsere nahen Wohnorte Potsdam-Babelsberg und Berlin-West durch Mauer und Stacheldraht weit voneinander getrennt. So fragte er mich bei einem späteren Besuch, ob mein Überdenken seiner Anregung bei mir schon ein fruchtbares Ergebnis gezeitigt hätte. Ich murmelte als Antwort etwas Ausweichendes, in der Art wie „… habe doch so viel zu tun“ und „diese Leute, die man nicht mehr kennen lernen kann, sind doch schon alle lange tot“ – was ihm als Argument aber wohl nicht viel galt, denn er fragte mich: „Was aber, Junge, willst Du mal Deinen Kindern erzählen, woher sie kommen? Was wirst Du Ihnen sagen, wenn sie fragen, wer in dieser Familie alles vor Dir da war, wer und wie diese Menschen waren, was sie zu ihrer Zeit bewegte, was Jene selber bewegten? Du selbst erinnerst Dich doch lediglich schwach an zwei Deiner Großeltern, die starben, als Du noch klein warst. Willst Du täglich nur leben um zu essen, zu arbeiten, zu schlafen – später von der Bühne des Lebens gehen, sang- und klanglos – ohne Spuren von Vorfahren aufgenommen, von ihnen etwas gelernt zu haben, ohne eigene Spuren zu hinterlassen, ohne Erreichbares zu bewahren, weil andere Menschen es zu ihrer Zeit nicht taten oder es wegen harter Arbeitsbelastung auch gar nicht vermochten?“


Ja, so etwa, der Onkel Hellmut. Er hatte seine Schulzeit auf dem Realgymnasium in Nowawes (spätere Beethovenschule in Babelsberg) während des Ersten Weltkrieges absolviert. Danach lernte er das „Kaufmännische Handwerk von der Pike auf“, bei der Firma Heinrich Ravené, in Potsdam, Nauener Straße 39 – „Eisen- und Kurzwaren, Spielwaren und Wirtschaftsartikel“. Die kurzen Jahre mit Arbeit, Heirat und Kindererziehung, vergingen wie im Fluge und dann hatte auch er dem Ruf zu folgen – in den nächsten Krieg, als Soldat. Geschworen hatte er sich in dieser Zeit: „Wenn ich aus dieser Hölle lebend herauskomme, will ich nur noch anderen Menschen Gutes tun“. Und so hielt er es dann auch. Schon sein Vorname galt als ihm als Programm, schien eine gute Grundlage, sein Wirken mit einem freundlichen unerschütterlichen, hellen Mut anzugehen.


Der Umfang der Familienforschung I

Hellmuts nachhakende Fragestellung stachelte dann doch mein Interesse an. Schnell wurde mir klar, dass es nicht dabei bleiben könne, von einigen Vorfahren verschiedene noch erreichbare Lebensdaten zusammen zu suchen und ich begann:


Dieses Bemühen zeigte auch bald erste Früchte, denn die Fragestellungen zu den Lücken, die geschlossen werden wollen, drängen sich einem ja direkt von selbst auf. Zeit und Geduld für das Erschließen von Quellen ist allerdings gefragt.


Erlebnisse am Rande

Das Erfassen führt ja immer wieder zum Kontakt mit Menschen und demzufolge auch zu kleinen Begebenheiten, die am Rande des Suchens und Forschens liegen aber Auflockerung und Würze für die Arbeit über den Büchern und in alten Dokumenten bedeuten.




Wenn du dich deinen Vorfahren ein wenig nähern möchtest,

musst du dorthin gehen, wo sie gewohnt haben,

sollst du versuchen, es einmal so zu halten, wie sie gelebt haben.“



Zu meinen Erinnerungen gehören unter vielen anderen:


Onkel Hellmut II

Nun konnte ich ihm endlich etwas von den Erfolgen und Erlebnissen berichten.

Ja, und der freundliche Anreger des Ganzen, der drahtige, agile Hellmut, – mit 82 Jahren wollte er noch einmal den Grad seiner Jugendlichkeit ausleben, „innerhalb des Passierscheinabkommens“ zwischen Ost- und Westdeutschland, gern mit mir, ebenfalls mit Fahrrad und Zelt, durch märkische Dörfer radeln und noch ein wenig forschen – ich solle nur noch eine kurze Weile warten, da er und sein Chirurg einen Termin für ihn in ihren Kalendern hätten. Für einen kleinen operativen Eingriff. Dieser fand dann auch statt und gelang wohl ganz vorzüglich. Nur wachte Hellmut aus der Narkose nicht mehr auf. So ging sein Wunsch für eine kurze, gemeinsame Wegstrecke in der Familienforschung, nicht mehr in Erfüllung.

Ich versuche, das Werk fortzusetzen, möchte auch seinen Ansprüchen gerecht werden, sehr wohl in dem Wissen, dass ich nie mit diesem Suchen, Ordnen, Gestalten fertig werde und mit der Unsicherheit lebe, nicht zu wissen, ob das Zusammengesuchte nach meiner Zeit erhalten bleibt und in die Zukunft getragen wird.

Bei Hellmut gestaltete sich das leider so, dass nach seinem Tod bzw. dem Ableben seiner Ehefrau, der große Abfallcontainer den Wohnungsinhalt aufnahm. Von seinen Forschungsergebnissen blieb wohl nichts erhalten und mir war es nicht möglich etwas davon zu bergen, denn die innerdeutsche Ost-West-Grenze stand ja auch mitten in unserem Familien-Verband, zwischen unseren Wohnorten Potsdam und Berlin. Das war im Jahre 1985.


Der Umfang der Ahnendokumentationen II

Nahmen die gesammelten Notizen und Dokumente am Anfang stolz einige dünne Schnellhefter in Beschlag, mussten bald mehrere Ordner her. Seit dann das Ordnerregal wegen Überfüllung geschlossen werden musste, nimmt außerdem ein Mehretagen-Ordner-Karussell diese Schätze auf. Aber auch bei diesem guten Möbelstück ist inzwischen eine Erschöpfung der Kapazität eingetreten – aber immerhin ist dort (Bildmaterial) mehr zu sehen, als auf dieser Internetseite.

Soweit die äußere Ordnung. Viel schlimmer gebärden sich die vielen Zettel, deren Notizen einer Bearbeitung harren und noch beziehungsweise immer wieder einem „ungebändigten Schüttkegel“ ähneln.

Ja, diese Arbeit wächst vor einem her, je mehr man glaubt, erledigt zu haben.

Aber das kennen wir ja alle – ich wollte eben nur einmal erzählen, wie es bei mir anfing.


Eine Anmerkung zum Nutzen. Zum Nutzen?

Meine gute Mutter bedauerte es langzeitig, dass sie von wohl auf „ihrer väterlichen Seite“ in der Umgebung kaum Verwandten hätte, mit denen man freundlich Gedanken austauschen, gemeinsam etwas tun, sich mit Rat und Tat beistehen könne. In ihrer Familie, also bei ihren Eltern, wurde mit den Kindern kaum etwas über Familienverbindungen gesprochen, geschweige denn, diese gut gepflegt. Das ist schade – und wirkte nach.

Ihr Bedauern wäre nicht nötig gewesen – habe ich doch im Rahmen der Familienforschung in der nahen örtlichen Umgebung sehr viele frühere Verwandte, Großtanten, Großonkel, Großcousinen, Großcousins gefunden, die ja auch wieder Kinder hatten. Von deren Existenz wusste meine Mutter leider nichts, auch trugen jene ja zum großen Teil andere Familiennamen, die der angeheirateten Männer. Aber auch jene anderen hatten ihrerseits meine Mutter als ihre Verwandte nicht kontaktiert, sie ebenfalls nicht als Verwandte erkannt. So lebten viele Blutsverwandte nebeneinander her, ohne sich zu kennen. Ja, gefunden habe ich tatsächlich sehr viele – aber eben nur noch „nach Aktenlage“. Die Zeit ist inzwischen über sie hinweggegangen. Von den Erfolgen kann ich ihnen „auf direktem Wege“ leider nichts mehr erzählen, oder noch besser gesagt, meine Erfolge nicht in einen ganz praktischen Nutzen für jene Menschen ummünzen.

Was lehrt uns das? In unserer Generation halten „wir Kinderfamilien“ es so, dass wir uns mehrmals im Jahr treffen, bei Kultur im Heim oder in der Natur, bei gutem Schmaus und Trank, uns immer viel zu erzählen haben – und auch an „die Alten“ denken, die Erinnerung an sie wach halten. Na, meine Bemerkung bedeutet wohl „Eulen nach Athen zu tragen“, denn viele von uns werden es so halten.


Eine weitere Lehre, die mir das Leben erteilte – zur Dokumentationsgestaltung

Ein Blick, sehr weit zurück: Als ich noch ein kleiner Junge war, habe ich eine gute Grundlage zur Ahnenbebilderung verscherzt. Und das kam so: Meine gute Tante Käte (sel.) zeigte mir sehr gerne die alten Fotoalben aus ihrer Jugendzeit. Von netten Basen und vor allem von lustigen Vettern war die Rede, von würdigen Muhmen und den dazugehörigen Oheims oder Oheimen. Zu sehen war da viel grau, etwas schwarz und auch weiß und darin eingebettet mir unbekannte Größen oder es waren Bildchen mit menschlichen Antlitzen darauf, so groß wie die sprichwörtlichen Stecknadelköpfe – auf braunen Pappseiten mit Seidenpergament-Schutzblättern im Spinnengewebe-Design. Kurz: durchaus nicht alles schien geeignet, ein Jungenherz höher schlagen zu lassen.

Viele Fotos, wie leider so häufig anzutreffen, waren ohne Namen des/der Abgebildeten, ohne Angabe des Foto-Anlasses, ohne Ortsbenennung und ohne Datum. Wozu auch? Tante Käte hatte doch alles im Kopf und schwelgte in den Erinnerungen. Für mich als kleinen Jungen hingegen war die Schau der selbst gefertigten Bilderbücher eine wahre Geduldsprüfung, eine Pein. Mir gab es nichts. Ich kannte von den Leuten niemanden. Die einen hatten am Bodensee, die anderen im Ruhrgebiet gelebt – Örtlichkeiten, für uns weiter entfernt als der Mond. Auch hatten diese Personen schon lange wieder die Erde verlassen. Zumindest deren Oberfläche.

Natürlich blieb der Tante auf Dauer das undankbare, mangelnde Interesse ihres kleinen Neffen nicht verborgen, was sie traurig stimmte.

Es war im Winter. Eines unguten Tages waren dann diese Alben, für die sich niemand interessierte, nicht mehr da. Sie waren fort – diese Unikate. Einfach so. Aber unwiederbringlich. Käte hatte eine warme Stube und ihr Kachelofen sah sehr unschuldig aus. Niemand brauchte später viel aufräumen.


Was würde ich heute für die bildhaften Führer durch die Vergangenheit der Verwandtschaft geben, solche Bilddokumente, welch ein Schatz – wäre dieser heute in meinen Händen.

Zumindest hat es mich frühzeitig gelehrt, alle Bilder mit den erforderlichen Texten zu versehen, so dass auch ein anderer, ein Nachkomme, etwas mit „diesem Lebenswerk“ anfangen kann.

Hin und wieder beschleicht mich natürlich der Zweifel, ob diese viele Mühe, dieser Arbeitsumfang erhalten bleiben wird, ob es mal jemand anschauen wird oder gar weiter führt?


Eine Frage ganz am Rande: Gibt es Probleme mit meiner Internetseite?

Es erreichten mich einige Zuschriften, die aussagten, dass man bei der Suche nach einem bestimmten Namen mit der Nummerierung der Personen auf meiner Seite nicht klar kam. Bitte nicht verzweifeln. Wir halten das mit dem Gliedern und auch mit dem Nummerieren einfach nur etwas unterschiedlich. (Ich richte mich für den engeren Personenkreis nach der Nummerierung des Kekulé v. Stradonitz). Und diese Nummerierung gilt auch nur für mich, ist für andere unerheblich. Gut ist es, mir bei Fragen einfach eine E-Mail zu senden oder einen „Verbesserungsvorschlag“ zu schreiben. So kommen wir gemeinsam weiter.


Gibt es „neue“ Wissensgebiete für die sich eine Ahnen-Datensammlung lohnt?

Interessant wäre es für mich, durch E-Mails zu erfahren, ob meine Sammlungen noch zu einseitig erscheinen.

Man muss ja nicht nur immer Daten aus Archiven herausfinden, wir können ja auch mal aktuell schon etwas zur Unterstützung späterer potenzieller Ahnenforscher der Sippe tun.

... und da gibt es wohl noch so manches mehr an interessanten Themen.


Zum Bearbeitungsstand

All das Vorgenannte kann schon als recht spannend empfunden werden – obwohl „für alles“ die eigene Lebenszeit nicht ausreicht – und auch ich ja bei allen Bemühungen weiß: Wir sehen nur kleine Lebensausschnitte der Vorfahren. Teilweise stehen diese bei mir vorerst in Tabellen mit den wichtigsten persönlichen Angaben, bei einigen Personen reichte „das Material“, um daraus bescheidene Lebensläufe zu gestalten. Es bleibt trotzdem meist ein „grobes Stückwerk“, was wunschgemäß eigentlich ein feines Mosaik werden sollte. So zumindest geht es mir.

Der Inhalt, der auf dieser Internetseite lesbar ist, gilt nicht als abgeschlossen. Einzelne Teile werden ergänzt, erweitert, manchmal korrigiert und neue Teile, weitere Personen kommen hinzu. Es geht also immer weiter.

Mein momentaner "Spitzenahn", also der am weitesten zurückliegende, ist der Böttcher Hans Neumeister. Er wurde im Jahre 1595 geboren. Als junger Mann zog ihn die Liebe in das thüringische Städtchen Lehesten, wo er auf ganz natürliche Art (aber nicht alleine) diesen Zweig des Familienverbandes der Neumeisters begründete.


Das Veröffentlichen besorgt mein Sohn Martin, da ich mich mit dem Programmieren, mit der Administration, mit dem Einstellen ins Internet nicht befasse. Dafür danke ich ihm sehr.


Chris Janecke