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Theodor Steiner oo Marie Sommer

Lebenszeit (1866 bis 1946) in Potsdam und Nowawes / Babelsberg

Tabellarischer Lebenslauf mit einigen Anmerkungen zu den Vorfahren.


Zusammenstellung von Chris Janecke, August 2015. E-Mail: christoph@janecke.name



Was man tief in seinem Herzen besitzt,

kann man nicht durch den Tod verlieren.

Verfasser unbekannt



Schmalspurwegweiser von den Hauptpersonen (Probanden) dieser Niederschrift, zu den heute lebenden Personen:


Im Zeitraum 1800 bis 1896: Johann Friedrich Sommer oo Caroline Wilhelmine Charlotte Keilbach

Zu deren Kindern gehörte:

Im Zeitraum 1831 bis 1909: Karl Johann Friedrich Sommer oo Marie Elisabeth Weltzer


Zu den Kindern von Friedrich Sommer und Marie Weltzer gehörten deren Kinder:

Paul, Hedwig, Marie und Max Sommer

Marie Steiner geborene Sommer (kinderlos) ist somit eine ältere Schwester des Max Sommer

im Zeitraum 1875 bis 1949: Rudolf Max Sommer oo Anna Margarethe Runge

zu deren Kindern zählte die Tochter:

im Zeitraum 1900 bis 2003: Anne-Marie Sommer oo Alfred Richard Janecke

zu deren Kindern gehört u.a.

im Zeitraum 1945 bis ...: Der Autor dieser Niederschrift – Chris Janecke, Großneffe der Marie



Die Großeltern, Generation 5


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Generat. 5

Ahn 20

Ahnin 21

Steiner

Baatz

Name

Sommer

Weltzer

Friedrich August

Amalie Friederike

Vorname

Karl Johann Friedrich

Marie Elisabeth

Nowawes,

09. Januar 1827

Nowawes,

28. März 1830

Geboren

Potsdam,

13. November 1831

Potsdam,

29. März 1838

Webermeister

Hausfrau und Mutter

Beruf

Schuhmachermeister

Mutter und Hausfrau

um 1856 Nowawes, Neue Straße 6, ab 02. 07. 1861: Neue Straße Nr. 7. Auch in der Mühlenstraße 4a lebt die Familie.

Wohnung

Nowawes, Mittelstraße 9


in Nowawes am

21. August 1905,

1 Uhr vormittags. an Herzmuskel-entartung mit 78 J. / 7 Monaten / 13 Tagen, Bestattung am 24. August auf dem Kirchhof an der Mittelstraße

in Nowawes am

03. August 1879

Gestorben

Reppen (Neumark), 28. Juni 1909

Nowawes, am 10. Februar 1906



Generation 4



Die Kinder dieser Steiner-Familie


Die Kinder der Sommer-Familie

01


Gustav




* 30. 10. 1851


Gustav wird später

Auguste Bittrich ehelichen.

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02

August


* 21. 07. 1852

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03

Albert


* 03. 06. 1854

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04

Franz Otto

* 04. 07. 1857,

Taufe: 11. 7. 57.

Er wird ebenfalls Webermeister.

Er heiratet am 23. April 1887 die Anna Marie Johl (lt. Standesamt Nr. 31 / 1887). Er wohnt bisher Priesterstraße 1 und sie Mittel-Straße 5.

Er heiratet zum zweiten Mal mit 50 Jahren: am 22. März 1907 (KB 9/1907) die Emilie Luise John, geb. 01.06.1853, 53 Jahre


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05

Friedrich Hermann


* 31. 05. 1859

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06

Friedrich Wilhelm


* 25. 05. 1861

01

Karl Johann Friedrich Max

* 30. 06. 1860

+ 01.04. 1860

07

Julius Emil


* 16. 07. 1862

02

Maria Elisabeth Hedwig


* 08. 07. 1863

08

Ludwig Wilhelm


* 19. 07. 1864

03

Carl Ernst Paul

* 26. 01. 1866

09

Carl Theodor Steiner

* 20.08. 1866


04

Maria Auguste Elisabeth Sommer


* 28. 12. 1866

10

Auguste Amalie Marie

* 31. 07. 1868

05

Tochter, starb während der Geburt


* 31. 12. 1869

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06

Klara Anna Marie



* 30. 12. 1870

+ 12. 07. 1872

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07

Max Rudolf Sommer


21. 09. 1875






Das Ehepaar Steiner oo Sommer, Generation 4



Name


Steiner



Sommer

Vornamen

Carl Theodor

Maria Auguste Elisabeth

genannt: Marie / Mariechen


Geboren


Getauft

Nowawes im Kreis Teltow, am 20. August 1866, halb neun Uhr am Abend.

Taufe in der Friedrichskirche am 02. September 1866. Prediger Kühne.

Die Taufpaten: 1. Carl Blisse,

2. Carl Falkenberg, 3. Emma Harborth, 4. Marie Schade. 5. Seine Majestät, der König, (Wilhelm I) hat unter dem 06. September 1866 ausdrücklich gestattet, daß allerhöchst Sein Name als Pate in das Kirchenbuch eingetragen werde.(Wie es dazu kam, ist uns Nachkommen nicht überliefert).

Quelle: Kirchenbuch Nowawes Nr. 121 / 1866.


Potsdam, Am Alten Markt 3, am 28. Dezember 1868.

Getauft in der Nikolaikirche zu Potsdam.




Anmerkung: Zur Taufe liegen uns keine Kirchenbuchangaben vor, da verschiedene Kirchenbücher am Ende des 2. Weltkrieges, am 14./15. April 1945 verbrannten.

Beruf

Webermeister


Näherin, Hausfrau

Wohnung

Um 1866: Nowawes, Neue Straße 7

Um 1889 bis 1906: Nowawes, Auguststraße 1c


Um 1906: Nowawes, Mittelstraße 9


Heirat / Trauung

2. Heirat des 40 Jahre alten Witwers Karl Theodor Steiner,

aber 1. Heirat der Jungfrau M. A. E. Sommer, 38 Jahre.


Standesamt Nowawes, am 05. Oktober 1906. Eheschließung des Webermeisters Karl Theodor Steiner, Sohn des verstorbenen Webermeisters August Steiner mit der Tochter des Schuhmachermeisters Friedrich Sommer.

Als Zeugen waren zugezogen und erschienen: Der Webermeister Otto Steiner (ausgewiesen mit dem Zeugnis über seine Meisterprüfung), 49 Jahre alt, wohnhaft Mittelstraße 5 und der Webermeister August Steiner (ausgewiesen durch seinen Ersatz-Reserve-Schein) 54 Jahre alt, wohnhaft Lindenstraße 4. Quelle: Heiratsurkunde des Standesamtes Nowawes Nr. 93 /1906, Film P 295, Bild 372.

Trauung am 06. Oktober 1906, Oberpfarrer Dessin. Quelle: Kirchenbuch der Friedrichskirche Nr. 79 / 1906.


Wohnung,

gemeinsame

Nowawes, Mittelstraße 19 a, das ist nach 1930: Wichgrafstraße 19 a.


Gestorben

24. Juni 1923, 56 Jahre alt, (Freitod).

Beerdigung am 27. Juni 1923 auf dem Neuen Friedhof an der Goethestraße. Quelle: Kirchenbuch der Friedrichskirche Nr. 59 / 1923.

05. Februar 1946, gegen 9.00 Uhr. 78 Jahre alt. Beerdigung am 09. Februar 1946 auf dem Friedhof an der Goethestraße.

Quelle: Standesamt Potsdam-Bbg, Sterbebuch Nr. 185 / 1946.



Kinder dieses Ehepaares?

Diese Ehe blieb kinderlos.


Anmerkungen.

Anne-Marie Janecke, geborene Sommer, Mutter von Chris Janecke, ist eine Nichte der Schwestern Hedwig Knoll und Marie Steiner. Sie erinnert sich:

Tante Marie war klein und zierlich, wie ihre ältere Schwester Hedwig. Beide waren sie sehr lieb und religiös veranlagt, wie nicht alle der Geschwisterkinder. Bruder Max (mein Vater, der Schlosser und Elektrotechniker Max Sommer) beispielsweise hatte nichts mit der Kirche im Sinn und sein Bruder Paul, (der Schuhmachermeister in der Retzow- und der Lindenstraße) hielt es eher mit den Belangen der Arbeiterschaft, als mit der Geistlichkeit.

Meine Tanten Hedwig (Knoll geborene Sommer) und Marie (Steiner geborene Sommer) hatten mich, ihre kleine Nichte, recht gern. Zu meinen Geburtstagen bekam ich von ihnen immer einen Blumenstrauß aus dem eigenen Garten in der Mittelstraße und frische Eier von den eigenen Hühnern.

Wohl selten kamen die Tanten zum Geburtstag meiner Eltern, wenn ich mich recht erinnere, obwohl mein Vater Max Sommer ja ihr Bruder war und wir doch nur fünf Fußminuten voneinander entfernt wohnten (Mittelstraße 19 / 19a und Priesterstraße 68). Auch habe ich nicht bemerkt, dass meine Eltern ihre Geschwister zum Geburtstag beschenkten. Zumindest aber gab es zu diesen Anlässen einen Blumenstrauß.

Beide Schwestern suchten ihren Bruder Max in den Fällen auf, wenn sie beispielsweise Unterstützung benötigten, um Schriftverkehr mit Behörden zu erledigen.

Meine Tanten, die Schwestern Hedwig und Marie nahmen am Handarbeitskreis der Kammerdame Fräulein Claire von Gersdorff (spätere Hofmeisterin und noch später Hofstaatsdame am Kaiserhof von Wilhelm II.) teil, in dem nicht nur Handarbeiten für soziale Verwendungen gefertigt wurden, sondern ein reger Gedankenaustausch stattfand, über vieles, was über Kirche, Kinder und Küche hinausging. Die Beschäftigung bei diesen Gesprächen gingen den beiden Schwestern wohl recht flott von der Hand. Wen wundert es, denn Hedwig war ja Schneiderin und Marie Näherin. Fräulein v. Gersdorff war eine natürlich-lebhafte Frau, vielseitig interessiert, musikalisch und zeichentalentiert. Sie sprach fließend französisch und englisch. Die deutsche Muttersprache beherrschte sie selbstredend ganz vorzüglich. Claire v. Gersdorff war gerade vier Jahre älter als Hedwig, zehn Jahre älter als Marie. Als sie den Dienst bei der Kaiserin 1881 antrat, war sie 22 Jahre jung. Sie lebte mit den anderen beiden Hofdamen der Kaiserin, Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff und (der späteren) Hofstaatsdame v. Keller im Hofdamenhaus. Später im Ruhestand aber fand sie ihr Unterkommen in der Breiten Straße im Ständehaus (dem späteren Naturkunde-Museum). Alle drei wurden vom Kaiserhause auf dem Bornstedter Friedhof, an dessen südwestlichem Ende, zur letzten Ruhe beigesetzt. Allzu viel wird sie von ihrem „Leben als Fräulein“ dann auch nicht gehabt haben, als es im Dienste bei der kaiserlichen Familie zu verleben. Ohne Ehemann, ohne eigene Kinder aber stets dem Höfischen verpflichtet, kann dieser Dienst ein großes Opfer sein, selbst wenn es einem äußerlich an nichts zu mangeln scheint. Leider verstarb Fräulein Claire v. Gersdorff schon im Jahre 1927, im Jahr meiner Konfirmation, erzählt Anne Marie Janecke.

Ansonsten waren die häuslichen Verhältnisse bei meinen Tanten Hedwig und Marie eher einfach, sauber und bescheiden, gewiss auch von den finanziellen Möglichkeiten durch den Verdienst der Ehemänner (Knoll: Handelsmann, Steiner: Weber) bestimmt.

Tante Marie und Theodor Steiner heirateten im Herbst des Jahres 1906, also ein reichliches Jahr nach Maries jüngstem Bruder Max, meinem Vater. Beide Eheleute, Marie und Theodor, waren liebenswert, zurückhaltend und zart fühlend. Marie lebte bis zur Heirat auch in der Mittelstraße 19. Als gemeinsame Wohnstätte hatte das Paar dann das kleine (halbe) Weberhaus Mittelstraße 19a, links neben dem großen kubischen Bau der Familie Knoll, Mittelstraße 19 (später Wichgrafstraße 19).

In ihrer Stube hing ein wunderschönes Ölgemälde mit schwerem (vergoldeten?) Rahmen, von ihrer „ominösen Vogeltante“ gemalt, die in Berlin lebte. Meine Tanten erzählten, dass es immer ein Erlebnis war, wenn sie dort in Berlin bei ihrer Tante in dem recht vornehmen Haushalt mit großem Garten zu Besuch sein durften. Mehr allerdings ist mir von der Familienverbindung und dieser Tante nicht überliefert. Durchaus wäre es „nach Aktenlage“ möglich, dass es sich bei dieser um die leibliche Tante Auguste Sommer, geb. 1843 oo Albert Surau handelte, denn jenes Ehepaar Surau zog 1875 für einige Jahre von Potsdam nach Berlin.


Onkel Theodor Steiner hat mit seinem sensibel veranlagten Gemüt die Inflationszeit in den 1920er Jahren, bei der alle Ersparnisse verloren gingen, seelisch nicht ertragen. Er glaubte die Verantwortung für die Versorgung seiner Frau nicht mehr tragen und erfüllen zu können und ging im Frühsommer 1923 als Nichtschwimmer in den Griebnitzsee, um sein Leben mit 56 Jahren zu beenden. Eine andere Möglichkeit, einen besseren Ausweg, erkannte er nicht. Geholfen hat das allerdings seiner Frau durchaus nicht. Bald darauf, im Herbst, war das Papiergeld nichts mehr wert, wovon alle betroffen waren. Der große Währungsschnitt noch vor dem Jahresende. Damals war ich gerade 10 Jahre alt, erzählt die Nichte, Anne Marie Janecke.

Theodor Steiner war ein Onkel des Buchdruckermeisters Theodor Steiner, der in der Yorkstraße (spätere Kopernikusstraße 13) sein Geschäft hatte.

Tante Marie starb am 05. Februar 1946 im Alter von 78 Jahren (friedlich an Altersschwäche) und wurde am 09. Februar 1946 auf dem Friedhof an der Goethestraße beigesetzt.


Lange vor meiner Geburt war Tante Hedwig bereits Patentante bei Kindstaufen in unserem weiteren Familienkreis, so zum Beispiel:

Am 26. Februar 1893 bei Elisabeth Sommer, Tochter ihres Bruders Paul Sommer und dessen Ehefrau Emma, geborene Krüger, und am 29. April 1894 bei Franz Benedikt Karl Rutschmannn. Der Kindsvater ist Franz Rutschmann und seine Ehefrau Auguste, geborene Weltzer.




- vorläufiges Ende -