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Zur Ahnenliste "Janecke" gehörend:


Carl Ludwig Dittwald

aus Dechsel und Massow (Raum Landsberg an der Warthe)

und seine Ehefrau

Karoline Wilhelmine, geborene Schulze

sowie deren Kinder



Tabellarischer Kurz-Lebenslauf

Ein Beitrag zur Familienforschung und Heimatgeschichte


Autor und Kontaktpartner für Fragen, Meinungen und Ergänzungen: Chris Janecke,

Stand der Bearbeitung: Dezember 2016, E-Mail: christoph@janecke.name


Wenn du Interesse hast, mehr darüber zu lesen, was sich in dieser Zeit im Leben der Menschen abspielte, so sieh’ bitte auch in die Dokumentationen „Zeitgeschichte“ und „Zeitgenossen“.




Pflanz' einen Baum, du junger Spross!

Und wenn du auch nicht ahnen kannst,

wer einst in seinem Schatten tanzt,

bedenke wohl, es haben deine Ahnen,

eh' sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.


Max Bewer




Kurzwegweiser von der Lebenszeit der hier dargestellten Personen, bis in unsere Tage:


Carl Ludwig Dittwald (1801–1847) oo Karoline Wilhelmine Schulze (vor 1817– nach1864).

Unter deren Kindern auch den Sohn:


Karl August Ludwig Dittwald/Dittwaldt (1837–1904) oo Alwine Pauline Zinnow (18743–1913). Unter deren Kindern auch den Sohn:

Karl Friedrich August (der Jüngere) Janecke 1869–1950 oo Pauline Klara Dittwaldt (1872–1933). Unter deren Kindern den Sohn:

Alfred Richard Janecke (1900–1983) oo Anne-Marie Sommer (1913–2003). Unter deren Kindern auch den Autor dieses Beitrages:

Chris Janecke



Zu diesen vorgenannten Familien findest du unter der Rubrik „Lebensläufe“ einzelne Dokumentationen auf dieser Internetseite.

Meine Reise in die Vergangenheit zu den Familien Dittwald im Raum Landsberg an der Warthe, mit der Beschreibung der Wohnorte dieser Familie findest du auch auf der Seite „Ortsgeschichte“ und dort unter „Landsberg/Gorzow, Kreisgebiet“.







Das Ehepaar = Die Eltern = Die Probanden

Karl Ludwig Dittwald und Karoline Wilhelmine Schulze.




Vater: Generation 06/ Ahn 36



Mutter: Generation 06 / Ahn 37

Die Bedeutung dieser

Familien-Namen:

Vom german. Namen Dietwald. diot = Volk + walt = Gewalt, Herrschaft ausüben, verwalten.

Mittelhochdeutscher Berufs-Name für eine Dorfrichter, Ortsvorsteher, Ortsältester, Bürgermeister, Meier, ein verwaltender Amtmann.


Name:



Dittwald



Schulze



Vornamen:



Karl Ludwig


Karoline Wilhelmine


Geboren:




Dechsel, nach 1803

Kein Kirchenbuch mehr vorhanden.


vor 1817

Kein Kirchenbuch mehr vorhanden.


Die Eltern der Probanden (Großeltern)


(07/72) Dittwald, Samuel Ludwig,

geboren um 1775

(Kein KB mehr vorhanden),

gestorben in Dechsel, am

10. März 1850


(07/73) Weiß(e) // Weisse

Hanna Luise

geboren 09. Dez. 1779, (errechnet)

gestorben in Dechsel am

29. November 1849





Beruf:


Zimmergeselle in Dechsel und Massow Krs. Landsberg

Kolonist



Hausfrau und Mutter von mindestens fünf (wahrscheinlich mehr) Kindern


Wohnort,

vor der Ehe



Dechsel



?


Getraut:


Etwa zwischen 1834 und 1836. Trauungs-Eintragung in Dechsel, Massow, Eulam nicht gefunden. Woher kam Karoline Wilhelmine Schulze? Vielleicht aus Kernein, Rodenthal (denn auch dort gab es Schulzes) oder aus ... Dort wird die Trauung stattgefunden haben.



Wohnort, gemeinsamer



Dechsel.

Zwischen 1841 und 1844 Wohnungswechsel von Dechsel nach Massow.



Gestorben:



Massow, nach 1864





Anmerkung:

Weitere Namensträger „DITTWALD“ gibt es auch beispielsweise in Landsberg, in Johanneswunsch und vermutlich in weiteren Orten dieses Gebiets.






Liste der Kinder des Ehepaares

Karl Ludwig Dittwald und Karoline Wilhelmine Schulze.


Das erste Kind, das die Ahnenfolge in gerader Linie zu den heute lebenden „Janeckes“ dieses Zweiges weiter führt, ist fett gedruckt.



Familienname: Dittwald



Geburts- und Sterbeorte, weitere Lebensdaten



1.



05/18.1


Karl Ludwig August


oo


Alwine Pauline Zinnow




* in Dechsel, am 15. Mai 1837, vormittags 11 Uhr, evangelisch, ehelich.

Taufe am 21. Mai 1837, Prediger Rathenburg aus Lorenzdorf.

Die Taufpaten sind: 1. Hanna Louise Heese,

2. Henriette Dittwald, 3. Henriette Stenigke,

4. Johann Wiebke, 5. Fleischer Ernst Fiedler.

Quelle: Kirchenbuch Dechsel, S. 287, Nr. 16/1837.

Erfasst durch Chris Janecke am 31. August 1999 im KB Dechsel, Archiv Landsberg.

August wird später Zimmergeselle in Berlin und am

21. Aug. 1864 in der Nowaweser Friedrichskirche Alwine Pauline Zinnow heiraten.

In Berlin wird er später Gastwirt sein. Das Paar wird 6 Kinder haben.




2.


05/18.2

Ernestine Henriette Dittwald


oo


Neubert







* Dechsel, am 30. Januar 1840, 9 Uhr vormittags, ehel.

Taufe am 06. Februar 1840, Prediger Henseler.

Gevattern: 1. Henriette Dittwald, 2. Hanna Louise Heese, 3. Friedrich Königs Ehefrau, 4. Friedrich Wilhelm Stenigke, Fleischer Ernst Fiedler.

Quelle: KB Dechsel, Seite 414, Nr. 7/1840.


Ernestine Henriette heiratet später Herrn Neubert, von nebenan aus Nieder-Alvensleben und wird am 25. März 1868 Mutter. Der 3. Kindespate ist ihr Schwager, der Kolonist Karl August Quilitz.

Quelle: Kirchenbuch Dechsel, Nr. 16/1868.



3.


05/18.3


August(in)e Wilhelmine,



oo


Friedrich Grützmann





* in Dechsel, 23. September 1841, früh halb 1 Uhr, ehel.

Taufe am 26. September 1841. Prediger Henseler.

Paten: 1. Hanna Louise Hensel, 2. Martin Stenigkes Ehefrau, 3. Theodor Fiedler, 4. Wilhelm Stenigke,

5. Schneidermeister Julius Wunnicke.

Quelle: KB Dechsel Seite 475, Nr. 37/1841.


August(in)e Wilhelmine heiratet später den Hausmann Friedrich Grützmann. Am 22. November 1871 nachmittags 2 Uhr wird ihr Kind Bertha Elisabeth geboren. Dessen Taufe: 26. Dezember 1871, Pfarrer Henseler. Quelle: KB Dechsel 56/1871.



4.


05/18.4


Marie Luise Dittwald


oo


Karl August Quilitz





* in Massow, am 23. März 1844, 9 1/2 Uhr, ehelich.

Taufe am 04. April 1844, Prediger Henseler.

Taufzeugen: 1. Auguste Werner, 2. Gottlieb Senfts Ehefrau, 3. Auguste Geschke, 4. Julius Wunnicke,

5. Ludwig Wiesenthal.

Quelle: KB Dechsel, Seite 570, Nr. 7/1844.


Marie Luise heiratet später den Karl August Quilitz, einen Kolonisten.

Am 20. August 1868, früh 3 Uhr wird deren Sohn August Hermann Quilitz geboren. Die Familie wohnt in Massow.

Taufe am 05. September 1868. Paten: 1. Frau Kolonist Gottlieb Peschke, 2. Der Kolonist Friedrich Prapsch,

3. August Dittwaldt, Zimmergeselle in Berlin (05/18.1),

4. Wilhelm Dittwaldt, Zimmergeselle in Berlin (05/18.5). (Paten 3 u. 4 sind Brüder der Kindsmutter).

Quelle: Kirchenbuch Dechsel, Seite 161, Nr. 38/1861.


Ein weiteres Kind von Marie Luise und Karl August: Friedrich Otto, geb. 09. Oktober 1871, früh 12 1/2 Uhr, Taufe am 21. Oktober 1871.

Quelle: KB 49/1871.



5.


05/18.5


Friedrich Wilhelm

(gemäß Taufbuch)


aber


Ludwig Wilhelm

(gemäß polizeil. Melderegister)




auch er schreibt sich später Dittwaldt, wie sein großer Bruder


* in Massow, am 14. Oktober 1848, früh 1 Uhr, ehel. Taufe: 22. Oktober 1848. Prediger Henseler.

Kindespaten: 1. Caroline Werner, 2. Wilhelmine Schallert, 3. Wilhelm Stendigke, 4. Julius Wunnicke 5. Julius Jonas.

Quelle Kirchenbuch Dechsel S. 732, Nr. 36/1848.


Achtung: Später wird dieser Junge in Polizeiakten (Melderegister, Reisepass) bei gleichem Geburtsdatum als Ludwig Wilhelm Dittwaldt geführt. Es handelt sich nicht um Zwillingsbrüder. Es gibt auch keinen weiteren älteren Bruder zwischen 1845 und 1847.

Es ist offenbar ein und dieselbe Person!


Im Alter von etwa 20 Jahren ist er, inzwischen Zimmergeselle, vom 24. Mai 1869 bis 13. Juli 1869 zu Gast bei Zimmergesellen Mahnkopf und dessen Eltern (Schuhmachermeister Mahnkopf – siehe Ahnenlinie MAHNKOPF oo SOMMER) in Potsdam, Am Canal No. 48/49.

Auch in Dechsel und Massow gibt es in jenem Zeitraum häufig den Namen Sommer.






Es wird in dieser Familie evtl. weitere Kinder gegeben haben, die ich jedoch im Archiv Landsberg am 30. Juli 2000 wegen der Büroschließzeiten nicht mehr suchen und erfassen konnte. Chris Janecke







Chris Janecke berichtet über seine Reise in die Vergangenheit

zu den Dittwalds im Raum Landsberg an der Warthe:


Heute, am 27. Juli 1999 möchte ich gern die früheren Wohnsitze unserer Dittwald-/Dittwaldt-Vorfahren aufsuchen. Sie lebten in der brandenburgischen Neumark, im Kreis Landsberg am Warthebruch, in Niederschlesien, so diese damaligen Bezeichnungen für das seit 1945 polnische Gebiet richtig wiedergegeben sind. Ich möchte kennenlernen wo sie wohnten und arbeiteten, sehen, aus welchen Nachbarorten ihre späteren Ehefrauen stammten, damit „mein-sich-Erinnern können“ mit einem etwas realen Hintergrund versehen wird.

Wenn möglich, möchte ich dann an einem weiteren Tage im Kirchenbucharchiv Gorzow nach den Familiendaten suchen aber euch natürlich heute schon über diese Fahrradfahrt berichten.


Um 5.00 Uhr am Morgen mache ich mich von Golm bei Potsdam mit dem Fahrrad auf den Weg – (dann aber von Potsdam bis Landsberg/Gorzow Wielkopolski. mit der Bahn).

Die Bahnstrecke führt mich durch Berlin und später durch die Grenzstation Küstrin/Kostrzyn an der Oder. Bei der Pass- und Zollkontrolle gibt es keinerlei Probleme.

In diesen Wochen, so auch an diesem Tage, herrscht ein sonniges Hochsommerwetter.

Gleich hinter dem Bahnhof Küstrin/Kostrzyn äugen zwei Rehe, Ricke und Kitz, dem Zug nach.

Weiter fährt die Bahn nach Dabroszyn. In Kamien Maly befinden sich auf mindestens jedem zweiten Haus Storchennester – eine stattliche Anzahl. Die 43 Kilometer zwischen Küstrin und Landsberg fährt der Zug durch das flache Land des Warthebruchs, welches im Norden streckenweise von Hügelketten gesäumt wird.

Der Zug rollt durch die Orte Witnica, Nowiny wielkie, Bogdaniec, Lupowo und Gorzow, bis er pünktlich um 9.44 Uhr in Gorzow Wielkopolski eintrifft.

Früher (bis 1945) hießen die Orte, die an dieser Strecke liegen: Küstrin, Tamsel, Klein Kammling, Vietz, Dühringshof, Neu Gennin, Loppow, Neuritz und Landsberg an der Warthe.


Landsberg / Gorzow Wielkopolski

Das staatliche Archiv in der Uliza Grottgera 24/25 war Dank des Stadtplanes eines freundlichen Taxifahrers schnell gefunden, obwohl ich mit meinem Fahrrad nicht sein Fahrgast wurde. Im Archivum panstwowe empfing mich sehr freundlich eine polnischen Frau namens Janecke (welch ein Zufall), gesprochen aber eben polnisch: "Janetzke". Die von mir gesuchten Kirchenbücher sind zumindest für den Zeitraum zwischen 1827 und 1870 (und einige ältere ab 1812) für die betreffenden Orte Dechsel, Massow, Eulam und Jahnsfelde vorhanden. Einsehen darf ich die Bücher am heutigen Tage aber noch nicht, weil dazu ein schriftlicher Antrag gestellt werden muss, auf den dann eine schriftliche Genehmigung aus Warschau abzuwarten ist.

So nutze ich den Tag zu der sowieso geplanten Fahrradtour.

Die Stadt Landsberg hat etwa 130.000 Einwohner., ist also grob gesehen, mit der Größe Potsdams vergleichbar.

Die Marienkirche möchte ich mir gern ansehen. Ich kenne diese von dem Druck eines Farbfotos aus den 1920er Jahren. Die Kirchenumgebung sieht auf dem Bild so sonntäglich friedlich aus, so erquickend der sprudelnde Brunnen unter alten beschattenden Bäumen.

Mein heutiger Eindruck ist wesentlich nüchterner: Hohe Häuser mit vielfältiger Reklame im Rund um die Kirche, motorenbrüllender dichter Straßenverkehr, trockenes, staubiges Zentrum der Stadt. Die Stadt Landsberg verlasse ich schnell wieder. Vom Bahnhof aus rolle ich mit dem Fahrrad nach Südosten, überquere die breite, gemächlich dahinfließende Warthe und fahre auf der Straße Nr. 3 (E 65) in Richtung Schwerin/Skwierzyna - Posen/Poznan - Grünberg/Zielena Gora. Der nächste Ort (inzwischen zu Landsberg eingemeindet) ist Kernein/Karnin. Besuchen möchte ich heute

die Dörfer Dechsel, Massow, Eulam und Jahnsfelde (und natürlich die Durchfahr-Orte auf diesen Wegen).


Dechsel/Deszczno

Dechsel ist ein Straßenangerdorf, 8 km südöstlich von Landsberg. Der Ort bestand bereits vor 1316. Bezeichnungen: 1345 „Dessen“, damals bereits ein wüster Ort.

1452: „Deszen“ (in wiederbelebtem Zustand).

Dechsel hatte im 30jährigen Krieg (1618–1648) wegen seiner „günstigen Lage“ an der großen Straße von Landsberg nach Schwerin sehr unter Plünderungen zu leiden.

1749 erbaute man auf dem Dorfanger ein Fachwerkkirchlein. Die heutige Kirche wurde im Jahre 1892 errichtet. Kirchenbücher sind ab 1802 erhalten.

Im Jahre 1909 lebten in Dechsel in den 147 Wohnhäusern 200 Familien und 12 Einzel-Personen. Von den 975 Einwohnern waren 46% männlich und 54% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus fünf Personen. Die Gemarkung umfasst 1.432 Hektar (1 Hektar = 10.000 qm).

Aus Richtung Landsberg kommend steht linker Hand am Anger das Gebäude der Gemeindeverwaltung und auf dem Anger die Kirche.

Auf dem Kirchengelände befindet sich ein massiver Steinsockel. Ich denke, dieser wird einst (bis 1945) ein Denkmal getragen haben – vielleicht „für unsere gefallenen Soldaten 1914–1918“. Heute steht auf diesem schweren Fels ein leichter Glasbehälter als Wetterschutz für eine bunte Mariengestalt – zu Ehren der Mutter Jesu.

Im Ort finden wir (wie überall) Bausubstanz recht unterschiedlichen Alters. Es gehören dazu Kolonistenhäuser aus der Zeit von König Friedrich II, des Großen. Diese sind aber oft „baulich überformt“, also verändert, erweitert, modernisiert. An jüngeren Bauten findet man häufig die typisch polnischen Würfelhäuser, mit einem Flachdach versehen.


Massow/Maszewo

Zur Mittagszeit spendet uns die Sonne 27°C im Schatten. Im Straßendorf Dechsel biege ich nach Süden (rechts) ab und überquere die Bahnlinie Landsberg – Schwerin. Rechter Hand steht der Bahnhof einsam in der Sonnenglut. Er macht einen verlassenen Eindruck. Gras wächst auf dem Bahnsteig und im Gleiskörper. Nur das Durchgangsgleis für den Fernverkehr zeigt blank gerollte Schienenköpfe. Kurz hinter dem Bahnhof Dechsel, führt eine kurze, schnurgerade, herrlich ruhige Ortsverbindungsstraße nach Massow. Sie ist wie ein Gewölbe mit Ahorn- und Pappeln überkront und angenehm grün beschattet.

Das Dorf wurde 1770 gegründet und nach dem Minister Massow benannt. Zur Zeit der Gründung wohnten hier auf 32 Grundstücken, 32 Familien. Jeder Familie wurde ein Haus, ein Stall und fünf Morgen Ackerland zugemessen, das sind etwa 12.500 qm oder eine Fläche von beispielsweise ungefähr 112 x 112 m). Die Gesamtfläche des kleinen Ortes betrug 43 Hektar (das sind 172 Morgen oder 430.000 m²) .

Im Jahre 1770 hat hier noch keine Familie Dittwald gelebt. (Quelle: Einwohnerverzeichnis in „Der Neumärker“, Blätter für neumärkische Familienkunde, Mitteilungen des Vereins für die Geschichte der Neumark, Band 3, 1943.)

Massow besitzt keine eigene Kirche. Das Dorf gehört zum Kirchspiel Dechsel. Auch das zuständige Standesamt wurde in Dechsel im Herbst 1874 eingerichtet.

1909 hatte Massow 31 Wohnhäuser. In diesen lebten 34 Familien und 2 Alleinstehende. Von den 144 Einwohnern waren 47% männlich und 53% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus vier Personen.

In den Kirchenbüchern von Dechsel und Massow kommt der Name Dittwald häufig vor aber auch in Nachbardörfern (z. B. im Ort Johanneswunsch) tritt er auf.


Auf meiner sechzig Jahre alten Landkarte sehe ich noch die Dörfer Nieder-Alvensleben und Massow dicht beieinander liegen. Beide Orte wurden wahrscheinlich nach 1945 zu „Maszewo“ zusammengefasst. Auch mit dieser Zusammenlegung erreichte der neue Ort keine wesentliche Größe. Massow bietet einen beschaulichen Anblick. Sandwege verbinden die überschaubare Anzahl von Häusern miteinander.

Diese früheren Nachbarsiedlungen umrollt man mit dem Fahrrad auf einem Rundkurs in wenigen Minuten. Auf dieser Kreislinie wieder bis zum Ortseingang zurückgekehrt, gilt als mein nächstes Ziel das Dorf Eulam/Ulim.

In westsüdwestlicher Richtung verlasse ich Massow. Hier säumen Kopfweiden die Straße. Der nächste Ort an der schnurgeraden, wenig befahrenden Nebenstraße heißt Bürgerbruch/ Bialoblocie, (polnisch mit „gestrichenen >l< geschrieben und gesprochen) ein Straßendorf. Hinter jedem der Gehöfte erstreckt sich eine lange schmale, gärtnerisch oder landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Bebauung ist etwas lückenhaft. Meine alte Detailkarte lässt auf eine damals engere Bebauung schließen.

Am Beginn des sich unmittelbar anschließenden Ortes Schönewald/Krasowiec, durch den die Straße im bisherigen Verlauf ein Stückchen weitergeführt wird, biege ich jedoch nach rechts auf die Straße 132 ab und rolle nach Nordwesten. Nach etwa 3 km erreiche ich die Häuser von Rodenthal, wende ich mich nach links und nutze eine Asphaltpiste, die durch einen Kiefernwald nach Eulam führt.


Eulam/Ulim

Diese eine Asphaltstraße und mehrere Sandwege führen in das Haufendorf mit länglichem Dorfanger, auf dem die Kirche steht. Die Dorfstraße führt direkt zum Anger. Himmlische Ruhe.

Auch Eulam ist ein altes Dorf. Bereits für das Jahr 1316 ist nachgewiesen, dass Markgraf Ludwig der Ältere „dat Dorp Ulem“ der Stadt Landsberg übereignete.

Im Jahre 1909 hatte Eulam 65 Wohnhäuser. In jenen lebten 74 Familien und fünf Einzelpersonen. Von den 387 Einwohnern waren 51% männlich und 49 % weiblich. Die durchschnittliche Familienstärke betrug fünf Personen. Die Gemarkung umfasste 839 Hektar.

Die Grundstücke des Dorfes vermitteln einen gepflegten Eindruck.

Der elegant wirkende Kirchturm stammt aus dem Jahr 1747. Die Glocke im Kirchturm besitzt einen Durchmesser von 88 cm. Sie wurde schon im Jahre 1701 in Berlin von Johann J. Schultz gegossen. Das Kirchenschiff jedoch wurde von 1874–1876 neu erbaut und löste die Fachwerkkirche von 1678 ab.

Am Dorfausgang von Eulam geht die Asphaltstraße in einen trockenen, staubigen Sandweg über – seit Wochen hat es nicht geregnet. Die Fahrt zurück nach Landsberg geht über Egloffstein/Lagodzin und die Siedlung Rosswiese.


Da der Tag so recht ausgefüllt sein soll, entschließe ich mich, von Landsberg dann in nordöstlicher Richtung über Lorenzdorf nach Jahnsfelde zu fahren.


Jahnsfelde

Verlief die bisherige Tour durch die Ebene auf der Höhe von etwa 20 m über Normal Null, so geht es zu meinem letzten Tagesziel fast ständig bergauf. 4 km hinter Lorenzdorf/Wawrow erreiche ich die Höhe von 90 m über NN und mein Ziel Jahnsfelde/Janczewo. Im Ortszentrum der leicht erhöhte Kirchplatz. Diese Kirche ist allerdings nicht nutzbar, von Verfallserscheinungen gekennzeichnet. Der Turm ist provisorisch gestützt, eingerüstet. Errichtet wurde das Gotteshaus in den Jahren 1733–1735. Neben der Kirche liegt der Gutspark mit einem riesigen aber leeren Speichergebäude am Rande. Das ehemalige Gutshaus aber wurde offenbar abgerissen.

Den Ort nannte man bereits um 1337 „Jansfelde“. Lehnsherren waren die v. Wulkow. Das Dorf hatte eine Größe von 64 Hufen. 1499 bestanden 2 Rittersitze in „Gansfeld“. Besitzer waren zu jener Zeit: Strauß zu Stolzenberg und Wermsfelde sowie Herr v. Rülicke zu Zantoch.

1608 Besitz derer v. Platow. 1717 gehörte der Grundsitz zu den v. Schöning und 1844 dem Grafen von Schulenburg-Lieberose.

1909 hatte Jahnsfelde 38 Wohnhäuser. In jenen lebten 51 Familien und sechs Alleinstehende. Von den 254 Einwohnern waren 52% männlich und 49% weiblich. Eine Familie bestand im Durchschnitt aus fünf Personen. Die Feldflur von Jahnsfelde umfasst 408 Hektar.

Bei meinem Besuch ist die Umgebung von Jahnsfelde von reifem Getreide auf den leicht geneigten Hängen gekennzeichnet, das in der Sonne goldgelb unter blauem Himmel leuchtet.

Zurück aus Jahnsfelde geht es, man kann es sich denken, fast stets bergab. Hinter Lorenzdorf auf einer sehr breiten Allee, deren Fahrbahnen mittels eines Grünstreifens voneinander getrennt sind. Leicht, schnell und trittlos lege ich dieses letzte Stück der Radtour, dafür aber mit heißen Bremsen, bis zum Landsberger Stadtzentrum zurück.

Der Anteil der Fahrradstrecke an diesem Tage betrug etwa 65 km.

Gerade noch rechtzeitig komme ich zur Abfahrt des Zuges nach Kostrzyn um 18.07 Uhr zum Bahnhof Landsberg. Auch die Weiterfahrt nach Berlin-Lichtenberg und die S-Bahnfahrt nach Potsdam verlaufen zügig, so dass ich um 22.45 wieder zu Hause eintreffe. Ein „prall gefüllter“ Tag liegt hinter mir.