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Zur Ahnenliste "Janecke" gehörend:


Karl Ludwig Dittwald, (* Dechsel 1800, † Massow 1847)

und seine Ehefrau

Ernestine Wilhelmine Kluth, (* Blockwinkel 1801, † Jahnsfelde 1848)

sowie deren Kinder


Tabellarischer Kurz-Lebenslauf

Ein Beitrag zur Familienforschung und Heimatgeschichte

Im Kreis Landsberg (Warthe)



Autor und Kontaktpartner für Fragen, Meinungen und Ergänzungen: Chris Janecke,

Stand der Bearbeitung: Dezember 2016, E-Mail: christoph@janecke.name


Wenn du Interesse hast, mehr darüber zu lesen, was sich in dieser Zeit im Leben der Menschen abspielte, so sieh’ bitte auch in die Dokumentationen „Zeitgeschichte“ und „Zeitgenossen“.





Ich blicke oft im Traume ein Kirchlein schlicht und klein

inmitten grüner Gräber mit Kreuz und Marmorstein.

Es tönen Glockenklänge weit über Berg und Tal.

O Kirchlein meiner Heimat, ich grüß' dich tausendmal.


Fritz Schmidt-König






Das Ehepaar = Die Eltern=/ Die Probanden

Karl Ludwig Dittwald oo Ernestine Wilhelmine Kluth





Vater:

Generation 06 / Ahn


Mutter:

Generation 06 / Ahnin

Die Bedeutung dieser

Familien-Namen:

Vom german. Namen Dietwald. diot = Volk + walt = Gewalt, Herrschaft ausüben, verwalten.



Name:



Dittwald


Kluth


Vornamen:



Karl Ludwig



Ernestine Wilhelmine


Die Eltern der Probanden


(Großeltern)




Der Vater:


Dittwald,

Samuel Ludwig,

* um 1775, Kolonist und Gerichtsschulze in Massow. Vater gab die Heiratseinwilligung für den Sohn (Mutter nicht erwähnt; keine Spalte dafür im KB vorgesehen).

† Dechsel, 10. März 1850.



Der Vater:


Kluth,

Gottfried,

weiland Hausmann,

wohnt im Blockwinkel (Mutter nicht im KB zur Trauung der Tochter erwähnt; keine Spalte vorgesehen).

Die Mutter:


Weiss(e) / Weiss(e),

Hanna Luise

* 09. Dez. 1779 (err. aus Sterbeeintrag

† Dechsel, 29. Nov. 1849


Die Mutter:


?


Geburt:




Dechsel, am 13. April 1800


vermutlich Blockwinkel, am

27. September 1801


Taufe:



Keine Kirchenbücher mehr vorhanden



Keine Kirchenbücher mehr vorhanden


Beruf/Stand oder Gewerbe:



in Eulam dienend,

Hausmann



Hausfrau und Mutter von mindestens sechs Kindern

in Massow


Wohnanschriften vor der Ehe:



Massow, Eulam


Blockwinkel


Trauung:

(evang.-lutherisch)



Bräutigam Karl Ludwig Dittwald, Junggeselle, bisher in Eulam dienend, war bisher unverheiratet, 25 Jahre.

Braut Ernestine Wilhelmine Kluth, Jungfrau, 25 Jahre, unverehelicht.

Trauung am 26. Januar 1826 durch Herrn Prediger Seydel in Eulam.

Quelle: Vermählungseintragung im KB Eulam S. 391, Nr. 4 1826.

Abschrift aus dem KB am 31. August 1999 im Archivum Gorzow. Chris. J.



Wohnanschriften, gemeinsame:



Massow


Tod / Gestorben:

Bestattet:






Massow, am 05. Mai 1847, vormittags einhalb 10 Uhr stirbt der Hausmann Carl Ludwig Dittwald. Er war geboren den 13. April 1801, 46 Jahre alt. Blutsturz.

Er hinterlässt Gattin und 6 minorenne Kinder. Beerdigt am

07. Mai 1847 Kirchhof in Massow. Prediger Henseler.

Quelle: KB Dechsel, S.696, Nr. 14/1847.





Jahnsfelde, am 27. Sept. 1848 mittags 12.00 Uhr an Krämpfen. 47 Jahre alt. Das ist erwähnt im KB Dechsel (für Massow). Text: Frau Ernestine Wilhelmine Dittwaldt, nachgelassene Wittwe des verstorbenen Hausmanns Carl Ludwig Dittwald zu Massow. Sie hinterlässt 5 minorenne Kinder. (und ein majorennes Kind).

Beerdigung in Jahnsfelde am 28. Sept. 1848 durch Herrn Prediger Luge aus Gralow.

Quelle: KB Dechsel S. 735, zwischen den Nrn. 15 und 16, ohne eigene Nr. (weil nicht in Massow bestattet) im Jahre 1848 erwähnt.




Die Kinder der Eltern

Karl Ludwig Dittwald oo Ernestine Wilhelmine Kluth

* 13. April 1800 * 27. September 1801


Nr.

Familienname:

Dittwald

Lebensdaten der Kinder


1


Henriette Caroline Wilhelmine




* Massow, 31. Januar 1828, morgens um 4 Uhr, ehelich.

Taufe am 10. Februar 1828, Prediger Gebauer.

Die Paten sind: 1. Jungfrau Henriette Thiede,

2. Wilhelmine Dittwaldt, 3. Caroline Berend,

4. Junggeselle Wilhelm Ehrhard, 5. Wilhelm Klatte.

Quelle: KB Dechsel, S. 884, Nr. 5/1828.


Henriette, inzwischen zwanzigjährig, bekommt am 03. Oktober 1848 (nach dem Ableben ihrer Eltern) ein uneheliches Kind, das tot geboren und deshalb nicht getauft wird. Den Kindesvater gab sie beim Pastor nicht an. KB Dechsel, Nr. 35 / 1848.






Aus einer Traueintragung – aus Zeitgründen konnte nicht mehr geprüft werden, ob dieses Kind (wer sind dessen Eltern?) in diese Kinderfolge gehört – oder ob er der Sohn eines Vater-Bruders ist.


Dittwald, Johann Friedrich Wilhelm, * Massow am 14. Dez. 1829


2


Hanna Charlotte




* Massow, 02. November 1833, nachmittag 1 Uhr, ehelich.

Taufe am 10. Nov. 1833, Prediger Gebauer. Die Paten waren:

1. Gottfried Hänschke, 2. Martin Schallert, 3. Wilhelm Mardolle,

4. Wilhelm Ehrhardt (Bauer). KB Dechsel, S. 125, Nr. 48 / 1833.



3


Henriette Amalie




* Massow, 02. Juli 1835, morgens 1 Uhr, ehelich,

Taufe 12. Juli 1835, Prediger Gebauer (der Prediger wird im gleichen Jahr ebenfalls Vater). Die Paten sind:

1. Wilhelm Nadallers Ehefrau, 2. Martin Schallerts Ehefrau,

3. Karl Ludwig Barschert. KB Dechsel, S. 210, Nr. 20 / 1835.



4


Ernestine Wilhelmine




* Massow, 09. November 1839, nachmittag 3 Uhr, ehelich.

Taufe am 20. Nov. 1839, Prediger Gebauer. Die Paten sind:

1. Karoline Wilhelmine Schallert, 2. Amalie Peil, August Jänicke,

4. Karl Ludwig Borchert, 5. Karl Wilhelm Schleusener.

Quelle: KB Dechsel, S. 375, Nr. 43 / 1839.



5


Auguste Martha




* Massow, 07. März 1844, abends 11 Uhr, ehelich.

Taufe am 24. März 1844, Pf. Henseler. Die Paten sind:

1. Auguste Werner, 2. Wilhelmine Schallert, 3. Johann Jänicke,

4. Ludwig Borchert, 5. Ludwig Dittwald. KB Dechsel, S. 570, Nr. 3 /1844.



6


Charlotte Luise


* Massow, 14. September 1846, nachm. 2 Uhr, ehelich.

Taufe am 04. Oktober 1846, Pf. Henseler. Die Paten sind:

1. Martin Schallerts Ehefrau, 2. Carl Wilhelm Schleusener,

3. Johann Giebel. Quelle: KB Dechsel, S. 650 Nr. 34 /1846.



Diese Abschriften aus dem Kirchenbuch Dechsel in Gorzow Wik. / Landsberg (Warthe), Archivum panstwowe) am 31. August 1999 durch Chris Janecke.

Einige wünschenswerte Angaben sind noch nicht geklärt, da im Archiv Landsberg die Kirchenbücher von 1812 bis 1872 liegen. Frühere erforderliche Anschlussbücher fehlen. Auch sind nicht in jedem Falle die Herkunftsorte der Bräute vorhanden.


Zufallsfunde – vielleicht helfen diese ja anderen Familienforschern:

Dittwald, Johann Friedrich Wilhelm, * Massow am 14. Dez. 1829 (siehe obige Kinderliste).

Beruf: Postschaffner. † in Landsberg am 08. März 1902, im Alter von 72 Jahren.

oo in Költschen / Hammer am 17. Januar 1858.

Braut: Henriette Friederike Koltermann, * 10. Februar 1832 in Ruhnow. †: in Landsberg, 06. September 1901.

Ihr Vater: Karl Gottlieb Koltermann, * in Ruhnow (Pommern), am 10. August 1802, ein Glashüttenarbeiter bei Piepstock in Ruhnow.


Zufallsfund im Adressbuch der Stadt Landsberg 1913:

Dittwald, H. Oberpostschaffner, Böhmstraße 23. (Vielleicht ein Sohn des Vorgenannten?)


Zufallsfund:

Heinrich Robert Borchert. Geboren in Massow am 14. Januar 1845, nachmittags 5 Uhr, ehelich.

Vater: Carl Ludwig Borchert, Hausmann.

Mutter: Hanne Wilhelmine Dittwald. Die Familie lebt in Massow.

Taufe am 25. Januar 1845, Prediger Henseler. Die Paten sind:

1. Wilhelmine Giebel, 2. Wilhelm Schleuseners Ehefrau,

3. Ludwig Dittwalds Ehefrau, (Ernestine Wilhelmine Dittwald, geb. Kluth? Sehr wahrscheinlich.)

4. Wilhelm Reschke, 5. Heinrich Schönknecht.

Quelle: Kirchenbuch Dechsel 1845, Nr. 3 (Polnische Signatur alt: 1261, neu: 14.359).


Zufallsfund:

Carl August Preschke, Geboren zu Massow am 30. Okt.1846 früh, 1 Uhr ehelich.

Vater: Friedrch Wilhelm Preschke, Schneidermeister

Mutter: Hanne Caroline Luise Dittwald

Taufe am 11 Nov. 1846. Pf. Henseler. Die Paten: 1. Wilhelmine Schallert, 2. Antonie Thiede, 3. Friedrich Giebel, 4. Friedrich Senff, 5. Malermeister Scheffler. KB Dechsel, Nr. 40 /1846

Zufallsfund:

Maria Theresa Wunnicke, * Dechsel, 27. Juli 1845, früh 5 Uhr, ehelich

Vater: Wilhelm Julius Wunnicke, Kleinhäusler und Schneidermeister, auch Fleischer.

Mutter: Juliane Henriette Dittwald.

Taufe in Dechsel am 05. August 1845, Pf. Henseler. Die Paten sind: 1. Auguste König,

2. Charlotte Stendigke, 3. Julius Wunnicke, 4. Martin Friedrich Stendigke, Gottfried Giebel.

Quelle: KB Dechsel Nr. 25 / 1845 S. 611.


und von den vorgenannten Eltern das nächste Kind:

Carl August Wunnicke, * Dechsel, 12. März 1847, abends 10 Uhr, ehelich

Taufe am 20. März, Pf. Henseler. Die Paten sind: 1. Charlotte Stenigke, Ulrike Wunnicke,

3. Wittwe Stenigke, 4. Friedrich König, 5. Johann Ebelt.

Quelle: Kirchenbuch Dechsel Nr. 15 /1847.


und nochmals von den vorgenannten Eltern:

Geburt und Nottaufe am 24. November 1848, Küster Jänsch (bestätigt am 27. Dez. 1848 von Pfarrer Henseler).

Paten: 1. Auguste König, 2. Gottfried Ferdinand Fischers Ehefrau, 3. Johann Ebelts Ehefrau,

4. Gottfried Giebel, 5. Friedrich Ferdinand Brunke. Quelle: KB Dechsel Nr. 43 / 1848.


In den Kirchenbüchern von Massow kommt der Name Dittwald öfter vor aber auch in Nachbardörfern (z. B. im Ort Johanneswunsch) tritt er auf.





Einige Informationen zu den genannten Orten


Dechsel

Dechsel ist ein Straßenangerdorf, 8 km südöstlich von Landsberg. Der Ort bestand bereits vor 1316. Bezeichnungen: 1345 „Dessen“, damals bereits ein wüster Ort.

1452: als „Deszen“ (wiederbelebt).

Dechsel hatte im 30jährigen Krieg (1618–1648) wegen seiner „günstigen Lage“ an der großen Straße von Landsberg nach Schwerin sehr unter Plünderungen zu leiden.

1749 erbaute man auf dem Dorfanger ein Fachwerkkirchlein. Die heutige Kirche wurde im Jahre 1892 errichtet. Kirchenbücher sind ab 1802 erhalten.

Im Jahre 1909 lebten in Dechsel in den 147 Wohnhäusern 200 Familien und 12 Einzel-Personen. Von den 975 Einwohnern waren 46% männlich und 54% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus fünf Personen. Die Gemarkung umfasst 1.432 Hektar (1 Hektar = 10.000 qm).

Aus Richtung Landsberg kommend steht linker Hand am Anger das Gebäude der Gemeindeverwaltung und auf dem Anger die Kirche.

Auf dem Kirchengelände befindet sich ein massiver Steinsockel. Ich denke, dieser wird einst (bis 1945) ein Denkmal getragen haben – vielleicht „für unsere gefallenen Soldaten 1914–1918“. Heute (im Jahr 1999) steht auf diesem schweren Fels ein leichter Glasbehälter als Wetterschutz für eine bunte Mariengestalt – zu Ehren der Mutter Jesu.

Im Ort finden wir (wie überall) Bausubstanz recht unterschiedlichen Alters. Es gehören dazu Kolonistenhäuser aus der Zeit von König Friedrich II, des Großen. Diese sind aber oft „baulich überformt“, also verändert, erweitert, modernisiert. An jüngeren Bauten findet man häufig die typisch polnischen Würfelhäuser, mit einem Flachdach versehen.


Massow

Im Straßendorf Dechsel biege ich nach Süden (rechts) ab und überquere die Bahnlinie Landsberg - Schwerin. Rechter Hand steht der Bahnhof einsam in der Sonnenglut. Er macht einen verlassenen Eindruck. Gras wächst auf dem Bahnsteig und im Gleiskörper. Nur das Durchgangsgleis für den Fernverkehr zeigt blank gerollte Schienenköpfe. Kurz hinter dem Bahnhof Dechsel, führt eine kurze, schnurgerade, herrlich ruhige Ortsverbindungsstraße nach Massow. Diese ist wie ein Gewölbe mit Ahorn- und Pappeln überkront und grün beschattet.

Das Dorf wurde 1770 gegründet und nach dem Minister Massow benannt. Zur Zeit der Gründung wohnten hier auf 32 Grundstücken, 32 Familien. Jeder Familie wurde ein Haus, ein Stall und fünf Morgen Ackerland zugemessen, das sind etwa 12.500 qm oder eine Fläche von beispielsweise ungefähr 112 x 112 m). Die Gesamtfläche des kleinen Ortes betrug 43 Hektar (das sind 172 Morgen oder 430.000 m²) .

Im Jahre 1770 hat hier noch keine Familie Dittwald gelebt. (Quelle: Einwohnerverzeichnis in „Der Neumärker“ – Blätter für neumärkische Familienkunde, Mitteilungen des Vereins für die Geschichte der Neumark, Band 3, 1943.)

Massow besitzt keine eigene Kirche. Das Dorf gehört zum Kirchspiel Dechsel. Auch das zuständige Standesamt wurde dort in Dechsel im Herbst 1874 eingerichtet.

1909 hatte Massow 31 Wohnhäuser. In diesen lebten 34 Familien und 2 Alleinstehende. Von den 144 Einwohnern waren 47% männlich und 53% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus vier Personen.


Auf meiner alten Landkarte sehe ich noch die Dörfer Nieder-Alvensleben und Massow dicht beieinander liegen. Beide wurden wahrscheinlich nach 1945 zu „Maszewo“ zusammengefasst. Auch mit dieser Zusammenlegung erreicht der neue Ort keine wesentliche Größe. Massow bietet einen beschaulichen Anblick.

Sandwege verbinden die überschaubare Anzahl von Häusern miteinander.

Diese früheren Nachbarsiedlungen umrollt man mit dem Fahrrad auf einem Sandweg-Rundkurs in wenigen Minuten.


Eulam

Eine Asphaltstraße und mehrere Sandwege und führen in das Haufendorf mit länglichem Dorfanger, auf dem die Kirche steht. Die Dorfstraße führt direkt zum Anger. Himmlische Ruhe.

Auch Eulam ist ein altes Dorf. Bereits für das Jahr 1316 ist nachgewiesen, dass Markgraf Ludwig der Ältere „dat Dorp Ulem“ der Stadt Landsberg übereignete.

Im Jahre 1909 hatte Eulam 65 Wohnhäuser. In jenen lebten 74 Familien und fünf Einzelpersonen. Von den 387 Einwohnern waren 51% männlich und 49 % weiblich. Die durchschnittliche Familienstärke betrug fünf Personen. Die Gemarkung umfasste 839 Hektar.

Die Grundstücke des Dorfes vermitteln einen gepflegten Eindruck.

Der elegant wirkende Kirchturm stammt aus dem Jahr 1747. Die Glocke im Kirchturm besitzt einen Durchmesser von 88 cm. Sie wurde schon im Jahre 1701 in Berlin von Johann J. Schultz gegossen. Das Kirchenschiff jedoch wurde von 1874–1876 neu erbaut und löste die Fachwerkkirche von 1678 ab.

Am Dorfausgang von Eulam geht die Asphaltstraße in einen trockenen, staubigen Sandweg über – seit Wochen hat es nicht geregnet. Die Fahrt zurück nach Landsberg geht über Egloffstein/Lagodzin und die Siedlung Rosswiese.


Da der Tag so recht ausgefüllt sein soll, entschließe ich mich, von Landsberg dann in nordöstlicher Richtung über Lorenzdorf nach Jahnsfelde zu fahren.


Jahnsfelde

Verlief die bisherige Tour durch die Ebene auf der Höhe von etwa 20 m über Normal Null, so geht es zu meinem letzten Tagesziel fast ständig bergauf. 4 km hinter Lorenzdorf erreiche ich die Höhe von 90 m über NN und meinen Zielort Jahnsfelde. Im Ortszentrum der leicht erhöhte Kirchplatz. Diese Kirche ist allerdings nicht nutzbar – heute von Verfallserscheinungen gekennzeichnet. Der Turm ist provisorisch gestützt, eingerüstet. Errichtet wurde das Gotteshaus in den Jahren 1733–1735. Neben der Kirche liegt der Gutspark mit einem riesigen aber leeren Speichergebäude am Rande. Das ehemalige Gutshaus aber wurde offenbar abgerissen.

Den Ort nannte man bereits um 1337 „Jansfelde“. Lehnsherren waren die v. Wulkow. Das Dorf hatte eine Größe von 64 Hufen.

1499 bestanden 2 Rittersitze in „Gansfeld“. Besitzer waren zu jener Zeit: Strauß zu Stolzenberg und Wermsfelde sowie Herr v. Rülicke zu Zantoch. 1608: Besitz derer v. Platow. 1717 gehörte der Grundsitz derer v. Schöning und 1844 dem Grafen von Schulenburg-Lieberose.

1909 hatte Jahnsfelde 38 Wohnhäuser. In jenen lebten 51 Familien und sechs Alleinstehende. Von den 254 Einwohnern waren 52% männlich und 49% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus fünf Personen. Die Feldflur von Jahnsfelde umfasst 408 Hektar.

Bei meinem Besuch ist die Umgebung von Jahnsfelde von reifem Getreide auf den leicht geneigten Hängen gekennzeichnet, das goldgelb in der Sonne leuchtet.

Zurück aus Jahnsfelde geht es, man kann es sich denken, fast stets bergab. Von Lorenzdorf auf einer sehr breiten Allee, deren Fahrbahnen mittels eines Grünstreifens voneinander getrennt sind. Leicht, schnell und trittlos lege ich dieses letzte Stück der Radtour bis zum Landsberger Stadtzentrum zurück, dafür aber mit heißen Bremsen des Fahrrades.