Bilder zu Chris Janecke,
Teil 1: Vom Jahr 1945 bis zum Jahr 1955

Das „Oberlin-Kreiskrankenhaus“ in Potsdam-Babelsberg

In der Lindenstraße (=> Rudolf-Breitscheid-Straße) „erblickte ich auf der Entbindungsstation dieses Hauses das Licht der Welt“, vorerst jenes der blendenden Inspektionslampe für Neugeborene.

1945 – Mein Elternhaus

Nowawes, Lindenstraße 39 => Potsdam-Babelsberg, Rudolf-Breitscheid-Straße 46
Quelle: eine später entstandene Skizze von Chris' Hand.

Der Geschäftshaushalt

Die beiden „oberen Räume“ sind die Geschäftsräume des Kleinstbetriebes unserer Familie. Unten in der Grundriss-Skizze die Wohnung, vorläufig bestehend aus einem „Kombizimmer“ und der Küche. Das Mobiliar des engen Zimmers wurde reduziert, umgeräumt und ein Kinderbett sowie ein Babykörbchen aufgestellt.

Das Wohngrundstück – unsere Lebensumgebung.
Wir wohnen in dem grauen Haus, unten rechts im Bild.
Eine Lebensmittel-Kauf-Berechtigungskarte – bei Verlust, keine Nahrung
Pfingsten 1946 – nach meiner Taufe in der Friedrichskirche

Von links nach rechts: Meine große Schwester, Mama Anne-Marie mit Säugling Christoph, dieser relativ groß aber doch fast unsichtbar, dann der Vater Alfred Richard Janecke ... im Hof des Grundstücks Karl-Liebknecht-Straße 121, vor der Pforte zum Gärtchen. Dort wohnt Großmutter Margarethe Sommer, seit einem halben Jahr Witwe ... und es ist dort mehr Platz für eine kleine Feier. Die Anschrift war noch im vergangenen Jahr Priesterstraße 68.

Eine Festschrift zu meiner Taufe, von den Eltern gestaltet
Am 09. Juni 1946 gehörten zu den Taufgästen auch ...

... von links nach rechts: Oma Margarethe Sommer geb. Runge, Vater Richard (kein Gast), Elfriede Albrecht, Kantor und Organist Christlieb Albrecht, Patentante Betty Pehlke, Tante Käte Janecke und Ferdinand Pehlke, Stadtbau-Inspektor im Ruhestand.

Ferientage im Juli 1946 in Lietzow auf der Insel Rügen

Der kleine Ort Lietzow ist dort zu finden, wo die beiden Jasmunder Bodden fast zusammenstoßen. Nur eine „Handbreit“ Land, auf der Straße und Bahngleis liegen, trennt die Gewässer voneinander.

Die Lichtpausanlage

Eines der wesentlichen Arbeitsmittel im Geschäftshaushalt ist die Lichtpausanlage. Wurde diese nicht genutzt und befand sich der Glaszylinder deshalb in waagerechter Ruhestellung, so wurde er zum Schlafplatz des Säuglings Christoph. Wenn er erwachte, sah er sich von einer Tunnelröhre grau spiegelnder Glaswände umgeben, geborgen.

Unsere Familie 1946, im Jahr nach dem Ende des Krieges.
Foto mit Magnesiumoxid-Blitzbeutel, von Erich Füssel, aus der Wichgrafstraße 18.

Christoph, unten links, vollendet im Dezember '46 sein erstes Lebensjahr. Sein flottes Krabbeln versucht in erste taumelige Schritte überzugehen.

Zu meinen intensivsten Eindrücken der Kleinkinderzeit gehören die im Advent im Zimmer aufgestellten „Krippen-Transparente“, die von hinten mit einer kleinen Lampe
durchleuchtet wurden. War es auch mal im Zimmer dunkel und kühl, die Brennstoffe knapp – die Weihnachtsgeschichte strahlte für uns stets „warm und hell“.
Fiel aber, wie wohl täglich, die Stromversorgung stundenweise aus,
dann erhellte eine Kerze durchscheinend das Bild.
Die Heilige Familie in einer unwirtlichen Zeit ... und die Geschichte wiederholt sich oft
Im Kindergarten

Der Kindergarten in der Babelsberger Schulstraße 10 (Foto aus dem Jahr 1990). Im Vordergrund standen im Sommerhalbjahr lange Tische und Bänke – wie eine „frühe bayerische Bierzeltausstattung“ – für das Einnehmen der Mahlzeiten wenn die Witterung es zuließ, nahe des Schatten spendenden Walnussbaumes.

Sonntagsausflug in den Park Babelsberg

Ein Höhepunkt nach der Arbeitswoche und auch mal dem beißenden Ammoniakdunst der Lichtpausanlage entronnen.

Das Kinderheim in Bornstedt – ist uns keine rechte Heimstätte

Vati bekommt eine dringend erforderliche Kur und Mutti muss ihn begleiten. Wir Kinder sind derweil im Kinderheim untergebracht. Eine schwere Zeit für uns.

Die erste Autofahrt in meinem Leben

So etwa sah das stolze Fahrzeug aus, das uns sicher vom Bahnhof Gransee in den Urlaub nach Neuglobsow am Stechlin-See brachte. Wir Kinder saßen im hinteren Teil gemütlich zwischen den Koffern und hatten einen guten Blick durch das Rückfenster.

Dorfstraße im Luftkurort Neuglobsow
Die erste Bootsfahrt meines Lebens.

Über das bis zu etwa 70 m tiefe Wasser. Solche Fahrt könnte endlos sein – zumindest bis zum Abendessen, – denn das Rudern macht hungrig.

Der Vater und seine Kinder
Spätsommer 1949. Schon wieder im Park Babelsberg

„Mit Onkel Hellmut wandert es sich besonders bequem und erholsam durch den Schloss- und Volkspark Babelsberg“, meint Christoph, der hinten
auf dem Fahrrad sitzt. Hellmut Runge, Cousin oder drahtiger Vetter unserer Mutti, wird es sein, der Chris später zur Ahnenforschung anregt.

Das Flechten

Es geht um Papierhandarbeitskunst im Kindergarten. Flechten ist schwer, darum üben wir es sehr. Andere Menschen sollen sich später gehörig über ein Lesezeichen oder ein anderes Ergebnis freuen können.

„Mensch, ärgere dich nicht“ ...
... aber wir haben auch das beliebte Eisenbahnspiel.
Der Herr Jochen Specht hat es erdacht und gezeichnet. Erschienen im Berliner
Kinderland-Verlag. Unsere Spielfläche ist in Wirklichkeit 39 x 29 cm groß.
Ein Rückblick auf unseren Großvater

Mein Großvater August Janecke, Weihnachten 1917 als Soldat auf Heimat-Kurzurlaub.
Zu dieser Zeit zog die Familie innerhalb von Nowawes, von der Mittelstraße 9 in die Mittelstraße 22. Der Opa hatte einen Bruder: Wilhelm. Dieser war aus dem Ersten Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurückgekommen.

Kurlaub im Jahr 1950, in Bad Brambach, Vogtland

Wir wohnen im Haus >Gertrudis<. Ihr seht es auf der Ansichtskarte vorn / unten, links.

Ein schönes Ausflugsziel: Das Forsthaus Templin ist kein Forsthaus mehr

Die Gaststätte Forsthaus Templin, zwischen Potsdam und Caputh, am Templiner See.

Was ist eine Kochmaschine?

Käte am Herd ist Goldes wert – aber beispielsweise an ihrem Schneidertisch ebenso.
Der gemauerte Herd wird mit Holz und Kohlen beheizt. Ganz moderne Modelle verfügen außerdem noch über zwei Gas-Brennstellen.

1951 – Unsere Familie am 1. Mai
Wir Spielkameraden im Sommer 1951

Auf dem Hofgelände Rudolf-Breitscheid- Straße 45 / 46, vor dem Damen-
Schönheitssalon des Friseur Heue.

Auf dem Bahnhof Strausberg

Mutti und wir Kinder haben einige Ferientage in Buckow, in der Märkischen Schweiz vor uns. Vati und Tante Käte begleiten uns bis zum Bahnhof Strausberg aber fahren von dort zurück nach Potsdam-Babelsberg zur Tagesarbeit.

Unsere Unterkunft in Buckow: Das Haus Wallstraße 4.
1951 – Sommer-Sonne in Buckow

Die Gastkinder der Frau Schoene am Brunnen auf dem Marktplatz. Er ist mit seinem Plätschern eine besondere Attraktion für uns.

Geschwister auf einem Erkundungsgang
Zu unseren vertrauten Bekannten gehören Charlotte Dyck (links) und Elisabeth Skirk

Im Garten bei Tante Liesel, Babelsberg, Rudolf-Breitscheid-Straße 38.

Der Horstweg. Quelle: Foto des Angestellten der Verkehrsbetriebe, Werner Taag

Die Eltern des Werner Taag führen in der Heinrich-Mann-Allee (<= Saarmunder Straße) das >Café Taag<, => später unter neuem Betreiber in >Waldcafé< umbenannt.

Das >Strahleninstitut<, Kopernikusstraße 32, gebaut 1927 von Paul Schönbeck

Hierin ist die Allgemeine Ortskrankenkasse untergebracht. In der Kelleretage kann man Wannenbäder nutzen und im linken Gebäudeteil gibt es auch Höhensonne und Krankengymnastik.

Das Gedicht von Johannes R. Becher: „Dem ewig Lebenden“ – Auf Stalins Tod
(Ausdruck aus dem Internet aber im Frühjahr 1953 in jeder Tageszeitung zu lesen)
Gedicht: Danksagung (an den gerade gestorbenen Stalin. Entnommen aus dem Internet aber ab März 1953 in den Pressepublikationen präsent)
Das „Thalia-Theater“ ist das größere der beiden Kinos in unserer Straße
Bildquelle: Der Fotograf ist leider unbekannt
Hübsche Lesezeichen für Bücherwürmer und Leseratten helfen uns
nach Schmöcker-Unterbrechungen schnell zum interessanten Text zurück.
Frakturschrift in „Ludwig Richter – Hausbuch“

1954 – Schon früh eigne ich mir das Lesen der Frakturschrift mit den „gebrochenen“ Buchstaben an. Zeichnung: Adrian Ludwig Richter (1803–1884). Textausschnitt aus der Sammlung der Brüder Jacob Grimm (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859)

Schild des Glaubens – hier die Weihnachtsgeschichte.
Zeichnung: Paula Jordan

Auch dieses Buch lehrte mich das flüssige Lesen einer Frakturschrift.

Nach und nach verlassen mich meine Milchzähne.

Mutti hat diese von ihren drei Kindern aufbewahrt. – Merksatz: Viele lockere Zähne bringen mehr Sorgen, als 1 Milchzahn.

Grünheide 1955 – ein winterlicher Aufenthalt im tief verschneiten Vogtland.
Wissensdurst in jedem Jahr – zum Stillen ist die Schule da.

Frühjahr 1955, ich bin inzwischen längst neun Jahre alt.

Ein typischer zeitgenössischer Klassenraum
Quellenangabe im Bild. Bearbeitet.

Auch unser Klassenraum sah so aus. Die Grünlilie auf dem Fensterbrett habe allerdings ich unerlaubt hinzugefügt.

Vor der Oberlin-Klinik

Vati muss für einige Tage ins Krankenhaus. Bei angenehmer Witterung können wir alle beim Besuch draußen, vor dem Gesundungszimmer sitzen. Mutti ist nicht zu sehen, sie versteckt sich gerade hinter ihrem Fotoapparat. Ganz rechts: „Oma“ Charlotte Dyck.

Die längere Besuchszeit ist kurzweilig. Wir verbringen diese auch mit Lesen
Zu den vielen Büchern die wir lesen, gehört auch „Gisel und Ursel“.

Dieses hier ein eher seltener Hochglanz-Import. Aus einem West-Altbestand auf unsicheren Wegen bis zu uns gelangt.

Elektrobusse in Potsdam-Babelsberg

Durch Babelsberg fahren Elektrobusse unter Oberleitungen zu deren Stromversorgung, also O-Busse. Dieser, mit Anhänger an der Zuggabel, kommt gerade aus der Daimlerstraße und fährt weiter über den Lutherplatz und durch die Ernst-Thälmann-Straße nach Drewitz. Wegen des Anhängerbetriebs muss der Schaffner stets die Fahrzeuge wechseln, um allen Fahrgästen die Fahrkarten verkaufen zu können. Manchmal reicht dafür bis zum Aussteigen die Zeit nicht – niemand ist darüber böse, wenn er den Fahrpreis von 20 Pfennigen einsparen musste. Man kann diesen Betrag ja als Soli-Beitrag spenden und zeichnet sich dabei mit großer Ehrlichkeit aus.

Das Grabmal von Bruno Hans Bürgel

Im Textteil erwähnte ich den beliebten Schriftsteller und Volksastronomen Bruno Hans Bürgel, der bis 1948 in unserer Stadt lebte. Hier seht ihr das Grab-Denkmal für ihn, auf dem Friedhof an der Goethestraße.

Einige Geldscheine aus dem ersten Nachkriegsjahrzehnt.

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