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Friedrich Hermann Knoll und Marie Elisabeth Hedwig Sommer

1855 - 1943 in Nowawes bei Potsdam / Babelsberg

Tabelle und Anmerkungen zu den Vorfahren, zu den Nachkommen und zum eigenen Leben

 

Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen und es weiter schreiben.

nach Augustinus

 

Bearbeitungsstand: März 2010

 

Die Großeltern, Generation 5

 

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Generation 5

Ahn 20

Ahnin 21

Knoll

Trenkhorst

Name

Sommer

Weltzer

Carl Friedrich

Dorothee Emilie Amalie

Vorname

Karl Johann Friedrich

Marie Elisabeth

 

 

Geboren

Potsdam,

13. November 1831

Potsdam,

29. März 1838

Webermeister

 

Beruf

Schuhmachermeister

 

 

 

Trauung

wahrscheinlich 2. Juli 1859

 

 

Wohnung

zuletzt: Nowawes, Mittelstraße 9

in Belzig (Mark) vor April 1893

in Belzig (Mark) vor Oktober 1899

Gestorben

Reppen (Neumark), Kreis Weststernberg, am 28. Juni 1909

Nowawes, am 10. Februar 1906

 

Die hier folgende Hedwig Sommer ist das 2. Geschwisterkind von 7 Kindern in dieser Sommer-Familie. Ihr jüngster Bruder Max trägt als ein Glied der direkten Ahnenreihe, die Nr. 04 / 10 in der Ahnenliste Janecke.

 

Die Eltern = die Probanden, Generation 4

Name

Knoll

Sommer

Vornamen

Friedrich Hermann

Marie Elisabeth Hedwig

Geboren

Belzig (in der Mark Brandenburg), am 22. Oktober 1855

Potsdam, Kirchstraße 3, am 08. Juli 1863.

Getauft in der Nikolaikirche.

Anmerkung: Zur Taufe liegen uns keine Kirchenbuchangaben vor, da verschiedene Kirchenbücher am Ende des 2. Weltkrieges, im April 1945 verbrannten.

Berufe

Webermeister, Handelsmann

Schneiderin

Wohnung vor der Eheschließung

Bis zum 30. September 1898: Nowawes, Turnstraße 45.

Ab 01.10.1898 Nowawes, Mittelstraße 9 (mit seiner  Ehefrau Marie Maxa, die zum Ende des Jahres 1898 verstirbt) und dem angenommenen Pflegekind Gustav Eisemann, zurzeit 10 Jahre alt.

Vor der Eheschließung:

Mit den Eltern und Geschwistern in Nowawes, Lindenstraße 44

Heirat / Trauung

 

Nowawes, den 21. Oktober 1899. Zur standesamtlichen Eheschließung werden zugezogen und waren als Zeugen erschienen: Der Webermeister Franz Rutschmann (Ehemann der Tante Auguste von der Braut) und der Schuhmachermeister Friedrich Sommer (Vater der Braut). Urkunde des Standesamtes Nr. 84 / 1899. Trauung in der Friedrichskirche, am 21. Oktober 1899 durch Oberpfarrer Dessin. Hermann ist 44 Jahre alt.

Hedwig ist (nach pastörlicher Befragung als Jungfrau angegeben) 36 Jahre jung. Quelle: Kirchenbuch der Friedrichskirche Nr. 76 / 1899.

Gemeinsame Wohnung

Die gemeinsame Wohnung: Nowawes, vorerst in der Mittelstraße 9,später

Mittelstraße 19, das ist ab etwa 1933: Wichgrafstraße 19.

Gestorben

Nowawes, am 27. März 1939, um 20 Uhr, 83 Jahre alt, wegen Arterienverengung und Altersschwäche, 83 Jahre alt. Bestattet auf dem Friedhof an der Goethestraße, am 31. März 1939. Urkunde des Standesamtes Nr. 135 / 1939.

Nowawes, am 27. April 1943, nach Schlaganfall und Herzschwäche, 79 Jahre alt, bestattet auf dem Friedhof an der Goethestraße, am 29. April 1943.

Urkunde des Standesamtes: Nr. 172 / 1943. Eintrag in das Kirchenbuch der Friedrichskirche Nr. 54 / 1943.

 

 

Die eigenen Kinder der Vorgenannten

1. Knoll, Friedrich Hermann Walter

Er wurde geboren am 02. August 1900, um 9 Uhr am Vormittag. Taufbuch der Friedrichskirche Nr. 238 / 1900. Taufe: am 02. September 1900 durch Oberpfarrer Koller. Die Taufpaten sind: 1. Marie Sommer, 2. Anna Maetz, 3. Max Sommer und 4. Paul Sommer. Die Familie wohnt in der Mittelstraße 9. Walter erlernt später den Beruf des Friseurs. Er heiratet Hedwig Benkert. Gemeinsam haben sie die Tochter Christel Knoll und zwei Söhne. Die Familie lebt dann aber in dem Haus Nowawes, Mittelstraße 19, der späteren Wichgrafstraße 19. Im Jahre 1943 wird Walter als Hilfsmonteur geführt.

Anmerkungen: Die Taufpaten Marie, Max und Paul Sommer sind Geschwister der Mutter des Neugeborenen und jetzt also also Tante und Onkel. Die Angabe „Hilfsmonteur“ bezieht sich auf die Tätigkeit eines Elektromonteurs. „Hilfsmonteur“ deshalb, da er diesen Beruf ja nicht erlernt, sondern unter Anleitung verschiedene Kenntnisse erworben hat. Es ist anzunehmen, dass er zeitweilig im Elektrotechnik - Betrieb seines Onkels, Max Sommer, tätig war.

 

2. Knoll,

Walter Hermann Felix

Felix ist geboren worden in Nowawes, am 03. November 1903, um 1/2 8 Uhr am Vormittag, im Hause Mittelstraße 9. Zu Weihnachten, am 26. Dezember, wird er von Herrn Oberpfarrer Dessin getauft. Die Taufpaten sind: 1. Frau Rutschmann, und 2. Frau Vetter aus Nowawes, 3. Fräulein Georgino aus Berlin, 4. Gustav Georgino, Berlin und 5. Fräulein Schulz aus Potsdam. Quelle: KB der Friedrichskirche Nr. 305 / 1903. Felix lernt den Beruf des Bäckers und Konditors und arbeitet jahrelang in der Bäckerei Holzvoigt. Er heiratet Anna (...) und hat mit ihr drei Kinder.

 

3. Knoll,

Marie Elisabeth Hedwig

Geboren in Nowawes am 25. September 1907. Getauft am 04. August 1908 durch Oberpfarrer Koller. Die Paten sind: 1. Elisabeth Sommer, 2. Gertrud Aufschlag, 3. Theodor Steiner, 4. Georg Weltzer und 5. Fritz Georgino. Quelle: KB der Friedrichskirche Nr. 201 / 1907.

Hedwig stirbt an Keuchhusten (Pertussis) am 05. März 1909, um 10 3/4 Uhr am Nachmittag. Alter: 1 Jahr, 8 Monate, 9 Tage. Beerdigt am 09. März 1909. KB der Friedrichskirche Nr. 27 /1909.

 

 

 

Einige Anmerkungen zu Friedrich Hermann Knoll, geboren in Belzig am 22. Oktober 1855

Es ist uns bekannt, dass Hermann drei Ehen führte.

Über die erste Ehefrau ist uns bisher noch nichts überliefert.

 

Die zweite Ehefrau ist Auguste Dorothee Maria Maxa, Fabrikarbeiterin und Tochter einer alt eingesessenen Nowaweser Weber-Familie. Als 2. Kind der Familie Maxa wird sie geboren, in Nowawes, in der Turnstraße 47, am 10. Januar 1859, um 9 Uhr am Abend. Ihre große Schwester ist Anna, * 01. 05. 1855, und ihre jüngeren Geschwister werden Auguste, * 15. 11. 1860, und Wilhelm, * 21. 10. 1862, sein. Der Vater ist Webermeister Friedrich Wilhelm Maxa, geboren am 20. 05. 1824, (verstorben vor April 1893). Ihre Mutter heißt Auguste, eine geborene Eberhardt, geboren am 28. 03. 1828. Die Familie Maxa wohnt 1856 in der Wilhelmstraße 10 und zieht um 1859 in die Wilhelmstraße 6. Am 30. Januar 1859 wird Marie in der Friedrichskirche getauft. Die Taufpaten sind: 1. Webermeister Eberhardt, 2. Webergesell August Maxa, 3. Frau Eberhardt, 4. Webergesell August Eberhardt, 5. Jungfrau Charlotte Stölzel. Quelle: KB Nowawes Nr. 10 / 1859.

Zeiten sind vergangen. Am 23. 07. 1868 zieht Familie Maxa in die Neue Straße 4 und ihre nächste Wohnung wird in der Ludwiggasse 3 liegen.

In ihrer spätjugendlichen Blüte von 34 Jahren, heiratet Maria Maxa den 37 jährigen Hermann Knoll. Bei der Eheschließung auf dem Standesamt am 03. April 1893, fungieren als Zeugen: Der Webermeister Stölzel, 38 Jahre alt, in der Turnstraße 47 wohnend und der Arbeiter Carl Rister, 30 Jahre alt, in Charlottenburg, Kaiserin Augusta-Allee No. 46 wohnend. In der Nowaweser Friedrichskirche findet die kirchliche Trauung statt. Herr Oberpfarrer Dessin vollzieht die Trauung. Ihre gemeinsame Wohnung befindet sich in der Turnstraße 45. Aus irgendeinem Grunde nehmen sie sich bald eines Pflegekindes an. Es handelt sich um Gustav Eisemann, der in Potsdam am 02. Juli 1888 geboren wurde, jetzt also rund 5 Jahre alt ist. Die Mutter des Kindes ist die in Potsdam lebende unverehelichte Wirtschafterin Bertha Eisemann. Am 01. Oktober 1898 zieht das Ehepaar von der Turnstraße 45 in die Mittelstraße 9 aber am 16. Dezember 1898 um 1/4 8 Uhr am Vormittag stirbt dort Maria Maxa, verehelichte Knoll, mit 39 Jahren und 11 Monaten an Wassersucht. Beerdigt wird sie am 18. Dezember 1898. Quellen: KB der Friedrichskirche Nr. 225 / 1998 und polizeiliches Melderegister.

 

Die dritte Ehefrau ist Marie Elisabeth Hedwig Sommer.

Hier einige Anmerkungen zu ihrem Leben:

Anne-Marie Janecke, geb. Sommer, eine Nichte von Hedwig, erinnert sich: Meine Tante Hedwig und ihre Schwester Marie waren sehr lieb, einfühlsam und religiös veranlagt, wie nicht alle der Geschwisterkinder. Max (mein Vater) beispielsweise hatte nichts mit der Kirche im Sinn und Onkel Paul interessierte mehr die Verbesserung der irdischen Probleme in der Arbeiterschaft. Tante Hedwig wollte in ihrer Jugend gern Lehrerin werden. Zu jener Zeit waren männliche Lehrer in deutlicher Überzahl. Warum aus diesem Berufswunsch nichts wurde, ist mir unbekannt. Sie hatte dann zwar Schneiderin gelernt, war wohl aber zumindest während der Ehezeit, überwiegend mit hausfraulichen Tätigkeiten und mit der Rolle als Mutter beschäftigt.

Am 21. Oktober 1899 heiratet Hedwig mit 36 Jahren den Webermeister und Handelsmann Friedrich Hermann Knoll, der am 22. Oktober 1855 in Belzig geboren war und seinen inzwischen 10 1/2 jährigen Pflegesohn Franz Otto Gustav Eisemann. Bisher hatte Hedwig bei ihren Eltern in der Lindenstraße 44 gewohnt. Von ihrem Fenster aus, konnte sie immer die Eisenbahn beobachten, die unten durch die Lindenstraße fährt. Damit ist es mit dem Wohnungswechsel vorbei. In der Mittelstraße ist es ruhiger.

Meine Tanten, die Schwestern Hedwig und Marie, nahmen am Handarbeitskreis der Kammerdame Fräulein von Gersdorff (spätere Hofmeisterin und noch später Hofstaatsdame am Kaiserhof von Wilhelm II.) teil, in dem nicht nur Handarbeiten für soziale Verwendungen gefertigt wurden, sondern ein reger Gedankenaustausch stattfand, über vieles, dass über Kirche, Kinder und Küche hinausging. Die Beschäftigung bei diesen Gesprächen ging den beiden Schwestern wohl recht flott von der Hand. Wen wundert es, denn Hedwig war ja Schneiderin und Marie Näherin. Fräulein v. Gersdorff war eine natürlich-lebhafte Frau, vielseitig interessiert, musikalisch, zeichentalentiert und sie sprach auch fließend französisch und englisch. Das Deutsche beherrschte sie selbstredend ganz vorzüglich. Fräulein v. Gersdorff war gerade vier Jahre älter als Hedwig, zehn Jahre älter als Marie. Als Fräulein v. Gersdorff den Dienst bei der Kaiserin 1881 antrat, war sie 22 Jahre jung. Sie lebte mit den anderen beiden Hofdamen der Kaiserin, Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff und (der späteren) Hofstaatsdame v. Keller im Hofdamenhaus. Viele Jahre darauf, im Ruhestand, aber fand sie ihr Unterkommen in der Breiten Straße in Potsdam, im Ständehaus (dem späteren Naturkunde-Museum). Alle drei werden später vom Kaiserhause auf dem Bornstedter Friedhof, an dessen südwestlichem Ende, zur letzten Ruhe beigesetzt. Allzu viel wird sie von ihrem Leben als Fräulein dann auch nicht gehabt haben, als es im Dienste bei der kaiserlichen Familie zu verleben. Ohne Ehemann, ohne eigene Kinder aber stets dem Höfischen verpflichtet, kann es ein Opfer sein, selbst wenn es einem äußerlich an nichts mangelt. Leider verstarb Fräulein Claire v. Gersdorff schon im Jahre 1927, im Jahre meiner Konfirmation, erzählt Anne-Marie Janecke.

Ansonsten waren die häuslichen Verhältnisse bei meinen Tanten Hedwig und Marie einfach, sauber und bescheiden, gewiss auch von den finanziellen Möglichkeiten durch den Verdienst der Ehemänner bestimmt.

Wenn Tante Hedwig ein Brot frisch anschnitt, ritzte sie mit der Messerspitze in die Unterseite des Laibes drei Kreuze, die mit ihren Gedanken, himmelwärts gerichtet, bedeuten sollten: „Danke für das gute Brot und lass' uns immer alle satt werden“. War ich bei Tante Hedwig zu Besuch, bot sie gern selbst gefertigtes Schmalz an. Den Hauptbestandteil bildeten Schweineliesen oder Rückenfett. Zwiebel und Äpfel sowie gewürfelter Speck kamen hinzu. Das gab schöne Grieben und das Schmalz hatte einen seidigen Glanz.

Aus notwendiger Sparsamkeit wurden auch Erbsen, weiße Bohnen oder Kohlrüben oft mit Schmalzgrieben statt mit Fleisch gekocht. Manchmal gab es auch frische Blut- und Leberwurst  oder Wurstsuppe als geschmackvolles Gericht, wenn ich zu Besuch kam.

Meine Tanten Hedwig und Marie hatten mich, ihre kleine Nichte, recht gern. Zu meinen Geburtstagen bekam ich von ihnen immer einen Blumenstrauß aus ihrem Garten und frische Eier von den eigenen Hühnern.

Wohl selten kamen aber die Tanten zu meinen Eltern, wenn ich mich recht erinnere, obwohl man ja nur wenige Fußminuten zwischen der Mittelstraße 19 und der Priesterstraße 68 zurückzulegen hatte. Allerdings suchten die Tanten meinen Vater, also ihren Bruder Max auf, wenn sie Hilfe benötigten, um Schriftverkehr mit Behörden zu erledigen. Ich habe allerdings nicht bemerkt, dass sich die erwachsenen Geschwister, beispielsweise zu Geburtstagen, gegenseitig beschenkten.

Zu meiner Konfirmation im Jahre 1927 schenkten mir meine Vettern Walter und Felix Knoll zu meiner großen Verwunderung und Freude einen feinen Ring, den ich mein Leben lang zu Festtagen trug und dieser zarte Ring blieb neben dem Trauring der einzige.

Der Ehemann meiner Tante Hedwig, Hermann Knoll, starb im Alter von 83 Jahren, am 27. März 1939 und wurde am 31. März auf dem Friedhof in der Goethestraße bestattet.

Tante Hedwigs Leben endete am 27. April 1943 mit 79 Jahren. Sie wurde am 29. April ebenfalls auf dem Friedhof in der Goethestraße beigesetzt.

 

 

 

An dieser Stelle enden momentan die Ausführungen, werden aber später weiter ergänzt.

Christoph Janecke