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Zur Ahnenliste "Sommer" gehörend:


Ein tabellarischer Lebenslauf

mit Notizen zu Abgaben an die französische Besatzung in der Zeit vor den Befreiungskriegen.

Aus der Reihe Familienforschung und Heimatgeschichte


Johann Friedrich Gottfried Sommer

30. Juli 1769 bis 19. Februar 1809

und seine Ehefrau

Johanne Charlotte geborene Wegen (Weegen)

25. April 1768 bis 30. März 1809.

mit Hinweisen zu den Kindern dieses Ehepaares.


Gemeinsamer Lebensort: Buckow

(Oberbarnim / Märkische Schweiz/ Märkisches Oderland)

in der Mark Brandenburg, Preußen




Bearbeitungsstand: Dezember 2016. Autor und Kontaktpartner für Fragen, Meinungen und Ergänzungen: Chris Janecke E-Mail: christoph@janecke.name


Bei den oben Genannten handelt es sich um Alturgroßeltern des Autors.

Wenn du Interesse hast, mehr darüber zu lesen, was sich in dieser Zeit im Leben der Menschen abspielte, so sieh’ bitte auch in die Dokumentationen „Zeitgeschichte“ und „Zeitgenossen“ auf der gleichen Internetseite.

Die hier gezeigten Ergebnisse bedeuten noch keinen Abschluss der Forschung.




Wir haben euch nicht verlassen wollen. Wir sind im Geiste bei euch.

Wir mussten nur sehr früh gehen, den Weg im Voraus zu erkunden,

den wir alle gehen müssen. Wir bleiben eine Familie.


Mit dem Ende des irdischen Lebens endet uns're Liebe für euch nicht!




Schmalspurwegweiser von den Hauptpersonen (Probanden) dieser Niederschrift, zu den heute lebenden Personen des Familienzweigs:


Zeitraum 1768 bis 1809: Johann Friedrich Gottfried Sommer oo Johanne Charlotte Wegen

Zu deren Kindern gehörte u. a.:

Im Zeitraum 1800 bis 1896 Johann Friedrich Sommer oo Caroline Keilbach

Zu deren Kindern gehörte u. a.:

Im Zeitraum 1831 bis 1909: Karl Johann Friedrich Sommer oo Marie Elisabeth Weltzer

Zu deren Kindern gehörte u.a.:

im Zeitraum 1875 bis 1949: Rudolf Max Sommer oo Anna Margarethe Runge

zu deren Kindern zählte die Tochter:

im Zeitraum 1900 bis 2003: Anne-Marie Sommer oo Alfred Richard Janecke

zu deren Kindern gehört u.a.:

im Zeitraum 1945 bis ...: Der Autor dieser Niederschrift - Chris Janecke





Das Ehepaar = Die Probanden = Die Eltern

Johann Friedrich Gottfried Sommer oo Johanne Charlotte Wegen





Vater:

Generation: 07/Ahn 80


Mutter:

Generation 07/Ahnin 81

Die Bedeutung dieser

Familien-Namen:

Gefühlsverbindung zu Sonne, Wärme Reife, Ernte. Namensträger eventuell im Hochsommer geboren. Ein Übername mit der Begriffswahl für diese Jahreszeit.

zu Wegener / Wagner für einen Wagenhersteller, Wagner, Stellmacher.


Name:




Sommer


Wegen

(frühere Schreibweise auch Weegen)

Vornamen:


Johann Friedrich Gottfried

Johanne Charlotte



Die Eltern der Probanden (Großeltern)



Der Vater:

Sommer


Der Vater:

Meister Johann Jacob Weegen


Die Mutter:

?


Die Mutter:

Dorothea Elisabeth (Wiese), eher Winter (sehr schlecht lesbar)


Geburt:


(Chris Janecke

besuchte die Orte Buckow und Batzlow am 17. Oktober 1997)


Geburt am 30. Juli 1769 (nach Sterbeangabe errechnet). Im Kirchenbuch Groß- und Klein-Buckow nicht gefunden. Eventuell in Batzlow Barnim geboren?), in Batzlow keine Kirchenbücher vorhanden. 1945 vernichtet. Im Zentr. Kirchenbucharchiv Berlin, S. 380, Microfichegruppe 16600 steht der Vermerk: Fehlt. (Keine KB-Kopie vorhanden.Für immer verloren).



Buckow, am 25. April 1768.




Taufe:




Taufe nicht gefunden.

Das 1. Taufbuch von Groß- und Klein-Buckow beginnt am

1. January 1768, geführt von Oberprediger Johann Spendelin, geschlossen am 31. Dezember 1804. Es enthält aber keine Taufeintragung zu diesem Kind.



Taufe am 02. May 1768. Die Paten:

1. Gottfried Tramte,

2. Martin Decker,

3. Frau Gühle(n), geborene Hartwig,

4. Frau Catharina Gallaun,

5. Frau Dorothea Elisabeth Brand,

geborene Wolter.


Quelle: Kirchenbuch Buckow, 1768, Seite 7, Nr. 19.



Beruf/Stand oder Gewerbe:




Zimmermann,

beim Militärdienst Kanonier,

dann Invalide, Hausmann



Hausfrau und Mutter von vier Kindern


Trauung:

evangelisch



Buckow (am Schermützelsee im Barnim), Nr. 9 / 1794.

Der Bräutigam ist ca. 25 Jahre alt. Die Braut ist 26 Jahre jung,

Quelle: Register zum Kirchenbuch Buckow.

Das Kirchenbuch ist vernichtet aber die Jahreszahl konnte aus dem noch vorhandenen Register entnommen werden. Die Traubücher 1708 bis 1804 fehlen gänzlich. (Erfasst Chris Janecke, 25. 11.1994).



Wohnanschriften, gemeinsame:


Buckow, bis zum Lebensende im Jahre 1809. Welche Kate, das ist jedoch nicht bekannt.



Tod / Gestorben:

Bestattet:






Buckow im Barnim, am 19. Februar 1809, 39 Jahre / 6 Monate /

20 Tage alt. Sterbeursache: „Kaltes Fieber“.

Johann Friedrich Sommer, Hausmann und gewesener Kanonier (Zimmermann und Invalide) hinterlässt eine Wittwe und vier unmündige Kinder.


Bestattet am 21. Februar 1809 auf dem Friedhof vor dem Thore.

Oberprediger Wedel. Quelle: Kirchenbuch in Buckow 1809,

Seite 37, Nr. 20.


Buckow im Barnim am 30. März 1809.

Knapp 41 Jahre alt.


Hanne Charlotte Sommer, geborene Wegen, des Invaliden Joh. Friedrich Sommers Wittwe starb an „Hitzigem Fieber“.


Sie hinterlässt vier unmündige Kinder.


Bestattet am 01. April 1809 auf dem Friedhof vor dem Thore.

Oberprediger Wedel. Quelle: Kirchenbuch in Buckow 1809,

Seite 39, Nr. 30.


Anmerkungen von Chris Janecke:

Die Geburt von 07/80, Johann Friedrich Gottfried Sommer fand ich im Kirchenbuch Buckow nicht. Die Familie Sommer ist nicht im Buckower Einwohnerverzeichnis aus dem Jahre 1701 enthalten. Also wird Johann Friedrich Gottfried Sommer erst nach Buckow zugezogen sein. Er heiratet jedoch nachweislich dort die Buckower Einwohnerin Johanne Charlotte Wegen im Jahre 1794.

Es bestand zumindest eine Familie Sommer in Batzlow mit Familienbeziehungen nach Buckow (Kindspatenschaften). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Johann Friedrich Gottfried Sommer ebenfalls aus Batzelow/Batzlow kam. Es gibt jedoch auch weitere Sommer-Familien in Buckow.

Die heute in Batzlow vorhandenen Kirchenbücher beginnen erst wieder 1945. Die alten wurden in den letzten Kriegstagen 1945 vernichtet. Ich besuchte auch den Batzlower Friedhof im Jahre 1997. Aus Kapazitätsgründen waren jedoch "einige Zeit vorher" leider alle alten „historischen“ Grabsteine entfernt worden, so dass jene keine eventuelle Hilfe mehr geben konnten. Verzeichnisse über die Grabsteine bestanden nicht, wurden aber auch beim wohl weniger sensiblen Entfernen/Aufräumen leider nicht angelegt – ebenfalls keine Fotos gefertigt. Man hatte aus den Verlusten der Geschichte (1945) wohl kaum etwas gelernt – kann man als inkompetenter außenstehender Laie vermuten.




Die Kinder der Eltern:

Johann Friedrich Gottfried Sommer oo Johanne Charlotte Wegen


Anmerkung: Der Name des Kindes, das die Ahnenfolge in gerader Linie zu den jüngsten Probanden dieses Familienzweiges weiterführt, ist fett gedruckt.


Nr.

Familienname:

Sommer

Lebensdaten der Kinder


1


06/40.1

Marie Friederike Luise




Geboren in Buckow am 30. März 1798.

Taufe am 06. April 1798.

Taufpaten: 9, darunter lesbar:

1. Herr Johann Peter Heller,

2. Herr Wollfabrikant Carl Hart,

3. Friedrich Wilhelm Kleist,

4. Frau Justine Charlotte Schultze, geborene Gallaun,

5. Frau (Marie?) Luise Schmidt, geborene Gotting.


Quelle: Kirchenbuch Buckow, 1798, S. 296, Nr. 15



2


06/40.2

Johann Friedrich


oo


Caroline Wilhelmine Charlotte Keilbach in Potsdam



Geboren in Buckow am 30. Dezember 1800.

Taufe am 06. Januar 1801. Die Taufzeugen waren:

1. Herr Kämmerer Joh. Chr. Friedrich Schultze,

2. Jacob Wegen,

3. Frau Dorothea Luise geborene Grünberg


Quelle: Kirchenbuch Buckow 1800, S. 318, Nr. 41


(über Johann Friedrich Sommer oo Caroline Keilbach gibt es einen gesonderten Lebenslauf auf dieser Internetseite).



3


06/40.4

Carl August


oo


Caroline Emilie Henriette Keyling

(eventuell aus Reppen in der Neumark, Kreis Weststernberg, heute Rzepin, Polen).




Geboren in Buckow am 18. Dezember 1803.

Taufe am 26. Januar 1804. Die Taufpaten waren:

1. Der Strumpfwebermeister Johann Friedrich Nötzel,

2. Junggesell Johann Plötze,

3. Junggesell Johann Wegen,

4. Jungfrau Friederike Schmidt,

5. Jungfrau Elisabeth Sophie Mesten,

6. Charlotte Justine Schultze, geborene Gallaun.


Quelle: Kirchenbuch Buckow 1803, S. 356, Nr. 38.


(Carl August Sommer oo Henriette Keyling mit Kurz-Lebenslauf auf dieser Internetseite).



4


06/40.4

Caroline Wilhelmine




Geboren in Buckow am 05. März 1807.

Taufe am 15. März 1807 durch Oberprediger Wedel.

Die Paten waren:

1. Jungfrau Luise Wegen,

2. Wilhelmine Schmidt,

3. Justine Charlotte, verwittwete Schultzen,

4. Junggeselle Ludwig Nötzel,

5. Meister Friedrich Kleist,

6. Junggesell Carl Stendicke.


Quelle: Kirchenbuch Buckow 1807, S 24/25, Nr. 15.



Die Daten aus den Kirchenbüchern wurden von Chris Janecke am 25. 11. 1994 erfasst.

Hier in Buckow treffen wir eine größere Anzahl von fünfachsigen Häusern, sowie auch “halbe Häuser” an, wie wir diese beispielsweise ebenso in Nowawes (Potsdam-Babelsberg) aus ihrer Bauzeit um 1750 kennen. In gegenwärtiger Zeit (1994) tritt der Name “Sommer” in Buckow noch auf (jüngere Friedhofsgrabsteine). Nach dem Telekom-Telefonbuch ist hier aber kein Sommer mehr zu ermitteln, jedoch eine Namenshäufung der “Sommers” im etwa 20 km-Umkreis.


Fragen:

Wo blieben die vier Kinder als Waisen zwischen dem 2. und 11. Jahr ihres Lebensalters nach dem frühen Tod der Eltern? Vielleicht bei Taufpaten (Gevattern/Gevatterinnen) – an Kindes Statt?

Vielleicht aber auch bei Sommer-Verwandten in Batzlow oder Buckow? Blieben die Kinder in ihrem Geburtsort Buckow?

Antworten: Ich prüfte das Buckower Konfirmandenbuch. Im Suchzeitraum 1811 bis 1823 stehen eine Anzahl von Sommer-Kindern, so Nr. 15 /1811: Hanne Charlotte Catarine Sommer oder auch Nr. 16 im Jahre 1823: Marie Luise Sommer, die wahrscheinlich zum gleichen Familienverband gehören aber nicht die gesuchten Kinder unserer direkten Linie, dieses Familienzweiges, nicht die Kinder dieser früh verstorbenen Eltern sind.

Leider stehen im Konfirmandenverzeichnis nicht die zu diesen Konfirmanden gehörenden Eltern.

Die Vornamen dieser Konfirmanden scheinen “verdächtig”, wie zum Gedächtnis ausgewählt – aber wollen wir nichts überbewerten: Diese (gleichen) Vornamen treten häufiger auf.

Fazit. Diese Waisenkinder lebten also in jener Zeit des Konfirmationsalters (nach dem Tod ihrer Eltern) offenbar nicht mehr in Buckow.


Waren die Kinder eventuell ins Militärwaisenhaus nach Potsdam gekommen? Der Vater war ja Kanonier und als Invalide, eventuell 1795 aus dem Krieg gegen Frankreich, zurückgekehrt. Zudem taucht der älteste Sohn: Johann Friedrich Sommer (* 1800) vor 1830 in Potsdam als Schuhmacher-Meister auf und heiratet dort (siehe extra Lebenslauf: Sommer oo Keilbach auf dieser Internetseite).

Der zweite Sohn, Carl August Sommer (* 1803) wird Müller/Mühlenmeister und heiratet Caroline Keyling. Kurz vor seinem Ableben im Jahre 1892 zieht er als Witwer aus Gerresheim bei Düsseldorf krank und müde nach Nowawes (das spätere Potsdam-Babelsberg) zu seiner Nichte Marie Weltzer, geborene Sommer (siehe extra Lebenslauf "Weltzer oo Sommer" auf dieser Internetseite). Über sein Leben ist uns jedoch bisher kaum etwas bekannt.

Nein, in den Konfirmandenlisten des Militärwaisenhauses Potsdam (Geheimes Staatsarchiv Berlin- Dahlem) tauchen die Kinder ebenfalls nicht auf. Die Zöglingslisten des Hauses wurden im Zweiten Weltkrieg zur Rettung vor der Bombardierung ausgelagert worden. Die Gebäude blieben stehen aber die Akten sind seit ihrer “auslagernden Rettung” verschollen.

Gab es eventuell eine Verwandtschaft und oder Pflegschafts-Beziehung zum Hofbuchdruckermeister Sommer in Potsdam? Die Ehefrau des Hofbuchbindemeisters Kaesten ist später Pate beim ersten Kind des Paares Johann Friedrich Sommer oo Caroline Wilhelmine Charlotte Keilbach in Potsdam. Diese Eventualität konnte bisher nicht bestätigt werden.


Die Ehenamen der beiden Mädchen und ihr Wohnort, ihr Geschick, sind uns unbekannt.


––––––––––––––––––––––––––––––––


Während der französischen Besatzungszeit (1805 bis 1809) mussten auch die Buckower Einwohner wöchentlich Geld oder Naturalien bei der französischen Kommandantur abgeben. In den Abgabelisten taucht der Name der Familie Sommer nicht auf, obwohl sie nachweislich zu jener Zeit in der Stadt lebten. So bleibt es (für mich) unklar, ob eventuell arme Einwohner von diesen Abgaben ausgenommen waren.


Der Gesamtwert der wöchentlichen Abgaben durfte 21 Taler nicht unterschreiten. Mit der Geldübergabe an die Besatzer wurde jeweils wechseld, der Bäckermeister X, der Schneidermeister Y usw. beauftragt. Für den Erhalt des Geldes stellte die französische Kommandantur Quittungen aus, die noch heute, 200 Jahre später, im Landeshauptarchiv in Potsdam erhalten sind.



Beispiel

Liste der Abgaben zum Unterhalt des französischen Lazaretts in Buckow für das Jahr 1805.


Haus, No

Datum

Namen

sollen geben

Thlr. Gro. Pfg


haben gegeben

Thlr. Gro. Pfg.



Transport (Übertrag)

178

12

-





153

23.A.

Joh. Glanz

3




3

18


154

23.A

Seefeldt, sen.

1




1



155

16.A

Sannen....

2




2



156

dito

Schmidt, Seiler

2




2



157

dito

Bredow....., Hanß

3




3



158

dito

Gott. Freudenberg

3




3



159

22.A

Wittwe Dräger

3




3



160

23.A

Jacob Wegen

2




2



161

23.A

Rochlitz, Schuhmacher

1




1



162

dito

Friedr. Kreide

3




3



163

dito

Erdmann Kleist

1




1



164

dito

Wittwe Dreger

2




2



165

dito

Zachert

2




2



166

dito

... Gallaun

1




1



167

dito

... Rickheim

5




5



168

17.A

... Neumann

1




1



169

dito

Gädike


12




12


170

dito

Friedr. Glanz


12




12














Kleine Stadt








1.










2.










3.











usw.


Quelle dieses sinngemäß notierten Auszuges: Landeshauptarchiv Potsdam, Preuß. Brandenburg. Repositum, Herrschaft Buckow 276, 3. Landes- und Kreis-Sachen, 3.3. Militaria Nr. 276: Leistungen der Einwohner an die französische Besatzung.


Zusammenstellung von Naturalien und Arbeitsleistungen der Bürger, umgeschätzt in Geldwerte – zum Unterhalt des französischen Lazaretts in Buckow: 1805 bis 1809:


Datum

Monath Januar 1808 // Benennung

Thlr.

Gro.

Pfg.

27.ten

Bei Carl Schmidt für Brod


11


Meister Gutsch und Semmler für Töpfe und Schüßeln

1

4


28.

Herr Schönbeck für Salz, Licht und Brennöl


12


dito für Nägel und Lorbeerbehälter


14


Herr Heller, 1 Dutzend und 1 blecherne Löffel


11


Meister Conradt für Licht


4


Herr Wagener 2 Dtzd,–, Kaufmann Schmidt 2 Dtzd. Löffel

1

9


29.

And. Schmidt für Semmel


8


dito, Joh. Schmidt, Thiemann für Brod

3

6


30.

Herr Schönbeck für 1 Pfund Licht


18


Mstr. Gutsch und Semmler für Töpfe, Schüßeln, Teller

1

13

6

für Milch und Töpfe


5


für Sellerie und Holzhauen


16


4 Quart Milch 6 Gr., Töpfe 12 Gr., 6 Pf


18

6

31.

Herr Rickheim: 6 Quart Milch 9 Gr., Schreibe-Material 6 Gr.


15


für Seife 4 Gr., Töpfe 4 Gr., Wachholderbeeren 1 Gr.,

2 Besen 1 Gr.


10


1 Metze Salz 4 Gr., Kien zum Feueranmachen 4 Gr.


8



Zwischen-Summe:

13

9



ab, den Brod-Betrag mit

4

1



End-Summe:

9

8







Datum

Monath Februar 1808 // Benennung

Thlr.

Gro.

Pfg.

1te

Waschfrau Borcherten (für Waschleistung)

1

22


2.

bei Georg Lucas, eine messingene Füllkelle 16 Gr., 1 Pfund Licht

1

1


3.

Meister Gutsch einen Topf


5


4.

Herr Rickheim 7 Quart Milch


10

6

5.

Christ. Walther 8 dito


12


Herr Schönbeck 2 Pfund Licht


18


6.

für Sellerie und Petersilie 12 Gr., Töpfe 3 Gr.


15


7.

Wittwe Dabergotz für Aufwartung 13 Tage a 4 Gr.

2

4


Frau Gadieken dito 11 Tage a 4 Gr.

1

20


Herr Heller dito 13 Tage a 6 Gr.

3

(6 Gr.

Abzug)

8.

bei Wittwe Schultzen 1 Stiege Erdtoffeln


16


dito. 1 Nachtstuhl


12


Carl Kreyde 1 Metze Erbsen


4


Carl Wendt Arbeitslohn im Hospital

1

6


dito 1 Nachtstuhl 16 Gr, 1 Deckel auf denselben 6 Gr.


22



Latus:

15

23

6







Quelle dieses sinngemäß notierten Auszuges: Landeshauptarchiv Potsdam, Preuß. Brandenb. Repositum, Herrschaft Buckow 275, 3. Landes- und Kreis-Sachen, 3.3.Militaria Nr. 275,

Leistungen der Einwohner an die französische Besatzung.


Anmerkung von Chris J.:

Die Einwohner hatten ihr Letztes zu geben, um ihren Verpflichtungen gegenüber den französischen Besatzern irgendwie nachzukommen.


Erläuterungen zu den historischen Maßeinheiten und damaligen Bezeichnungen:


Historische

Bezeichnung

Versuch der Erläuterung

1 Pfund Licht

Gemeint sind wahrscheinlich Kerzen aus Tierfett (Talk), seltener aus Bienenwachs.

1 Pfund

Zeitgenössisch in Preußen: 467 Gramm, (erst ab 1858: 500 g)

1 Dutzend Löffel

12 Stück.

1 Quart Milch

1,145 Liter

1 Metze

Hohlmaß in Preußen knapp 3,5 Liter; in Sachsen aber 6,5 l.

Lieferung von Seife

Es handelt sich dabei wahrscheinlich um selbst hergestellte Seife, vermutlich aus den Hauptbestandteilen ausgekochter (mitunter gemahlener Knochen unter Hinzugabe des Minerals Ton.

Kien

fein gespaltenes/gespantes, stärker harzhaltiges Brennholz zum Feuer anzünden (geeignet sind Hölzer wie die Kiefer).

Erdtoffeln

Kartoffeln



Hinweise zur Ernährung im 18. Jahrhundert


Gerste, Hafer, Roggen und Hirse fanden als Getreidearten Verwendung. Aus diesen wurde Brot, Kuchen, Brei oder Mus bereitet. Der Weizen setzte sich erst später durch.

Als Kuchen galt schon gebackener einfacher Roggen-Mehlteig, in besonderer Form (fürs Auge) oder in dünner Schicht gebacken und zum Beispiel mit Speckstückchen belegt. Für einen süßen Kuchen an Festtagen wurde vielfach Honig verwendet, Zucker dagegen eher bei den reichen Leuten. Der Zucker für die Wohlhabenden kam als Rohrzucker vom amerikanischen Kontinent, „aus Übersee“.


Eine große Rolle für die Ernährung kam Gemüsen und Hülsenfrüchten zu. Bekannt waren auch Brei-Zubereitungen aus Mohn. Ebenso war Sauerkraut üblich und saure Gurken bekannt. Fette wurden erheblich sparsamer verwendet als heutzutage.

Die Tomate war im mitteleuropäischen Raum noch nicht bekannt.


Verzehrt wurden auch Pilze, Schlehen, Maulbeeren, Mispeln, Holunder, Hagebutte, Waldbeeren, Wild- und Gartenobst. Dieses wurde im Winterhalbjahr auch als Trockenobst angeboten.

Das Hauptgewürz in der Küche bildete das Kochsalz. Ein jeweils typischer Würzgeschmack wurde ebenso mit verschiedenen Küchenkräutern erreicht.

Für die ärmeren Schichten der Bevölkerung waren Suppe, Brei, Mus und seltener mageres Fleisch das übliche Essen, das sich ständig ohne eine große Abwechselung wiederholte.


Die hauptsächlichen Getränke waren, Wasser, Molke (Wasser der entrahmten Milch) oder Dünnbier. Bier und Biersuppe galten als verbreitete Getränke/Speisen. Das Dünnbier enthielt wahrscheinlich mehr Malz und weniger Alkohol als heute.


Echter“ Tee, Bohnen-Kaffee, Kakao und Schokolade waren für die einfachen Menschen unerschwinglich, wenn nicht gar verboten.


In jenem Jahrhundert gab es mehr als zehn Jahre, die von Missernten gekennzeichnet waren. In den Hungerperioden wurden tausende und abertausende unterernährter Menschen hinweggerafft. Die Not hatte Ausmaße angenommen, die für uns heute hier in Deutschland unvorstellbar ist.

Im Zuge der Getreidemissernten und der katastrophalen Hungersnöte 1770 bis 1772 erfolgte eine „Zwangsförderung“ des verstärkten Kartoffelanbaus in Preußen durch König Friedrich II.


Im 18. Jahrhundert gab es aber auch größere Veränderungen in der Ernährungsweise. Die Morgensuppe wurde allmählich vom Gerstenkafe abgelöst, zu dem man Brot aß.


Aus Übersee eingeführt, ergänzten kräftige exotische Gewürze wie Pfeffer, Zimt, Muskat und Nelken die würzenden einheimischen Küchenkräuter.

Einwanderer (darunter verfolgte Hugenotten oder böhmische Weber), bereicherten die preußischen Speisezettel mit ihren national geprägten Mahlzeiten.


Zu jener Zeit wusste man noch nichts von Vitaminen und ihren Wirkungen sowie den Notwendigkeiten. Das Vorkochen für mehrere Tage und das Aufbewahren der Nahrungsmittel in Metall-Töpfen minderten den Wert der an sich vitamin-, mineralstoff-, stärke- und ballaststoffreichen Nahrung, die jedoch fettarm war.

Die Menschen arbeiteten im Durchschnitt körperlich schwerer als heute und verbrauchten die Energie, die ihnen die Nahrungsmittel gaben.


Quelle: Bearbeitete Abschrift von Abschrift. Ursprüngliche Fassung von Prof. Dr. Helmut Haenel, Zentralinstitut für Ernährung Potsdam-Rehbrücke, 1985.