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Zur Ahnenliste „Janecke“ gehörend:


Carl Ludwig Dittwald (1809 bis 1889)

aus Dechsel und Massow (Raum Landsberg an der Warthe)

und seine Ehefrau

Caroline Wilhelmine, geborene Schulz (1810 bis 1879)

sowie deren Kinder. Namen angeheirateter Schwiegerkinder:

Zinnow, Neubert, Quilitz.


Tabellarischer Kurz-Lebenslauf

Ein Beitrag zur Familienforschung und Heimatgeschichte


Bearbeitet von Dr. Hartwig Schulze und Chris Janecke,

Stand der Bearbeitung: März 2021, E-Mail: christoph@janecke.name


Wenn du Interesse hast, mehr darüber zu lesen, was sich in dieser Zeit im Leben der Menschen abspielte, so sieh’ bitte auch in die Dokumentationen „Zeitgeschichte“ und „Zeitgenossen“.



Pflanz' einen Baum, du junger Spross!

Und wenn du auch nicht ahnen kannst,

wer einst in seinem Schatten tanzt,

bedenke wohl, es haben deine Ahnen,

eh' sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.


Max Bewer



Wegweiser für die Beziehung zwischen den Hauptpersonen dieser Niederschrift

und den heute lebenden Personen „Janecke“ des „Familienzweiges“.

Man kann diese Liste auch gern von unten (aus der Gegenwart) nach oben lesen.


Generation

Zeitraum


Namen des jeweiligen Ehepaares

08

1737 bis 1813

wahrscheinlich Martin Dittwald oo N. N.

07

ca. 1778–1853

Gottfried Dittwald oo Anne Elisabeth Stenigke

06

1809 bis n. 1879

Carl Ludwig Dittwald oo Caroline Wilhelmine Schulz

05

1837 bis 1913

Carl Ludwig August Dittwaldt oo Alwine Pauline Zinnow.

04

1869 bis 1950

Pauline Klara Antonie Dittwaldt oo Karl Friedrich August Janecke

03

1900 bis 2003

Anne-Marie Sommer oo Alfred Richard Janecke

02

1945 bis

Der Autor dieser Niederschrift – Chris Janecke

01


Die Söhne des Autors

(zu näheren Angaben besteht ein noch gewünschter Datenschutz)


Zu diesen vorgenannten Ehepaaren / Familien findest du auf dieser Internetseite unter der Rubrik „Lebensläufe“ die Dokumentationen.

Hinweis für das Aufsuchen im Inhaltsverzeichnis: Der Ehemann des Paares steht (im Gegensatz zu obiger Liste) immer links, wird also als erster aufgeführt.

Beispiel: Gesucht wird der Lebenslauf des Ehepaares Erna geb. Meier und Otto Müller.

Suche bitte unter: Müller oo Meier.





Das Ehepaar = Die Eltern in der Generation 06,

Carl Ludwig Dittwald und Caroline Wilhelmine Schulze




Vater: Generation 06 / Ahn 36



Mutter: Generation 06 / Ahn 37

Die Bedeutung dieser

Familien-Namen:

Vom german. Namen Dietwald. diot = Volk + walt = Gewalt, Herrschaft ausüben, verwalten.

Mittelhochdeutscher Berufs-Name für einen Dorfrichter, Ortsvorsteher, Ortsältesten, Bürgermeister, Meier, ein verwaltender Amtmann.


Name:


Dittwald


Schulz


Vornamen:


Carl Ludwig

Caroline Wilhelmine

Geboren:



Dechsel, Kreis Landsberg (Warthe),

am 13. April 1810 (aus dem Sterbeeintrag des StA / kein KB mehr vorhanden).

Groß Czettritz, Kreis Landsberg (W.), am 29. März 1810 (später Zettritz.

Angaben aus der Sterbe-Anzeige beim Standesamt).


Deren Eltern in der Gen.

07

Väter:




Gottfried Dittwald, Zimmergeselle in Dechsel, Kleinhäusler

Im Alter: Ausgedinger

Johann Gottlieb Schulz, der Meier in Groß Czettritz.=> später Zettritz

Mütter:

Anne Elisabeth Stenigke

Kein Kirchenbuch mehr vorhanden.

Luise Werner

ebenfalls Massow


Beruf:

Zimmergeselle in Massow, bei Dechsel, im Kreis Landsberg (Warthe), Kolonist, auch Gerichtsmann in Massow


Hausfrau und Mutter von mindestens sieben Kindern.

Wohnort,

vor der Ehe


Dechsel


Groß Czettritz

Heirat:

Am 13. Januar 1837. Es werden von Herrn Prediger Eduard Gebauer in Dechsel getraut:

- Karl Ludwig Dittwald, 26½ Jahre alt. Sein Vater: Gottfried Dittwald, Kleinhäusler und Zimmermann. Die Mütter werden leider im KB stets nicht genannt.

- Karoline Wilhelmine Schulze, ebenfalls 26½ Jahre alt. Ihr Vater ist Johann Gottlieb Schulze, der verstorbene Meier in Groß Czettritz.

Quelle: KB Dechsel, Nr. B 1 /1837 auf S. 436. Scan: B Ditt Sch 1837-244.


Wohnort, gemeinsamer


in Dechsel und in Massow.

Zwischen 1841 und 1844 Wohnungswechsel von Dechsel nach Massow. und wahrscheinlich später wieder zurück. Es sind nur wenige Schritte.


Gestorben:


Massow, am 02. März 1889, am Mittag 12 Uhr.

78 Jahre, 10 Monate alt.Standesamt: C 9 / 1889,

Scan: C CL Ditt 1889-011

Dechsel, am 22. Februar 1879, am Vormittag um 7 Uhr. 68 Jahre alt.

Sterbe-Eintrag / C.: Standesamt Dechsel Nr. 6 / 1879.

Scan: C CL Ditt 1879-008.




Anmerkung:

Weitere Namensträger „Dittwald“ gibt es auch beispielsweise in Landsberg, in Johanneswunsch und vermutlich in weiteren Orten dieses Gebiets.






Die Kinder des Ehepaares

Carl Ludwig Dittwald oo Caroline Wilhelmine Schulze

Generation 05


Das erstgenannte Kind „August“ wird die Ahnenfolge auch zu den heute lebenden „Janeckes“ weiterführen.



Familienname: Dittwald



Geburts- und Sterbeorte, weitere Lebensdaten



1.



05/18.1


1. Kind: Karl Ludwig August

Dittwald / Dittwaldt


oo Nowawes bei Potsdam,

21. August 1864


Alwine Pauline

Zinnow




* in Dechsel, am 15. Mai 1837, vormittags 11 Uhr, evangelisch, ehelich.

Taufe am 21. Mai 1837, Prediger Rathenburg aus Lorenzdorf. Die Taufpaten sind:

1. Hanna Louise Heese,

2. Henriette Dittwald, 3. Henriette Stenigke,

4. Johann Wiebke, 5. Fleischer Ernst Fiedler.

Quelle: Kirchenbuch Dechsel Orig., S. 287, Nr. 16 / 1837. Erfasst durch Chris Janecke am 31. August 1999 im KB Dechsel, Archiv Landsberg. // Quelle: KB Dupl. Dechsel Nr. A 17 / 1737. Scan A A Ditt 1837-238.


August wird später Zimmergeselle in Berlin. Er wird am

21. August 1864 in der Friedrichskirche zu Nowawes bei Potsdam Alwine Pauline Zinnow heiraten.

In Berlin wird er später Gastwirt sein. Das Paar wird 6 Kinder haben.

Das Paar hat auf dieser Internetseite einen eigenen ausführlichen Lebenslauf.


2.

2. Kind: Johann Hermann

Dittwald

* in Dechsel, am 09. September 1838, abends 7 Uhr.

Taufe am 12. September 1838 Prediger Henseler. Zeugen: 1. Hanne Luise Heese, 2. Friedrich Königs Ehefrau, 3. Fleischer Ernst Fiedler, 4. Kleinhäusler Friedrich Stenigke.

Quelle: KB Dechsel, Nr. A 39 / 1838.

Scan: A J Ditt 1838-279


Das Kind erliegt leider bald einer Infektionskrankheit. Johann Hermann stirbt am 16. April 1839, früh um 8 Uhr am Scharlachfieber. 7 Monate und 7 Tage alt. Bestattung am 18. August durch Prediger Henseler.

Quelle: KB Dechsel Nr. C 14 / 1839.

Scan: C J Ditt 1839-309.





Mit den zwei folgenden Töchtern gibt es eine Schwierigkeit. Beide tragen die Namen „Ernstine Henriette“.

Das gab es auch schon bei Vater und Onkel: Carl Ludwig und Carl Ludwig Dittwald.

Mitunter fällt uns heute das Unterscheiden schwer. In der ausgeübten Praxis wurde

damals ein Kind eben Carl, das andere Ludwig gerufen – aber im Schriftlichen wurde

der Rufname leider nicht durch Unterstreichen kenntlich gemacht.

Die Töchter „Ernstine Henriette“ möchte ich gern beide dem Ehepaar Dittwald oo Schulze zuordnen. Es ergibt sich nur die Schwierigkeit, dass ich für Ernstine Henriette 1 im KB Dechsel keinen Geburtseintrag fand. Deshalb fehlt mir das Datum und das Nennen der Eltern.

Auch bei ihrer Hochzeit, im Traueintrag, werden ihr Geburtsort und ihr Geburtsdatum nicht erwähnt (ist zu jener Zeit dort auch nicht üblich), sondern nur, dass sie 22 und dreiviertel Jahre alt sei. Als Geburtszeitraum ergibt sich somit das Frühjahr 1839 – aber eben ohne Ergebnis des Auffindens der Geburt am Wohnort der Eltern. Die Jahre 1837, 1838 und 1840 sind bereits durch die „Geschwister" belegt.

Ich entnahm diese Eintragungen dem Duplikat, der Abschrift des Kirchenbuches. Vielleicht wurde das abschreibende Übertragen des Geburts-Eintrages „nur“ versäumt? Fehler traten beim Abschreiben offenbar mehrfach auf.


3. Kind:

Ernstine Henriette (1)

Dittwald



oo Dechsel / Massow am

12. Dezember 1862



Johann Gottlieb (d. Jü.)

Neubert,

bisher Arbeitsmann

in Nieder-Alvensleben,

Hausmann


Der Vater vom Obigen heißt ebenfalls Johann Gottlieb Neubert (d. Ält.), Hausmann in Nieder-Alvensleben. Er

wurde am 03. April 1801 geboren

Dieser stirbt in Nieder-Avensleben, am Freitag den 15. December 1865,

früh um 4 Uhr an Brustwassersucht,

64 J. / 8 Monate / 12 Tage alt.

Er hinterlässt eine major. Tochter und einen major Sohn, sowie einen Enkel vom bereits verstorbenen Sohn.

Bestattung am 19. December 1865 in Nieder-Alvensleben.

Prediger Henseler.

KB Dechsel 1865, S. 20, Nr. 18.,

Scan: C J Neu 1865-015


Seine Ehefrau ist offenbar bereits früher gestorben.


Es ist anzunehmen, dass die Familie seines Sohnes von Massow in das nun leere Haus des Vaters Gottlieb nach Nieder-Alvensleben zieht.


Die sehr kleinen Orte Massow und Nieder-Alvensleben liegen unmittelbar nebeneinander. Im Jahre 1929 wird man Nieder-Alvensleben zu Massow eingemeinden. Der erstere Ortsname geht damit verloren.


Ernstine Henriette (1), geboren in Massow im Frühjahr 1839 (Geburtsjahr bestimmt nach dem Traueintrag. Einen Geburts- / Taufeintrag habe ich 1839 nicht gefunden. Die Jahre 1837 sowie 1838 sind bereits durch andere Geburten belegt.


Braut Ernstine, 22-dreiviertel-jährig, heiratet am 12. Dezember 1862 den Johann Gottlieb Neubert, von nebenan aus Nieder-Alvensleben. Für Ernstine ist nur der Vater angegeben (für Mütter leider keine Spalte im KB vorgesehen): Es ist der Karl Ludwig Dittwald, Kolonist, Zimmergeselle und Gerichtsmann in Massow.

Als junges Ehepaar und dann als Familie, wohnen sie in Massow, also direkt neben dem bisherigen Wohnort / Arbeitsort des Bräutigams in Nieder-Alvensleben.

Quelle: KB Dechsel Nr. B 14 / 1862.

Scan: B Neu Ditt 1862-297.


Die Kinder des Ehepaares:

1. Kind: vorehelich – Bertha Antonie, * Massow, 14. Juli 1862, vormittags 11 Uhr. Als Vater ist Johann Gottlieb Neubert, Arbeitsmann, angegeben. Mutter: Ernstine Henriette Dittwald Tochter des Kolonisten und Zimmergesellen Karl Ludwig Dittwald in Massow. Taufe am 03. August 1862, Prediger Henseler. Die Taufzeugen sind:

1. Luise Dohrmann, 2. Luise geb. Böttcher verehelichte Kolonist Friedrich Werner, 3. Karoline geb. Senff verehelichte Kolonist Friedrich Rapsch, 4. Karoline Reiche verehel. Kolonist Ernst Kirchner, 5. Henriette Bachnick verehelichte Johann Schönknecht.

Quelle: KB Dechsel mit Massow Nr. A 23 / 1862,

Scan A B Ditt 1862-288.


2. Kind: Johann Hermann, * Massow, Montag, 02. November 1863, früh 8 Uhr. Vater: Johann Gottlieb Neubert, Hausmann. Mutter: Ernstine Henriette Dittwald. Taufe am 21. Nov. 1863, Prediger Henseler. Die Taufzeugen: 1. Luise Dittwald, 2. Frau Kolonist Werner geb. Böttcher, 3. August Neubert, 4. Wilhelm Dittwald.

Quelle: KB Dechsel mit Massow Nr. A 55 / 1863.

Scan A J Neu 1863-334.

Leider stirbt dieses Söhnlein im Folgejahr am Mittwoch, den
17. August 1864, vormittags um halb 9 Uhr an Ruhr.

Alter: 9 Monate, 15 Tage.

Bestattung in Massow am 21. August 1864. Quelle: KB C 19 / 1864 (Bild 377)


3. Kind: Auguste Pauline Neubert, * Massow, Freitag nach Pfingsten, den 09. Juni 1865, früh um 2 Uhr, ehelich, Taufe am 25. Juni, Pfarrer Henseler. Die Taufzeugen waren: 1. Luise Dittwald,

2. Charlotte Neubert, 3. Auguste Neubert, 4. Wilhelm Dittwald.

KB Dechsel mit Massow, S. 8, Nr. 31 / 1865, Scan: A Neu 1865-009.


- Wohnungswechsel nach Nieder-Alvensleben, also nur einge Häuser weiter –.


4. Kind: Hermann Otto Neubert, * Nieder-Alvensleben, am Mittwoch, den 25. März 1868, eilf Uhr vormittags, ehelich.

Taufe am 02. April, Prediger Henseler. Die Taufzeugen:

1. Bertha Meckelburg, 2. Frau Charlotte Hohenberg, geb. Neubert,

3. Karl August Quilitz, 4. Hausmann Karl Ludwig Schulz.

Quelle: KB Dechsel mit Nieder-Alvensleben S. 243 / 1868, Nr.16,

Scan: A Neu 1868-136




4. Kind:

Ernstine Henriette (2)

Dittwald




* in Dechsel, am 30. Januar 1840, 9 Uhr vormittags, ehelich. Die Eltern sind eindeutig genannt –

Vater: Karl Ludwig Dittwald, Zimmergeselle in Dechsel,

Mutter: Karoline Wilhelmine geb. Schulze.

Taufe am 06. Februar 1840, Prediger Henseler.

Als Taufzeugen waren zugegen: 1. Henriette Dittwald,

2. Hanne Luise Heese, 3. Friedrich Königs Ehefrau,

4. Friedrich Wilhelm Stenigke, 5. Fleischer Ernst Fiedler.

Quelle: KB Dechsel mit Massow, Seite 414, Nr. 7 / 1840.

Scan: A E Ditt 1840-342.


Die kleine Ernstine Henriette, Tochter des Kolonisten und Zimmergesellen Carl Ludwig Dittwald zu Massow, stirbt aber bereits am 15. Mai 1843 um 9 dreiviertel Uhr am Abend an Stickhusten, 3 Jahre, 3 Monate und 15 Tage alt. Bestattung in Massow am 18. Mai 1843. Prediger Henseler.

Quelle KB Dechsel mit Massow Nr. C 18 / 1843.

Scan: C E Ditt 1843-435.



5.

5. Kind: Augustine Wilhelmine

Dittwald


oo






* in Dechsel, 23. September 1841, früh halb 1 Uhr, ehel.

Vater: Karl Ludwig Dittwald, Zimmergeselle in Dechsel,

Mutter: Karoline Wilhelmine Schulze.


Taufe am 26. September 1841. Prediger Henseler.

Paten: 1. Hanna Louise Heese 2. Martin Stenigkes Ehefrau, 3. Theodor Fiedler, 4. Wilhelm Stenigke,

5. Schneidermeister Julius Wunnicke.

Quelle: KB Dechsel mit Massow Seite 475, Nr. 37 / 1841. Scan: A A Ditt 1841-392.



6.



6. Kind: Marie Luise

Dittwald / Dittwaldt


oo in Dechsel, (für Massow)

am 22. Februar 1867


Carl August Quilitz,

Kolonist




* in Massow, am 23. März 1844, 9½ Uhr abends, ehel.

Vater: Carl Ludwig Dittwald, Zimmergeselle und Kolonist in Massow. Mutter: Caroline Wilhelmine geb. Schulze.

Taufe am 04. April 1844, Prediger Henseler.

Taufzeugen: 1. Auguste Werner, 2. Gottlieb Senffs Ehefrau, 3. Auguste Gesche, 4. Julius Wunnicke,

5. Ludwig Wiesenthal.

Quelle: KB Dechsel, Seite 570, Nr. 7 / 1844.

Scan: A M Ditt 1844-464.


Marie Luise heiratet am 22. Februar 1867 den Carl August Quilitz, einen angehenden Kolonisten. Er wurde geboren am 12. November 1841 und wohnt in Massow. Sein Vater ist Wirth und Eigenthümer, auch Gastwirth in Altensorge. (Mutter im KB nicht erwähnt, auch nicht vorgesehen). Der Bräutigam ist 25 Jahre alt, die Braut ist 23 Jahre jung. Traupfarrer: Henseler.

Quelle: KB Dechsel, 1867, S. 182 Nr. 6.

Scan: B Qui Ditt 1867-103


KInder des Paares:

1. Kind: August Hermann Quilitz, * Massow, am Do., 20. August 1868, früh zwischen 2½ und 3 Uhr. Taufe am 05. September 1868. Paten: 1. Frau Kolonist Gottlieb Peschke, 2. Kolonist Friedrich Rapsch, 3. August Dittwaldt, Zimmerpolier in Berlin, (05 / 18.1),

4. Wilhelm Dittwaldt, Zimmergeselle in Berlin (05 /18.5). (Die Paten 3 u. 4 sind Brüder der Kindsmutter).

Quelle: Kirchenbuch Dechsel, Seite (161) / 247, Nr. 38 / 1861.

Scan: A Quil 1868-137.


2. Kind: Friedrich Otto Quilitz, * Massow, am 09. Oktober 1871, früh 12½ Uhr, Taufe am 21. Oktober 1871. Pfarrer Henseler. Taufzeugen:

1. Auguste Zachert, 2. Theodor Kirchner, 3. Frau Gerichtsschulze Peschke, Frau Kolonist Werner.

Quelle: KB 49 / 1871. Scan: A Quil 1871-286.


3. Kind:

Maria Magdalena Quilitz, * in Massow am Dienstag, den 22. Juli 1873, vormittags 11 Uhr. Taufe am 03. August 1873, Pfr. Henseler.

Die Paten: 1. Auguste Zachert, 2. Frau Kolonist Peschke,

3. Hermann Kirchner, 4. Friedrich Werner.

Quelle: KB Dechsel, S. 688, Nr. 45, 1873. Scan: A Quil 1873-401.


Weitere Kinder sind möglich. Es sind als Quellen aber keine weiterführenden KB vorhanden. Die Geburten könnten aber ab Oktober 1874 den Standesamtseinträgen entnommen werden.


Mutter Marie Luise ist gestorben in Massow am 08. Juni 1896, 52 Jahre alt. StA Ober-Alvensleben C 17 / 1896.

Scan: C ML Quil 1896-019.

Vater August Quilitz Leben endete am 03. Mai 1902.

StA Dechsel C 17 / 1902. Scan C A Quil 1902-019.




7.



7. Kind: Friedrich Wilhelm

Dittwald

(gemäß Taufbuch)


aber


Ludwig Wilhelm

Dittwald

(gemäß polizeilichem Melderegister)


Zimmergeselle in Berlin


Auch dieser Wilhelm schreibt sich später „Dittwaldt” wie sein großer Bruder und die Nachkommen dieser beiden Väter.

* in Massow, am 14. Oktober 1848, früh 1 Uhr, ehelich

Vater: Carl Ludwig Dittwald, Kolonist und Zimmergeselle in Massow. Mutter: Wilhelmine geb. Schulze.

Taufe: 22. Oktober 1848. Prediger Henseler. Zeugen:

1. Caroline Werner, 2. Wilhelmine Schallert,

3. Wilhelm Stendigke, 4. Julius Wunnicke,
5. Julius Jonas.

Quelle Kirchenbuch Dechsel S. 732, Nr. 36 / 1848.

Scan: A F Ditt 1848-602.


Achtung: Später wird dieser Junge in Potsdamer Polizeiakten (Melderegister, Reisepass) bei gleichem Geburtsdatum als Ludwig Wilhelm Dittwaldt geführt. Es handelt sich nicht um Zwillingsbrüder. Es gibt auch keinen weiteren älteren Bruder zwischen 1845 und 1847. Es ist zuverlässig ein und dieselbe Person!


Im Alter von etwa 20 Jahren ist er, inzwischen Zimmergeselle, vom 24. Mai 1869 bis 13. Juli 1869 zu Gast beim Zimmergesellen Mahnkopf und dessen Eltern (Schuhmachermeister Mahnkopf – siehe Ahnenlinie Mahnkopf oo Sommer) in Potsdam, Am Canal 48 /49.

Auch in Dechsel und Massow gibt es in jenem Zeitraum häufig den Namen Sommer, ohne dass hier aber eine Verbindung sichtbar wird.









(sinngemäße Abschrift) C


Sterbe-Eintragung Nr. 6 / 1879


des Standesamtes in Dechsel



Dechsel, am 22ten Februar 1879



Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,

der Persönlichkeit nach bekannt, der

Ausgedinger und Zimmermann


Carl Ludwig Dittwald_


wohnhaft zu Massow


und zeigte an, daß seine Ehefrau


Caroline Wilhelmine Dittwald, geborene Schulz


68 Jahre alt, evangelischer Religion,


wohnhaft zu Massow,


geboren zu Groß Czettritz, Kreis Landsberg a. W., am 29ten März 1810,

als Tochter des verstorbenen Eigentümers

Friedrich Schulz und seiner

verstorbenen Ehefrau Luise geborene Werner,


zu Massow, am 22. Februar 1879, vormittags um 7 Uhr,

verstorben sei.




Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. Dittwaldt


Der Standesbeamte


gez. Krüger





Scan: C CL Ditt 1879-008



(Sinngemäße Abschrift) C


Sterbe-Anzeige und -Eintrag Nr. 9 / 1889


des Standesamtes in Dechsel



Dechsel, am 2ten März 1889



Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,

der Persönlichkeit nach bekannt, der

Eigentümer August Quilitz

(Schwiegersohn des Verstorbenen)



wohnhaft zu Massow und zeigte an, daß


der Ausgedinger Ludwig Dittwald


78 Jahr 10 Monate alt, evangelischer Religion,

wohnhaft zu Massow, Kreis Landsberg a. / W.,

geboren zu Dechsel am 13. April 1810,



Sohn des verstorbenen Eigenthümers

Gottfried Dittwald

und dessen verstorbenen Ehefrau

Elisabeth Steinke*



zu Massow, am 2ten März 1889 nachmittags um zwölf Uhr verstorben sei.



Der Anzeigende erklärte, daß der Tod des p. Dittwald

in seiner Gegenwart und in seiner Wohnung erfolgt sei.



Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. August Quilitz


Der Standesbeamte


gez. Krüger



* Anmerkung: Hier tritt erstmals und einmalig die Namens-Schreibweise „Steinke“ auf. Ansonsten wurde Stenigke geschrieben.

Scan: C ML Quil 1896-019

zu Kind 6: Marie Luise Dittwald oo Carl August Quilitz



(Sinngemäße Abschrift) C


Sterbe-Anzeige und -Eintrag Nr. 17 /1896


des Standesamtes in Ober-Alvensleben



Ober-Alvensleben, am 08. Juni 1896



Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,

der Persönlichkeit nach bekannt, der


Eigenthümer

August Quilitz

wohnhaft zu Massow und zeigte an, daß

seine Ehefrau


Marie Luise Quilitz


52 Jahre und 2 Monate alt, evangelischer Religion,

wohnhaft zu Massow,

geboren zu Massow, den 23. März 1844

und war verheirathet mit


Tochter des verstorbenen Zimmermanns Carl Ludwig Dittwald

und seiner Ehefrau Wilhelmine geborene Schulz,


zu Massow,

am 08. Juni 1896 nachmittags um zweieinhalb Uhr verstorben sei



Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. August Quilitz


Der Standesbeamte

gez. Wilsky






Scan: C ML Quil 1896-019




(Sinngemäße Abschrift) C


Sterbe-Anzeige und -Eintrag Nr. 17 / 1902


des Standesamtes in Dechsel



Dechsel, am 05. Mai 1902



Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,

der Persönlichkeit nach bekannt,

der Briefträger Beek, wohnhaft in Dechsel, mit der amtlichen

schriftlichen Meldung vom Amtsvorsteher Wilke, Kernein, daß


der Kolonist


August Quilitz


60 Jahre, 5 Monate, 21 Tage alt, evangelischer Religion,

wohnhaft in Massow,

geboren zu Altensorge, Kreis Landsberg a. W.

am 12. November 1841,


Sohn des verstorbenen Gastwirts Gottlieb Quilitz und dessen

verstorbenen Ehefrau Elisabeth Sommer zu Altensorge,


zu Massow, am dritten Mai 1902 gegen vier ein halb Uhr

in seiner Scheune durch Selbstmord erhängt aufgefunden wurde.



Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben


gez. Wilke




Der Standesbeamte

gez. Wunnicke





Scan: C A Quil 1902-019



Chris Janecke berichtet über seine Reise in die Vergangenheit

zu den Dittwalds im Raum Landsberg an der Warthe


Heute, am 27. Juli 1999 möchte ich gern die früheren Wohnsitze unserer Dittwald- / Dittwaldt-Vorfahren aufsuchen. Das ist nun 260 Jahre nach der Geburt des ersten Dittwalds, den ich bisher erfassen konnte. Die Familie lebte in der ostbrandenburgischen Neumark, im Kreis Landsberg am Warthebruch, in Niederschlesien, wenn ich diese damaligen Bezeichnungen für das seit 1945 polnische Gebiet richtig wiedergebe. Ich möchte die Gegend kennenlernen, in der sie wohnten und arbeiteten, möchte sehen, aus welchen Nachbarorten ihre späteren Ehefrauen stammten, damit „mein-sich-Erinnern-können“ mit einem etwas realen Hintergrund versehen wird.

Wenn möglich, möchte ich dann an einem weiteren Tage im Kirchenbucharchiv Gorzow nach den Familiendaten suchen aber euch natürlich heute schon über diese Fahrradfahrt berichten.


Um 5.00 Uhr am Morgen mache ich mich von Golm bei Potsdam mit dem Fahrrad auf den Weg – (dann aber von Potsdam bis Landsberg / Gorzow Wielkopolski > Großpolen < mit der Bahn).

Die Bahnstrecke führt mich durch Berlin und später durch die Grenzstation Küstrin / Kostrzyn an der Oder. Bei der Pass- und Zollkontrolle gibt es keinerlei Probleme.

In diesen Wochen, so auch an diesem Tage, herrscht ein sonniges Hochsommerwetter.

Die 43 Kilometer zwischen Küstrin und Landsberg fährt der Zug durch das flache Land des Warthebruchs, welches im Norden streckenweise von Hügelketten gesäumt wird.

Gleich hinter dem Bahnhof Küstrin / Kostrzyn äugen zwei Rehe, Ricke und Kitz, dem Zug nach.

Weiter fährt die Bahn nach Dabroszyn. In Kamien Maly befinden sich auf mindestens jedem zweiten Haus Storchennester – eine stattliche Anzahl. Hier scheinen viele Frösche zu wohnen.

Der Zug rollt durch die Orte Witnica, Nowiny wielkie, Bogdaniec, Lupowo und Gorzow, bis er pünktlich um 9.44 Uhr in Gorzow Wielkopolski eintrifft.

Früher (bis 1945) hießen die Orte, die an dieser Strecke liegen: Küstrin, Tamsel, Klein Kammling, Vietz, Dühringshof, Neu Gennin, Loppow, Neuritz und Landsberg an der Warthe.


Landsberg / Gorzow Wielkopolski

Das staatliche Archiv in der Uliza Grottgera 24 / 25 war dank des Stadtplanes eines freundlichen Taxifahrers schnell gefunden, auch wenn ich mit meinem Fahrrad nicht sein Fahrgast wurde. Im Archivum panstwowe empfing mich sehr freundlich eine polnischen Frau namens Janecke (welch ein Zufall), gesprochen aber eben polnisch: „Janetzke“. Die von mir gesuchten Kirchenbücher sind zumindest für den Zeitraum zwischen 1827 und 1870 (und einige ältere ab 1812) für die betreffenden Orte Dechsel, Massow, Eulam und Jahnsfelde vorhanden. So kann ich mich vor-anmelden. Einsehen darf ich die Bücher am heutigen Tage aber noch nicht, weil dazu vorerst ein Antrag gestellt werden muss, auf den dann eine schriftliche Genehmigung aus Warschau abzuwarten ist. Das aber wusste ich ja. (Nachtrag: Inzwischen kann man die Bücher online alle bequem von zu Hause aus lesen und das tue ich 2020 / 2021. Der polnische Staat stellte das nach 1945 erhalten gebliebene Gut kostenlos ins Internet. Danke!)

So nutze ich den Tag für die sowieso geplante Fahrradtour zu den Ahnen-Wohnorten.

Die Stadt Landsberg hat etwa 130.000 Einwohner, ist also grob gesehen, mit der Größe meiner Heimatstadt Potsdam vergleichbar.

Die Marienkirche möchte ich mir gern ansehen. Ich kenne diese von dem Druckbild eines Farbfotos aus den 1920-er Jahren. Die Kirchenumgebung sieht auf dem Bild so sonntäglich friedlich aus, so erquickend der sprudelnde Brunnen unter alten beschattenden Bäumen.

Mein heutiger Eindruck über diese Stätte aber ist wesentlich nüchterner: Hohe Häuser mit vielfältiger Reklame im Rund um die Kirche, motorenbrüllender dichter Straßenverkehr, trockenes, staubiges Zentrum der Stadt.

Die Stadt Landsberg verlasse ich schnell wieder. Vom Bahnhof aus rolle ich mit dem Fahrrad nach Südosten, überquere die breite, gemächlich dahinfließende Warthe und fahre auf der Straße Nr. 3 (E 65) in Richtung Schwerin / Skwierzyna - Posen / Poznan - Grünberg / Zielena Gora. Der nächste Ort (inzwischen zu Landsberg eingemeindet) ist Kernein / Karnin. Besuchen möchte ich heute die Dörfer Dechsel, Massow, Eulam und, wenn die Zeit reicht, Jahnsfelde (sowie natürlich die Durchfahr-Orte auf diesen Wegen).


Dechsel / Deszczno

Dechsel ist ein Straßen-Angerdorf, 8 km südöstlich von Landsberg. Der Ort bestand bereits in der Zeit vor dem Jahre 1316. Bezeichnungen: 1345 „Dessen“– damals aber bereits ein wieder wüst gewordener Ort. 1452: – wiederbelebt als „Deszen“.

Dechsel hatte im 30-jährigen Krieg (1618–1648) wegen seiner „günstigen Lage“ an der großen Straße von Landsberg nach Schwerin sehr unter Plünderungen zu leiden.

1749 erbaute man auf dem Dorfanger ein Fachwerkkirchlein. Die heutige Kirche wurde im Jahre 1892 errichtet. Kirchenbücher sind ab 1812 erhalten. Die älteren meiner Ahnen gingen also im Wesentlichen in der Fachwerkkirche ein und aus.

Im Jahre 1909 lebten in Dechsel in den 147 Wohnhäusern 200 Familien und 12 Einzel-Personen. Von den 975 Einwohnern waren 46% männlich und 54% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus fünf Personen. Die Gemarkung umfasst 1.432 Hektar (1 ha = 10.000 qm / m²).

Aus Richtung Landsberg kommend, steht linker Hand am Anger das Gebäude der Gemeindeverwaltung und mitten auf der kleinen Anger-Insel die Kirche.

Auf dem Kirchengelände befindet sich ein massiver Steinsockel. Ich denke, dieser wird einst (bis 1945) ein Denkmal getragen haben – vielleicht „für unsere gefallenen Soldaten 1914–1918“. Heute steht auf diesem schweren Felsen ein leichter Glasbehälter als Wetterschutz für eine bunte Mariengestalt – zu Ehren der Mutter Jesu Christi.

Im Ort finden wir (wie überall) Bausubstanz recht unterschiedlichen Alters. Es gehören dazu Kolonistenhäuser aus der Zeit von König Friedrich II, des Großen. Diese sind aber oft „baulich überformt“, also verändert, erweitert, modernisiert. An jüngeren Bauten sieht man häufig die typisch polnischen Würfelhäuser, mit einem Flachdach versehen.

Zur Mittagszeit spendet uns die Sonne 27°C im Schatten. Im Straßendorf Dechsel biege ich nach Süden (rechts) ab und überquere die Bahnlinie Landsberg – Schwerin. Rechter Hand steht der Bahnhof einsam in der Sonnenglut. Er macht einen verlassenen Eindruck. Gras wächst auf dem Bahnsteig und im Gleiskörper. Nur das Durchgangsgleis für den Fernverkehr zeigt blank gerollte Schienenköpfe.


Massow / Maszewo

Kurz hinter dem Bahnhof Dechsel, führt eine kurze, schnurgerade, herrlich ruhige Ortsverbindungsstraße nach Massow. Sie ist mit Ahornbäumen und Pappeln überkront und von jenen angenehm grün beschattet. Ich rolle also leise durch dieses „grüne Gewölbe".

Das Dorf wurde 1770 gegründet und damals nach dem Minister Massow benannt. Zur Zeit der Gründung wohnten hier auf 32 Grundstücken, 32 Familien. Jeder Familie wurde ein Haus, ein Stall und fünf Morgen Ackerland zugemessen, das sind etwa 12.500 m² oder eine Fläche von beispielsweise ungefähr 112 x 112 m). Die Gesamtfläche des kleinen Ortes betrug 43 Hektar (das sind 172 Morgen oder 430.000 m²) .

Im Jahre 1770 hat hier im Ort wohl noch keine „meiner“ Familien Dittwald gelebt.

(Quelle: Einwohnerverzeichnis in „Der Neumärker“, Blätter für neumärkische Familienkunde, Mitteilungen des Vereins für die Geschichte der Neumark, Band 3, 1943.)

Massow besitzt keine eigene Kirche. Das Dorf gehört zum Kirchspiel Dechsel. Das zuständige Standesamt wurde in Dechsel im Herbst 1874 eingerichtet.

1909 hatte Massow 31 Wohnhäuser. In diesen lebten 34 Familien und 2 Alleinstehende. Von den 144 Einwohnern waren 47% männlich und 53% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus vier Personen.

In den Kirchenbüchern von Dechsel und Massow kommt der Name Dittwald häufig vor aber auch in Nachbardörfern (z. B. im Ort Johanneswunsch und in Landsberg) tritt er auf.


Auf meiner sechzig Jahre alten Landkarte sehe ich die Dörfer Nieder-Alvensleben und Massow dicht beieinander liegen. Beide Orte wurden 1929 zu „Massow“ zusammengefasst. Auch mit dieser Zusammenlegung erreichte der neue Ort keine wesentliche Größe. Massow bietet einen beschaulichen Anblick. Sandwege verbinden die gut überschaubare Anzahl von Kolonisten-Häusern miteinander.

Diese früheren Nachbarsiedlungen umrollt man mit dem Fahrrad auf einem Ovalkurs in wenigen Minuten. Auf dieser Linie wieder bis zum Ortseingang zurückgekehrt, gilt als mein nächstes Ziel das Dorf Eulam / Ulim.

In westsüdwestlicher Richtung verlasse ich Massow. Hier säumen Kopfweiden die Straße. Der nächste Ort, durch den die schnurgerade, wenig befahrende Nebenstraße führt, heißt Bürgerbruch / Bialoblocie, (polnisch mit „schräg gestrichenem >l< geschrieben und gesprochen) ein Straßendorf, ein junger Ort, der erst 1805 gegründet wurde. Hinter jedem der Gehöfte erstreckt sich eine lange schmale, gärtnerisch oder landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Bebauung ist heute etwas lückenhaft. Meine alte Messtisch-Karte lässt auf eine damals engere Bebauung schließen.

Am Beginn des sich unmittelbar anschließenden Ortes Schönewald / Krasowiec, durch den die Straße im bisherigen Verlauf ein Stückchen weitergeführt wird, biege ich jedoch nach rechts auf die Straße 132 ab und rolle nach Nordwesten. Nach etwa 3 km erreiche ich die Häuser von Rodenthal, wende ich mich dann nach links und nutze eine Asphaltpiste, die durch einen kleinen Kiefernwald nach Eulam führt.


Eulam / Ulim

Diese eine Asphaltstraße und mehrere Sandwege führen in das Haufendorf mit länglichem Dorfanger, auf dem die Kirche steht. Himmlische Ruhe. Auch Eulam ist ein altes Dorf. Bereits für das Jahr 1316 ist nachgewiesen, dass Markgraf Ludwig (der Ältere) „dat Dorp Ulem“ der Stadt Landsberg übereignete.

Im Jahre 1909 hatte Eulam 65 Wohnhäuser. In jenen lebten 74 Familien und fünf Einzelpersonen. Von den 387 Einwohnern waren 51% männlich und 49 % weiblich. Die durchschnittliche Familienstärke betrug fünf Personen. Die Gemarkung umfasste eine Fläche von 839 Hektar.

Die Grundstücke des Dorfes vermitteln einen gepflegten Eindruck.

Der elegant wirkende Kirchturm stammt aus dem Jahr 1747. Das Kirchenschiff jedoch wurde von 1874–1876 neu erbaut und löste eine Fachwerkkirche ab, die man 1678 errichtet hatte. Die Glocke im Kirchturm hat einen Durchmesser von 88 cm. Sie wurde im Jahre 1701 in Berlin, in der Gießerei von Johann J.(oachim?) Schultz gegossen.

Am Dorfausgang von Eulam geht die Asphaltstraße in einen trockenen, staubigen Sandweg über – seit Wochen hat es nicht geregnet. Die Fahrt auf schmalen Reifen, zurück nach Landsberg, führt über Egloffstein / Lagodzin und die Siedlung Rosswiese.


Da der Tag so recht prall ausgefüllt sein soll, entschließe ich mich, von Landsberg dann weiter in nordöstlicher Richtung über Lorenzdorf nach Jahnsfelde zu fahren, wo sich der Lebenskreis von Ernestine Wilhelmine Dittwald, geborene Kluth / Klutt, schloss.


Jahnsfelde

Verlief die bisherige Tour durch die Ebene auf der Höhe von etwa 20 m über Normal Null, so geht es zu meinem letzten Tagesziel fast ständig bergauf. 4 km hinter Lorenzdorf / Wawrow erreiche ich die Höhe von 90 m über NN und mein Ziel Jahnsfelde / Janczewo. Im Ortszentrum der leicht erhöhte Kirchplatz. Diese Kirche ist allerdings nicht nutzbar, von Erscheinungen des Verfalls gekennzeichnet. Der Turm ist provisorisch gestützt, eingerüstet. Errichtet wurde das Gotteshaus in den Jahren 1733–1735. Neben der Kirche liegt der Gutspark mit einem riesigen aber leeren Speichergebäude an seinem Rande. Das ehemalige Gutshaus aber wurde offenbar abgerissen.

Den Ort nannte man bereits um 1337 „Jansfelde“. Lehnsherren waren die v. Wulkow. Das Dorf hatte eine Flächenausdehnung von 64 Hufen. 1499 bestanden zwei Rittersitze in „Gansfeld“. Besitzer waren zu jener Zeit: Strauß zu Stolzenberg und Wermsfelde sowie Herr v. Rülicke zu Zantoch. 1608 war das Dorf im Besitz derer v. Platow. 1717 gehörte der Grundsitz zu den v. Schöning und 1844 dem Grafen von Schulenburg-Lieberose.

1909 hatte Jahnsfelde 38 Wohnhäuser. In jenen lebten 51 Familien und sechs Alleinstehende. Von den 254 Einwohnern waren 52% männlich und 49% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus fünf Personen. Die Feldflur von Jahnsfelde umfasst 408 Hektar.

Bei meinem heutigen Besuch ist die Umgebung von Jahnsfelde von reifem Getreide auf den leicht geneigten Hängen gekennzeichnet, das in der Sonne goldgelb unter blauem Himmel leuchtet.

Die Rückfahrt von Jahnsfelde nach Landsberg geht, ein jeder kann es sich denken, fast stets bergab. Hinter Lorenzdorf dann auf einer sehr breiten Allee, deren Fahrbahnen mittels eines Grünstreifens voneinander getrennt sind. Leicht, schnell und trittlos lege ich dieses letzte Stück der Radtour, dafür aber mit heißen Bremsen, bis zum Landsberger Stadtzentrum zurück.

Der Anteil der Fahrradstrecke an diesem Tage betrug etwa 65 km.

Gerade noch rechtzeitig komme ich zur Abfahrt des Zuges nach Kostrzyn um 18.07 Uhr zum Bahnhof Landsberg. Auch die Weiterfahrt nach Berlin-Lichtenberg und die S-Bahnfahrt nach Potsdam verlaufen zügig, so dass ich um 22.45 wieder zu Hause eintreffe.

Ein herrlich gefüllter Tag liegt hinter mir. – Ende –