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Zur Ahnenliste "Janecke" gehörend:


Tabellarischer Lebenslauf von

Johannes Sotscheck

(Nowawes * 1848 bis † 1922)

oo

Klara Maager

(* Rakow, Putzig-Hauland, Provinz Posen, 1852 bis † Nowawes 1934)



Zusammengestellt von Chris Janecke, Bearbeitung: Februar 2017

E-Mail: christoph@janecke.name





Die Stille meines Geistes bezeugt meinem Herzen,

dass mich Vernunft regiert, nicht Unruh oder Schmerzen.


Johann Christoph Gottsched




Generation: Ahn:

Generation: Ahnin:

Die Großeltern

Generation: Ahn:

Generation: Ahnin:

Sotscheck

Melsheimer/

(Melzheimer)


Name

Maager


Friedrich Gottlieb

Caroline Friederike


Vorname

Alexander


Nowawes, am

13. März 1813

Nowawes, am

01. Februar 1813


Geboren



Friedrich Joseph Sotscheck, Webermeister // Anna Dorothea

geborene Wagnitz


Christian Gottlieb Melsheimer,

Webermeister, Gemeinde-Vorsteher // Marie Dorothea geborene Müller

deren Eltern,

(also die Urgroßeltern)



Webermeister,

Fabrikant, Schulvorsteher, Kirchenältester

Hausfrau und Mutter


Beruf

Lehrer in Putzig-Hauland,

Pommern


Nowawes, am 16. April 1837


Heirat


Nowawes, am

29. Dezember 1883

Nowawes, am

03. Sept. 1896


Gestorben






Die Eltern (Probanden)

Johannes Carl Friedrich Sotscheck oo Klara Maager





Vater:

Generation: / Ahn:


Mutter:

Generation: / Ahnin:

Die Bedeutung dieser

Familien-Namen:


1. Wir nehmen an, dass dem NT die Korpulenz fehlte, er nicht an übergroßer Körperfülle litt. 2. ?


Name:



Sotscheck


Maager


Vornamen:




Friedrich Carl Johannes



Klara



Die Eltern der Probanden

(Großeltern)




Der Vater:

Gottlieb Sotscheck d. Ä., Weberei-Fabrikant, Kirchenältester, Nowawes



Der Vater:

Alexander Maager,

Lehrer in Putzig-Hauland, Pommern

Die Mutter:

Caroline Friederike

Melsheimer/(Melzheimer)


Die Mutter:


Geburt:



Nowawes, am 22. März 1848,

12½ Uhr mittags.



am 24. August 1853


Taufe:




Taufe am 09. April 1848. Paten:

1. Frau Thalheim, 2. Frau Keil,

3. Ludwig Richter.

Taufregister Friedrichskirche 24/1848.





Beruf/Stand oder Gewerbe:




Friedrich Carl Johannes wird ein Weber-Meister.


Dr. phil. Wernher Bauer (ein Nachkomme der Sotschecks) merkt im Jahre 1934 an (sinngemäße, gekürzte Wiedergabe von Chris Janecke): Die elterliche Familie Gottlieb (d. Ä.) Sotscheck oo Caroline Melzheimer, führten zeitweilig ein für Nowaweser Verhältnisse vornehmes Leben. Der jüngste Sohn (das Kind 8: Johannes) schien zum Studium, zu dem er vom Vater vorgesehen war, nicht bestens geeignet. Als späterer Webermeister wurde Johannes der Erbe des väterlichen Webstuhls. Es stand zu befürchten, dass er als Weber mit der Ehefrau und den zahlreichen Kindern verhungert wäre, wie es zu jener Zeit vielen Familien drohte. Er erhielt er jedoch die Stelle eines Rendanten (Kassenverwalters) an der Ortskrankenkasse, in der er sich gut bewährt hat. Mit einem Schlage stand die Familie finanziell gesichert da.

Dieses Beispiel ist volkswirtschaftlich nicht erfreuend: Es zeigt die Überlegenheit der Zahlbank über das Arbeitsgerät, die Überlegenheit der wertbenutzenden Tätigkeit über jene die Werte schaffende Arbeit.


Die Ehefrau Klara ist Hausfrau, Mutter von neun Kindern.



Wohnanschriften vor der Ehe:



Nowawes, Kirchplatz 16



Trauung:

(ev.-lutherisch)


Der 26-jährige Johannes heiratet am 09. April 1874 in Putzig-Hauland, Pommern, am Wohnort der Braut, die 21-jährige Jungfrau Klara Maager. Das junge Paar lebt anschließend in Nowawes. Quelle KB nach No. 10 /1874 erwähnt (aber ohne eigene Nr., weil nicht in Nowawes getraut).

Zwischen 1875 und 1889 wird das Paar 9 Kinder haben, von denen jedoch drei im Kleinkindesalter sterben.



Wohnanschriften, gemeinsame:



Die Familie lebt um 1875 Kirchplatz 17, um 1883 bis nach 1901: Kirchplatz No. 16. Um 1922 aber im Hause Friedrichkirchplatz 21.

Klara wohnt als Witwe in der Familie der Tochter.



Tod / Gestorben:

Bestattet:






Johannes stirbt mit 74 Jahren am 12. Oktober 1922, vormittags 11 Uhr. Darmkrebs und Herzschwäche stellt. Dr. Wunn fest.

Man bestattet ihn am 14. Oktober 1922 auf dem Kirchhof an der Mittelstraße (Alter Friedhof). Quelle: KB 92 / 1922.

Standesamt Nr. 253 / 1927 auf Film

P 322, Bild 459. Ein Testament und mehr als 500 Mark sind in den Händen der Ehefrau.



Klara stirbt bei Tochter und Schwiegersohn in deren Wohnung Nowawes, Friedrichkirchplatz 22,

am 21. Januar 1934, am Nachmittag um 4¼ Uhr. Sie wurde 80 Jahre alt. Sie hinterlässt 5 großjährige Kinder (3 waren sehr zeitig gestorben). Ein Testament oder ein Vermögen seien nicht vorhanden. Dr. med. Kammler stellte Magenkrebs und Herzschwäche fest.

Quelle: Standesamt/Stadtarchiv Film 325, Bild 339, Nr. 29 / 1934.





Die neun Kinder von


Johannes Carl Friedrich Sotscheck oo Klara Maager



1


Johannes Hugo Gottlieb

Sotscheck


oo 02. Juli 1905


Marie Korallis


Geboren in Nowawes, Kirchplatz 17, am 27. Februar 1875, 4 Uhr am Nachmittag. Die Taufe celebriert am 14. März 1875 Herr Pfarrer Koller. Die Taufzeugen sind: 1. Frau Maager, 2. Herr Fuchs, 3. Karl Potthof, 4. Gottlieb Sotscheck, 5. Jungfrau Martha Sotscheck.

Quelle: Kirchenbuch der Friedrichskirche Nr. 9, Eintrag Febr. 1875.

Register Standesamt: Nr. 52/1875.


Johannes wird im Jahre 1905 als Arbeiter geführt.

Er heiratet am 02. Juli 1905 die Marie Korallis.

Den Eintrag zur Eheschließung auf dem Standesamt Nowawes habe ich nicht gefunden.

Marie wurde am 04. Februar 1880 in Keulenburg geboren. Die Wohnung war früher Kirchplatz 16, nach der Eheschließung: im Diensthaus Klein Glienicke (Lehrerseminar?) und später im Hause Nowawes, Kirchplatz 4a.



2


Anna Margarethe Caroline

Sotscheck


oo


Fritz Müller,



Geboren in Nowawes, Kirchplatz 17, am 20. Februar 1876, um

1 Uhr mittags. Taufe am 02. April, Prediger Röhricht. Die Paten:

1. Herr Fuchs, 2. Herr Heine, 3. Herr Petzhold, 4. Herr Sotscheck,

5. Herr Maager.

KB Reg.-Nr. 50 /1876, Standesamt A 55/1876 auf Film P 279 S. 242.


Margarete heiratet den Fritz Müller, Sattler- und Tapezierer-Meister, später stadtbekannt als "Jalousien-Müller". Sie wohnen (um 1934) Friedrichkirchplatz No. 22.

Margarethes Leben wird am 17. Februar 1958 enden (Testament vorhanden). Eintrag Standesamt Babelsberg Nr. C 100 / 1958.



3


Elisabeth Clara Anna

Sotscheck


oo 15. Juni 1901


Ernst Franz Wilhelm

Boy,

Postassistent










Geboren in Nowawes, Kirchplatz 17, am 12. März 1877, ½11 Uhr, vormittags.

Getauft am 03. April in der Nikolaikirche zu Potsdam (warum dort?) Prediger Schioffski. Die Paten sind in St. Nikolai erfasst.

Das Kirchenbuch der Taufen der Nikolaikirche 1858 bis 1945 verbrannte bei der Bombardierung der Stadt Potsdam am 14. April 1945. Ein Duplikat bestand nicht. Die darin enthaltenen Angaben und damit über das Wissen um die Taufe sind unwiederbringlich verloren.

Standesamt: Nr. 67 / 1877 auf Film P 280, Seite 040


Die unverehelichte Elisabeth Clara Anna Sotscheck, ohne Beruf, wohnhaft im Hause ihrer Eltern Nowawes, Kirchplatz 16, hat am 03. März 1899 um 12¾ Uhr nachmittags das Kind Johannes Ernst Sotscheck geboren.

Anzeigende auf dem Standesamt: Hebamme Ottilie Russow, geborene Schüler. Film P 541, Seite 41, Geburts-Eintrag A66 / 1899.

Der Standesbeamte Fechner. VorstehenderEintrag des Standesamtes Nowawes auf Nr. A 66/1901 vom 15. Juni 1901(!) zum Zeitpunkt der bürgerlichen Eheschließung.

Das Kirchenbuch 11 der Friedrichskirche weist zusätzlich aus:

Die Taufe des Kindes Johannes Ernst Sotscheck fand am 19. März 1899 statt. Pfarrer Koller. Die Paten waren:

1. Richard Bilkenroth, 2. Johannes Sotscheck (Großvater des Täuflings), 3. Hedwig Sotscheck – alle drei aus Nowawes, 4. Frau Boy – aus Perleberg (Großmutter des Säuglings). KB 56/1899.


Eine spätere Eheschließung findet am 15. Juni 1901 statt, mit der das Kind nachträglich legitimiert wurde. Der leibliche Vater und Ehemann ist der Postassistent Ernst Franz Wilhelm Boy, evangel., geboren in Tangermünde Kreis Stendal am 16. April 1877. (KB 206/1901). Sein jüngster Wohnort ist Wittstock an der Dosse, Alte Poststraße 350. Sein verstorbener Vater war der Gastwirt Johann Wilhelm Christian Boy, zuletzt in Perleberg, Hamburger Straße 19 a. Seine dort noch lebende Mutter ist Marie Elisabeth Boy, geborene Müller, Perleberg, Hamburger Straße 19a.

Bürgerliche Eheschließung Stand. 49 / 1901, Film P 294, Bild 55. Zeugen der Eheschließung waren der Brautvater Johannes Sotscheck, 53 Jahre alt und Schlossermeister Hermann Kabbert,

37 Jahre, aus Neuendorf, Eisenbahnstraße 10.


Gestorben ist Johannes Ernst Sotscheck bereits 1938, Sterbe-Register C 51 / 1938 des Standesamtes Berlin-Charlottenburg.



4.


Hedwig Elisabeth

Sotscheck


oo 22. März 1902


Richard Max Alfred Weltzer



Zu den Ahnenlisten "Janecke" und "Sommer" gehörend!:


Mit der Ehe Weltzer (Sommer-Linie) und Sotscheck (Janecke-Linie) wird eine Verbindung zwischen den Familienverbänden "Janecke" und "Sommer" geknüpft.



Geboren in Nowawes, Kirchplatz 17, am 05. September 1878, um

4 Uhr morgens. Reg.-Nr. Standesamt 246 / 1878.

Taufe am 27. Okt.1878, Pastor Koller, KB Nowawes: 223 / 1878.

Die Paten: 1. Kaufmann Maager, hier; 2. Frau Fuchs, Neuendorf,

3. Frau Marks, (Ehefrau des Schmiede-Meisters) in Potsdam.

Quelle: Standesamt Nr. 246 /1878 auf Film P 280, Seite 292.


Hedwig ist als junge Frau Buchhalterin. Sie wohnt bei den Eltern, Kirchplatz 17 und heiratet am 22. März 1902 den Schlosser Richard Max Alfred Weltzer, Sohn von Georg Weltzer und seiner Frau Marie Sommer. Alfred wurde am 24. Dezember 1877 in Bornstedt geboren. Er lebt jetzt im Nebenhaus, Kirchplatz 17. Zeugen der Eheschließung: Der Schlossermeister Hermann Kabbert, 38 Jahre alt, Neuendorf, Eisenbahnstraße 10 und der Königliche Schlossdiener Georg Weltzer, 38 Jahre, wohnend in Babelsberg, also im Schlosspark (Bruder des Bräutigams). Standesamt: Nr. B 14/1902 auf Film P 294 S. 143.

Trauung in der Friedrichskirche 16 / 1902. Pfarrer Koller. Siehe Lebenslauf Weltzer oo Sotscheck..



5


Der erste Zwilling Richard Max

Sotscheck


Geboren am 10. März 1883, morgens 1 Uhr. Taufe am 01. April 1883

Pf. Koller. Die Paten: 1. Fabrikant Reinhold, 2. Herr Popp,

3. Eisenbahnbeamter Schüler. Diese drei sind aus Neuendorf und

4. Junglehrer Mählis sowie 5. Jungfrau Rüdiger aus Nowawes.

Geburt Standesamt: A 69 / 1883. KB ebenfalls 69 / 1883.


Gestorben am 03. Juni 1883, vormittags 1 Uhr. Standesamt Nr.

C 99 / 1883. Stadtarchiv Potsdam, Film P 281, Seite 363.



6


Der zweite Zwilling Paul Bernhard

Sotscheck


Geboren am 10. März 1883 um 1 ¼ Uhr morgens. Taufe am 01. April. Pf. Koller. Die Paten: 1. Lehrer Jaerchow, 2. Hoenicke,

3. Zimmermeister Kluge und 4. Herr Fuchs, alle aus Neuendorf sowie 5. Jungfrau Loeffler aus Nowawes.

Geburt: Standesamt: A 70 / 1883. KB 70 / 1883.

Gestorben am 02. Juni 1883. Standesamt Nr. C 98 / 1883. Film P 281, Seite 364.



7


Eduard Ernst

Sotscheck


Geboren am 03. Juni 1884 um 1 Uhr morgens. Taufe am 13. Juli 1884 von Pastor Pleß (?). Die Paten sind 1. Frau Kfm. Sotscheck,

2. Webermstr. Popp, 3. Assistent Maager und 4. Lehrer Gustav Maager aus Potsdam, Militärwaisenhaus, Waiserstraße 36. Ferner 5. Rentier Sotscheck aus Neuendorf. KB Reg.-Nr. 129 /1884.

Standesamt: Reg.-Nr. 129/1884.


Das Kind stirbt am 23. Okt. 1885.



8


Elisabeth Johanna

Sotscheck


oo


Herrn Blumenreich





Geboren in Nowawes, Kirchplatz 16, am 24. Juli 1887, vormittags 11½ Uhr. Standesamt A 203 / 1887 auf Film P 283 S. 107.

Taufe am 28. August, Prediger Harnisch. Die Paten:

1. Bäckermeister Bowitz, hier, 2. Herr Popp, Neuendorf,

3. Herr Siermann, Potsdam. KB 206/1887.


Johanna heiratet zwischen 1905 und 1920 einen Herrn Blumenreich.

Einen Eintrag der Standesämter Nowawes und Potsdam habe ich nicht gefunden. Ende 1935 ist Johanna bereits Witwe.

Aufgrund einer "Verfügung des Innenministeriums vom 04. Dezember 1935" führt die Witwe Johanna ab 1936 wieder ihren Mädchenamen Sotscheck. (Es ist davon auszugehen, dass Herr Blumenreich jüdischer Herkunft war).



9


Richard Fritz Sotscheck


Geboren in Nowawes, Kirchplatz 16, am 02. Oktober 1889, abends 7 Uhr. Standesamt A 283/1889 auf Film P 284, S. 149.

Taufe am 11. Dezember 1889 durch Prediger Harnisch „Jachtaufe“ (siehe unten). Die Paten: 1. Frau Bilkenroth, 2. Frau Krüger,

3. Frau Popp. Reg: KB Friedrichskirche 286/1889.

Fritz wird aber den schwierigen Lebensbeginn überleben.

Er wird ein Ingenieur sein und wohnt in Nowawes, Wilhelmstraße 59.

Sein Leben endet bereits am 04. Juni 1940 in Berlin-Schmargendorf, im Alter von 50 Jahren. (Nr. im dortigen Standesamt: 552/1940).




Erläuterung des inzwischen veralteten Begriffs "Jachtaufe": Jach = jäh, schnell = Nottaufe.

Schien das Kind sehr schwach, entschied man sich zur Jachtaufe, einer abgekürzten Form des Taufens. War kein Geistlicher zur Stelle, konnte diese Taufe auch die Hebamme oder ein anderer christlicher Laie vollziehen. Mindestens gehörte zum Umfang:

1. Der Spruch: "Der Herr behüte deinen Ausgang und deinen Eingang von nun an, bis in Ewigkeit."

2. Die Namensnennung

3. Die taufende Wasserbenetzung (notfalls auch mit Wein oder Bier)

und nach Möglichkeit

4. Das Vaterunser

5. Das Glaubensbekenntnis