Bilder zur Pfaueninsel

Ergänzung zum Artikel über die Berliner Pfauen-Insel

Liebe Betrachter,
die Bilderfolge gibt keinen Kurs durch das Wegenetz der Insel vor. Die Ansichten sind etwa nach der Entstehungszeit der jeweils gezeigten Bauwerke und nach weiteren wichtig erscheinenden Ereignissen, also eher chronologisch gereiht. Die Ortswechsel in der Bilderfolge springen somit stärker, als wir es beim Spaziergang tun werden.
Einige der Bild-Beschreibungen sind mit einer Zahl versehen. Mit deren Hilfe kann man die Bauten im Übersichtsplan leicht auffinden. Nicht alle Gebäude darf man begehen, da sie von Inselmitarbeitern bewohnt sind (im Übersichtsplan rot). Zeitweilig ist es aber möglich Räume von Schloss, Meierei und Kavalierhaus zu besichtigen. Dazu beraten die Mitarbeiter des Museum-Ladens im Fährhaus.
Die nun folgenden Ansichten wollen in Ruhe und Gelassenheit betrachtet werden, auf einen vom Alltag entschleunigten erholsamen, hoffentlich sogar erlebnisreichen Gang über die Insel vorbereiten. Verinnerlicht man sich diese Fotos, so trifft man beim Inselbesuch bereits auf vertraute Bekannte, die uns aber in jeder Jahreszeit, ja bereits bei verschiedenartigen Witterungen etwas unterschiedlich aussehend begegnen. Die Insel empfängt ganzjährig gern freundliche Gäste.

Übersichtsplan der Pfauen-Insel
Eine der bequemen Fahrmöglichkeiten zur Insel – mit dem modernen Bus der Linie 218 ab Bahnhof Wannsee bis zur Endhaltestelle Pfauen-Insel. „Er“ kennt diesen Weg hinreichend gut, denn seit 1955 rollt er auf dieser Tour.
Andere Leute bevorzugen einen Spaziergang über die zweifarbig-grüne Glienicker Brücke. Diese wurde im Jahre 1907 erstmals montiert, nach den schweren Kriegsschäden erneuert. In jenen Jahren, als Deutschland von einer Grenze zerteilt war, hatte eine Hälfte schwer an dem Namen „Brücke der Einheit“ zu tragen. Links liegt Potsdam, rechts befindet sich Berlin. Der Uferweg auf der Berliner Seite, links hinter der Brücke, führt direkt zur Pfauen-Insel.
Die nicht Wasserscheuen unter uns, wählen für die kurze Wasserwanderreise auch gern ein Schiff. Dieses hier – ist auf dem Heimweg nach Potsdam.
Bildnachweis: Eine historische Ansichtskarte, gemeinfrei
Wählt man nach dem Passieren der Glienicker Brücke den schönen Uferweg, so kann man auf halber Wegesstrecke eine Rast im Wirtshaus Moorlake (1. Wirtshaus) einlegen. In der oberen Etage eine vormalige K. u. K. Teestube (bis 1918. Dann nahm man den Tee vorzugsweise im Hause Doorn).
Entschloss man sich jedoch für die Wanderung auf dem Nikolskoer Weg durch den Düppeler Forest, so kommt man kurz vor der Insel an den Blockhäusern Nikolskoe vorbei (sprich: Nikolskoje, dem Zaren Nikolaus zugeeignet) oder man kehrt in dem dort angesiedelten Wirtshaus (2. Wirtshaus) ein. Der Zar hat nichts dagegen einzuwenden.
Bildnachweis: Gezeichnet / gemalt von Otto Thomasczek, 1897, gemeinfrei.
Einige Schritte weiter in Richtung Insel erblicken wir die Russische Kirche. Viel vom russischen Gemüt ist allerdings auf den Baukörper nicht übergegangen. Man hätte sie „Pjotr i Pawel“ heißen können, sie wird aber „Peter und Paul“ genannt. Links im Hintergrund, eingebettet im behäbig fließenden Havelstrom, nun endlich das ersehnte Ziel – die Insel der Pfauen und manch anderen Getiers.
Bildnachweis: Gezeichnet / gemalt von Otto Thomasczek, 1897, gemeinfrei.
Gegenüber der Kirche besteht im Wald der kleine Friedgarten Nikolskoe. Wer auf der Pfaueninsel langzeitig gelebt und gearbeitet hat, darf nach diesem Leben auf Nikolskoe der Mutter Erde übergeben werden. Zu jenen gehört auch der Königliche Pferdegespann-Diener August Hertel.
Grabmal der Familie Krüger. Heinrich Krüger war einer der Schlosskastellane auf der Pfauen-Insel.
Das Fährmann-Haus - im Übersichtsplan Nr. 03. Zeitgenössisch nannte man das Gebäude auch das „Überfahrer-Haus.
Hinab geht es zum Ufer, wo die Fähre auf uns wartet. Müssen wir aber mal auf die Fähre warten, so lädt uns dort das Wirtshaus (3. Wirtshaus) ein, um die Wartezeit zu kürzen oder länger dort zu weilen. Eventuell mitgebrachte eigene Tiere (z. B. Katzen, Hunde, Pferde) werden mit der Fähre nicht befördert, weil jene auf der Insel nichts verloren haben. Sie müssen auf dem Festland in Obhut bleiben. Ausnahmen gibt es für Begleithunde sehgeschädigter Mitbürger. Die Fährfahrt ist dann eine kurze, ohne jedwede Gefährnisse. Im nur scheinbar höheren Fahrpreis ist das Inseleintrittsgeld versteckt. Nach dem Anlanden begrüßt uns auf der Insel das Fährmann-Haus mit dem Besucher-Dienst / Museums-Laden und rechts davon das separate Toilettengebäude 1.
Wir sind auf dieser Insel weder die einzigen noch die ersten Gäste. Auch Margarethe Sommer war schon im Sommer 1930 hier. Hinweis auch an diese Mutti: Bitte das Mästen der wilden Haustiere unterlassen! Sie ernähren sich hinreichend mit artgerechter bekömmlicher Atzung. Diese Pfauen zeigten sich auch bei damaliger Farbsicht unbunt-hell. Es sind keine Albinos, aber im Gegensatz zu Uhus sind es Vögel der Weißheit.
Auf diesem lauschigen Weg dürfen unsere vorbereiteten Sinne schon mal zum Johannes Kunckel schweifen und an sein Werk denken.
Eine altehrwürdige aufgefächert-verästelte Eiche am östlichen Uferweg am großen Außenring. Insgesamt gibt es aber viele mehrhundertjährige Bäume zu bewundern. Sucht nur danach!
Der Kunckelfels, - im Übersichtsplan Nr. 23 -, markiert den früheren kurzzeitigen Standort (1685–1689) von des Apothekers, Alchemisten und Glasmeisters Johann(es) Kunckel (etwa 1630–1702) abgebrannter Glasschmelzhütte, der Alchemie-Küche nebst einer schlichten Wohnunterkunft. In diesem Stein ist die Inschrift graviert: „Johann Kunckel erbaute 1685 sein Laboratorium auf dieser Insel. Er stellte Phosphor- und Rubinglas her“... – und noch viel mehr, darf ich ergänzen.
Sinnspruch: „Wissenschaft, Erfahrenheit und Verstand von allen Sachen, wollen diesen wehrten Mann nunmehr unvergleichlich machen und die Wahrheit, die das Ziel wonach seine Augen funkeln, krönt mit hohen Adel schon dessen Namen Johann Kunkel“.
Bildnachweis: Unbekannter Künstler.
Bildnis Johannes Kunckel, um 1690, Öl auf Leinwand., Gemäldemaß: 22,00 x 17,50 cm, Inv.Nr.: VII 59/135 x,
© Stiftung Stadtmuseum Berlin, Reproduktion: Michael Setzpfandt, Berlin.
Kaninchenwerder: kostbare Kanne + Köppchen – kleine Kostprobe Kunckels köstlicher Klarglas-Kunst.
(„Köppchen“ ist eine Tasse ohne Henkel, ein Becher, vom lat. Cuppa, vergl.: niederl. Kopje. engl. cup of tea, dtsch. seltener: Tassenkopf + Untertasse).
Bildnachweis: Johannes Kunckel, Teekanne aus Goldrubinglas und 2 Koppchen, Potsdam, 1679-1693, Goldrubinglas mit vergoldeter Silbermontierung; H: 12,00 cm , B: 17,30 cm, Inv.Nr.: II 62/518 A; II 62/528 c,d A,
© Stiftung Stadtmuseum Berlin, Reproduktion: Michael Setzpfandt, Berlin
Was blieb? Hier Glas-Geschmelz-Beispiele, gefunden auf der Pfaueninsel an der Stelle, an der das Laboratorium von Johannes Kunckel bis zum Brand gestanden hatte. Schenkung des Königlichen Oberhofgärtners Reuter (der Mann, der nach dem jüngeren Fintelmann kam) an das Märkische Museum in Berlin, Am Köllnischen Park 5.
Bildnachweis: Glas-Schlackesteine von Kunckels Laboraturium auf der Pfaueninsel, Berlin, 1679-1693
3,50 cm x 5,00 cm x 4,50 cm, Inv.-Nr.: VI 10284 a-d, © Stiftung Stadtmuseum Berlin. Reproduktion: Michael Setzpfandt.
Mehrere Ausblicke zur kleinen Nachbarinsel Kälberwerder - im Übersichtsplan die Punkte 21 -
„Alt wie ein Baum möchte ich werden“ und dabei möglichst noch gesund bleiben.
Das Marmor-Palais steht nicht auf der Insel, sondern seit 1787, mit den angesetzten Seitenflügeln seit 1797, in der Potsdamer Parkanlage „Neuer Garten“. Hierin lebt (nicht völlig allein) König Friedrich Wilhem II. Bald schon denkt er über ein Schlösschen für die Insel nach, das als ein Blickfang bereits von hier aus zu sehen sein soll ... und so geschieht es dann auch. Er ist der Bauherr dessen, was an Baulichkeiten auf der Pfaueninsel in den Jahren zwischen 1794 und 1797 entsteht.
Das Schlösschen. Tritt der König von seinem neu angelegten Gartenreich an den Ufersaum des Jungfernsees, so schaut er über den Wasserspiegel zum Eiland genau auf das blendend weiße Schlösschen - im Übersichtsplan Punkt 05 -. Mehr als der König sehen w i r auf diesem Bild, denn die weiter links erscheinende Heilandskirche beim Dorfe Sacrow wird erst 1844 nach der Bauplanung des späteren Königlichen Baumeisters Ludwig Persius (Potsdam 1803 bis1845) entstehen.
Nutzt Friedrich Wilhelm II. sein teleskopisches Rohr, kann er von Fenstern des Marmorpalais bequem den Baufortschritt beobachten, hat das emsige Treiben auf der Insel deutlich vor dem Königlichen Auge – gern aber lässt er sich auch hinüber rudern.
Nun ja, jetzt, nach der Bauzeit zwischen 1794 und 1797, ist der kleine Prachtbau innen und außen pünktlich und kostenrichtig fertig, dem allerdings künstlerisch-künstlich der Eindruck des schon Gealterten, des denkbaren Verfalls, mahnend auf seinen Weg durch die Zeiten mitgegeben wird.
Ähnlich ist es leider auch um die natürliche Gesundheit des Königs bestellt. Wir Nachgeborenen wissen, dass er und seine vertraute Freundin Wilhelmine nicht viel des Genießens der neuen Prachtentfaltung haben, denn der König stirbt im Alter von nur 53 Jahren im November eben dieses Jahres 1797 und Wilhelmine wird vom neuen König, dem Sohn des Verstorbenen, verhaftet, enteignet und in die Verbannung geschickt.
Ein Rinderweidenauslauf – die Büffelwiese bietet diesen braven Haus- und Inseltieren eine vorzügliche Gräser- und Kräutermischung als Nahrung und auch ein Haveltrinkwasserteich ist für sie vorhanden - im Übersichtsplan Punkt 17 -.
Die Dorfanlage - im Übersichtsplan Punkt 18 -. Scheinromantik oder Romantikschein idealisieren hier vielleicht etwas das sonst übliche bäuerliche Leben. Wohnen im vorzüglich bemessenem Hause (nicht nach romanischen, sondern nach gotischem Geschmack gestaltet).
Zum Anwesen gehört auch die angemessene Vorratshaltung – an einen fast schon völlig im Erdreich versunkenen Speicher erinnernd. Die Inselbewohner leben weitgehend als Selbstversorger von einfacher kräftiger märkischer Kost. Sie nähren sich im Wesentlichen von den Erzeugnissen ihrer eigenen Hände Arbeit.
(Es gibt zu jener Zeit hier nicht einmal fremde Bierangebote – etwa aus Flensburg oder München – und „globalisierung“ wird überhaupt recht klein geschrieben.)
Zum Gehöft zählen wir auch die Ställe, Scheune und Remise mit Platz zum Aufbewahren mancherlei Dinge einer bäuerlichen Wirtschaft.
Die ersten Pfauen kamen bereits 1795 auf die Insel – vom nahe gelegenen landwirtschaftlichen Gut Sacrow, also vom gegenüber liegenden Ufer der Havel. Sie hatten eine nur kurze Seereise.
Ein Graben teilte die Inseloberfläche in früherer Zeit stärker in den kleinen Nord- und einen großen Südteil, „Hechtgraben“ genannt. Die noch bestehende Rinne hält die Wiesen zuweilen recht feucht, was sumpfliebendes Getier zum Laichen anregt – ein feucht-fröhlicher Lebensraum. Das Bild zeigt den weitläufigen Inselteil, von Norden nach Süden blickend ... - im Übersichtsplan Punkt 22 -.
... und hier unsere Sicht in die nördliche Gegenrichtung. Auch dort dürfen Wasserbüffel grasen - im Übersichtsplan Punkt 20 - finden wir sie wieder.
Vergehe und Werde! Vom Alter gebeugt, vom Sturm geschüttelt oder vom Blitz getroffen – gebrochen werden einheimische und auch fremdländische Baumriesen der Insel. Sie bieten nach ihrem Ableben zahlreichen Generationen verschiedener Tierarten eine willkommene Heimstatt, wie auch Pflanzengesellschaften eine förderliche Lebensgrundlage. Es ist behutsam beabsichtigt, dass hier kein Mensch extra energisch aufräumt.
Die Meierei – die Molkerei - im Übersichtsplan Punkt 19 -.
Auch hier die gotische Anmutung, ergänzt mit absichtlichen groben Spuren vermeintlichen Verfalls. Sie sollen uns die Vergänglichkeit allen Seins vor Augen führen und uns an Demut bei all' unserem kurzlebigen Tun gemahnen, selbst wenn dieses auch mit Kurzweil und Frohsinn gepaart wird.
Meierei, die Zweite? Auf der Insel gibt es bloß e i n e Meierei. Wir sehen somit die einzige von einer ganz anderen Seite. Zwar ist auch diese Ansicht gewollt vom Zahn der Zeit gezeichnet aber doch stehen in der Wirklichkeit die Mauern heute noch senkrecht – alles in Waage und Winkel und Lot. Nur will uns das Bild schon heute eine eher etwas graue Zukunftsvision vermitteln.
Im Doppeletagenbau befinden sich unten die Milchverarbeitungsstätte sowie die Meier-Wohnung. (Der Gute trug jedoch einen anderen Familiennamen.) Darüber einer der vielen Königlichen Festsäle. Daneben im bereits angegrauten Stallgebäude ein hinreichendes Platzangebot für die freundlichen Milchspenderinnen. - Punkt 19 -
Dieser Waldessteig führt uns auf das Holländische Küchengebäude zu. Schlösschen und Küche mittels eines geheimen Ganges unterirdisch verbunden – so, wie es sich gehört – sagt man. Errichtet im Jahre 1802 nach einem Entwurf von der Leyen und daneben zu früherer Zeit – der Eiskeller - im Übersichtsplan Punkt 08 -.
Für diesen Blick müssen wir allerdings ein Stück in Richtung Potsdam (fast bis Moorlake gehen). Wir genießen heute den Vorzug, von der Südspitze der Insel die Heilandskirche sehen zu können, die wie ein Schiff am Havelgestade liegt, nahe dem Dörfchen Sacrow. Die Inselbewohner zur Zeit der preußischen Könige hatten diesen Anblick anfangs nicht, denn die Kirche wurde nach Königlichen Vorstellungen erst vom Hofbaumeister Ludwig Persius mit italienischer Prägung entworfen, dann gebaut und 1844 fertiggestellt. – In den Jahren zwischen 1961 und November 1989 war dann der Besuch dieses Gotteshauses verboten und verhindert. Lebensgefahr als Strafe bei Nichtbeachtung. Auf Befehl von nicht ganz so weit oben. Aber nach jener Zeitepisode war schon bald wieder manches gut!
Das Heim für die Familie des Hofgärtners, der gleichzeitig als Kastellan wirkt, errichtet 1795 - im Übersichtsplan Punkt 04 -.
Auch das Haus des Hofgärtners am Hang verfügt selbstverständlich über vier Seiten. Man hat es aber mit weniger Fenstern ausgestattet, als wir es gemeinhin gewohnt sind.
Die Darstellung des Kunstmalers Johann Heinrich Stürmer (1774–1855 ...oder auch... 1775–1857) zeigt die Künstler während des Empfangs im Jahre 1825 durch den Hofgärtner Ferdinand Fintelmann. Von links nach rechts sind zu erkennen die Herren Jügel, Rungenhagen und Kolbe, sodann der Kassierer Wittich und der Modellmeister der KPM, Riese. Am Tisch stehend Ottmer, als Gastgeber F. Fintelmann, ihm gegenüber Schadow und der Medailleur Jachtmann. Daneben folgen Brandt, Riese jun. und Berger, am rechten Bildrand Tangermann und Mauch.
Bildnachweis: Heinrich Stürmer, Berliner Künstler vor dem Gärtnerhaus auf der Pfaueninsel, Potsdam, 1825 Kolorierte Lithographie; 27,20 cm x 36,20 cm, Inv.-Nr.: GDR 71/11, © Stiftung Stadtmuseum Berlin,
Reproduktion: Oliver Ziebe, Berlin.
Die Gärtnerei mit ihrem großen Treibhaus ist die Wiege für das natürlich-kunstvolle üppige Pflanzenwachstums, Ursprung für den reichen Flor der Insel - im Übersichtsplan Punkt 32 -.
Jede Insel bewahrt ihre Besonderheiten. Diese verschlossene Tür an verwunschenem Orte, verbirgt ein offenes Geheimnis – nur Auserwählten zugängig.
Er, der Tagpfauenaugenfalter, gehört zu den stillen aber auffälligen Wächtern dieses Ortes. Die Augen der Pfauen beobachten uns auf der Insel allenthalben, Tag für Tag, auf Schritt und Tritt.
Nun stellen wir unsere Pupillen bitte wieder auf das Fernsehen ein und lassen unserer Augen Blick über die Havel zur Silhouette von Potsdam gleiten. So weit haben wir uns schon vom sonst üblichen geschäftigen Treiben der Gegenwart entfernt!
Das Schweizer Haus, ein Haus für die Gartenarbeiter, gebaut im Jahre 1830 - im Übersichtsplan Punkt 03 -.
Auch hier ... wie auf anderen Pfaden durfte das staunende Publicum bereits zu des Königs (Friedrich Wilhelm III.) Zeiten wandeln. Allerdings beschränkt auf den Dienstag und den Donnerstag, wenn der König nicht auf der Insel weilte.
Diese Jagdhütte mit Baumborkenbestückung der Fassaden wird offiziell mit „der Jagdschirm“ bezeichnet - im Übersichtsplan Punkt 25 -. Das Fachwerk-Gebäude mit zwei Etagen stand bis 1796 im Forst nahe bei dem kleinen Landstädtchen Beelitz. Der König brauchte die Hütte dort nicht mehr, doch sie gefiel ihm trotzdem sehr. So ließ er sie hierher bringen und als eines der Inselschmuckstücke wieder aufbauen. Im Untergeschoss zur Wasserseite sind die Schießstände, der so genannte „Anstand“, um wilde Wasservögel aus sicherer Ferne ihres Lebens zu entledigen. (Der Autor weiß nicht, was das Totschießen unschuldiger Vögel mit Anstand zu tun hat.)
In der oberen Etage dagegen der elegante Gesellschaftsraum für gar manche Lustbarkeit sorglosen Lebens.
Wir verlassen diesen Ort, der die Garstlichkeit mit Gastlichkeit zu versöhnen sucht, über eine weitere, die grüne Gotische Brücke, denn die Jagdhütte ruht auf einem extra gestalteten und der Insel vorgeschobenem Inselchen.
1797. Der König Friedrich Wilhelm II. ist tot – es lebe der König Friedrich Wilhelm III.!
Wilhelmine Encke (1753–1820) = die scheinverehelichte Frau Ritz = die Gräfin v. Lichtenau ist es mitnichten, die diesen Vivat-Ruf auf den Sohn „ihres“ geliebten verewigten Königs ausbringt.
Schwere dunkle Wolken brauen sich über ihr, ihren Königskindern und ihrem Besitz zusammen (hier aber gezeigt: das Palais des Geheimen Kämmerers Johann Friedrich Ritz, vermutlich nur fälschlich „Palais Lichtenau“ genannt, in Potsdam, Behlertstraße 31). Die den geliebten König bisher treu umsorgende Freundin, fällt der Ungnade des Preußischen Königshauses anheim. Friedrich Wilhelm III. wird sie sofort nach dem Ableben seines Vaters verhaften lassen, enteignen und ihr das Heimatwohnrecht nehmen, sie vorerst in die Bannhaft nach Glogau in Schlesien schicken – weit fort von den Residenzen Berlin und Potsdam – bis zwölf Jahre später (!) eine Rehabilitation wegen der schon von Anfang an bestehenden und erwiesenen Schuldlosigkeit erfolgt.
Das Kavalierhaus - im Übersichtsplan Punkt 14 - wird im Jahre 1804 aufgebaut. Wegen des steigenden Platzbedarfes für die erweiterte Königliche Familie, deren Gäste aber auch für Inselbedienstete, wird dann die große Erweiterung 1824 / 1825 vollzogen. Die Geschichte überbringt uns die Nachricht, dass die Ziegel der Fassade dieses Gebäudes, wie auch die Fenster-Schmuckelemente von einem alten Haus in der Küstenstadt Danzig, am Baltischen Meer gelegen, stammen. Das Material wurde hierher gebracht und dem Bauwerk als prächtige Fassade vorgesetzt. Die heute sichtbare Fassadenoberfläche ist natürlich, ausnahmsweise kein Ausdruck künstlerisch gewollter Alterung – dieser kam im Laufe der Zeit von ganz alleine.
Die große Voliere – das Schaugehege für Pfauen, Fasane, Hühner und Maschenschlüpfer - im Übersichtsplan Punkt 13 -. Es ist der verbliebene Rest der ursprünglichen Menagerie, zu der zeitweilig mehr als 850 Tiere gehörten, darunter auch Kängurus, ein Löwe, der Bär, Lamas usw. usf. Bei der Auflösung der Insel-Menagerie bildete jener Tierbestand den Grundstock für den neuen Berliner Zoologischen Garten, der 1844 seine Pforten dem Volke öffnet.
Die Ausstattung mit Fasanen erhielt die Insel aus der Fasanenzucht in der Parkanlage „Neuer Garten“ in der nahe gelegenen Residenz Potsdam. Dort also ein Käfig-Goldfasan ...
... aber hier schon wieder ein freier Insel-Pfau. Im 21. Jahrhundert werden es etwa 30 Pfauen sein, die hier ihr Wesen treiben und – wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort weilt – ihr Federkleid auch einmal „zum Rad“ auffächern.
Aus dem übermüdeten bröckeligen Alten spross der junge saftige Trieb einer immer größer werdenden Linde - im Übersichtsplan Punkt 07 -.
Im Hintergrund: Hätten Christo und Jeanne-Claude das doch noch miterleben dürfen – die Langzeit-Verhüllung eines echt Königlichen und ziemlich märchenhaften Schlosses (2021 bis eventuell 2024) ... löst aber bei manch einem Besucher Bedauern aus.
Das runde Beet im runden Garten – alles 1821 / 1822 vom Hofgärtner Ferdinand Fintelmann gestaltet. - Im Übersichtsplan Punkt 07 -.
Es waren auf der Insel unter den ersten Hofgärtnern tätig: Ferdinand Fintelmann (1774–1863) und sein Neffe Gustav Adolph Fintelmann (1803–1871) als Mitarbeiter und dann Nachfolger des Erstgenannten ab 1834.
Die Begräbnisstätte des Hofgärtners Gustav Adolf Fintelmann und seiner Ehefrau Eulalia auf Nikolsloe.
Der Blockhäuser-Komplex Nikolskoe wurde ganz in der Nähe auf dem Festland im Düppeler Wald errichtet. Der lichte Waldessaum ermöglicht den Blick auf die Insel. Die neuen Blockhäuser 1819 dem russischen Zaren und seiner Frau zugeeignet, von der Königlichen Familie und ihren Gästen genutzt, werden später für das Volk freigegeben, darinnen ein Wirtshaus eingerichtet. So darf man dem vollbärtigen Verwalter und Gastwirt Iwan Bockow (1777–1856), vormals Leib-Kutscher des Zaren Alexander I. und dann des Königs Friedrich Wilhelm III.) seine Wünsche antragen.
Im russischen Originalton sprechen wir das Anwesen richtig als „Nikolskoje“ aus. Wer oder was aber ist Nikolskoe? Das wird in des Berichtes Vorwort auf Seite 1 beantwortet.
Bildnachweis: Ansichtskarte mit Zeichnung / Gemälde von Otto Thomaszcek, um 1897.
Nikolskoe in Winterstimmung
Bildnachweis: Ansichtskarte mit Zeichnung / Gemälde von Otto Thomaszcek, um 1897.
Dem jeweiligen Monarchen war es angenehm, auf der Insel auch einige Menschen weniger alltäglichen Erscheinungsbildes oder wegen einer außergewöhnlicher Profession, als „Exoten“, siedeln zu lassen. Zu diesen gehörten:
- Meister Johann(es) Kunckel (um 1630–1703). Jenen kennen wir ja schon.
- die kleinere Marie Strakonn (der Familienname hier in der Schreibweise des Standesamtes, wahlweise auch
Strakon oder gar Strakow geschrieben). Geboren in Böhmisch-Rixdorf 1805. Gestorben auf der Pfauen-Insel
1878, als 72-jährige „Schlossjungfer“, etwa 1.26 m ihrer äußeren Größe messend.
- der Hawaiianer „Henry / Harry Maitey“, mit den späteren preußischen Vornamen Heinrich Wilhelm (1807–1872)
und
- der großwüchsige Carl Ehrenreich Friedrich Licht (1797–1834), 2,20 m groß, bald ein Schlossbediensteter.
Zum Bild: Neben weiteren Nicht-Insulanern, die dem Johann Gottfried Schadow zum exakten Größenvergleich als Modell dienten, sehen wir rechts außen die Gebrüder Carl Ehrenreich Friedrich Licht (1797–1834), den großen, nebst seinem etwas kleineren und jüngeren Bruder Johann Ehrentreu Theodor Licht (1804–1834), die beide aus Utzedel bei Demmin in Pommern als Söhne eines Ziegelbrenners und seiner lieben Frau stammen. Beide leisten ihre Militärzeit als Königliche Garde-Grenadiere in Potsdam.
Bildnachweis: Schadow. Entstehungszeit der zusammengestellten Skizzen 1823 ... 1825, im „Polyclet oder Von den Maassen des Menschen“, Berlin 1834, gemeinfrei. Die aufgelegten Erläuterungstexte decken lediglich hier temporär einige Kopfskizzen von „Fremdpersonen“ ab, die beim Original natürlich erhalten geblieben sind.
Das Grabdenkmal für Maria Dorothea Strakonn / Strakon / Strakow, geboren in Rixdorf am 12. Februar 1805, gestorben auf der Pfaueninsel am 19. Juni 1878, letzte Ruhe auf Nikolskoe.
Eine Anzahl von Grabsteinen wurden wohl bei den Kampfhandlungen im April 1945 zerstört und einige in späteren Jahren ersetzt. Vom großen Schlossbediensteten Licht finden wir hier leider keine oberirdisch sichtbare Spur mehr.
Der Auswanderer von Hawaii „Henry oder Harry Maitey“ (1807–1872) wohnt und arbeitet seit 1828 auf der Insel und heiratet in der Kirche zu Stolpe (ab 1897: Wannsee) die Tochter Charlotte Dorothea des Beckerschen Ehepaares. Vater Johann Hermann Becker (aus Stolpe stammend) ist von seiner Profession her der Herr, der über alle Inseltiere gebietet. Bald zieht Maitey mit seiner jungen Ehefrau zur Wohnungsfindung und Familiengründung auf das nahe Festland, in das benachbarte Fischerdörfchen Klein Glienicke.
Geschaffen wurde das Bild am 26. Oktober 1824 in Berlin.
Bildnachweis: Johann Gottfried Schadow - Berlin SMB Kupferstichkabinett (die Zeichnung ist heute in der Akademie der Künste: https://archiv.adk.de/objekt/2787631). Bildnis des Hawaiiers Harry Maitey. Gemeinfrei. File:Schadow Harry von den Sandwich Inseln, um 1825. SMB Kupferstichkab.jpg. Erstellt: 26. Oktober 1824date QS:P571,+1824-10-26T00:00:00Z/11.
Eines der Schweizer Häuser in Klein Glienicke, nahe am Schloss-Park gelegen, von K. F. Schinkel entworfen.
Auch hier lässt es sich leben und mit dem Geschick des Kopfes und der Hände das tägliche Brot verdienen.
Bildnachweis: Ansichtskarte mit Zeichnung / Gemälde von Otto Thomaszcek, 1899, gemeinfrei.
Das Grabkreuz auf Nikolskoe zu Ehren des Tierwärters der Pfauen-Insel Hermann Becker und dessen Ehefrau.
Das gleiche Denkmal von der anderen Seite ist der Erinnerung an Dorothea Becker, Tochter des Tierwärters und ihrem Ehemann Heinrich Wilhelm Maitey, geboren auf Hawaii am 23. April 1807, gearbeitet auf der Pfauen-Insel, gestorben in Klein Glienicke am 26. Februar 1872 und bestattet auf Nikolskoe.
Die Fontäne auf dem höchsten Punkt der Insel wird seit 1822 durch eine Dampfmaschinen-Pumpe mit Havelwasser versorgt (heute aber elektromotorisch) - im Übersichtsplan Punkt 28 -. Diese Fontäne wird in älteren Literaturwerken öfter als Candelaber oder als Wasserkunst ausgewiesen.
Vom gefüllten Becken fließt das lebensspendende Nass in natürlichem Gefälle in den südwestlichen Inselbereich, wo es der Pflanzenversorgung dient. Selbst ein kleiner „Gebirgsbach“ wird von dem Wasser gespeist.
Am Lamabrunnen, der sich durch eine schlichte Eleganz seiner Gestaltung auszeichnet, erquickten sich nicht nur die Vorgenannten am köstlichen Havelsprudel, sondern auch manch anderes Getier. - im Übersichtsplan Pkt. 12 -. Hierneben stand ursprünglich das Lamahaus mit dem Auslauf für die Tiere. Das Gebäude brannte jedoch 1842 ab und wurde wegen der umfassenden Auflösung des Tierbestandes auch nicht erneut aufgebaut.
Recht antik anmutend, denn schon im Jahre 1795 gesetzt, zeigt sich der Jacobsbrunnen - im Übersichtsplan Punkt 11 -. Der angebliche Verfall – ist nur zum Schein, wie fast überall. Der Born? Oh doch – er spendet noch.
Wir befinden uns auf dem Weg vom Jacobsbrunnen zum Ort des ehemaligen Palmenhauses.
Die Liegewiese zum Ruhen – eine Stätte weiterer Erholung, ausgestattet mit einigen Freiluftmöbeln - im Übersichtsplan Punkt 15 -.
Der ursprünglich vorhandene Inselbewuchs wurde einst gerodet, um eine naturverträgliche bäuerliche Bewirtschaftung zu begründen, die die Ernährung der Inselbewohner mit dem Wesentlichen ermöglichte. Mit ausgewählten heimischen Erzeugnissen sollte jedoch auch die Königliche Tafel bereichert werden.
Am Rande der Liegewiese, möglicher Weise im Zentrum des Interesses, der „Kaffeegarten“ mit Imbissangebot
(gilt als das 4. „Wirtshaus“). Gönnen wir uns also ein „Köppchen“ (s. o.). Rechts hinten die Besuchertoiletten (II).
Nur wenige Schritte weiter blicken wir über die Große Schlosswiese zu dem prächtigen, blendend weißen Kleinod hinüber.
Vom Nordosten kommend, werden wir bereits aus der Ferne des Luisen-Gedächtnis-Tempels gewahr ...
... und nähern uns diesem, der hier in der Zeit von 1829 bis 1830 errichtet wurde. Teile davon, der Sandstein-Portikus mit den dorischen Säulen, stammt vom Charlottenburger Mausoleum - im Übersichtsplan der Punkt 24 -.
So sah der gestaltformende Künstler Christian Daniel Rauch, ein Schüler des Johann Gottfried Schadows, die 39-jährige beliebte aber nun verewigte Königin Luise – und so sehen wir sie auch heute im Luisen-Tempel.
Die den Witterungsunbilden trotzende Schiffsbehausung für die Fregatte „Louise“ wurde 1833 fertiggestellt - im Übersichtsplan Punkt 30 -.
Das gleiche Fregatten-Gebäude zeigt sich hier von der Landseite. - Punkt 30 -
Die „Russische Kirche“, die im Aussehen wenig orthodoxes bietet, wurde dem Gedenken an die Apostel Petrus und Paulus gewidmet. Bauzeit 1834 bis 1837. Der hohe Aufwand des Kirchenbaus war für die Zaren-Besuche und die eher geringe Anzahl von Gläubigen der Pfaueninsel und denen des Dorfes Klein Glienicke gedacht.
Bildnachweis: Ansichtskarte ohne Urheber-Nennung. Vermutlich der Ausschnitt aus einer Arbeit unseres Otto Thomasczek, bereits vor 1900, gemeinfrei.
... eine jüngere Teil-Ansicht des Andachtshauses zum Lobe des Höchsten.
„Die Hauptpersonen“ der Insel begleiten uns – sie sind wahre Inselführer. Der Ruhesuchende wird nie so ganz allein sein. (Insbesondere auch nicht an Sommer-Wochenenden – dann beleben noch ganz andere Zweibeiner in hellen Scharen das Revier).
Unser Weg zum ehemaligen Palmenhaus.
So gestaltete der geniale Baumeister Karl Friedrich Schinkel den Palmenpalast – in einer Formgebung, die den Auffassungen seiner Zeit weit voraus eilte. Errichtet 1828–1831 - im Übersichtsplan Punkt 09 -.
Wegen des enormen Höhenwuchses der großen Fächerpalme erhielt das Gebäude an zentraler Stelle des durchbrochenen Daches vorerst einen Glasquader aufgesetzt. Später wurde jener mit einem gläsernen Zwiebelturm erhöht und als auch dieser der Zentralpalme nicht reichte, der Fußboden unter ihr tief ausgeschachtet, sie tiefer gesetzt.
Aus ungeklärter Ursache (wie offiziös nur leise verlautbarte) brannte das Gebäude im Frühling des Jahre 1880 ab und wurde nicht erneuert. Hohe Kosten und mangelndes Interesse standen einem Wiederaufbau entgegen.
Bildnachweis: Vasenbild, entzerrt, Pfaueninsel (isle of peacocks) near Berlin. The Palmenhaus (house of palmtrees). Painting from a vase, detail. Datum 1836. Own scan from: Berlin durch die Blume oder Kraut und Rüben. Gartenkunst in Berlin-Brandenburg, catalogue for an exhibition. Nicolai Berlin 1985. ISBN 3-87584-147-6. Urheber: Anonym. Genehmigung zur (Weiternutzung dieser Datei) PD-old, gemeinfrei.
Der Kunstmaler Carl Eduard Ferdinand Blechen (Cottbus 1798–Berlin 1840), später Professor für Landschaftsmalerei, schuf dieses Werk mit Palmen auf Säulenpodesten. Tabak- und Bananenstauden schmücken das Palmenhaus. Die asiatische Pagode sowie Brunnen mit wasserspeienden Löwen im Inneren betonen einen überaus anschaulichen Eindruck südländischer Exotik.
Bildnachweis: Carl Blechen - NQH295zAogz50g at Google Arts & Culture. Gemeinfrei. File: Carl Blechen - Das Innere des Palmenhauses - Google Art Project.jpg. Erstellt: 1832date QS:P571,+1832-00-00T00:00:00Z/9
220px-Pfaueninsel_Palmenhaus_Vasenbild, gemalt: 01. Januar 1836. Kunstfotograf: keine Angabe, entzerrt. Das Bild ist enthalten im Ausstellungskatalog „Berlin durch die Blume oder Kraut und Rüben, Gartenkunst in Berlin-Brandenburg“, Nicolai, Berlin 1985, ISBN 3-87584-147-6. Foto gemeinfrei.
Vier Säulen kennzeichnen heute die Eckpunkte des früheren Palmenhauses. Die Säulen dienten als Postamente für die Pflanzkübel der Palmen.
Das steinerne Podest für die damals größte Fächerpalme an ihrem ursprünglichen zentralen Standort.
Der dem Palmenhaus zugeordnete Schuppen - im Übersichtsplan Punkt 10 -.
Ein Winterhaus für Vögel, im Jahre 1828 vom Potsdamer Baumeister Albert Dietrich Schadow gestaltet - im Übersichtsplan Punkt 27 -.
Die kleine Voliere in der Nähe des massiven Winterquartiers bietet den noch unerfahrenen jungen Pfauen einen sicheren Hort vor hungrigen Füchsen und anderem Raubzeug - im Übersichtsplan Punkt 26 -.
Im Jahre 1842 wird die Königliche Fregatte „Louise“ von der Insel abgezogen und erhält ihren neuen Liegeplatz an der Matrosenstion „Kongsnaes“ (norweg. „Königliche Landzunge“) in Potsdam an der Schwanenallee, in unmittelbarer Nähe zur Parkanlage „Neuer Garten“.
1852 brilliert hier auf dem Rasenplatz hinter dem Schlösschen die Schauspielerin Elisabeth Rachel Felix mit ihrer Gabe und Leistung vor den Familien des preußischen Königs, des russischen Zaren und dem Gefolge. Ihr zu Ehren und an diesen denkwürdigen Tag wurde eine Stele mit ihrer Figur gearbeitet und hinter dem Schlösschen aufgestellt – ein liebes teures Gedenken an ausgefüllte gehaltvolle Stunden - im Übersichtsplan Punkt 06 -.
Der Tag unseres Streifzuges durch die lebendige Natur, durch das von Menschenhand Gestaltete, durch mehr als 150 Jahre Geschichte auf engstem Raum, neigt sich nun dem Endpunkt zu. Noch einmal schweift unser Blick nach Nikolskoe, zum Hang des bewaldeten Düppeler Höhenzugs hinüber.
An des Fährmanns Haus, unserem Insel-Startpunkt, nehmen wir Abschied vom paradiesischen Eiland - im Übersichtsplan Punkt 02 -.
Abend wird es. Vom Festland aus geht ein letzter Blick zurück – wir kommen gewiss gern wieder!

Zum Schluss noch einige Notizen des Autors:
Zu künstlerischen Darstellungen über die Insel gibt es aus früheren Zeiten wesentlich mehr zu sehen – sehr zu empfehlen ist beispielsweise ein Besuch im Märkischen Museum, Berlin, Am Köllnischen Park 5.
Sollten in Bild oder Text unbeabsichtigt Rechte anderer Autoren verletzt worden sein, so bitte ich freundlich um eine Nachricht, damit eine Korrektur vorgenommen werden kann.
Weitere Bildnachweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen die Fotos von Ellen + Chris Janecke, Potsdam.
Wer auf dem Inselspaziergang Fehler in meinen Notizen findet oder die dringende Notwendigkeit für Ergänzungen fühlt, den bitte ich ebenfalls um Hinweise – Beiträge auch solcher Art sind gern gesehen von christoph@janecke.name
Im Übrigen wird in absehbarer Zeit das Dokument ergänzt, in diesem berichtigt und herumgebessert – jeder Besuch auf der Insel könnte neue Erkenntnisse bringen – und manche werden hier eingearbeitet.

Zum Hauptartikel über die Berliner Pfauen-Insel