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Theodor Steiner oo Marie Sommer (1866 – 1946)
Lebenszeit in Potsdam und Nowawes / Babelsberg
Tabellarischer Lebenslauf mit einigen Anmerkungen zu den Vorfahren
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Die Großeltern, Generation 5
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Generation 5 |
Ahn 20 |
Ahnin 21 |
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Steiner |
Baatz |
Name |
Sommer |
Weltzer |
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Friedrich August |
Amalie |
Vorname |
Karl Johann Friedrich |
Marie Elisabeth |
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Nowawes, 1827 |
28. März 1830 |
Geboren |
Potsdam, 13. November 1831 |
Potsdam, 29. März 1838 |
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Webermeister |
Hausfrau und Mutter |
Beruf |
Schuhmachermeister |
Mutter und Hausfrau |
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um 1856 Nowawes, Neue Straße 6, ab 02. 07. 1861: Neue Straße Nr. 7. Auch in der Mühlenstraße 4a lebt die Familie. |
Wohnung |
Nowawes, Mittelstraße 9
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Gestorben an Herzmuskel-entartung mit 78 J. / 7 Monaten / 13 Tagen, am 21. August 1905, 1 Uhr vormittags. Bestattung am 24. August auf dem Kirchhof an der Mittelstraße |
vor Okt. 1906 |
Gestorben |
Reppen (Neumark), 28. Juni 1909 |
Nowawes, am 10. Februar 1906 |
Generation 4
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Die Kinder dieser Steiner-Familie |
Die Kinder der Sommer-Familie |
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01 |
Gustav |
* 30. 10. 1851 |
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02 |
August |
* 21. 07. 1852 |
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03 |
Albert |
* 03. 06. 1854 |
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04 |
Franz Otto |
* 11. 07. 1857, Er heiratet am 23. April 1887 die Anna Marie Johl. Er wohnt bisher Priesterstraße 1 und sie Mittel-Straße 5. Standesamt Nr. 31 / 1887 |
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05 |
Friedrich Hermann |
* 31. 05. 1859 |
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06 |
Friedrich Wilhelm |
* 25. 05. 1861 |
01 |
Karl Johann Friedrich Max |
* 30. 06. 1860 + 01.04. 1860 |
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07 |
Julius Emil |
* 16. 07. 1862 |
02 |
Maria Elisabeth Hedwig |
* 08. 07. 1863 |
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08 |
Ludwig Wilhelm |
* 19. 07. 1864 |
03 |
Carl Ernst Paul |
* 26. 01. 1866 |
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09 |
Carl Theodor Steiner |
* 20.08. 1866 |
04 |
Maria Auguste Elisabeth Sommer |
* 28. 12. 1866 |
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10 |
Auguste Amalie Marie |
* 31. 07. 1868 |
05 |
Tochter, starb während der Geburt |
* 31. 12. 1869 |
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06 |
Klara Anna Marie |
* 30. 12. 1870 + 12. 07. 1872 |
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07 |
Max Rudolf Sommer |
21. 09. 1875 |
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Die Probanden aus den Kindern der vorgenannten Generation 4
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Name |
Steiner |
Sommer |
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Vornamen |
Carl Theodor |
Maria Auguste Elisabeth genannt: Marie / Mariechen |
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Geboren |
Nowawes im Kreis Teltow, am 20. August 1866, 1/2 neun Uhr am Abend. Taufe in der Friedrichskirche am 02. September 1866. Prediger Kühne. Die Taufpaten: 1. Carl Blisse, 2. Carl Falkenberg, 3. Emma Harborth, 4. Marie Schade. 5. Seine Majestät, der König, (Wilhelm I) hat unter dem 06. September 1866 ausdrücklich gestattet, daß allerhöchst Sein Name als Pate in das Kirchenbuch eingetragen werde. Quelle: Kirchenbuch Nowawes Nr. 121 / 1866 |
Potsdam, Am Alten Markt 3, am 28. Dezember 1868. Getauft in der Nikolaikirche zu Potsdam.
Anmerkung: Zur Taufe liegen uns keine Kirchenbuchangaben vor, da verschiedene Kirchenbücher am Ende des 2. Weltkrieges, im April 1945 verbrannten. |
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Beruf |
Webermeister |
Näherin, Hausfrau |
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Wohnung |
Um 1866: Nowawes, Neue Straße 7 Um 1889 bis 1906: Nowawes, Auguststraße 1c |
Um 1906: Nowawes, Mittelstraße 9 |
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Heirat / Trauung 2. Heirat des 40 Jahre alten Witwers Karl Theodor Steiner, aber 1. Heirat der Jungfrau M. A. E. Sommer, 38 Jahre. |
Standesamt Nowawes, am 05. Oktober 1906. Als Zeugen waren zugezogen und erschienen: Der Webermeister Otto Steiner (ausgewiesen mit dem Zeugnis über seine Meisterprüfung), 49 Jahre alt, wohnhaft Mittelstraße 5 und der Webermeister August Steiner (ausgewiesen durch seinen Ersatz-Reserve-Schein) 54 Jahre alt, wohnhaft Lindenstraße 4. Quelle: Heiratsurkunde des Standesamtes Nowawes Nr. 93 /1906, Film P 295, Bild 372 .Trauung am 06. Oktober 1906, Oberpfarrer Dessin. Quelle: Kirchenbuch der Friedrichskirche Nr. 79 / 1906. |
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Gemeinsame Wohnung |
Nowawes, Mittelstraße 19 a, das ist nach 1930: Wichgrafstraße 19 a. |
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Gestorben |
24. Juni 1923, 56 Jahre alt, (Freitod). Beerdigung am 27. Juni 1923 auf dem Neuen Friedhof an der Goethestraße. Quelle: Kirchenbuch der Friedrichskirche Nr. 59 / 1923. |
05. Februar 1946, gegen 9.00 Uhr. 78 Jahre alt. Beerdigung am 9. Februar 1946 auf dem Friedhof an der Goethestraße. Quelle. Standesamt Potsdam-Babelsberg, Sterbebuch Nr. 185 / 1946 |
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Kinder dieses Ehepaares? |
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Diese Ehe blieb kinderlos. |
Anmerkungen.
Anne-Marie Janecke, geborene Sommer, eine Nichte des Ehepaares, erinnert sich:
Tante Marie war klein und zierlich, wie ihre ältere Schwester Hedwig. Beide waren sie sehr lieb und religiös veranlagt, wie nicht alle der Geschwisterkinder. Bruder Max beispielsweise hatte nichts mit der Kirche im Sinn und Paul hielt es eher mit den Belangen der Arbeiterschaft, als mit der Geistlichkeit.
Meine Tanten Hedwig und Marie hatten mich, ihre kleine Nichte, recht gern. Zu meinen Geburtstagen bekam ich von ihnen immer einen Blumenstrauß aus dem eigenen Garten in der Mittelstraße und frische Eier von den eigenen Hühnern.
Wohl selten aber kamen die Tanten zum Geburtstag meiner Eltern, wenn ich mich recht erinnere, obwohl mein Vater Max Sommer ja ihr Bruder war und wir doch nur fünf Fußminuten voneinander entfernt wohnten (Mittelstraße 19 / 19a und Priesterstraße 68). Auch habe ich nicht bemerkt, dass meine Eltern ihre Geschwister zum Geburtstag beschenkten. Zumindest aber gab es zu diesen Anlässen einen Blumenstrauß.
Beide Schwestern suchten ihren Bruder Max in den Fällen auf, wenn sie beispielsweise Unterstützung benötigten, um Schriftverkehr mit Behörden zu erledigen.
Meine Tanten, die Schwestern Hedwig Knoll (geborene Sommer) und Marie Steiner (geborene Sommer) nahmen am Handarbeitskreis der Kammerdame Fräulein von Gersdorff (spätere Hofmeisterin und noch später Hofstaatsdame am Kaiserhof von Wilhelm II.) teil, in dem nicht nur Handarbeiten für soziale Verwendungen gefertigt wurden, sondern ein reger Gedankenaustausch stattfand, über vieles, was über Kirche, Kinder und Küche hinausging. Die Beschäftigung bei diesen Gesprächen gingen den beiden Schwestern wohl recht flott von der Hand. Wen wundert es, denn Hedwig war ja Schneiderin und Marie Näherin. Fräulein v. Gersdorff war eine natürlich-lebhafte Frau, vielseitig interessiert, musikalisch und zeichentalentiert. Sie sprach fließend französisch und englisch. Die deutsche Muttersprache beherrschte sie selbstredend ganz vorzüglich. Fräulein v. Gersdorff war gerade vier Jahre älter als Hedwig, zehn Jahre älter als Marie. Als sie den Dienst bei der Kaiserin 1881 antrat, war sie 22 Jahre jung. Sie lebte mit den anderen beiden Hofdamen der Kaiserin, Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff und (der späteren) Hofstaatsdame v. Keller im Hofdamenhaus. Später im Ruhestand aber fand sie ihr Unterkommen in der Breiten Straße im Ständehaus (dem späteren Naturkunde-Museum). Alle drei wurden vom Kaiserhause auf dem Bornstedter Friedhof, an dessen südwestlichem Ende, zur letzten Ruhe beigesetzt. Allzu viel wird sie von ihrem „Leben als Fräulein“ dann auch nicht gehabt haben, als es im Dienste bei der kaiserlichen Familie zu verleben. Ohne Ehemann, ohne eigene Kinder aber stets dem Höfischen verpflichtet, kann dieser Dienst ein großes Opfer sein, selbst wenn es einem äußerlich an nichts zu mangeln scheint. Leider verstarb Fräulein Claire v. Gersdorff schon im Jahre 1927, im Jahr meiner Konfirmation, erzählt Anne Marie Janecke.
Ansonsten waren die häuslichen Verhältnisse bei meinen Tanten Hedwig und Marie eher einfach, sauber und bescheiden, gewiss auch von den finanziellen Möglichkeiten durch den Verdienst der Ehemänner bestimmt.
Tante Marie und der Weber Theodor Steiner heirateten im Herbst des Jahres 1906, also ein reichliches Jahr nach ihrem jüngsten Bruder Max, meinem Vater. Beide Eheleute, Marie und Theodor, waren liebenswert, zurückhaltend und zart fühlend. Sie wohnten in dem kleinen (halben) Weberhaus Mittelstraße 19a, links neben dem großen kubischen Bau der Familie Knoll, in der Mittelstraße 19 (später Wichgrafstraße 19).
In ihrer Stube hing ein wunderschönes Ölgemälde mit schwerem (vergoldeten?) Rahmen, von ihrer „ominösen Vogeltante“ gemalt, die in Berlin lebte. Meine Tanten erzählten, dass es immer ein Erlebnis war, wenn sie dort in Berlin bei ihrer Tante in dem recht vornehmen Haushalt mit großem Garten zu Besuch sein durften. Mehr allerdings ist von der Familienverbindung und dieser Tante nicht überliefert. Durchaus wäre es „nach Aktenlage“ möglich, dass es sich bei dieser um die leibliche Tante Auguste Sommer, geb. 1843 oo Albert Surau handelte, denn jenes Ehepaar Surau zog 1875 von Potsdam nach Berlin.
Onkel Theodor Steiner hat mit seinem sensibel veranlagten Gemüt die Inflationszeit, bei der alle Ersparnisse verloren gingen, seelisch nicht ertragen. Er glaubte die Verantwortung für die Versorgung seiner Frau nicht mehr tragen und erfüllen zu können und ging im Frühsommer 1923 als Nichtschwimmer in den Griebnitzsee, um sein Leben mit 56 Jahren zu beenden. Eine andere Möglichkeit, einen besseren Ausweg, erkannte er nicht. Geholfen hat das allerdings seiner Frau durchaus nicht. Kurze Zeit später war das Papiergeld nichts mehr wert, wovon alle betroffen waren. Der große Währungsschnitt noch vor dem Jahresende. Damals war ich gerade 10 Jahre alt, erzählt die Nichte, Anne Marie Janecke.
Theodor Steiner war ein Onkel des Buchdruckermeisters Theodor Steiner, der in der Yorkstraße (Kopernikusstraße 13) sein Geschäft hatte.
Tante Marie starb am 05. Februar 1946 im Alter von 78 Jahren (an Altersschwäche) und wurde am 09. Februar 1946 auf dem Friedhof an der Goethestraße beigesetzt.