Bilder zu Chris Janecke,
Teil 1: Vom Jahr 1945 bis zum Jahr 1955
In der Lindenstraße (=> Rudolf-Breitscheid-Straße) „erblickte ich auf der Entbindungsstation dieses Hauses das Licht der Welt“, vorerst jenes der blendenden Inspektionslampe für Neugeborene.
Nowawes, Lindenstraße 39 => Potsdam-Babelsberg, Rudolf-Breitscheid-Straße 46
Quelle: eine später entstandene Skizze von Chris' Hand.
Die beiden „oberen Räume“ sind die Geschäftsräume des Kleinstbetriebes unserer Familie. Unten in der Grundriss-Skizze die Wohnung, vorläufig bestehend aus einem „Kombizimmer“ und der Küche. Das Mobiliar des engen Zimmers wurde reduziert, umgeräumt und ein Kinderbett sowie ein Babykörbchen aufgestellt.
Wir wohnen in dem grauen Haus, unten rechts im Bild.
Von links nach rechts: Meine große Schwester, Mama Anne-Marie mit Säugling Christoph, dieser relativ groß aber doch fast unsichtbar, dann der Vater Alfred Richard Janecke ... im Hof des Grundstücks Karl-Liebknecht-Straße 121, vor der Pforte zum Gärtchen. Dort wohnt Großmutter Margarethe Sommer, seit einem halben Jahr Witwe ... und es ist dort mehr Platz für eine kleine Feier. Die Anschrift war noch im vergangenen Jahr Priesterstraße 68.
... von links nach rechts: Oma Margarethe Sommer geb. Runge, Vater Richard (kein Gast), Elfriede Albrecht, Kantor und Organist Christlieb Albrecht, Patentante Betty Pehlke, Tante Käte Janecke und Ferdinand Pehlke, Stadtbau-Inspektor im Ruhestand.
Der kleine Ort Lietzow ist dort zu finden, wo die beiden Jasmunder Bodden fast zusammenstoßen. Nur eine „Handbreit“ Land, auf der Straße und Bahngleis liegen, trennt die Gewässer voneinander.
Eines der wesentlichen Arbeitsmittel im Geschäftshaushalt ist die Lichtpausanlage. Wurde diese nicht genutzt und befand sich der Glaszylinder deshalb in waagerechter Ruhestellung, so wurde er zum Schlafplatz des Säuglings Christoph. Wenn er erwachte, sah er sich von einer Tunnelröhre grau spiegelnder Glaswände umgeben, geborgen.
Foto mit Magnesiumoxid-Blitzbeutel, von Erich Füssel, aus der Wichgrafstraße 18.
Christoph, unten links, vollendet im Dezember '46 sein erstes Lebensjahr. Sein flottes Krabbeln versucht in erste taumelige Schritte überzugehen.
durchleuchtet wurden. War es auch mal im Zimmer dunkel und kühl, die Brennstoffe knapp – die Weihnachtsgeschichte strahlte für uns stets „warm und hell“.
dann erhellte eine Kerze durchscheinend das Bild.
Der Kindergarten in der Babelsberger Schulstraße 10 (Foto aus dem Jahr 1990). Im Vordergrund standen im Sommerhalbjahr lange Tische und Bänke – wie eine „frühe bayerische Bierzeltausstattung“ – für das Einnehmen der Mahlzeiten wenn die Witterung es zuließ, nahe des Schatten spendenden Walnussbaumes.
Ein Höhepunkt nach der Arbeitswoche und auch mal dem beißenden Ammoniakdunst der Lichtpausanlage entronnen.
Vati bekommt eine dringend erforderliche Kur und Mutti muss ihn begleiten. Wir Kinder sind derweil im Kinderheim untergebracht. Eine schwere Zeit für uns.
So etwa sah das stolze Fahrzeug aus, das uns sicher vom Bahnhof Gransee in den Urlaub nach Neuglobsow am Stechlin-See brachte. Wir Kinder saßen im hinteren Teil gemütlich zwischen den Koffern und hatten einen guten Blick durch das Rückfenster.
Über das bis zu etwa 70 m tiefe Wasser. Solche Fahrt könnte endlos sein – zumindest bis zum Abendessen, – denn das Rudern macht hungrig.
„Mit Onkel Hellmut wandert es sich besonders bequem und erholsam durch den Schloss- und Volkspark Babelsberg“, meint Christoph, der hinten
auf dem Fahrrad sitzt. Hellmut Runge, Cousin oder drahtiger Vetter unserer Mutti, wird es sein, der Chris später zur Ahnenforschung anregt.
Es geht um Papierhandarbeitskunst im Kindergarten. Flechten ist schwer, darum üben wir es sehr. Andere Menschen sollen sich später gehörig über ein Lesezeichen oder ein anderes Ergebnis freuen können.
... aber wir haben auch das beliebte Eisenbahnspiel.
Der Herr Jochen Specht hat es erdacht und gezeichnet. Erschienen im Berliner
Kinderland-Verlag. Unsere Spielfläche ist in Wirklichkeit 39 x 29 cm groß.
Mein Großvater August Janecke, Weihnachten 1917 als Soldat auf Heimat-Kurzurlaub.
Zu dieser Zeit zog die Familie innerhalb von Nowawes, von der Mittelstraße 9 in die Mittelstraße 22. Der Opa hatte einen Bruder: Wilhelm. Dieser war aus dem Ersten Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurückgekommen.
Wir wohnen im Haus >Gertrudis<. Ihr seht es auf der Ansichtskarte vorn / unten, links.
Die Gaststätte Forsthaus Templin, zwischen Potsdam und Caputh, am Templiner See.
Käte am Herd ist Goldes wert – aber beispielsweise an ihrem Schneidertisch ebenso.
Der gemauerte Herd wird mit Holz und Kohlen beheizt. Ganz moderne Modelle verfügen außerdem noch über zwei Gas-Brennstellen.
Auf dem Hofgelände Rudolf-Breitscheid- Straße 45 / 46, vor dem Damen-
Schönheitssalon des Friseur Heue.
Mutti und wir Kinder haben einige Ferientage in Buckow, in der Märkischen Schweiz vor uns. Vati und Tante Käte begleiten uns bis zum Bahnhof Strausberg aber fahren von dort zurück nach Potsdam-Babelsberg zur Tagesarbeit.
Die Gastkinder der Frau Schoene am Brunnen auf dem Marktplatz. Er ist mit seinem Plätschern eine besondere Attraktion für uns.
Im Garten bei Tante Liesel, Babelsberg, Rudolf-Breitscheid-Straße 38.
Die Eltern des Werner Taag führen in der Heinrich-Mann-Allee (<= Saarmunder Straße) das >Café Taag<, => später unter neuem Betreiber in >Waldcafé< umbenannt.
Hierin ist die Allgemeine Ortskrankenkasse untergebracht. In der Kelleretage kann man Wannenbäder nutzen und im linken Gebäudeteil gibt es auch Höhensonne und Krankengymnastik.
(Ausdruck aus dem Internet aber im Frühjahr 1953 in jeder Tageszeitung zu lesen)
Bildquelle: Der Fotograf ist leider unbekannt
nach Schmöcker-Unterbrechungen schnell zum interessanten Text zurück.
1954 – Schon früh eigne ich mir das Lesen der Frakturschrift mit den „gebrochenen“ Buchstaben an. Zeichnung: Adrian Ludwig Richter (1803–1884). Textausschnitt aus der Sammlung der Brüder Jacob Grimm (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859)
Zeichnung: Paula Jordan
Auch dieses Buch lehrte mich das flüssige Lesen einer Frakturschrift.
Mutti hat diese von ihren drei Kindern aufbewahrt. – Merksatz: Viele lockere Zähne bringen mehr Sorgen, als 1 Milchzahn.
Frühjahr 1955, ich bin inzwischen längst neun Jahre alt.
Quellenangabe im Bild. Bearbeitet.
Auch unser Klassenraum sah so aus. Die Grünlilie auf dem Fensterbrett habe allerdings ich unerlaubt hinzugefügt.
Vati muss für einige Tage ins Krankenhaus. Bei angenehmer Witterung können wir alle beim Besuch draußen, vor dem Gesundungszimmer sitzen. Mutti ist nicht zu sehen, sie versteckt sich gerade hinter ihrem Fotoapparat. Ganz rechts: „Oma“ Charlotte Dyck.
Dieses hier ein eher seltener Hochglanz-Import. Aus einem West-Altbestand auf unsicheren Wegen bis zu uns gelangt.
Durch Babelsberg fahren Elektrobusse unter Oberleitungen zu deren Stromversorgung, also O-Busse. Dieser, mit Anhänger an der Zuggabel, kommt gerade aus der Daimlerstraße und fährt weiter über den Lutherplatz und durch die Ernst-Thälmann-Straße nach Drewitz. Wegen des Anhängerbetriebs muss der Schaffner stets die Fahrzeuge wechseln, um allen Fahrgästen die Fahrkarten verkaufen zu können. Manchmal reicht dafür bis zum Aussteigen die Zeit nicht – niemand ist darüber böse, wenn er den Fahrpreis von 20 Pfennigen einsparen musste. Man kann diesen Betrag ja als Soli-Beitrag spenden und zeichnet sich dabei mit großer Ehrlichkeit aus.
Im Textteil erwähnte ich den beliebten Schriftsteller und Volksastronomen Bruno Hans Bürgel, der bis 1948 in unserer Stadt lebte. Hier seht ihr das Grab-Denkmal für ihn, auf dem Friedhof an der Goethestraße.