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Tabellarisch gefasster Lebenslauf für das Ehepaar

Albert Surau (1844–1919) oo Auguste Sommer (1843–1917)

Lebensstationen:

Potsdam – Berlin – Gommern – Nowawes – Potsdam

Erwähnt sind ferner die Namen der weiblichen Vorfahren:

Keilbach, Keller und Sperling

sowie die Namen der angeheirateten „Schwieger-Kinder“:

Hasait, Meinhardt und Schröder.







Zusammengestellt: Chris Janecke, August 2015 E-Mail: christoph@janecke.name





Alle müssen wir über unser Dasein nachdenklich werden und

die Sehnsucht im Herzen tragen, wahres Menschentum zu erlangen.


Albert Schweitzer





Schmalspurwegweiser von den Hauptpersonen (Probanden) dieser Niederschrift, zu den heute lebenden Personen:


Im Zeitraum 1800 bis 1882: Johann Friedrich Sommer oo Caroline Keilbach,

deren 7. Kind von 11 Kindern ist:

im Zeitraum 1843 bis 1919: Auguste Sommer oo Albert Surau

Ihr Bruder ist Friedrich Sommer oo Elisabeth Weltzer

im Zeitraum 1875 bis 1949 deren Sohn: Rudolf Max Sommer oo Anna Margarethe Runge

zu deren Kindern zählt die Tochter:

im Zeitraum 1900 bis 2003: Anne-Marie Sommer oo Alfred Richard Janecke

zu deren Kindern gehört u.a.

im Zeitraum 1945 bis ...: Der Autor dieser Niederschrift - Chris Janecke






Worte auf den Weg

Im Laufe der Zeiten sagte man in vielen Familien: „Es wurde früher so viel über die Familiengeschichte geredet. Man könnte noch so vieles aufschreiben und erhalten!“


Tatsächlich aber wurde wohl aus solcher Erkenntnis und jenen guten Vorsätzen seltener etwas verwirklicht. So müssen auch wir uns bei diesen Lebensgeschichten vorerst mit dem vorliegenden, etwas mageren Stückwerk begnügen. Diese Schriften gelten somit als grobe Entwürfe, zu denen gewiss hier und dort Korrekturen erforderlich sind.

Mein Wunsch sind viele, viele Ergänzungen seitens wissender Leser.


Die Notizen zu den Lebensläufen, sofern es sich nicht nur um tabellarische Aufstellungen handelt, lesen sich leider nicht so flüssig, wie es in der Literatur angenehm ist. Aber wir haben hier keinen Roman vor uns. Es handelt sich ja um eine Aufzählung von Familienereignissen (darunter oftmals Geburten, Hochzeiten und Sterbefälle), die in der Häufung des Erwähnens zwar ermüdend wirken können, jedoch trotzdem im Interesse des Bewahrens aufgenommen wurden.

Also nur Mut beim Lesen.


Die nun im Text folgende Auguste Sommer, ist das 7. Geschwisterkind von den 11 Kindern in dieser Familie Sommer.

Ihr ältester Bruder Friedrich führt die Ahnenreihe „in Richtung Janecke“ weiter und trägt die Nr. 05 / 20. 1 in der Ahnenliste Janecke.


Die Eltern = Die Probanden (Generation 5)



Name:


Surau



Sommer


Vornamen:


Friedrich Albert



Anna Wilhelmine Auguste


Die Eltern:


Vater: Johann Friedrich Surau, Schuhmachermeister in Potsdam,

Mutter: Karoline Dorothea Sophie, geborene Sperling


Vater: Johann Friedrich Sommer, Bürger und Schuhmachermeister in Potsdam,

Mutter: Caroline, geborene Keilbach


Geburt:



Geboren in Potsdam,

am 31. März 1844




Geboren in Potsdam, im Hause Blücherplatz 7, am 10. Dezember 1843, früh um 4 Uhr,


Taufe:


Taufe am 14. April 1844 in der

(evangelisch reformierten Kirche = Heiligengeistkirche)



KB Heiligengeist (luth. reformiert) Nr. 12/1844


Getauft am Neujahrsfeiertag, den 01. Januar 1844, in der (evangelisch lutherischen) Heiligengeistkirche. Die Paten sind:

1. Demoiselle Keilbach, 2. Madame Schulz, 3. Herr Stammer,

4. Herr Keilbach. Reg. Heiligengeist (lutherisch) 1844, Bl. 85 Nr. 01

Anmerkung: Die Heiligengeistkirche in Potsdam verfügt zu dieser Zeit über zwei unterschiedliche Gemeinden (lutherische und reformierte) mit getrennten Kirchenbüchern!



Beruf / Stand:


Schlossergeselle,

später in Gommern:

Eisenbahn-Weichensteller =

Königlicher Eisenbahn-Beamter



Hausfrau und Mutter


Wohnanschriften vor der Ehe:



Ab 03. Oktober 1859 in der Kriewitzstraße 3 (bei den Eltern).



Trauung / Eheschließung:


Albert Surau und Auguste Sommer heiraten am 03. April 1870 im Alter von 26 Jahren in der Heiligengeistkirche.

Quelle: (Abschrift von 1938, Kirchenbuch-Nr. 11/1870).

Die Original- Kirchenbücher Potsdams sind am 14./15. April 1945 verbrannt.



Wohnanschriften, gemeinsame:

  • Ab 04. April 1870 wohnt Familie Surau in Potsdam, Kiezstraße 27. Im gleichen Haus lebte zwischen 1864 und 1866 schon Augustes älterer Bruder Emil Sommer, der Zigarrenmacher.

  • am 01. 04. 1873 ziehen sie in die Friedrichstraße No. 7

  • am 01. 07. 1874 in die Kriewitzstraße Nr. 3

  • ab 04. 01. 1875 Abzug nach Berlin. Die neue Berliner Anschrift ist im Potsdamer Einwohner(ab)melderegister nicht erfasst; ebenfalls nicht im Berliner Adressbuch. Lebt das Paar mit den Kindern eventuell zur Untermiete in Berlin? Nach sechs Jahren dann wieder Potsdam.

  • 1881 in der Potsdamer Priesterstraße 5 (> Bauhofstr. > H.-v.-Tresckow-Straße)

  • Aber etwa im Zeitraum zwischen 1885 ... 1895 lebt die Familie in Gommern, um dann nach Nowawes und Potsdam zurückzukehren.

  • 1912 Surau, Albert, Pensionär, Nowawes, Priesterstraße 6.

  • um 1914–1917, Potsdam, Charlottenstraße 106, mit der Berufsbezeichnung: Pensionierter Königlicher Eisenbahnbeamter.


Tod / Gestorben:


Potsdam, Charlottenstraße 106

16. September 1919,

am Nachmittag um 3 Uhr,

75 Jahre alt.

Reg. Standesamt 897/1919.


Potsdam, Charlottenstraße 106,

am13. Juni 1917,

am Vormittag um 5½ Uhr,

73 Jahre alt.

Reg. Standesamt 644/1917.




































- Benötigte Abschrift von Abschrift zur Zeit der Notwendigkeit des Nachweises der Deutschblütigkeit Arischer Nachweis) -

Die Originalkirchenbücher sind nach dem Luftangriff auf Potsdam am 14. April 1945 verbrannt.



Auszug aus dem Geburts = Taufregister

der evangelischen Heiligengeistkirche in Potsdam


Jahrgang 1844, Nr. 1


Täufling

Name, Vornamen Geburtstag, Tauftag usw.


Sommer

Anna Auguste Wilhelmine,


geboren am 10. Dezember 1843, früh 4 Uhr,

getauft am 01. Januar 1844


Eltern

Name (Geburtsname der Mutter), Vornamen, Beruf, Wohnort usw.


Sommer, Johann Friedrich, Bürger und Schuhmachermeister allhier, Blücherplatz 7.


Sommer geborene Keilbach. Frau Caroline, ebendaselbst,

beide evangelischer Konfession


Bemerkungen




(ohne)


Potsdam, den 4. Juli


1938



Rundstempel

Heiligengeist-Gemeinde

Potsdam








gez. Biesemeyer

Küster


Abschrift: Chris Janecke


- Abschrift von Abschrift -


Heiligengeistkirche in Potsdam



Geburts- und Taufschein



Stand und Namen des Vaters:

Schuhmachermeister Johann Friedrich Surau


Vornamen und Geburtsname der Mutter:

Karoline Dorothea Sophie geborene Sperling.


Vornamen des Kindes:


Friedrich Albert


ist geboren in Potsdam

am Einunddreißigsten März (31. März)

Eintausend acht hundert vier und vierzig (1844)

(und) hat die heilige Taufe empfangen am 14ten April 1844.



Solches wird laut Taufregister der evangelischen Heiligengeistkirche in Potsdam vom Jahre 1844, lfd. Nr. 12, hiermit amtlich bescheinigt.


Potsdam, den 17ten September 1919.



Ebert

Pfarrer an der Heiligengeistkirche




Rund-Stempel:

Evangelische Semmler

Heiligengeist- Küster

Gemeinde






Abschrift: Chris Janecke




- Abschrift von Abschrift -


Auszug aus dem Trauregister


der evangelischen Heiligengeistkirche in Potsdam


Jahrgang 1870 Nr. 11



Bräutigam


S u r a u, Friedrich Albert, Schlossergeselle allhier,

26 Jahre alt, reformierter Konfession, ehelicher Sohn des ... (siehe unten)




Trautag: 03. April 1870



Braut


S o m m e r, Anna Auguste Wilhelmine, 26¼ Jahre alt, luther. Konfession, eheliche Tochter des ... (siehe unten)



Eltern des Bräutigams


Surau, Friedrich, Schuhmachermeister allhier



Eltern der Braut


Sommer, Friedrich, Schuhmachermeister allhier



Bemerkungen


(ohne)




Potsdam, den 04. Juli 1938


Stempel der Küsterei

Heiligengeist-Gemeinde gez. Biesemeyer

Küster




Abschrift: Chris Janecke


Johann Friedrich Sommer, der Vater unserer Auguste, notiert:e vor einigen Jahren,kurz vor der Geburt jener Tochter:


1842

Wir ziehen zum Blücherplatz No. 7, also zum früheren Ziegenmarkt (für diesen Platz wurde der Feldherrn-Name im Jahre 1819 vergeben), haben also das Holländische Viertel verlassen. Karl v. Gontard (aber nicht er allein) erbaute 1769 dieses Haus. Nun leben wir fast neben der Nikolaikirche.


Im Hause Blücherplatz 7 wohnen:

Bullrich, C. W., Kaufmann, Eigentümer des Hauses

Dr. Augustin F. L., Medizinalrat

Sommer, Johann Friedrich Schuhmachermeister


Frau v. Stülpnagel, geb. Ramin




Nebenan, der Eigentümer des Hauses No. 2 ist L. Jakobs, Besitzer der Zuckerfabrik.

In der No. 6 leben der Drechsler L. Vogeler sowie der Graf R. v. Bassewitz.

In der No. 8: Bäcker C. Köppen – das ist besonders wichtig aber auch Regierungsrath Bertram und der Offizier v. Tresckow – für uns nicht gar so dringend.


Doch nun zurück zu unseren eigensten Angelegenheiten. Da gibt es neues zu berichten:

Albert Rudolph Julius ist unser 6. Kind, der sein erstes Licht am kalten 12. Januar anno '42, des Abends um 6 Uhr sah. Den 08. Februar scharten sich in der Nikolaikirche die Paten um ihn, seiner Taufe durch Herrn Superintendent Ebert beizuwohnen. Diese sind: 1. Herr Schirmer, 2. Herr Schulz, 3. Frau Keilbach, 4. Frau Keilbach. Festgeschrieben im Kirchenbuch auf Blatt 169, Nr. 25 / 1842. Wie es mit dem Leben unserer Kinder weitergeht, werden sie später selbst in einem gesonderten Dokument schildern, weil es hier den Rahmen dieses Berichts sprengen würde.


1843

Ein großer, heller Komet am nächtlichen Himmel ist jetzt, Ende Februar und Anfang März, die momentane Sensation – obwohl er selbst gar nicht zu sehen ist, dafür aber sein langer Schweif.

Ja, unsere Nikolaikirche: Der Bauherr König Friedrich Wilhelm III. und der Hauptbaumeister Karl Friedrich Schinkel leben nicht mehr. Der neue König, Fr. Wilhelm IV., wünscht jedoch statt des bestehenden Satteldaches, nun doch eine Kuppel, wie Schinkel sie vorsah. Für Ludwig Persius und Adolph Brix wird die Konstruktion ein schwieriges Unterfangen. Zur Stützung werden an jede der vier Gebäudeecken zusätzliche Ecktürme gesetzt, die das Auflagengewicht der Kuppel mit tragen und ins Fundament ableiten werden. Die Kuppelhülle wird nun auch nicht mehr mit einer schweren Holzschalung geformt und mit einem Holzgebälk ausgesteift, sondern August Borsig kann eine leichte Eisenrippenkonstruktion anbieten und fertigen. Gustav Emil Prüfer ist der zuverlässige, ideenreiche Bauleiter. Als Persius 1845 viel zu früh stirbt, wird August Stüler dessen Werk fortsetzen und an dieser Kirche beenden.


Auguste Sommer, unser Gustchen, wird als siebtes Kind am 10. Dezember geboren. Eine unruhige Nacht – morgens gegen 4 Uhr falten sich ihre Lungen beim ersten tiefen Luft holen auseinander, dem das kräftige Schreien folgt. Das Tauffest begehen wir am 01. Januar 44, am Neujahrsfeiertag in der Heiligen-Geist-Simultan-Kirche mit den Paten: 1. Demoiselle Keilbach,

2. Madame Schultz, 3. Herrn Stammer und 4. Herrn Keilbach – alles liebe Potsdamer Verwandte. Die Registrierung von Geburt und Taufe ist auf Blatt 85, Nr. 01/1844 zu finden.

(Simultankirche soll hier bedeuten, dass die evangelisch-lutherischen und die evangelisch reformierten Gottesdienste abwechselnd gleichberechtigt in derselben Kirche stattfinden).





Zwei Jahrzehnte später:

1866

Unser Sohn Emil und Schwiegertochter Auguste (geborene Lier) sind per April von dem großen Wohnpalast Kiezstraße 27 in die Innenstadt, in das Haus Brandenburger Straße 20 gezogen. Das Haus ist zwar älter (aus der Zeit des Soldatenkönigs) aber es ist eine bessere Laufgegend, in der Emil günstiger seine Räucherwaren anpreisen und auch an den Mann bringen kann.


Oh, oh, diesmal ist unsere eigene Tochter Auguste gemeint, das frühere sehr freundliche Gustchen, macht uns Sorgen. Sie hat dem zeitigen Minnedienst nicht gut widerstanden, ihn angenommen – und das in der Sommer-Familie, die stadtbekannt ist „wie ein bunter Hund“. Schande über Schande – ein Solches war nicht vorgesehen. Auch fürderhin noch unbemannt, bekommt die 22jährige bald Nachwuchs. Der künftige Vater ist nur erst Schlossergeselle und heißt Albert Surau. Uns ist dabei durchaus nicht albern zumute. Sein Vater, wie ich ein Johann Friedrich, ist ein Berufskollege von mir, dass heißt, auch er huldigt dem edlen Schuhmacherhandwerk.

Auguste hat in unserer Wohnung am 08. Oktober eine Tochter geboren. Sie soll in der Taufe die Namen Hedwig Antonie erhalten. So möchte es unsere Tochter. In Bochow bei Groß Kreutz wird sie dann vorerst als Amme tätig sein, also auch ein weiteres Kind versorgen. Über einen Milchmangel ist wohl nicht zu klagen; die Grundversorgung ist gewährleistet. –

Auguste besucht uns im Dezember für drei Tage, begeht auch bei uns ihren 23. Geburtstag, geht dann erst einmal nach Bochow zurück.


Fragen, für die ich noch keine Antwort habe:

Bochow liegt auf halben Wege zwischen Potsdam und Brandenburg. Bochow ist ein etwas abgelegenes Dorf mit ungefähr 40 Wohnhäusern, 80 Wirtschaftsgebäuden, sechs öffentlichen Gebäuden und einer Getreidemühle.

Unsere Tochter, die Wöchnerin Auguste Sommer dient dort auch als Amme.

Im Bochower Kirchenbuch findet sich keine Spur von Auguste Sommer oder ihrem Kind Hedwig Antonie.

Wo Auguste in Bochow gewohnt hat, für welches Kind sie dort Amme war, ist uns Nachgeborenen (nach 150 Jahren) unbekannt.

Im Jahre 1866 gab es in Bochow 14 Geburten in den Familien: Borchmann, Hoffmann, Kaiser, Meißner, Ritz, Ihlefeld, Schulze, Lummert, Hundertmark, Eitz, Näter, Voigt und Bernau. 1867 gab es in Bochow 17 Geburten in den Familien: Pietsch, Gebhardt, Borchmann, Schulze, Schönefeld, Schorrstaedt, Weber, Ihlefeld, Welle, Hoffmann, Kaiser, Heller, Grothe, Krause, Schulze, Wilke und Hundertmark.

Für uns sind das keine aus der Potsdamer Sommer-Verwandtschaft bekannte Namen.


1870

Nun geht’s wegen der Beengtheit für die Anderen im Kriewitzhause mit dem Mobiliar „noch einmal um die Ecke“ – zur Scharrnstraße 5, am Blücherplatze gelegen, in das 1788 gebaute Haus. Als „Scharren“ oder in der etwas verschliffenen Aussprache „Scharrn“ bezeichnet man auf dem anliegenden Markte die einfachen Verkaufsstände (oftmals Bretter auf zwei Böcken, manchmal mit Regenschutz. Vornehmer und mitunter nicht ganz ohne Ironie, auch als „Ladentheken“ bezeichnet).

Unser vormaliges Sorgenkind Tochter Auguste zieht von uns mit ihrem Kind Hedwig Antonie am 04. April fort zur Kiezstraße 27, wo sie nun mit dem Schlossergesellen Albert Surau verheiratet ist. Obwohl er noch kein Meister auf dem Gebiet der Schlosserei ist, wurde es dann doch Zeit, weil das 2. Kind schon unterwegs ist.

Eine Sorge weniger. Wünschen wir denn dem jungen Paar Fortune.

Wir befinden uns im Krieg gegen Frankreich, den Bismarck politisch angestachelt hatte (was uns natürlich nicht verraten wird – „Die Franzosen sind schuld“). Preußen wird auch diesen Krieg gewinnen und dessen Krönung wird eine neue Krone, die eines Kaisers, sein.






Die Kinder (Generation 4) von


Friedrich Albert Surau oo Anna Auguste Wilhelmine, geborene Sommer


Nr.

Familiennamen:

Sommer und Surau


Lebensdaten der Kinder


1


Hedwig Antonie Sommer,

ab 1870: Surau


oo


(zwischen 1883 und 1910 fand ich keine Eheschließung der Hedwig in Potsdam. Etwa in dieser Zeit, wohl bis 1895, lebt die Familie in Gommern, Kreis Jerichow, nahe Magdeburg).


Auguste gebiert unverheiratet mit 22 Jahren, eine Tochter.

Potsdam, am 08. Oktober 1866. Das Mädchen erhält die Namen Hedwig Antonie (Sommer).

Der Vater des Kindes ist im Einwohner-Melderegister nicht erwähnt. Nicht ausschließen wollen wir, dass es sich um den späteren Ehemann der Mutter Auguste, Friedrich Albert Surau, Schlossergeselle, handelt.

Die Wöchnerinnen-Zeit verleben Mutter und Kind, Auguste und Hedwig, in Bochow bei Groß Kreutz. Hier ist Auguste auch als Amme tätig.


Am 10. Dezember 1866 (es ist ihr 23. Geburtstag) kommt Auguste ohne Ausweis besuchsweise von Bochow nach Potsdam und meldet sich am 13. Dezember polizeilich zurück nach Bochow.

1869 (oder schon vorher) lebt Auguste mit Töchterchen Hedwig Antonie wieder in der elterlichen Wohnung in Potsdam, Kriewitzstraße 3 – bis zu ihrer Heirat mit Albert Surau.



2


Anna Bertha Hedwig Surau



oo



Robert Edwin

Meinhardt


Potsdam, 12. August 1870. Taufe am 28. August 1870.

Die Eltern ziehen mit den Kindern etwa 1885 von Potsdam nach Gommern.

Konfirmation in Gommern am 29. März 1885. Anna lernt in Gommern den Beruf einer Schneiderin.

Sie heiratet in Gommern am 19. Oktober 1895 (Standesamt 23/1895) den Werkführer Robert Edwin Meinhardt, der am 16. November 1863 in Breitenbrunn, Kreis Zwickau geboren wurde aber derzeitig ebenfalls in Gommern lebt. Sie beide werden u. a. ein Kind namens Hans Hellmuth Robert haben (* 20. Juni 1906), der später den Beruf eines Friseurs ergreift.

Anna wird in Berlin-Kreuzberg am 02. Oktober 1951 sterben.

Das Leben vom Ehemann Robert Edwin aber endet in Berlin-Hohenschönhausen am 09. Februar 1936.

Hans Hellmuth Meinhardt wird mit seiner Frau, geb. Schröder fünf Kinder haben und in Berlin leben.



3


Willi / (Willy) Surau


Geboren in Potsdam, am 09. Juli 1873.

Er ergreift später den Beruf des Malers.

Chris J.: Seine Heirat fand ich in Potsdam nicht. Eventuell in Gommern oder am Wohnort der Braut.

1903 wohnt er in Potsdam, Kreuzstraße 15 (der späteren Benkertstraße 15). In diesem Hause lebten auch schon Sommers und der Schriftsteller Theodor Storm.



4


Luise Marie Margarete Surau

(genannt Lieschen)


oo


Paul Friedrich Oskar Hasait


Sohn des Schneidermeisters Friedrich Robert Paul Hasait und seiner Ehefrau Henriette Auguste Berta, geborene Keller.


Geboren in Berlin am 21. August 1878

Luise heiratet am 03. Januar 1920 (mit 41 Jahren) einen früheren Nachbarn von Sommers, den (47-jährigen) Schneidermeister Paul Friedrich Oskar Hasait. Seine Lebensspanne:

* 26. 10. 1873, † 03. 04.1935. Die Hasait-Eltern kamen aus Litauen hierher. Luise und Oskar werden sich wahrscheinlich von Kindheit an gekannt haben, denn der Bruder von Mutter Auguste (Friedrich Sommer oo Marie Elisabeth Weltzer) wohnte mit den Hasait-Eltern (Schneidermeister) zeitweilig im gleichen Hause, Potsdam, Schwertfegerstraße 8.

Später, etwa 1878, zieht die vierköpfige Familie Hasait in das Haus Bäckerstraße 6. Dort wohnt Oskar mit den Eltern (also die Schneidermeister Hasait sen. und jun.) bis zu Oskars Heirat mit Luise Surau im Jahre 1920.

Der Bruder Max Hasait wohnt weiterhin bis zu seinem Ableben im Jahre 1933 in der Bäckerstraße 6. Max Hasait lebte von * 05. Mai 1876 – † 28. März 1933. Er war ein Kinderspielgefährte und nahezu gleichaltrig mit Max Sommer (* 1875, Schlosser und Elektrotechniker, Großvater von Chris J.). Max Hasait war bis zu seinem Ableben Buchhalter bei Max Sommer.

Der Bruder Friedrich Paul Carl (genannt Fritz) wird im Haus Bäckerstraße 6 am 08. Juni 1878 geboren. We wird von Beruf ein Schriftsetzer sein. Carl wird in späteren Lebensjahren in der Charlottenstraße 106 bei seiner Schwägerin Luise leben. Sein Ableben fand ich bisher im Archiv nicht.


Oskar Hasait stirbt in Potsdam am 3. April 1935, 61jährig, nach 15jähriger Ehe.

Seine Ehefrau Luise Hasait geborene Surau, stirbt in Potsdam (Pflegeheim am Pfingstberg) am am 28. März 1963, 84jährig.


Die vorgenannten Kinder sind auch Vetter/Basen = Cousin und Cousinen von Max Sommer. Siehe Lebenslauf Max Sommer oo Margarete Runge.





Abschrift des Auszuges aus dem Polizeilichen Melderegister der Residenzstadt Potsdam

Kriewitzstraße 3

Quelle: Stadtarchiv Potsdam, MR 50 /4, Film 74 / 1097, Blatt 120



Tag des Anzu-ges

Vor- und Zunamen,

Stand

oder Gewerbe


Tag der Geburt

Geburtsort und Provinz

Con-fession

frühere Wohnung

Tag des Abzuges

(Todes)

Anzeige der neuen Wohnung

1. 4. 1874

Schlossergeselle

Surau, Albert

31. 3. 1844

Potsdam

ev. reform.

Friedrich-straße

No. 7

4. 1.

1875

nach

Berlin

Ehefrau Auguste geb. Sommer

10. 12. 1843

Potsdam

ev.




Hedwig

8. 10. 1866







Anna


12. 8. 1870







Willi


9. 7.

1873

















Abschrift: Chris Janecke

1874

Zum doppelfestlichen Ausklang des Jahres

Am 16. Dezember heiraten im Hause Kriewitzstraße 3 der Arbeiter Siegfried Robert Siegert und Johanne Friederike Lindner, die in Zahna, in der Nähe von Jüterbog, geboren wurde. Die Zeugen auf dem Standesamt sind Franz Sommer (38 Jahre alt) und die verehelichte Schlossergesell Auguste Surau, geborene Sommer, für das Standesamt durch den Franz Sommer (ihren Bruder) anerkannt. Sie ist 31 Jahre alt. Quelle: Standesamt No. 103/1874, Stadtarchiv Film P 49 Bild 111.