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Der Park Babelsberg bei Potsdam

Ein Spaziergang durch die Heimatgeschichte


Bearbeitungsstand: Dezember 2008. Autor und Konsultationspartner: Chris Janecke,

E-Mail: christoph@janecke.name


Zum Text ist beim Autoren verschiedenes Bildmaterial vorhanden.

Für die Korrektur inhaltlicher Schwächen dankt der Autor den Lesern. Ein geringerer Teil der „Tippfehler“ ist historischen Schreibweisen zuzuordnen und somit durchaus beabsichtigt.


Lieber Leser, schau doch bitte bei „Ahnen Janecke“ (und vielen weitere Namen) bei Interesse auch in die Rubriken: Ahnenfolge, Lebensläufe, Zeitgeschichte, Zeitgenossen, usw. hinein. Zu finden auf der Internetseite www.janecke.name


Inhalt:


Ein kurzes Vorwort

Die gemeinsame Wanderung durch den Park unternehmen wir heute, also im

21. Jahrhundert.

Während des Spaziergangs nehme ich aber eingangs auch Bezug auf die Zeit meiner Kindheit, also auf die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Park einen Erlebnisbereich unserer kleinen Abenteuer darstellte.

Wesentlich in der Darstellung ist der Rückblick auf den Zeitraum der Entstehung der Parkanlage, auf die Haupt-Zeit des Bauens und des Gärtnerns zwischen 1835 und 1871.


Heute umfasst der Park 150 Hektar, etwa das Doppelte der Größe, die er nach seiner Entstehungszeit aufwies. Das Areal kann, je nach persönlicher Ansicht, als die landschaftlich reizvollste der drei Parkanlagen: Park Sanssouci, Neuer Garten und Park Babelsberg bezeichnet werden.

Besonders auswärtige Gäste werden gewarnt, die Besichtigung des Parks Babelsberg nicht mit einem Besuche von Potsdam verbinden zu wollen, weil sonst bei der Fülle des sich dem Auge Bietenden, das eine oder andere leiden muss“, so die mahnenden Worte der Parkverwaltung aus dem Jahre 1929.


Und nun geht’s los:

Die Mühlenstraße mit den Weberhäusern

In der Zeit meiner Kindheit lag neben dem Baum vor dem Hause Nr.1 noch ein großer, schwerer Mahlstein. Ein Wahrzeichen. An dem Morgen, nach einer unguten Nacht, sahen wir, dass wir ihn nicht mehr sehen konnten. Er war verschwunden. Wie es schien, nur einfach so. -

Auf die Fassaden der Häuser Nr. 5 und Nr. 16 brachte unser Babelsberger Malermeister Bernd Selle die Historie der größten Kolonistensiedlung von König Friedrich II., die Geschichte des Parks und ihrer Bauten, in Wort und Bild. Nowawes = Neuendorf war eine neue Ansiedlung, ab 1751, für Spinner und für Weber errichtet, die vorwiegend als Glaubens- und Wirtschaftsflüchtlinge aus Böhmen aber auch aus anderen Regionen hierher in den neu gegründeten Ort kamen.


Parkeingang Mühlenstraße (heute ohne “Pförtnergebäude“)

Das schöne Gebäude wurde in der Zeit des Zweiten Weltkrieges zerstört. In unseren Kindertagen dienten dessen Reste verschiedenen Interessenten als Steinbruch. Wird einst um Geld für den Parkeintritt gebeten, wird es eventuell wieder errichtet werden können. Links am gedachten Haus vorbei, gingen wir zur Fähranlegestelle Hapke / Ehm, von der man über die Havel zur Holzmarktstraße in Potsdam übersetzen konnte. Zeitweilig fuhr eine Seilfähre aber später ein Motorboot. Seit 1978 überspannt an dieser Stelle die Humboldt-Brücke die Havel, die derzeitig von Grund auf erneuert wird.

In dem Alt-Neubau am Wasser links neben der Städtischen Badeanstalt befand sich die „Gesellschaft für Sport und Technik der DDR“ mit ihren Ruderkuttern, später aber auch mit Pferden.


Auf den Parkwiesen

ruhten wir nach manchem Spaziergang, hielten unsere Picknick-Mahlzeiten zwischen Mausegras, Katzenpfötchen, Strohnelken und manch anderen Pflanzen und vergnügten uns bei frohem Spiel.


Das Havelhaus

Der Bau wurde im Jahre 1883 errichtet. Das Gebäude diente ursprünglich dem Fährmann als Wohnquartier, der zwischen dem Schlosspark Babelsberg/Nowawes nach Potsdam übersetzte und natürlich auch zurück.

Viel später, zur DDR-Zeit, diente dem Fährmann (Familie Hapke und Ehm) eine wesentlich einfachere Klause, die auch heute noch steht. Das Fährschiff wurde später von einer Seilfähre abgelöst, wiederum noch später aber ein kleineres Motorboot eingesetzt, bis dieser Betrieb völlig eingestellt wurde, weil 1978 an jenem Ort die Humboldt-Brücke von polnischen Bauarbeitern vollendet wurde.


Kindermann-Weiher

Dieser erhielt den Namen nach seinem Schöpfer, dem Hofgärtnermeister Christoph Otto Ferdinand Kindermann. Zahlreiche Frösche sind hier beheimatet und natürlich schauen dann auch Störche nach dem Rechten. Verschiedene Vögel leben in Schilf und Rohr. Zeigt der Weiher im Frühjahr noch eine geschlossene Wasserfläche, so lässt er sich im Hochsommer aber mittig auf schmalem Sandsteig durchlaufen.


Im Hofgärtnerhaus wohnte er. Der Herr Kindermann. In der anliegenden Gärtnerei, wie sollte es anders auch sein, bereitete man nicht nur den Blumenschmuck für die fürstlichen Räume und Tafeln vor, sondern auch Stauden und andere Pflanzen für das Freigelände.


Das Kutscherhaus (früher Winzerhaus)

Diese Gebäude ist eines der ältesten in dieser Parkanlage.

Der Hang unterhalb des Flatowturmes war früher mit Wein bewachsen und das benachbarte Haus, diente wohl bereits ab 1770 dem Winzer (einem größeren Manne, weiß Gott, keinem Winzling) als Wohnstatt. Um 1850 erfuhr das Gehöft samt Bauwerk dann eine gründliche Modernisierung und auch der Weinanbau wurde zugunsten des Ansetzens märkischer Gehölze aufgegeben.

Anne-Marie Janecke nannte dieses Gebäude heimlich „Das Rosenhaus“, weil zu unserer Zeit dort weder Kutschen noch Kutscher deponiert waren aber Rosen das Gebäude ähnlich wie das Dornröschenschloss überwucherten.


Die Brücke mit einem Geländer aus schmiedeisernem Astgeflecht.

Auf der Brücke, so berichtet uns wohl wahrheitsgetreu die Mär, hat Bismarck seinem resignierenden König Wilhelm I. wieder großen Mut zugesprochen, was seiner eigenen Karriere, in der er das Deutsche Reich mit Blut und Eisen schmiedete, einen tüchtigen Schub verlieh.


Der Flatowturm „gestern“

Im Flatowturm, er war ja nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die hohen 90er Jahre als Halbruine zugemauert, war ich etwa 1957 mit einem guten Freund. Das war erleichtert, weil die Abenteuerlust anderer dort schon erfolgreich löchernd, zu stark an die zugemauerte Tür geklopft hatte. Solche eigentlich verbotenen Besuche waren etwas unheimlich, des Abends im Halbdunkel, erst auf der fehlenden Zugbrücke den frierenden Wassergraben überqueren und dann hinein, nach oben, wo die Wendeltreppe wegen des Bauschutts auf den Stufen, eigentlich eine „spiralige“, steil geneigte Ebene darstellte und es stets an den offenen (wenn auch schmalen) Fenstern vorbei ging, durch die der Wind streng „pfiff“.

Vom Vorplatz des Flatowturms startend, rodelten wir als Winterkinder gern auf der „Todesbahn“ unter der vorgenannten Brücke den Berg hinab, ohne an den Kaiser oder Bismarck zu denken. Natürlich nicht ohne die Warnungen „Baahnii“ oder ähnliche, die Bahn frei räumenden Rufe, auszustoßen. Diese Wildbahn war natürlich viel schneller, als die spätere künstliche Führung mittels des Grabeneinschnitts. Kleine Kinder hatten sowieso besser den sanften Hang (liebevoll „Idiotenhügel“ geheißen) neben dem Haus der Rosenkutschen hinab zu rutschen. Dann am Rodelabend, also nach getaner Arbeit, müde und nass dem heimischen Herd zu zu trotten, dieses Gefühl, habe ich noch ganz deutlich in mir. In mir der leere Magen, hinter mir der leere Schlitten, ringsum Schnee und vor mir spärliches Gaslaternenlicht. Und der Weg noch sooo weit. Aus heutiger Sicht: Ein Katzensprung.


Heute ist der Turm wieder zur Besichtigung freigegeben. Gezeigt wird nicht nur das Bauwerk, sondern auch prachtvolle Exponate sind im Gebäude zu entdecken.


Der Flatowturm zu seiner Entstehungszeit

Erbaut wurde der Turm in den Jahren 1853 – 1856 von Johann Heinrich Strack (1805 – 1880) und gar manchem fleißigen Helfer, bald schon, nachdem die an diesem exponierten Standort befindliche Windmühle holländischer Bauart, dem Hofrat Rehnitz gehörend, abgebrochen ward. Es handelt sich um einen 46 m hohen Wohnturm im Stile des Turmes einer mittelalterlichen Wasserburg, der sich aus einem ringförmig angelegten Bassin erhebt. Eine halbe Brücke aus Stein, die mit einer Zugbrücke kombiniert wurde, ermöglichte den Zugang zum Turm. Völlig neu, aus freiem Geiste geschaffen, war die Idee zur Gestalt des Bauwerks freilich nicht, denn als Vorbild diente dem kühnen Entwurfsverfasser der Turm des Eschenheimer Tores der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main.

Die finanziellen Mittel für den Bau erwirtschafteten die westpreußischen landwirtschaftlichen Prinzen-Güter Flatow und Krojanke. Von dort her wurden mit mächtigem Aufwand die fertigen hellblonden Hartbrandziegel heran transportiert, um in der Parkanlage etwas echt Westpreußisches zu beheimaten, was für das Bauwerk zumindest namensbildend wirkte. Miteinander verbunden hat man diese einzelnen tonigen Brennlinge dann aber doch mit Nowaweser oder Potsdamer Kalkmörtel. Eine dauerhaft haltende Verbindung.

(Es muss schließlich nicht alles allein aus dem Westen kommen, was gut ist und Westpreußen liegt ja ohnehin aus Potsdamer Sicht weit im Osten. Zumindest im Nahen Osten).


Die Gerichtslaube und ihre Geschichte, hier in vier Akten

Fast jeder kennt wohl den zweigeschossigen Pavillon mit quadratischem Grundriss. Dieses Gebäude besteht aus Backstein, roten Ziegeln. Eine offene Halle gotischer Bauart, überdacht mit vier kreuzgewölbten Jochen, die sich auf acht äußere Pfeiler und einen zylindrischen Mittelpfeiler stützen.

Eine niedrige, zierlich anmutende Brüstung umkränzt die Aussichtsplattform des Dachgartens. Das Bauwerk gilt als ein im Park Babelsberg noch recht junges, gleichsam hier spät errichtetes Kleinod, denn es stand nicht immer hier.


1. Akt: Der alte Ort der Gerichtsbarkeit

Die der Erde entnommene rote mineralische Substanz für das Gebäude, formten fleißige Arbeiter allerdings bereits im 13. Jahrhundert in einer Ziegelei bei Rathenow zu Quadern. Baumeister gestalteten daraus 1272 das Gerichts-Gebäude als Anbau für das Rathaus an der Spandauer Straße zu Berlin. Ausgeschmückt ist die Laube mit Tiergestalten und Fabelwesen, die aus dem farbigen Stein herausgearbeitet wurden. Jene symbolisieren einige der niederen Eigenschaften der Menschen. Dem zugedachten Zweck entsprechend, hielt die Obrigkeit in diesem Gebäude Gericht. Es wurden darin Urteile gesprochen, so es das Wetter zuließ. Aber eben früher in Berlin, nicht mehr hier an diesem Orte, nicht in unserem Park Babelsberg!


2. Akt: Die ursprüngliche Nutzung dieses Bauwerks

Eventuelle romantische Gedanken, die sich um den Namen „Laube“ ranken könnten, wären auf ihre tatsächliche Nutzungszeit und -art bezogen, unangemessen. In der Berliner Gerichtslaube verhängten die Richter, 1391 beginnend, zeitgemäße Urteile, also solche in grausamer Härte. Die meisten „größeren“ Delikte, bereits der Diebstahl zählte damals dazu, wurden zu jener Zeit üblicher Weise mit dem Tode bestraft. Zwischen 1391 und 1448 wurden allein in dieser Gerichtsstätte 114 Hinrichtungen beschlossen und angewiesen. Die Gerichtsakten belegen vollzogene Strafen wie:

Die Unterschiede in den Urteilen, die das gleiche Ziel des Herbeiführens des absoluten leiblichen Endes der Gefangenen verfolgten, bezogen sich im Allgemeinen auf den Grad der Grausamkeit für das Vollstrecken des Strafmaßes. So konnte das schnelle Enthaupten des Leibes durch den scharfen Stahl, als eine große Gnade angesehen und empfunden werden.

Die erzieherische Wirkung des Justizaktes bezog sich somit eventuell noch auf die Rettung des Seelenheils eines Verurteilten; im Wesentlichen doch aber wohl mehr auf das versuchsweise Abschrecken weiter lebender Individuen, der sensationslüstern gaffenden Menge des Volkes. Bei minderen Vergehen wurden gern Augen ausgestochen, Ohrmuscheln abgeschnitten, oder die böse rechte Diebeshand gehackt. Ein bewährter märkischer Brauch bestand darin, die Verurteilten zum länger währenden, nützlichen Schleppen von Steinen zu verurteilen, für den Zeitraum, solange sie es denn eben konnten. Heute als kleinste Vergehen angesehene Delikte (also geringfügiger, als das Mitnehmen eines toten Fisches oder das freundliche Mischen eines Liebestranks für Dritte), konnten mit dem Pranger bestraft werden. Dazu war einer der Eckpfeiler (heute der südwestliche) mit schweren Eisenringen versehen. An diesen hielt der Stadtbüttel den verurteilten wehrlosen Menschen in Ketten, in Schellen für Hände und Füße oder gar im Halseisen fest. Dort war er dem Spott, den Hänseleien, den Eier- oder Tomatenwürfen ausgesetzt (etwa so, wie es wegen missliebiger Worte, mit letztgenannten Wurfgeschossen heutzutage einen freien, hochrangigen Politiker treffen könnte).

Über dem Angeprangerten schaute aus dem Pfeiler, ein Kopf aus rotem Backstein, der „Kaak“ heraus. Dieses Phantasiegebilde, hat den Körper eines Vogels mit grinsenden menschlichen Zügen, dessen hohnvollen Ausdruck lange Eselsohren betonen. Ursprünglich mussten die Verurteilten wohl auf einer kleinen steinernen Plattform über dem Kaak stehen, doch viele hielten das wohl nicht lange genug aus. Soviel zur Historie der Gerichtsstätte. Das alles fand damals in Berlin statt, nicht etwa bei uns im Potsdamer Land.


3. Akt: Eine Schenkung

Die Berliner Ratsherren hielten es in einem viel späteren Zeitraum aus mancherlei Gründen für angezeigt, an der Stelle des alten modernen Rathauses, ein neues Gebäude für die Stadtregierung errichten zu lassen, das modernen Ansprüchen gerecht werden sollte: Es wurde daraus das Rote Rathaus, das noch heute in der Nähe des Alexanderplatzes steht. Ganz gut hätte die Gerichtslaube auch zu diesem neuen Rathaus gepasst, sie stand aber im Wege. Es haftete ihr überdies noch stark der Geruch nach Mittelalter, nach Leiden und Prangerei an. Man wollte sie einfach nicht mehr. Sie sollte fort. Der Erste Preußische Denkmalkonservator hatte bereits vor der gereiften Planung einer Rathauserneuerung, schon seit 1860, das einbeziehende Berücksichtigen der Gerichtslaube angemahnt. Das Stadtparlament jedoch zeigte nur wenig Interesse für solcherart Gefühlsduselei, ein olles Haus, in dem nun überhaupt kein Gericht mehr gehalten wurde, als nutzlosen „Schmuckgegenstand“ teuer zu erhalten. Die Laube musste einfach weg, koste es, was es wolle - doch unnötige Unkosten sollte der Abriss natürlich nicht verursachen.

Der inzwischen aktuell bevorstehende Abbruch rief erneut weitere Historiker und Denkmalpfleger auf den Plan. Deshalb forderte denn nun Wilhelm I. am 6. März 1871 den Erhalt des Bauwerks, was zu einer zündenden, retourkutschierenden Idee der Berliner Stadtväter führte. Sie entschlossen sich in großzügiger Manier, das Gebäude dem Landesherrn nachträglich zur Krönung zu schenken (also dem bisherigen König von Preußen, der sich doch gerade frisch im Schlosse zu Versailles, im erniedrigten Frankreich, zum Kaiser von Deutschland hatte krönen lassen). Wilhelm I. also sagte zu, „daß es ihm wohl angelegen sein möchte, das Gebäude als ein denkwürdiges Wahrzeichen aus der Vorzeit, Allerhöchst aus der Hauptstadt an einen exponirten Ort in der zweiten Residenz zu translocieren“. Eine schnell beschlossene Sache. Somit ging der Monarch fast versehentlich als Laubenretter in die Deutsche Geschichte ein.

Nach sechs Tagen bienenähnlichen Fleißes, war von der Gerichtsstätte nichts mehr zu sehen, dieser Berliner Locus nicht wieder zu erkennen. Beim flotten Entfernen waren die Spender nicht unbedingt darauf erpicht, nun auch noch die bisherige Lage und Anordnung der Steine etwa aufwendig in Wort und Bild festzuhalten. Der Abbau war am 17. März 71 beendet und das zerlegte Gebäude nach Nowawes verfrachtet. So schnell konnte das damals gehen. Man hatte ja tragfähige Fuhrwerke und starke Rosse.

In unserem Park, der dritten kaiserlich-königlichen Gartenanlage im Potsdamer Landschaftsraum, entstand das Gebäude nun also wieder. Gleichsam moralisch geläutert, gesäubert, verjüngt und aufgefrischt. Ohne Nutzen. Ein neues Schmuckstück. Viele Leute haben sich darüber gefreut.

Der Erste Preußische Landeskonservator mag sich dagegen die Haare gerauft haben. Beim Wiederaufbau war man nicht zimperlich und arbeitete getreu dem Satz: „Einem geschenkten Pferd guckt man nicht in den Mund - und fertig ist die Laube“. Eben deshalb wurde die G-Laube nicht nach Zeichnung oder unter Beachtung architektonischer Spitzfindigkeiten auf dem (erst später so benannten) Lenné-Hügel hochgezogen, sondern mehr so in lieber Erinnerung, mit baumeisterlicher Erfahrung und auch nach gutem Gefühl wie nach modernem Zeitgeschmack die Steine brav gesetzt. Aber: Preußische Ordnung muss sein. Johann Heinrich Strack erarbeitete den Entwurf zum Wiederaufbau. Hofbaurat Hermann Blankenstein orderte noch viele ganz neue Ziegel und Reinhold Persius oblag die Oberbauleitung. Im Großen und Ganzen ging die Rechnung auf. Heute wird das Gebäude als ein nach freier Gotikauffassung gestaltetes Bauwerk, ohne eine übertrieben strenge Angleichung an das Berliner Original, angesehen.


4. Akt: Zu späte Wehmutsäußerungen

Bald aber schon jammerten und weinten die wendehalsigen Berliner ihrer verschmähten Laube nach. 25 Jahre später, auf der Großen Gewerbeausstellung von 1896, im Treptower Park (also der verhinderten Weltausstellung), hatten die Untreuen sich zum Eigentroste eine teure Kopie der Gerichtslaube errichtet. Nur mal so zum Anschauen für die Zeitdauer, bis der Park von den Ausstellungswundern wieder befreit werden musste. Nur so, zum Einsparen eines Ausflugs bis nach Nowawes. Zum Erinnern an die schönen alten Zeiten. – Vorüber.

Fast wäre es um unsere gute Laube tatsächlich gescheh’n gewesen, als sich die Berliner nochmals ein Menschenalter später erneut darauf besannen, dass ihnen doch vor weit über 100 Jahren irgendwie eine G-Laube abhanden gekommen sei, die sie noch in „DDR - 1502 Potsdam-Babelsberg“ stehend, wähnten. Diese hätten sie gern in das gerade wieder erstehende modernhistorische Berliner Nikolaiviertel einmodelliert, sich ach so gerne ein altes Ei ins frische Nest gelegt. Zu unserem Glück entschied man sich dann aber doch, dort eine neue alte Laube hinzusetzen, die, das erkennt selbst der Nicht-Sehende, völlig anders aussieht. Unsere Gerichtslaube aus dem 13. Jahrhundert ist viel älter und viel schöner und echter, als die neue Berliner aus verbrämtem Beton, die anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt (1987) dort aufgestellt wurde und seither als Gaststätte genutzt wird.

Und weiter wandern wir:


Matrosenhaus und Umgebung, Steintreppe, Seebrücke

Im Matrosenhause (1842 errichtet) wohnten tatsächlich Matrosen der kleinen königlichen Flottille, vorerst aus Segelschiffen und Gondeln für Lustfahrten bestehend. Später kamen dann auch verstärkend Dampfschiffe hinzu.

Die gestaffelte Schaufassade des Gebäudes ist dem Giebel des Stendaler Rathauses (in der Altmark, der Wiege Preußens) entlehnt. Das ersparte Ideen und größeren Zeichenaufwand beim Verfasser des Entwurfs: Heinrich Strack. Nur verkleinert musste es werden, da man ja hier im Park nur weniger des Rates bedurfte, als in Stendal. Damit wurde es auch preisgünstiger. Im Jahre 1868 erfolgte ein Umbau des Hauses.


Der Marstall, eine königliche Wohnung für Rosse und Schwalben

Diese gute Stube für die königlichen Pferde und Kutschen ließ der Hofbaumeister Eduard Gebhardt im Auftrage des Prinzen Wilhelm in den Jahren 1834 – 1839 „hochziehen“. An dieser Bauzeitlänge des kurzen Stalles können wir abschätzen, dass die Pferde viel geduldiger mit ihrem Schloss waren, als die Prinzgemahle mit den Baumeistern ihrer Häuser.


Der Wasserfall begleitet uns hinab zum kleinen, weißen Schloss:


Das Kleine Prinzenschloss, am Tiefen See des Havel-Stroms gelegen.

Das Gebäude wurde 1841 – 1842 als Umbau eines bereits vorhandenen Gartenhauses, nachTudor-Ideen von Prinzessin Augusta, vom Baumeister Persius konzipiert und unter Hofbauinspektor E. Gebhardt errichtet. Es diente dem Sohn Friedrich (von Wilhelm I. und Augusta, der Herrschaft von Schloss Babelsberg), also dem Prinzen Friedrich (1831 – 1888, dem späteren Kaiser Friedrich III., dem 99-Tage-Kaiser) als Wohnung. Später bewohnten es die Hofdamen der Prinzessin Augusta.

Besonders gefiel dem Prinzen die Fontäne, die aus dem noch flachen Havelwasser in Ufernähe vor dem Schloss ihren Weißwasserstrahl dank der neuen Dampfmaschinenpumpkraft (ab 1844) bis zu fast 41 Meter hoch zu schicken imstande war. Diese Fontäne erreichte damit also etwa einen Meter mehr, als die Fontäne vor dem Schloss im Park von Sanssouci, was zu erleben in der Vergangenheit ihren gemeinsamen Vorfahren in Sanssouci eben noch nicht vergönnt war, da es vorher noch keine Dampfmaschinen gab.

Heute leben hier im weißen Schlösschen weder Prinzen noch Hofdamen. Ein speisekultureller Erlebnisbereich bietet hier seine Dienste dem hungrigen Wanderer an.


Die güldene Rosentreppe

Hinab zum Gestade des Tiefen Sees führt uns die Treppe mit dem vergoldeten Rankgerüst. Blühende Rosen mit ihrem betörenden Duft überdachen uns. Bienengesumm erfüllt die Luft.


Der Rosengarten im Pleasureground, das Fontänenrondell und das Blumenrondell mit dem goldenen Gitter, werden von uns staunend und mit Anerkennung betrachtet.


Ausblick, vom Babelsberger Schloss aus geschaut:

In östlicher Richtung liegt am Ufer der Glienicker Lake (oder auch Lanke) das Dampfmaschinenhaus. Während der Jahre 1843 – 1845 errichtete man es nach den Plänen von Ludwig Persius im neogotischen Burgenstil. In seinem Untergeschoss waren die Pumpen zum Betreiben der Großen Fontäne, der Springbrunnen sowie der Parkanlagenbewässerung, zum Füllen des „Achterbeckens“ aufgestellt, von der 40 PS starken Dampfmaschine angetrieben.

Im Haus befand sich auch die Wohnung des Maschinisten/Maschinenmeisters.

Vom Schloss aus, hatte man auch einen schönen Blick zur Glienicker Brücke von Schinkel, mit ihrer eleganten Erscheinung. Diese wurde aber dem Verkehr nicht mehr gerecht und daher 1906/07 gegen eine ebenfalls gelungene Stahlkonstruktion ausgetauscht. Es ist die noch heute bestehende Brücke (die in der Zeit des geteilten Deutschlands mit ihrer Westhälfte die im Osten (DDR, Potsdam) lag, amtlich „Brücke der Einheit“ hieß) und die die Städte Potsdam mit Berlin verbindet.


Das Schloss Babelsberg

Wir wissen ja: Das Königspaar Friedrich Wilhelm III. (1770 – 1840) und seine liebe Ehefrau Luise (1776 – 1810) hatte 10 Kinder.

Die anderen ihrer Kinder“ hatten ja schon ihre Schlösschen: FrieWi (1795 – 1861), als Kronprinz den Charlottenhof. Charlotte (1797 – 1860) brauchte hier nichts, weil sie sowieso schon Zarin aller Russen zu St. Petersburg, unter dem neuen Namen Alexandra Fedorowna, war. (Bekam dann aber doch noch Nikolskoe). Carl, der erst Viertgeborene (1801 – 1883) durfte sich seine Sehnsucht nach Italien architektonisch nebenan auf dem Landgut Glienicke erfüllen und ausgerechnet er, Wilhelm, der Zweitgeborene (1798 – 1888, nun 36 Jahre alt, der später der erste Kaiser des Deutschen Reiches der neuen Zeit werden sollte), fertigte lediglich Skizzen und stellte Wunsch-Pläne auf, weil Vater Frie Wi III. mitunter ein so zögerlich-unentschlossener Knausergeiz war, der den Deckel der Privatschatulle eher zu hielt, jedes Mal, wenn er sich deren Inhalts für das Familienbudget versichert hatte. Schade, dass die Mamá so früh verstorben war, sonst wäre vielleicht manches anders gelaufen.

Ein eigenes Heim wünschte Wilhelm schon sehr, da er seit vier Jahren (1829) mit der ehrgeizigen und intelligenten Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar (1811 – 1890) verheiratet war und sie nicht mehr im Berliner Stadtschloss bleiben wollten. Eifrig lieferten beide dem Herrn Oberlandesbaudirektor Karl Friedrich Schinkel (1781 – 1841) ihre zahlreichen sich fleißig ändernden Detailentwürfe zu, was ihm die Bearbeitung durchaus nicht leichter machte (Augusta hatte unter Geheimrat Johann Wolfgang v. Goethe (1749 – 1832) nämlich u. a. fachfraulich das professionelle Zeichnen erlernt). Natürlich strichelte auch Wilhelms älterer Bruder, Kronprinz Friedrich Wilhelm begeistert mit, der lieber selber Architekt geworden wäre, statt sich auf eine spätere königliche Regentschaft vorbereiten zu müssen.

Am 3. August 1833 war es dann aber nach dem üblicher Weise langem väterlichen Zögern doch endlich so weit. An diesem Tage erteilte der König seinem 2. Sohn, Prinz Wilhelm, die Erlaubnis, den ihm sehr teuren Babertsberg, eine vom Forstfiskus gepachtete Scholle mit einer Ausdehnung von 270 Morgen, (etwa 72 ha), mit einer Cottage (einfache Hütte) bebauen zu dürfen. (Juhuh!) Der früher hauptsächlich mit Kiefern und Eichen be- und umstandene Hügel hatte bereits zur Zeit Friedrich Wilhelms, des Großen Kurfürsten (1620 – 1688), ein Wildgatter beherbergt. In der Franzosenzeit (Besetzung 1806 – 1809) war aber auch dieser Hügel von deren Soldateska in eine sandige baumlose Wüstenei verwschandelt worden. Deshalb waren die Gefühle, die das Paar dem neuen P(r)achtgrundstück nach erster Inaugenscheinnahme entgegenbrachte, gemischter Art. Bald aber begannen die bisherigen Traumschlösser von Augusta und Wilhelm nun mit Ideen für den konkreten Standort bedacht zu werden. Der total überarbeitete Schinkel lieferte zwischenzeitlich einen aufwändigen Projektentwurf, den wohl Prinzessin Augusta spitzfingerig dem Papierkorbe überantwortete. Ungeachtet eines solchen Tuns, entstand dann aber letztendlich doch unter Leitung des Hofbauinspektors Eduard Gebhardt das gut gegliederte Schinkel-Gebäude im neogotischen Tudorstil, das uns also an einen alten englischen Landsitz erinnert.

Die Gelände- und Bauvorbereitungen begannen im März 1834. Am 1. Juni wurde der Grundstein gelegt und im September 1835 war der Bau (heute der östliche Teil) einschließlich des Ausbaus vollendet, nur wenige Wochen später ausgeziert und im Stil der Neogotik meubelirt, so dass am 18. Oktober, dem Geburtstage des Söhnchens Fritz (dem späteren Kaiser Friedrich III, (1831 - 1888), das Schloss festlich eingeweiht werden konnte.

(Fritz erhielt Jahre später das weiße Prinzenschlösschen am Gestade des Havel-Strohms, erwähnte ich schon).

Die architektonische Endfassung des Bauwerks erscheint uns als nicht völlig harmonisch geglückt. Nicht wie aus einem Guss. Es handelt sich eben um etappenweise hingesetzte Ergebnisse, es sind Antworten auf längeres prinzliches Gequengel.

Zeitgleich mit dem Baubeginn sollte unser Gartendirektor Peter Joseph Lenné (1789 – 1866) die florale Gestaltung von Grundstück und Umgebung planen und auch ausführen.

Er gestaltete das Wegekonzept, legte den Pflanzplan für die Gehölze an, entwarf phantasievolle Beeteinfassungen mit aufwändigen Ausschmückungen, ließ schattige Partien mit besonnten Wiesenflächen wechseln, führte Pfade über anmutige Hänge zu hochgelegenen Aussichtspunkten.

Wegen späterer Unstimmigkeiten zu mancher seinen fachlichen Auffassungen, und angesichts neu gepflanzter aber vertrockneter Bäume (da noch keine ausreichende Bewässerung möglich war und auch deshalb, weil Lenné aus dem schmalen Finanz-Haushalt nicht noch mehr des farbenprächtigen Grüns zu zaubern imstande war), entsprach es dem Wunsche der Prinzessin, ihn 1838 von dieser, einer seiner vielen Lebens-Aufgaben zu entbinden. So hatte der überarbeitete Mann einen Moment Zeit, den Blick auf die erste Preußische Eisenbahn zu werfen, deren stählerne Roll-Stränge dieser Tage von Potsdam nach Zehlendorf und weiter nach Berlin geführt wurden, bis der Zug der neuen Zeit auch bald durch diese Landschaft fuhr.

Die landschaftsgestaltenden Arbeiten im Park aber führte Hermann Fürst Pückler-Muskau (1785 – 1871) in Zusammenarbeit mit dem Hofgärtner Christoph Otto Ferdinand Kindermann in vielen Jahren zu höchster Vollendung fort. (Der Graf hatte 1822 den Fürstentitel verliehen bekommen). Pückler hatte es im Gegensatz zu Lenné in der Arbeit wesentlich leichter. Er brauchte nicht untertänig auftreten, er konnte fordern: „Freie Hand muss man mir lassen und thun, was ich sage“. Des Weiteren wurde das Dampfmaschinenhaus (1843 – 1845) errichtet. Für Pückler war es dann damit ein Einfaches, die Neuanpflanzungen aus dem Leitungsnetz durchdringend mit Havelwasser zu tränken. Lennés mühselige Herzblutarbeit, mit Pferdekarren und Eimern die Pflanzen und den Sandboden mehr notdürftig, denn ausreichend zu wässern, hatte man inzwischen getrost vergessen. Nicht nur mit viel Grün und Buntem, wie sein Vorgänger, sondern daselbst zusätzlich mit Goldglanz an der Beetverzierung, konnte er die Herrschaft herzlich erfreuen. Ab 1859 übernahm Wilhelm die Regentschaft und 1861 erhielt er die Königswürde, an Stelle seines ach, so früh dahingeschiedenen Bruders (Friedrich Wilhelm IV). Das Geld des Kronprinzen mit Thronfolgerbezügen (nach dem Ableben des Vaters FrieWi III und die Regentenbezüge während der Erkrankung seines großen Bruders) sprudelten dafür flüssiger.


Doch zurück zum Schlossbau: Bereits 1844 – 1849 erfolgte ein erweiternder Umbau durch den Schinkel-Meisterschüler Friedrich Ludwig Persius (1803 – 1845) und nach dessen viel zu frühem Tod, weitergeführt von Johann Heinrich Strack (1805 – 1880) mit Hofbauinspektor Eduard Gebhardt. Jener neuere, westliche Teil des Schlosses, ebenfalls aus gelbem Backstein, dominiert leider gegenüber dem Schinkelschen Bau an Höhe und ornamentalem Schmuck. Er zeigt andere Auffassungen der baulichen Gliederung oder gröber ausgedrückt: Er verunstaltet die Harmonie des ursprünglichen Baukunstwerkes. Diese Art der Bauerweiterung von der „Cottage“ zum Schloss entsprach nun aber dem Geschmacke der Bewohner sowie ihren gewachsenen Ansprüchen an den Raumbedarf. Es war ein vorgegebenes Auftragswerk, deshalb wollen wir nicht Herrn Strack beschimpfen. Die Bauarbeiten wurden in der Zeit der bürgerlichen Revolution im März 1848 unterbrochen. Jene Tage brachten dem Kronprinzen Wilhelm wegen seiner Befehle zum tödlichen Militäreinsatz in Berlin, vom Volke den Titel „Kartätschenprinz“ ein. Am 16. Oktober 1849 wurde dann das Schloss anlässlich des Abschlusses der Erweiterung, ein zweites Mal eingeweiht.

Die Tiergruppen auf der Terrasse vor dem Schloss schuf der Künstler Christophe Fratin im Jahre 1839. Die Terrasse hinter dem Schloss, dachte man als Aufstellort einer Plastik zu, die der Bildhauer August Kiß (geboren in Paprotzan (Oberschlesien), gestorben in Berlin 1865) gestaltete. Dieses Werk trägt den Titel „Der Erzengel Michael tötet den Drachen“. Es gilt als ein Glückwunsch zum gerade gewonnenen Feldzug der Preußischen Armee gegen badisch-pfälzische Truppen (1849). Ein schöner Gewinn, der für viele den Tod gebracht hatte. Damals „vaterländisch“. Heute hoffentlich für viele unverständlich. Auf beiden Seiten Menschen, die eigentlich nur friedlich ihrer Lebensarbeit nachgehen wollten.

Im Schloss wohnte als Besucher auch einmal Alexander von Humboldt (1769 – 1859) in einem Raum mit Blick auf den „Tiefen See“ der Havel.

Mit der Übernahme der Königswürde durch Wilhelm nach dem Ableben seines königlichen Bruders Friedrich Wilhelm IV., bekam Babelsberg eine noch größere Bedeutung. Hierher wurde auch Fürst Otto von Bismarck (1815 – 1895) des Öfteren eingeladen. Seine Ernennung zum Preußischen Ministerpräsidenten fand am 22. Sept. 1862 im Schloss Babelsberg statt.

Fast jeden Sommer lebten König Wilhelm I. (ab 1871 Kaiser Wilhelm I.) und Königin / Kaiserin Augusta auf dieser ihrer Lieblingsresidenz bis zu seinem Tode im Jahre 1888. Die Winter hingegen verbrachten sie im Berliner Stadtschloss.

Zur Zeit der DDR stellte das Schloss eine Herberge für die musealen Ausstellungsstücke, der archäologischer Funde aus der Ur- und Frühgeschichte unseres Gebietes dar.


Wirtschaftsgebäue des Schlosses – die Schlossküche

Das hinter dem Schloss angeordnete Wirtschaftsgebäude, „die Schlossküche“ wurde in den Jahren 1844 – 1849 nach den Plänen von Johann Heinrich Strack gebaut. ist mit dem Haupthaus wie häufiger üblich, durch einen unterirdischen „Küchengang“ verbunden. In diesem Gebäude war zur Zeit der DDR die „Abteilung Biologie“ der Deutschen Film Aktiengesellschaft (DEFA) untergebracht, die die Tiere für Filmauftritte vorbereitete.

Wir aber spazieren weiter:


Die Fürstenbank auf der Fürstenhöhe lädt freundlich uns zu kurzer Rast.


Das Achterbecken

Es handelt sich um zwei kreisförmige aneinander hängende Wasservorrats-Becken. Die Bassininhalte dienten unter anderem der Speisung des Wasserfalls und des sich ihm anschließenden Teiches. Bald werden sie wieder repariert sein, hoffen wir.


Die Siegessäule auf der Friedrich-Wilhelm-Höhe

Die Granitsäule ist aus einem Stück aus den Rauenschen Bergen bei Fürstenwalde (Spree) gesägt und hierher transportiert worden. Vom Kapitell der Säule grüßt den Besucher die Göttin des Sieges „Victoria“, winkend, mit einem Lorbeerkranze in der Hand. Sie ist eine verkleinerte Nachbildung derjenigen Victoria, die der Bildhauer Christian Daniel Rauch für Berlin schuf. Diese Erinnerungssäule steht für die Siege Preußens im dänischen Krieg 1864, im Krieg gegen Österreich 1866 und im deutsch-französischen Krieg 1870/71.


Die Feldherren- oder Generalsbank

Man errichtete die Bank im Jahre 1882. Bis zum 2. Weltkrieg trug sie zwölf bronzene Büsten der siegreichen, an den vorgenannten Kriegen beteiligten Generäle und auch die Büste Bismarcks. Sie sind nicht mehr anwesend. Wie sie aussahen weiß der derzeitige Besitzer

Für die vielen Tausenden Soldaten, für König, Volk und Vaterland oft völlig sinnlos „auf dem Felde der Ehre“ getötet, haben wir nicht nur an dieser Stelle ein stilles Gedenken. Säulen, Ölgemälde oder Bronzebüsten sind für jene nicht da. Solche nur äußeren Zeichen der Ehrung würden ihnen vielleicht auch wenig bedeutet und nichts geholfen haben.


Die Luisenhöhe

Der eher bescheiden wirkende Punkt trägt eine Ruhebank. Zur Erinnerung an Königin Luise schuf C. D. Rauch im Jahre 1804 eine Marmorbüste, die hier aufgestellt war. Als die gepflanzten Bäume noch jung waren, konnte der Blick noch weiter schweifen, als heute.


Der Große See mit dem idyllischen Wasserfall

Heutzutage ist er leider ohne Wasser (oh W.), aber immerhin als Liegewiese nutzbar (Vorsicht! Erst in der neuen Parkordnung nachsehen, ob noch statthaft). Von hier aus hat man einen schönen Durchblick zum Flatowturm.

Auf diesen See hinzu schritt, also früher, da sie noch jung war „Die Badende“, weil sie aber den Beweis schuldig blieb, wurde sie auch „Die Wasserschöpferin“ genannt, eine Bronzestatue von Ludwig Wichmann.


Das Pförtnerhaus an der Grenzstraße

Es wurde 1866 von Persius (dem Jüngeren) in der neogotischen Formensprache gestaltet.


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Personen, die im Text erwähnt sind oder dort fehlen:




Ihnen allen gilt unser Dank für das landschaftsgärtnerische und bautechnische Gesamtkunstwerk des Parks Babelsberg bei Nowawes / Neuendorf (heute Potsdam-Babelsberg, als ein Ortsteil der Landeshauptstadt Potsdam).



Hinweise auf benutzte Literatur