| Zurück zum Inhaltsverzeichnis |
Geldwesen
Einige Anmerkungen zum Geld in Brandenburg - Preußen
11. Jahrhundert – 16. Jahrhundert
Zu jener Zeit ist „Eine Mark Silber“ ein Silberbarren von 233 Gramm Masse.
1 Schilling enthält 12 Pfennige, 20 Schillinge = 240 Pfennige = 1 Pfund Silber mit 267,2 Gramm = 1 Talent.
14. Jahrhundert
Die Geldwerte von Waren entsprechen im Brandenburger Land derzeitig für
|
1 Scheffel (Hohlmaß, etwa 55 Liter) Getreide oder Erbsen |
15 – 16 Pfennige |
|
4 Pfund Erbsen (erst nach 1871 sagt man: 2 Kilogramm) |
1 Pfennig |
|
1 Huhn |
2 Pfennig |
(Aus der „Verordnung gegen Luxus und Verschwendung“, vom 24. September 1334).
1630
Die Truppen des kaiserlichen Oberbefehlshabers General Albrecht Wenzel Eusebius Baron von Wallenstein (geboren 1583, ermordet 1634) durchziehen im September die Gegend um Potsdam und Berlin. Wie selbstverständlich musste die Bevölkerung die Truppen, egal ob Freund oder Feind, ernähren.
|
Ein Reuther (Reiter) soll erhalten:
|
|
|
Täglich 3 Pfund Brod (1.500 Gramm) |
zu je 3 Pfennig |
|
Täglich 3 Pfund Fleisch (1.500 Gramm) |
per a 8 Pfennig |
|
Täglich 3 Quart Bier
|
jedes zu 5 Pfennig |
|
Sein Pferd soll dagegen bekommen: |
|
|
Täglich 12 Pfund Heu |
|
|
Einmal wöchentlich 1 1/2 Scheffel Haber (das sind im Hohlmaß etwa 82,5 Liter Haferkörner) |
je Scheffel zu 12 Groschen |
|
Einmal wöchentlich 2 große Gebundt Stroh |
|
(Von derartigen Mengen konnte die ansässige Bevölkerung für sich selbst nur träumen).
1743
Das monatliche Einkommen der Militärs unter König Friedrich II.
|
Der Pfeifer |
2 Thaler |
Der Reiter |
3 Thaler |
Der Fähnrich |
11 Thaler |
|
Der Musquetier
|
2 Thlr. und 2 Groschen |
Der Wachtmeister |
4 Thlr. |
Der Feldprediger |
15 Thlr. |
|
Der Pikenie
|
2Thlr., 2 Gr.
|
Der Feldscher
|
4 Thlr. |
Der Major
|
63 Thaler
|
|
Der Dragoner |
2Thlr., 16 Gr. |
|
|
Der Obrist |
414 Thlr. |
Sexagesimalsystem:
1 Thaler, das sind 12 Groschen
1/24 Thaler ist ein halber Groschen
1 Groschen, das sind 12 Pfennige
½ Groschen, das ist ein Sechser
1756:
Der Soldat zahlt in der Kasernenkantine für
|
Ein Mittagessen mit einem Kruge Dünnbier |
2 Groschen |
|
Eine Suppe |
1 Dreier |
|
Ein Dünnbier |
2 Pfennig |
1763:
Die Bevölkerung zahlt
|
für ein Pfund Zucker (500 Gramm) |
9 Groschen |
1765:
Preise in Preußen
|
für ein Pfund Butter (500 Gramm) |
11 Groschen |
|
für 1 Packung „elenden“ Berliner Tabak |
10 Groschen |
|
für 1 Pfund Zucker |
16 – 20 Groschen |
|
für 1 Pfund Kaffee |
16 – 20 Groschen |
|
für 1 Fuder Holz |
2 – 3 Thaler |
|
für 1 Paar Schuhe |
2 – 3 Thaler |
1810:
Der Wochenlohn eines Arbeiters beträgt in dieser Zeit im Durchschnitt 1 Thaler.
In den nördlichen Ländern gab es den Taler und die Groschen, in den süddeutschen den Gulden und die Kreuzer.
Im Deutschen Kaiserreich wird im Jahre 1872 das Geldwesen vereinheitlicht.
1 Groschen hatte bisher nach dem Sexagesimalsystem 12 Pfennige, ab 1872 dann nach dem Dezimalsystem dann10 Pfennige.
½ Groschen war somit bis 1872 „der Sechser“, danach „5 Pfennige“.